Autor Thema: Beschleunigung? za wos brauch ma des?  (Gelesen 283082 mal)

JochenK und 2 Gäste betrachten dieses Thema.

Bus

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Re: Beschleunigung? za wos brauch ma des?
« Antwort #450 am: Gestern um 09:59:25 »
Es wiederholt sich wirklich ständig. Hat man wohl Angst, dass die Verteuerung der Jahresnetzkarte einen Haufen Kunden kosten wird. Bin ja gespannt auf die neuesten Zahlen.

tramway.at

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Re: Beschleunigung? za wos brauch ma des?
« Antwort #451 am: Gestern um 10:15:46 »
Es wiederholt sich wirklich ständig. Hat man wohl Angst, dass die Verteuerung der Jahresnetzkarte einen Haufen Kunden kosten wird. Bin ja gespannt auf die neuesten Zahlen.

Das ist aus 1997, da waren manche hier noch garnicht geboren:

Beschleunigungsmaßnahmen an Verkehrslichtsignalanlagen

Voraussetzung für die Beeinflussung der Ampel durch ein RBL-Fahrzeug
sind ein Rechner und ein Funkgerät am Fahrzeug und an der Ampel. Am
Fahrzeug sind diese Komponenten bereits vorhanden, an der Ampel werden
diese Komponenten nachträglich installiert.

An den Steuerungsrechner der Ampel wird eine Auswerteeinheit mit Modem
und Funkempfänger installiert. Diese AUswerteeinheit übergibt die vom
Fahrzeug per Datentelegramm an den Ampelempfänger übergebenen Daten an
den bestehenden Steuerungsrechner.

Die Entscheidung über das Schalten einer Grünphase für das
RBL-Fahrzeug liegt beim Programm des Kreuzungssteuerungsrechners und
nicht beim Fahrzeug. Das Fahrzeug hat nur die Möglichkeit sich
anzumelden, vergleichbar mit der Anmeldung eines Fußgängers per
Tastendruck.

Das Anmeldeverfahren des Fahrzeuges an der Ampel ist ein geplantes,
vergleichbar mit der örtlichen Festlegung von Oberleitungskontakten
bei der Straßenbahn und der Bestimmung der dafür vorgesehenen
Auswirkungen im Kreuzungssteuerungsrechner. Das Fahrzeug setzt an
definierten Meldepunkten (z.B. 300 m, 100 m) vor der Ampel
Anmeldetelegramme an die Ampel ab und meldet sichbeim Durchfahren der
Kreuzung durch ein Datentelgramm wieder ab. In diesem Zusammenhang ist
die vorher angesprochene Genauigkeit der Ortung des Fahrzeuges
relevant, das Fahrzeug "überfährt" im Bordrechner den in den
Streckendaten versorgten Meldepunkt.

Da die Ampel nur über einen Empfänger verfügt, werden die An- und
Abmeldetelegramme vom Fahrzeug - mit reduzierter Funkleistung und auf
einem eigenen Funkkanal - mehrfach kurt hintereinander an die Ampel
abgesetzt. Dies dient der Sicherheit der Übertragung, ebenso wie die
bewußt sehr kurzen Telegramme (VDV, R 10).

Das Telegramm vom Fahrzeug zur Ampel beinhaltet:
 - die Art der Meldung (Fern-, Vor-, Hauptanmeldung, Abmeldung)
 - die Priorität
 - die Ein- und Ausfahrtsrichtung an der Kreuzung
 - die Adresse (Nummer) der Kreuzung

Die Art der Meldung richtet sich nach der Struktur der befahrenen
Kreuzung. In der Regel werden drei Meldepunkte benötigt.

Die Priorität ist für den Kreuzungssteuerungsrechner ein wesentliches
Merkmal zur Steuerung bei Vorliegen von mehreren Anmeldugen von
verschiedenen Fahrzeugen. Der Bordrechner des Fahrzeuges errechnet für
das Fahrzeug eine Priorität, deren Bestimmung definiert werden kann.
Insbesonders die Fahrplanabweichnung und der Besetztgrad des
Fahrzeuges können herangezogen werden, um für das Fahrzeug eine
Priorität zu berechnen, sodaß an der Ampel jene Fahrzeuge mit
Verspätung und hoher Fahrgastzahl mit einer höheren Priorität
angemeldet werden und daher bevorzugt "abgearbeitet" werden gegenüber
Fahrzeugen, die z.B. pünktlich im Fahrplan fahren.

Die Ein- und Ausfahrtsrichtung bestimmt, aus welcher Richtung ein
Fahrzeug die Kreuzung befährt, und in welcher Richtung das Fahrzeug
die Kreuzung wieder verlassen wird. Somit ist es nicht notwendig, daß
der Kreuzungssteuerungsrechner die Linien "kennt", die diese Kreuzung
befahren und auch nicht deren Verlauf durch die Kreuzung.

Die Adresse (Nummer) der Kreuzung wird übertragen, um sicherzustellen,
daß die Auswerteeinheit nur die diese Kreuzung betreffenden Telegramme
auswertet und deren Inhalt an den Kreuzungssteuerungsrechner
weiterleitet.

Worin liegen die Vorteile bei der Lichtsignalanlagenbeeinflussung
durch ein RBL-Fahrzeug?

 - flexible Gestaltung von Meldepunkten (keine baulichen Maßnahmen)
 - keine Veränderung an der Ampel oder an der Streckenausrüstung bei
   Umleitungen, Haltestellenverlegungen, neuen Linienführungen etc.
 - Änderungen nur in der Datenversorgung der Fahrzeugbordrechner
 - dezentrale Intelligenz am Fahrzeug, funktioniert daher auch
   bei Ausfall der RBL-Zentrale
 - Möglichkeit der Lichtsignalanlagenbeeinflussung durch andere
   Verkehrsunternehmen im VOR
 - Möglichkeit der Prioirsierung von Fahrzeugen
 - Priorisierung dynamisch, nicht gleichbleibend
 - differenzierte Behandlung sich kreuzender Linien
 - technisch gleiches Verfahren für Straßenbahn und Autobus
 - Auswertung der Verlustzeiten an der Ampel durch die zentrale
   Statistik im RBL und damit Erkennen von Optimierungsmöglichkeiten
Harald A. Jahn, www.tramway.at

KSW

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Re: Beschleunigung? za wos brauch ma des?
« Antwort #452 am: Gestern um 10:23:11 »
Also, ich bin am Sonntag (!) mit'm 18er von der Kliebergasse zur Schlachthausgasse gefahren - 10 Haltestellen, alles eigener Gleiskörper, kein Verkehr. Was war meine Fahrzeit? Unschlagbare 25 !!!! Minuten.
Das ist die selbe Fahrzeit, in der man z.B. in Graz (jetzt auch nicht gerade ein Raketentestgelände) am Werktag mit der Linie 7 von der Endstation LKH/Med Uni zur Haltestelle Eggenberger Alle benötigt - am Wochenende geht's schneller, nur dass man in diesem Fall nahezu nur im Mischverkehr fährt, man durch eine Fußgängerzone schleicht und statt 10 nur 17 Haltestellen bedient. Ok, die zurückgelegte Distanz sind etwa 200m weniger als das Doppelte, dennoch.... ::)

JochenK

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Re: Beschleunigung? za wos brauch ma des?
« Antwort #453 am: Gestern um 10:29:24 »
ich wart ja eigentlich nur mehr auf das Posting eines gewissen Users warum und wieso die WiLi
sowieso die schnellste und beste Bim in der gesamten Milchstraße haben.
Und keine Beschleunigung notwenig ist.

Bus

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Re: Beschleunigung? za wos brauch ma des?
« Antwort #454 am: Gestern um 10:36:55 »
Und dennoch werden die Bezirke wieder querschießen.

