Autor Thema: Frauen im Dienst der Wiener Straßenbahn  (Gelesen 36596 mal)

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moszkva tér

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Re: Frauen im Dienst der Wiener Straßenbahn
« Antwort #15 am: 17. November 2010, 07:42:05 »
Es gab zwar vereinzelt Frauen mit Führerschein oder gar Pilotenschein, daß war aber die absolute Ausnahme!

Als kleiner Exkurs (Off-Topic, sorry) wollte ich auf Fr. Sabiha Gökçen (1913-2001) hinweisen, die weltweit erste Kampfpilotin. Interessanterweise war sie ausgerechtet Türkin. Karriereerleichternt dürfte jedoch gewesen sein, dass sie eines der acht Adoptivkinder von Kemal Atatürk war.  ;)
Quelle
Immerhin ist Sabiha auch Namenspatronin vom Flughafen Istanbul Sabiha Gökçen, Istanbuls Billigflughafen. Der andere heißt, eh klar, Atatürk. :)

Wattman

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Re: Frauen im Dienst der Wiener Straßenbahn
« Antwort #16 am: 23. Januar 2011, 12:43:18 »
Um das Thema weiter zu spinnen: gibt es noch die türkische Kopftuchfahrerin in FAV?

13er

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Re: Frauen im Dienst der Wiener Straßenbahn
« Antwort #17 am: 23. Januar 2011, 13:05:47 »
Um das Thema weiter zu spinnen: gibt es noch die türkische Kopftuchfahrerin in FAV?
Ist die nicht in BRG (es könnte aber natürlich auch mehrere geben)? Am 2er sehe ich sie hin und wieder.
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hema

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Re: Frauen im Dienst der Wiener Straßenbahn
« Antwort #18 am: 23. Januar 2011, 17:29:21 »
Sektor West (Ottakring).
Niemand ist gezwungen meine Meinung zu teilen!

scrat

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Re: Frauen im Dienst der Wiener Straßenbahn
« Antwort #19 am: 21. Februar 2015, 19:43:30 »
Meine Großmutter war im 1.Weltkrieg Schaffnerin (Bhf. Brigittenau).


oldtimer

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Re: Frauen im Dienst der Wiener Straßenbahn
« Antwort #20 am: 21. Februar 2015, 22:42:11 »
Bis wann war eigentlich die (Dienst?)-nummer an Kappen und Taschen angebracht?
"Besetzt - bitte nicht mehr zusteigen, der Zug wird abgefertigt!"

invisible

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Re: Frauen im Dienst der Wiener Straßenbahn
« Antwort #21 am: 13. Juni 2015, 15:03:31 »
Anstellung von Frauen bei der „Elektrischen“.

Neue Freie Presse am 2.6.1915

Wie wir erfahren, hat man sich nun auch bei uns entschlossen, Frauen in den Dienst der Straßenbahn als Kondukteurinnen einzustellen, um die durch die Verhältnisse bedingten immer stärker werdenden Abgänge unter dem männlichen Personal ausgleichen zu können. Wenn auch in fast allen deutschen Städten längst, vielfach sogar seit Kriegsausbruch, zu dieser Maßnahme geschritten wurde, so bedeutet sie doch für Wien eine interessante Neuerung. Bei uns liegen nämlich die Verhältnisse viel schwieriger und komplizierter. Der Dienst eines Straßenbahnschaffners ist in Deutschland recht einfacher Natur und kann von jeder intelligenten Person, ob männlichen oder weiblichen Geschlechts, nach kurzer Anweisung ausgeübt werden. Der Schaffner hat eigentlich nichts zu tun, als die Karte zu „knipsen“ und die Münze entgegenzunehmen. Anders in Wien: Wir haben hier bei der Straßenbahn vielerlei oder mehr Fahrpreise, ein sehr kompliziertes Umsteig- und Markierungssystem und der Schaffner wird infolge des 14-Heller-Tarifs durch ein fast ununterbrochenes Geldwechseln außerdem sehr belastet. Ferner muss bei den Übergangsstationen vom Ring zu den Einbruchsstraßen von der Unterleitung zur Oberleitung umgeschaltet werden, wobei der Schaffner sehr oft, wenn die Sache nicht klappt, allerlei Manipulationen zu besorgen hat. Allen diesen kleinen und großen Schwierigkeiten zum Trotz hat man sich nun doch entschlossen, Frauen zum Kondukteursdienst einzustellen. Sache der Wiener Bevölkerung wird es sein, durch Takt, Freundlichkeit und Höflichkeit dem weiblichen Kondukteur beizustehen und der ernsten Frau, die sich durch diese harte, schwere Arbeit ihr Brot verdienen will, das Ungewohnte ihrer Lage zu erleichtern.

