Autor Thema: Vorsicht, Aufzug!  (Gelesen 71804 mal)

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Ferry

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Re: Vorsicht, Aufzug!
« Antwort #165 am: 23. Oktober 2014, 10:54:35 »
Einen derartigen - und mittlerweile ebenfalls außer Betrieb befindlichen - Aufzug gibt es auch im Haus Gußhausstraße 12 (Kreuzherrenhof).
Schade, daß der nun auch außer Betrieb ist, weißt Du das sicher? Hier hast Du noch geschrieben, Du weißt es nicht, weil Du nicht ins Haus hineinkommst. ;)
Oh weh, sorry, dass ich euch das Ganze noch einmal erzählt habe! An den Beitrag aus 2012 habe ich gar nicht mehr gedacht.

Und ja, ich war inzwischen einmal drin, als die Haustür tagsüber wegen Bauarbeiten offen war und ich zufällig vorbeigekommen bin - der Lift war noch da, aber eine Tafel "Außer Betrieb" angebracht und die Türe mittels Kette und Vorhängschloß zusätzlich versperrt. Das muss so ca. vor einem Jahr gewesen sein.
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")

W_E_St

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Re: Vorsicht, Aufzug!
« Antwort #166 am: 23. Oktober 2014, 11:08:23 »
Der 30.6. könnte übrigens der Stichtag sein, nach dem Aufzugsanlagen, die keine Innentüre besitzen - wo also theoretisch während der Fahrt die Schachtwand bzw. Außentüren berührt werden können - nicht mehr betrieben werden dürfen.

Ist das Bundes- oder Landesrecht?

Im Wohnhaus meiner Eltern in Graz ist nämlich der Aufzug ohne Innentüren weiterhin in Betrieb (Baujahr 1976).

Wiener Aufzugsgesetz glaube ich.

Einige Anlagen dürften eh illegal übergeblieben sein, aber nicht mehr viele. Bis wann sind die eigentlich gebaut worden? Das Haus hier am nächsten Eck (Bj. 1986) hatte definitiv original noch welche. In Deutschland waren die schon laaaaaaaaang vorher verboten und mussten nachgerüstet werden (Nachrüstfrist irgendwann in den 70ern).
"Sollte dies jedoch der Parteilinie entsprechen, werden wir uns selbstverständlich bemühen, in Zukunft kleiner und viereckiger zu werden!"

(aus einer Beschwerde über viel zu weit und kurz geschnittene Pullover in "Good Bye Lenin")

158er

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Re: Vorsicht, Aufzug!
« Antwort #167 am: 23. Oktober 2014, 12:14:34 »
Einige Anlagen dürften eh illegal übergeblieben sein, aber nicht mehr viele. Bis wann sind die eigentlich gebaut worden?
Verhältnismäßig lang, bis 1992. Ich bezweifle dennoch, daß es noch mehr als eine Handvoll Anlagen ohne Innentür gibt, angeblich wird seit dem Auslaufen der Nachfrist recht strikt gestraft.

benkda01

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Re: Vorsicht, Aufzug!
« Antwort #168 am: 23. Oktober 2014, 12:37:47 »
Der 30.6. könnte übrigens der Stichtag sein, nach dem Aufzugsanlagen, die keine Innentüre besitzen - wo also theoretisch während der Fahrt die Schachtwand bzw. Außentüren berührt werden können - nicht mehr betrieben werden dürfen. Bei derartig alten Anlagen ist ein nachträglicher Einbau einer innentüre natürlich nur mit immensen Aufwand oder oft auch gar nicht möglich, also werden sie abgeschaltet und irgendwann - falls das Geld dafür da ist - gegen eine moderne Anlage ersetzt.
Die Nachfrist zur Umrüstung endete bereits am 30.6.2013. Entweder der Aufzug in der Kaschlgasse lief "illegal" weiter oder es gibt einen anderen Grund.
Dieser Passus hat aber mit dem Aufzug in der Kaschlgasse genau gar nichts zu tun, weil der ja eine Innentür hat (wie jeder Vorkriegsaufzug, der mir bekannt ist). ;)

158er

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Re: Vorsicht, Aufzug!
« Antwort #169 am: 23. Oktober 2014, 13:00:38 »
Dieser Passus hat aber mit dem Aufzug in der Kaschlgasse genau gar nichts zu tun, weil der ja eine Innentür hat (wie jeder Vorkriegsaufzug, der mir bekannt ist). ;)
Umgerüstet werden mußte ja nicht nur wegen fehlender Innentüren, sondern auch wegen fehlender Notrufeinrichtung mit zentraler Sprechstellenverbindung, zu geringem Abstand zwischen Innen- und Außentür, Nichtvorhandensein einer Ausgleichsteuerung (sodaß der Aufzug ein paar Zentimeter zu weit oben oder unten stehenbleibt), Stufen zwischen Aufzug und Gang, etc.

moszkva tér

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Re: Vorsicht, Aufzug!
« Antwort #170 am: 23. Oktober 2014, 13:44:43 »
Der Aufzug war schon in den 90zigern mehr Ausser als Inbetrieb.

[Oberlehrermodus]

90zigern = neunzigzigern — "zigzigern" ist Ramsch.

Korrekt: "in den 90ern"

[/Oberlehrermodus]

Wenn schon, dann richtig:

In den 1990er-Jahren / in den 1990ern.
Denn nur 90er-Jahre würde die 2090er-Jahre bezeichnen  ;)

darkweasel

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Re: Vorsicht, Aufzug!
« Antwort #171 am: 23. Oktober 2014, 14:46:56 »
Denn nur 90er-Jahre würde die 2090er-Jahre bezeichnen  ;)
Muss nicht sein, das kann jeder Zeitabschnitt mit einem Jahr sein, dessen Dezimalentwicklung an der vorletzten Stelle die Ziffer 9 hat. Das muss nicht einmal auf den gregorianischen Kalender beschränkt sein. Im iranischen Kalender haben wir jetzt die (13)90er!

W_E_St

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Re: Vorsicht, Aufzug!
« Antwort #172 am: 23. Oktober 2014, 15:02:54 »
Dieser Passus hat aber mit dem Aufzug in der Kaschlgasse genau gar nichts zu tun, weil der ja eine Innentür hat (wie jeder Vorkriegsaufzug, der mir bekannt ist). ;)
Umgerüstet werden mußte ja nicht nur wegen fehlender Innentüren, sondern auch wegen fehlender Notrufeinrichtung mit zentraler Sprechstellenverbindung, zu geringem Abstand zwischen Innen- und Außentür, Nichtvorhandensein einer Ausgleichsteuerung (sodaß der Aufzug ein paar Zentimeter zu weit oben oder unten stehenbleibt), Stufen zwischen Aufzug und Gang, etc.

Und vor allem die Bündigstellungsüberwachung (Ausgleichssteuerung) dürfte den meisten solchen Altaufzügen das Genick gebrochen haben. Die Bündigstellung war soweit ich das überblicke Einstellungssache, und hat selten für alle Stockwerke ordentlich funktioniert. Ich habe da Stufen bis zu 20 cm in einzelnen Stockwerken erlebt, während es in anderen gut bis perfekt funktioniert hat.

Notrufeinrichtungen lassen sich relativ leicht ohne Eingriffe in die Originalsteuerung dazubasteln und das wurde auch oft getan, z.B. in meinem Video.
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Re: Vorsicht, Aufzug!
« Antwort #173 am: 23. Oktober 2014, 17:34:34 »
Einige Anlagen dürften eh illegal übergeblieben sein, aber nicht mehr viele. Bis wann sind die eigentlich gebaut worden?
Verhältnismäßig lang, bis 1992. Ich bezweifle dennoch, daß es noch mehr als eine Handvoll Anlagen ohne Innentür gibt, angeblich wird seit dem Auslaufen der Nachfrist recht strikt gestraft.
Bis vor 2 Jahren gab es so einen Aufzug ohne Innentür in dem Wohnhaus meines Onkels in der Kainzgasse (17.). Er wurde aber mittlerweile nachgerüstet.

benkda01

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Re: Vorsicht, Aufzug!
« Antwort #174 am: 23. Oktober 2014, 18:31:28 »
Und vor allem die Bündigstellungsüberwachung (Ausgleichssteuerung) dürfte den meisten solchen Altaufzügen das Genick gebrochen haben.
Das ist auch der einzige Grund, warum der Aufzug (Baujahr 1912) in dem denkmalgeschützten Zinshaus, in dem ich wohne, nicht mehr den aktuellen Bestimmungen entspräche, hätte man ihn nicht 2007 mutwillig entfernt und durch einen hässlichen Neubau ersetzt. >:(


Zitat
Die Bündigstellung war soweit ich das überblicke Einstellungssache, und hat selten für alle Stockwerke ordentlich funktioniert. Ich habe da Stufen bis zu 20 cm in einzelnen Stockwerken erlebt, während es in anderen gut bis perfekt funktioniert hat.
Das hing nicht nur von der Einstellung ab. So wie ich mir das vorstelle, ist die von dir genannte Einstellung einfach nur das Variieren der Höhe der Anbringung der mechanischen Schleifbretter, die den Stockwerksschubknopf im jeweiligen Stockwerk wieder hinausdrücken. Unabhängig von dieser Einstellung ist der Aufzug allerdings auch beim selben Stockwerk immer wieder unterschiedlich hoch stehengeblieben, natürlich auch abhängig von der Beladung, normalerweise zwar ziemlich bündig, aber in Ausnahmefällen aber auch immer wieder in ±20 cm Höhenunterschied.

Lustig war auch immer das Spielchen, zu versuchen, den Stockwerksschubknopf genau im richtigen Moment manuell herauszuziehen, sodass die Fahrkorb- und Schachttüren nach dem Stillstand bereits entriegelt sind, aber die (Aufwärts-)Stufe beim Aussteigen möglichst hoch ist. >:D  Andere Variante: Den Schubknopf eines höheren Stockwerks als das Zielstockwerk zu betätigen, und zu versuchen, ihn genau im richtigen Moment herauszuziehen, sodass man a) den Aufzug manuell möglichst bündig anhält oder b) das umgekehrte Spiel zum ersten Fall betreibt: Eine möglichst große Abwärtsstufe beim Aussteigen erzeugt, sodass aber die Fahrkorb- und die Schachttüre noch aufgehen >:D

moszkva tér

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Re: Vorsicht, Aufzug!
« Antwort #175 am: 24. Oktober 2014, 10:53:53 »
Lustig war auch immer das Spielchen, zu versuchen, den Stockwerksschubknopf genau im richtigen Moment manuell herauszuziehen, sodass die Fahrkorb- und Schachttüren nach dem Stillstand bereits entriegelt sind, aber die (Aufwärts-)Stufe beim Aussteigen möglichst hoch ist. >:D  Andere Variante: Den Schubknopf eines höheren Stockwerks als das Zielstockwerk zu betätigen, und zu versuchen, ihn genau im richtigen Moment herauszuziehen, sodass man a) den Aufzug manuell möglichst bündig anhält oder b) das umgekehrte Spiel zum ersten Fall betreibt: Eine möglichst große Abwärtsstufe beim Aussteigen erzeugt, sodass aber die Fahrkorb- und die Schachttüre noch aufgehen >:D

Das kenne ich noch von moderneren Aufzügen: Ein Stockwerk höher drücken, als man will, und dann die Stop-Taste so drücken, dass man beim gewünschten Stock aussteigen kann. Wer es möglichst bündig schafft, hat gewonnen.

coolharry

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Re: Vorsicht, Aufzug!
« Antwort #176 am: 24. Oktober 2014, 10:56:55 »
Lustig war auch immer das Spielchen, zu versuchen, den Stockwerksschubknopf genau im richtigen Moment manuell herauszuziehen, sodass die Fahrkorb- und Schachttüren nach dem Stillstand bereits entriegelt sind, aber die (Aufwärts-)Stufe beim Aussteigen möglichst hoch ist. >:D  Andere Variante: Den Schubknopf eines höheren Stockwerks als das Zielstockwerk zu betätigen, und zu versuchen, ihn genau im richtigen Moment herauszuziehen, sodass man a) den Aufzug manuell möglichst bündig anhält oder b) das umgekehrte Spiel zum ersten Fall betreibt: Eine möglichst große Abwärtsstufe beim Aussteigen erzeugt, sodass aber die Fahrkorb- und die Schachttüre noch aufgehen >:D

Das kenne ich noch von moderneren Aufzügen: Ein Stockwerk höher drücken, als man will, und dann die Stop-Taste so drücken, dass man beim gewünschten Stock aussteigen kann. Wer es möglichst bündig schafft, hat gewonnen.

Im TGM hieß das Spiel "Innentür ziehen". Wessen Aufzug sich nachher nicht mehr in Gang gesetzt hat, hat verloren.
Das Glück ist ein Vogerl. Wenns knallt ist es weg.

haidi

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Re: Vorsicht, Aufzug!
« Antwort #177 am: 24. Oktober 2014, 11:32:40 »
In meiner Dienststelle gab es einen alten Nachkriegsaufzug für 3 Personen, der gerne angefüllt wurde, bis kein Platz mehr war. Bergauf rutschen oft die Seile durch, bergab stoppte er oft tiefer, manchmal auch zu tief, sodass die Türe nicht mehr aufging.
Wenn ich dabei war, dann bin ich halt weiter hinunter gefahren und habe den Halteknopf vorher gedrückt, sodass die Türen aufgehen konnten.

Als da wieder 6 Personen drinnen waren und im Erdgeschoß durchrutschten, meinten sie, "Der Haidi fährt dann in den nächsten Stock hinunter", gut, habens gemacht, aber ohne rechtzeitig die Stop-Taste zu drücken. Die Kabine ist am Boden aufgesessen, Feuerwehreinsatz, weil der Notöffnungsschlüssel im Keller nicht passte .....

Als wir dann Datenschutz-Altpapiergefäße bekamen (die normalen Mülltonnen mit Schloss und Schlitz im Deckel) wurden die gerne im Aufzug transportiert, statt das Papier zu den Tonne zu bringen, der Aufzug hatte keine Innentüre. Nachdem das den Leuten nicht abzugewöhnen war (der Chefin wars egal), habe ich als Personalvertreter dann "Kurse" gemacht, die Tonnen so zu transportieren, dass man sich nicht umbringt (nicht zwischen tonne und Rückwand stehen).

In der Dienststelle war es eh schrecklich - im Treppenhaus ein Metall-Aktenschrank mit gut 100 Liter diversester organischer Flüssigkeiten, davon mindestens 50% brennbar. War nicht wegzubringen.
Alle sagten es geht nicht - dann kam einer, der das nicht wusste und probierte es - und es ging

W_E_St

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Re: Vorsicht, Aufzug!
« Antwort #178 am: 24. Oktober 2014, 13:33:05 »
Im TGM gibt es vermutlich heute noch Lastenaufzüge ohne Innentüren, die haben dafür einen Lichtschrankenvorhang. Kommt man dem Einstieg zu nahe, piepst es und der Aufzug stoppt. Gerüchteweise hat mit so einem Ding einmal wer einen Mini in den 4. Stock befördert und ist damit den Gang entlanggefahren. Von Größe und Tragkraft halte ich das sogar für glaubwürdig!
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Re: Vorsicht, Aufzug!
« Antwort #179 am: 24. Oktober 2014, 18:03:21 »
Im TGM gibt es vermutlich heute noch Lastenaufzüge ohne Innentüren, die haben dafür einen Lichtschrankenvorhang. Kommt man dem Einstieg zu nahe, piepst es und der Aufzug stoppt. Gerüchteweise hat mit so einem Ding einmal wer einen Mini in den 4. Stock befördert und ist damit den Gang entlanggefahren. Von Größe und Tragkraft halte ich das sogar für glaubwürdig!

Nur das es im Hochhaus keinen solchen Aufzug gibt. Nur in den Werkstättentrakten und die haben keine 4 Stockwerke.
Das Glück ist ein Vogerl. Wenns knallt ist es weg.