EinfallsreicherName

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Re: Beschleunigung? za wos brauch ma des?
« Antwort #455 am: Gestern um 10:52:50 »
Also, ich bin am Sonntag (!) mit'm 18er von der Kliebergasse zur Schlachthausgasse gefahren - 10 Haltestellen, alles eigener Gleiskörper, kein Verkehr. Was war meine Fahrzeit? Unschlagbare 25 !!!! Minuten.
Das ist die selbe Fahrzeit, in der man z.B. in Graz (jetzt auch nicht gerade ein Raketentestgelände) am Werktag mit der Linie 7 von der Endstation LKH/Med Uni zur Haltestelle Eggenberger Alle benötigt - am Wochenende geht's schneller, nur dass man in diesem Fall nahezu nur im Mischverkehr fährt, man durch eine Fußgängerzone schleicht und statt 10 nur 17 Haltestellen bedient. Ok, die zurückgelegte Distanz sind etwa 200m weniger als das Doppelte, dennoch.... ::)

Ohne die Ampelschaltungen jetzt als „gut“ darstellen zu wollen: 25 Minuten sind keineswegs „normal“. Lt. Fahrplan dauert die Strecke 17 Minuten (unter der Woche) - und das ist bereits sehr großzügig bemessen. In der Regel müssen wir uns an einigen Ampeln auch absperren lassen, damit wir nicht mit -3 (also in 14 Minuten) in der Schlachthausgasse ankommen.
Kann es sein, dass ein Schüler mit Lehrfahrer unterwegs war?

Linie31/5

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Re: Beschleunigung? za wos brauch ma des?
« Antwort #456 am: Gestern um 13:02:42 »
Also, ich bin am Sonntag (!) mit'm 18er von der Kliebergasse zur Schlachthausgasse gefahren - 10 Haltestellen, alles eigener Gleiskörper, kein Verkehr. Was war meine Fahrzeit? Unschlagbare 25 !!!! Minuten.


Ich bin letzte Woche ähnlich eingefahren, als ich von der Taborstraße (U2) nach St. Marx musste. Die super-schnelle - aber leider nur halbstündliche - Verbindung über Praterstern (eine Station U2 = 1min) und mit der S7 (8min Fahrzeit Praterstern - St. Marx) schied leider aus, weil ich die S7 genau verpasst hätte und daher fast 30 Minuten am Praterstern auf die nächste S7 warten hätte müssen. Ich wollte auch nicht S-Bahn bis Rennweg fahren und dann erst recht mit dem 71er.

Alternativ wäre von der Taborstraße mit dem notorisch unzuverlässigen 2er bis Stubentor und ganzen 74A möglich gewesen, oder 2er bis Schwarzenbergplatz, mit 2 langen Ampelwartezeiten + Gehweg dort Umstieg in den 71er.

Also hab ich mich für eine bequeme Verbindung mit gedanklich akzeptabler Fahrzeit entschieden: U2 bis Schottentor (2 Stationen/2 Minuten) und von dort den 71er mit Potential für einen angenehmen Sitzplatz bis St. Marx. Tja, Planfahrzeit Schottentor-St. Marx beträgt mittlerweile 21 (!) Minuten, real waren es 23 Minuten.
Planfahrzeit 7 Minuten bis zur Oper, 3 Minuten (!) Oper bis Schwarzenbergplatz, weitere 3 Minuten für das Gezuckel über den Schwarzenbergplatz und Haltestelle Heumarkt bis Unteres Belvedere. Und wenn man dann endlich am Rennweg ist, sind es für die 3 Haltestellen und 1200 Meter bis St. Marx noch einmal 6 Minuten!

Google Maps ruft für die Relation Schottentor-St. Marx mit dem Fußbus über Stephansplatz, Stadtpark und Salesianergasse übrigens 1h1min auf.

Linie31/5

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Re: Beschleunigung? za wos brauch ma des?
« Antwort #457 am: Gestern um 13:17:41 »

Das ist aus 1997, da waren manche hier noch garnicht geboren:

...
 - Auswertung der Verlustzeiten an der Ampel durch die zentrale
   Statistik im RBL und damit Erkennen von Optimierungsmöglichkeiten


Damals war selbst Windows 98 noch weit am Horizont entfernt, und die Auswertungen erfolgten vermutlich in einer Windows NT 4.0 Umgebung mit Excel 5.0 oder sogar schon Excel 95. Trotzdem krass, dass prinzipiell damals schon höchstkomplexe statistische Berechnungen genau so gut wie heute, 30 Jahre später, wo man das ganze "Data Science" nennt und jetzt auch KI überall mitpfuscht, möglich waren.

Referat West

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Re: Beschleunigung? za wos brauch ma des?
« Antwort #458 am: Gestern um 13:33:02 »

Interessant wird aber, wo speziell eigene Bimspuren möglich wären.

Die Hadikgasse wäre da so ein Kandiat.
Da ist die Abbiegegspur das kleinere Übel Die Bims fahren da auch bei freier Abbiegespur langsam, da die Fahrer Angst haben, dass Autos zu knapp am Gleis rechts daneben stehen.

EinfallsreicherName

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Re: Beschleunigung? za wos brauch ma des?
« Antwort #459 am: Gestern um 13:37:19 »
Da ist die Abbiegegspur das kleinere Übel Die Bims fahren da auch bei freier Abbiegespur langsam, da die Fahrer Angst haben, dass Autos zu knapp am Gleis rechts daneben stehen.

Mit einer Stuttgarter Schwelle (in ausreichendem Abstand) wäre dem vorgesorgt.

Und eine zugestaute Abbiegespur ist sehr wohl ein Problem (vll. nicht aktuell, da momentan generell weniger los ist auf den Straßen). Mir als Fahrer bringt es beispielweise herzlich wenig mit Anschlag 50 dort entlangzufahren, wenn ich genau weiß, dass ich vorne eh wieder Abbremsen muss, weil dort eine Kolonne an Linksabbiegern steht.

Linie 25/26

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Re: Beschleunigung? za wos brauch ma des?
« Antwort #460 am: Gestern um 13:39:13 »

Das ist aus 1997, da waren manche hier noch garnicht geboren:

...
 - Auswertung der Verlustzeiten an der Ampel durch die zentrale
   Statistik im RBL und damit Erkennen von Optimierungsmöglichkeiten


Damals war selbst Windows 98 noch weit am Horizont entfernt, und die Auswertungen erfolgten vermutlich in einer Windows NT 4.0 Umgebung mit Excel 5.0 oder sogar schon Excel 95. Trotzdem krass, dass prinzipiell damals schon höchstkomplexe statistische Berechnungen genau so gut wie heute, 30 Jahre später, wo man das ganze "Data Science" nennt und jetzt auch KI überall mitpfuscht, möglich waren.
Das gibt doch seit immer ???
Linie 25/26/27 Aspern - Ring Kai
Als nächstes 27 Siemensstraße S

marsupialeater

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Re: Beschleunigung? za wos brauch ma des?
« Antwort #461 am: Gestern um 16:04:13 »
Überraschend ehrlich.

LH

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Re: Beschleunigung? za wos brauch ma des?
« Antwort #462 am: Gestern um 17:30:17 »
Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube. Selbst neu aufgestellte Ampel bei Kreuzungen an Nebenstraßen, etwa an der Kreuzugn Pötzleinsdorfer Straße/Gersthofer Straße/Scheibenbergstraße bevorrangen nicht die Straßenbahn.

marsupialeater

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Re: Beschleunigung? za wos brauch ma des?
« Antwort #463 am: Gestern um 17:48:50 »
Ich könnte mir schon vorstellen, dass der Personalmangel derzeit die Motivation steigert, Umlaufzeiten zu reduzieren...

MK

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Re: Beschleunigung? za wos brauch ma des?
« Antwort #464 am: Gestern um 18:27:25 »
Der Personalmangel war vor ein paar Jahren schlimmer, aber die Budgetlage nicht.

Immerhin hat man endlich erkannt, dass man durch Beschleunigung Kosten einspart und dabei das Angebot sogar verbessert.
o_O