Autor Thema: Zweirichtungsbetrieb in Wien  (Gelesen 106350 mal)

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Tunafish

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Re: Zweirichtungsbetrieb in Wien
« Antwort #225 am: 28. März 2022, 12:21:41 »
Denn dem Wiener Fahrgast ist es wesentlich wichtiger, dass er einen Sitzplatz hat, als dass er bei ein paar Stationen im Netz auch auf der linken Seite aussteigen kann.

So wenige Sitzplätze wie in einem Flexity sind (und die wenigen, die es gibt sind zum einem großen Teil durch den schrägen Boden sehr unbequem) kann das bei den WL nicht die höchste Priorität genossen haben.

tramway.at

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Re: Zweirichtungsbetrieb in Wien
« Antwort #226 am: 28. März 2022, 17:20:19 »
Schauschau, zufällig grad bei mir aufgeschlagen:
Nice, France 25th March 2022. This is one of the long trams using a temporary crossover installed at the north of St Jean Médecin stop on line 1. This is the temporary terminus of this section as line 1 is currently operating in two sections whilst a permanent new crossover is being installed to the south of this stop (to give better flexibility during the carnaval period). The work is on schedule and will be completed within the 3 weeks originally planned, possibly finishing a few days earlier than expected.
(Fotos: Peter Watts)
Extrapraktisch: Da die Wagen auch kurze Strecken mit Batterie fahren können, brauchts nichtmal eine Oberleitung. Beim Karneval in Nizza fahren hohe Wagen im Umzug, daher gibts dort streckenweise keine Oberleitung. Die Kletterweiche ist etwa da wo 2007 steht. Auch hier sieht man gut, wie Parallelweichen den Betrieb vereinfachen, wenn der Zentrumsbereich (etwa die schraffierten Bereiche) wegen Massenandrang gesperrt sind.
Harald A. Jahn, www.tramway.at

T1

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Re: Zweirichtungsbetrieb in Wien
« Antwort #227 am: 30. März 2022, 09:10:29 »
Der Kartenausschnitt ist von der ausgezeichneten Website https://cartometro.com/ - zumindest mit der Nennung sollte diese tolle Arbeit gewürdigt werden :)

Extrapraktisch: Da die Wagen auch kurze Strecken mit Batterie fahren können, brauchts nichtmal eine Oberleitung. Beim Karneval in Nizza fahren hohe Wagen im Umzug, daher gibts dort streckenweise keine Oberleitung.
Das müsste mittlerweile bei fast jedem modernen Fahrzeug mit einer Batterienotfahrt möglich sein.

Schienenchaos

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Re: Zweirichtungsbetrieb in Wien
« Antwort #228 am: 30. März 2022, 09:15:12 »
Extrapraktisch: Da die Wagen auch kurze Strecken mit Batterie fahren können, brauchts nichtmal eine Oberleitung. Beim Karneval in Nizza fahren hohe Wagen im Umzug, daher gibts dort streckenweise keine Oberleitung.
Das müsste mittlerweile bei fast jedem modernen Fahrzeug mit einer Batterienotfahrt möglich sein.

Sollte der Flexity auch können!

denond

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Re: Zweirichtungsbetrieb in Wien
« Antwort #229 am: 30. März 2022, 09:30:24 »
Schauschau, zufällig grad bei mir aufgeschlagen:
Extrapraktisch: Da die Wagen auch kurze Strecken mit Batterie fahren können, brauchts nichtmal eine Oberleitung. Beim Karneval in Nizza fahren hohe Wagen im Umzug, daher gibts dort streckenweise keine Oberleitung. Die Kletterweiche ist etwa da wo 2007 steht. Auch hier sieht man gut, wie Parallelweichen den Betrieb vereinfachen, wenn der Zentrumsbereich (etwa die schraffierten Bereiche) wegen Massenandrang gesperrt sind.

Das ist halt in Wien leider nicht möglich, da man das Scheuklappen-Denken in vielen Bereichen bis heute nicht aufgegeben hat.
Wien muß da unbedingt seinen eigenen - nicht überzeugenden Weg - gehen. Man hatte ja ursprünglich zwei Kletterweichenpaare, die bei Verwendung immer anstandslos funktionierten. Beide sind sang und klanglos in den späten 90er-Jahren irgendwo im Nirvana verkommen bzw. mußten spurlos verschwinden. Sie paßten für die tonangebenden Herrschaften nicht ins Betriebskonzept...

LG

martin8721

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Re: Zweirichtungsbetrieb in Wien
« Antwort #230 am: 30. März 2022, 09:40:18 »
Extrapraktisch: Da die Wagen auch kurze Strecken mit Batterie fahren können, brauchts nichtmal eine Oberleitung. Beim Karneval in Nizza fahren hohe Wagen im Umzug, daher gibts dort streckenweise keine Oberleitung.
Das müsste mittlerweile bei fast jedem modernen Fahrzeug mit einer Batterienotfahrt möglich sein.

Sollte der Flexity auch können!

Das kann der Flexity!  :)
Ist ein wirklich äußerst praktisches Feature, wenn man mal versehentlich unterm Trenner liegen bleibt.  ;D

Katana

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Re: Zweirichtungsbetrieb in Wien
« Antwort #231 am: Gestern um 23:30:11 »
Mit Zweirichtungsfahrzeugen und (im normalen Linienbetrieb stumpf befahrenen) einfachen Gleiswechseln statt aufwendigen Schleifen ...
Ich weiß nicht, wie lange die Einrichtung einer Kletterweiche dauert, wäre aber die sinnvollere Alternative zu stumpf befahrenen Gleiswechseln. Da wäre man wirklich flexibel.
Egal wie schnell die Kletterweiche eingebaut ist, die Verfügbarkeit eines Gleiswechsels ist schneller, weil sofort gegeben.
Und ist nicht die schnelle Einsetzbarkeit ein maßgeblicher Faktor für die Flexibilität? Und wenn man das Geld hätte, könnte man bei jeder Haltestelle einen Gleiswechsel einbauen. Da sehe ich keinen Nachteil gegenüber einer Kletterweiche.

Klingelfee

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Re: Zweirichtungsbetrieb in Wien
« Antwort #232 am: Heute um 06:20:55 »
Mit Zweirichtungsfahrzeugen und (im normalen Linienbetrieb stumpf befahrenen) einfachen Gleiswechseln statt aufwendigen Schleifen ...
Ich weiß nicht, wie lange die Einrichtung einer Kletterweiche dauert, wäre aber die sinnvollere Alternative zu stumpf befahrenen Gleiswechseln. Da wäre man wirklich flexibel.
Egal wie schnell die Kletterweiche eingebaut ist, die Verfügbarkeit eines Gleiswechsels ist schneller, weil sofort gegeben.
Und ist nicht die schnelle Einsetzbarkeit ein maßgeblicher Faktor für die Flexibilität? Und wenn man das Geld hätte, könnte man bei jeder Haltestelle einen Gleiswechsel einbauen. Da sehe ich keinen Nachteil gegenüber einer Kletterweiche.

Und dann hättest du bei jeder Haltestelle eine Langsamfahrstelle. Auch weiß ich nicht, ob es sich in der Praxis machbar ist, dass die Straßenbahn einfach die Seite wechselt. Ich denke da zum Beispiel die Josefstädter Straße oder die Währinger Straße?

Und bezüglich der Kosten. Bitte bedenkt dann nicht nur die Errichtungskosten, sondern auch die Wartungskosten.
Bitte meine Kommentare nicht immer als Ausrede für die WL ansehen

coolharry

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Re: Zweirichtungsbetrieb in Wien
« Antwort #233 am: Heute um 07:28:04 »
Man bräuchte ja auch nicht bei jeder Haltestelle einen.

Aber in der Wiedner vor der Rampe zur Ustrab wäre es schon praktisch.
Auch vor anderen größeren Hochbauten, z.B. Gewerbeparkbrücke, wäre so etwas ganz praktisch. Dort kann man es mittels Kreuzungsweiche lösen.
Auch bei anderen Strecken, auf denen länge keine Umleitungs oder Umdrehmöglichkeit besteht. Z.b Prager Straße oder Brünner Straße würde es durchaus sinn machen. Gegen die Fahrtrichtung eingebaut schränken sie auch die Geschwindigkeit nicht massiv ein.
Und bzgl. Kosten: Man muß halt abwägen was einen der Entfall des Ersatzverkehrs oder auch die Senkung der Fahrgastzufriedenheit kostet im Vergleich zu den Erhaltungskosten zweier Handweichen.
Weil ein menschlicher Hühnerstall nicht der Weisheit letzter Schluß sein kann.

haidi

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Re: Zweirichtungsbetrieb in Wien
« Antwort #234 am: Heute um 07:49:56 »
Mit Zweirichtungsfahrzeugen und (im normalen Linienbetrieb stumpf befahrenen) einfachen Gleiswechseln statt aufwendigen Schleifen ...
Ich weiß nicht, wie lange die Einrichtung einer Kletterweiche dauert, wäre aber die sinnvollere Alternative zu stumpf befahrenen Gleiswechseln. Da wäre man wirklich flexibel.
Egal wie schnell die Kletterweiche eingebaut ist, die Verfügbarkeit eines Gleiswechsels ist schneller, weil sofort gegeben.
Und ist nicht die schnelle Einsetzbarkeit ein maßgeblicher Faktor für die Flexibilität? Und wenn man das Geld hätte, könnte man bei jeder Haltestelle einen Gleiswechsel einbauen. Da sehe ich keinen Nachteil gegenüber einer Kletterweiche.
Tja das Geld, das Geld.

Und bzgl. Kosten: Man muß halt abwägen was einen der Entfall des Ersatzverkehrs oder auch die Senkung der Fahrgastzufriedenheit kostet im Vergleich zu den Erhaltungskosten zweier Handweichen.
Errichtung und Erhaltung von x Mal 2 Handweichen

Wie machen das andere Betriebe? Ich hab auch von den französischen Vorzeigebetrieben nichts von einem  massenhaften Einbau von Gleiswechseln gehört oder gelesen. Dieser Teilthread riecht nach der guten, alten Kleinbahn, auch der Einbau von Kletterweichen als sinnvolle Möglichkeit für kurzfristige Störungsbehebung. Wenn die Störung voraussichtlich länger dauert - also mehr als einen Tag - könnte es eine schnelle Lösung sein. Wenn man dann Flexities einsetzt, erspart man sich sogar das Oberleitungsstück. Aber wie gesagt, riecht auch nach Modellbahnbetrieb
Microsoft is not the answer. It's the question and the answer is NO.

Operator

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Re: Zweirichtungsbetrieb in Wien
« Antwort #235 am: Heute um 08:00:39 »
Schauschau, zufällig grad bei mir aufgeschlagen:
Extrapraktisch: Da die Wagen auch kurze Strecken mit Batterie fahren können, brauchts nichtmal eine Oberleitung. Beim Karneval in Nizza fahren hohe Wagen im Umzug, daher gibts dort streckenweise keine Oberleitung. Die Kletterweiche ist etwa da wo 2007 steht. Auch hier sieht man gut, wie Parallelweichen den Betrieb vereinfachen, wenn der Zentrumsbereich (etwa die schraffierten Bereiche) wegen Massenandrang gesperrt sind.

Das ist halt in Wien leider nicht möglich, da man das Scheuklappen-Denken in vielen Bereichen bis heute nicht aufgegeben hat.
Wien muß da unbedingt seinen eigenen - nicht überzeugenden Weg - gehen. Man hatte ja ursprünglich zwei Kletterweichenpaare, die bei Verwendung immer anstandslos funktionierten. Beide sind sang und klanglos in den späten 90er-Jahren irgendwo im Nirvana verkommen bzw. mußten spurlos verschwinden. Sie paßten für die tonangebenden Herrschaften nicht ins Betriebskonzept...

LG
2022 gab es in Simmering wieder eine Kletterweiche! Lg.

Katana

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Re: Zweirichtungsbetrieb in Wien
« Antwort #236 am: Heute um 08:20:23 »
Und dann hättest du bei jeder Haltestelle eine Langsamfahrstelle.
Darf man Haltestellen nicht sowieso nur mit 25 km/h durchfahren?

Bitte bedenkt dann nicht nur die Errichtungskosten, sondern auch die Wartungskosten.
Ist ja gar keine Frage. Der Kernpunkt meines Postings ist aber, dass es eine Replik auf die Behauptung ist, dass Kletterweichen im Gegensatz zu stumpf befahrenen Gleiswechseln "wirklich flexibel" sind.

Aber vergesst nicht meine schon mehrfach geäußerte Skepsis gegenüber ZR-Wägen. Doppelte Anzahl von Türen und Fahrerständen bedeutet wesentlich höhere Wartungsaufwände bei reduziertem Sitzplatzangebot.

pTn

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Re: Zweirichtungsbetrieb in Wien
« Antwort #237 am: Heute um 08:20:55 »
2022 gab es in Simmering wieder eine Kletterweiche! Lg.

Ja, die überall auf der Welt funktionieren, nur leider in Wien nicht.
Hier die Bilder von damals: https://public-transport.net/tram/Wien_HW/HW2207/#img=9124_465.jpg

Klingelfee

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Re: Zweirichtungsbetrieb in Wien
« Antwort #238 am: Heute um 08:58:59 »
Und dann hättest du bei jeder Haltestelle eine Langsamfahrstelle.
Darf man Haltestellen nicht sowieso nur mit 25 km/h durchfahren?

Aber nur auf der Haltestellenseite. Am Gegengleis darf man dann schon wesentlich schneller fahren.
Bitte meine Kommentare nicht immer als Ausrede für die WL ansehen