http://diepresse.com/home/zeitgeschichte/4744090/Heute-vor-100-Jahren_Es-gibt-nur-ein-einiges-osterreichisches-Tirol?_vl_backlink=/home/index.do
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abraham

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Re: Frauen im Dienst der Wiener Straßenbahn
« Antwort #22 am: 13. Juni 2015, 17:26:59 »
Ergänzend dazu der Bericht der Arbeiter-Zeitung vom 2.6.1915 zu diesem Thema.

13er

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Re: Frauen im Dienst der Wiener Straßenbahn
« Antwort #23 am: 13. Juni 2015, 17:55:07 »
Ob das im Artikel wohl so stimmt? Ich denke nicht, dass der Dienst in anderen Städten wirklich einfacher war. Es hatten die meisten Betriebe ihre Eigenheiten. Schaffner am Cable Car in SF oder auf der Straßenbahn in Berlin war sicher ebenfalls recht anspruchsvoll.
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95B

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Re: Frauen im Dienst der Wiener Straßenbahn
« Antwort #24 am: 13. Juni 2015, 18:16:52 »
Ob das im Artikel wohl so stimmt? Ich denke nicht, dass der Dienst in anderen Städten wirklich einfacher war.

Glaube ich auch nicht. Vermutlich drückt der Artikel zwischen den Zeilen aus, dass die Redaktion nicht damit einverstanden war, dass Frauen in einen "Männerberuf" einsteigen sollten.
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Re: Frauen im Dienst der Wiener Straßenbahn
« Antwort #25 am: 13. Juni 2015, 22:23:50 »
Ob das im Artikel wohl so stimmt? Ich denke nicht, dass der Dienst in anderen Städten wirklich einfacher war.

Glaube ich auch nicht. Vermutlich drückt der Artikel zwischen den Zeilen aus, dass die Redaktion nicht damit einverstanden war, dass Frauen in einen "Männerberuf" einsteigen sollten.

In Wien war halt immer schon alles ganz anders und nicht vergleichbar und überhaupt könnt ja jeder kommen :-)
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W_E_St

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Re: Frauen im Dienst der Wiener Straßenbahn
« Antwort #26 am: 13. Juni 2015, 23:32:05 »
Das Wort "Einbruchsstraßen" finde ich allerdings absolut legendär :D
"Sollte dies jedoch der Parteilinie entsprechen, werden wir uns selbstverständlich bemühen, in Zukunft kleiner und viereckiger zu werden!"

(aus einer Beschwerde über viel zu weit und kurz geschnittene Pullover in "Good Bye Lenin")

pronay

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Re: Frauen im Dienst der Wiener Straßenbahn
« Antwort #27 am: 14. Juni 2015, 10:00:53 »
Das Wort "Einbruchsstraßen" finde ich allerdings absolut legendär :D

Wenn man's genau nimmt, dann sind die Ausfallstraßen, die vormals eben Einbruchstraßen waren, auch nicht ganz ohne.

13er

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Re: Frauen im Dienst der Wiener Straßenbahn
« Antwort #28 am: 20. Januar 2016, 07:58:41 »
Da die Wiener Linien nun schon wiederholt in allen möglichen Kanälen behauptet haben, dass es in den 70ern zum ersten Mal Frauen als Fahrerinnen gab, hier einmal der Gegenbeweis, dass Fahrerinnen auch schon im 1. WK eingesetzt wurden (nicht aber im 2. WK).

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Quelle: Adelheid Penz: Arbeitsbedingungen und soziale Absicherung von Wiener Straßenbahnern und Straßenbahnerinnen von 1903 bis nach dem Ersten Weltkrieg. Diplomarbeit Uni Wien, 1999.
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martin8721

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Re: Frauen im Dienst der Wiener Straßenbahn
« Antwort #29 am: 20. Januar 2016, 09:39:21 »
Da die Wiener Linien nun schon wiederholt in allen möglichen Kanälen behauptet haben, dass es in den 70ern zum ersten Mal Frauen als Fahrerinnen gab, hier einmal der Gegenbeweis, dass Fahrerinnen auch schon im 1. WK eingesetzt wurden (nicht aber im 2. WK).

Sehr interessant!
1918 waren sie sogar schon als Revisorinnen vorgesehen. Das hab ich auch nicht gewusst.  :lamp: