Autor Thema: Linie 61 (1907-1960)  (Gelesen 75097 mal)

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win22

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Re: Linie 61 (1907-1960)
« Antwort #195 am: 14. Juni 2020, 00:41:43 »
Noch eine Frage: Warum wurde das Gleis in der Rampersdorfergasse zw. Schönbrunnerstrasse und Margaretenstrasse erst 1964 mit der Schleife Margaretenplatz aufgelassen? Welchen Zweck hatte dieses Stück. Wird ja doch niemand im Minikreis Pilgramgasse-Schönnbrunnerstrasse-Rampersdorfergasse-Margaretenstrasse gefahren sein. Warum hat man dieses sinnlose Stück nicht gleich mit dem 61er am 20.6.1960 aufgelassen? Ein Überholgleis gab es ja in der Margaretenstrasse vor der Grohgasse, also wäre auch dieser Zweck sinnlos gewesen mit dem Minikreis.

WIENTAL DONAUKANAL

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Re: Linie 61 (1907-1960)
« Antwort #196 am: 14. Juni 2020, 04:12:01 »
Noch eine Frage: Warum wurde das Gleis in der Rampersdorfergasse zw. Schönbrunnerstrasse und Margaretenstrasse erst 1964 mit der Schleife Margaretenplatz aufgelassen? Welchen Zweck hatte dieses Stück. Wird ja doch niemand im Minikreis Pilgramgasse-Schönnbrunnerstrasse-Rampersdorfergasse-Margaretenstrasse gefahren sein. Warum hat man dieses sinnlose Stück nicht gleich mit dem 61er am 20.6.1960 aufgelassen? Ein Überholgleis gab es ja in der Margaretenstrasse vor der Grohgasse, also wäre auch dieser Zweck sinnlos gewesen mit dem Minikreis.

Vorwiegend für den Allerheiligenverkehr der Linie 7.

Siehe #6, Linie 7:

https://www.tramwayforum.at/index.php?topic=653.0

Helga06

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Re: Linie 61 (1907-1960)
« Antwort #197 am: 14. Juni 2020, 07:52:07 »
In den 60er-Jahren gab es Mo-Fr zeitig früh zwei 3-Wagenzüge der Linie 6 die diese große Schleife befuhren. Wenn wir bei der SchwieMu in der Margareten Str. übernachteten war ich zum Leidwesen meiner Frau immer beim Fenster um die beiden Züge zu beobachten. Leider kann ich mich nicht mehr erinnern warum die Züge so fuhren.

win22

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Re: Linie 61 (1907-1960)
« Antwort #198 am: 14. Juni 2020, 08:47:11 »
Danke für eure Antworten aber schaut euch den Gleisplan an. Wenn man die Schönbrunnerstrasse stadtauswärts gefahren ist, bog bei der Kirche
der 61 in die Ramperstorfergasse ein und fuhr Richtung Meidling. An der Kreuzung Rampersdorfergasse#Margaretenstrasse kreuzte man
das Gleis des 63, hatte aber nur eine Linksweiche in die Margaretenstrasse, wo man wieder stadteinwärts wieder Richtung Margaretenplatz fuhr.

Die Schleifenfahrten des 6ers bzw. 7ers kamen aber von der Reinprechtsdorferstrasse über Margaretenenplatz und Pilgramgasse zurück Richtung
Reinprechtsdorferstrasse, somit war das Gleis samt Linksweiche in der Rampersdorfergasse nicht erforderlich.

Daher kann ich nicht verstehen, warum das Gleis in der Rampersdorferstrasse betriebsfähig gehalten hat, wenn westlich davon nur keine erforderliche
Schleifenfahrt mehr erforderlich war, weil der 61, 13 und 63 bereits eingestellt waren und die Schleife Margaretenplatz nur mehr westlich angefahren wurde.

Ich kann daher keinen Sinn erkennen, von der Pilgramgasse-Margaretenstrasse in die Ramperstorfergasse einzubiegen,
um danach gleich wieder in die Margaretenstrasse stadteinwärts zurück zu biegen (sonst ging es nach 1960 nicht mehr weiter),
um danach gleich wieder beim Margaretenplatz in die Pilgramgasse nach links einzubiegen (weil es den 13 und 63
danach nicht mehr gab) und dann in der Pilgramgasse wieder links in die stadteinwärts führende Margaretenstrasse
einzubiegen (weil der 13 Richtung Pilgrambrücke auch bereits eingestellt war).

Versteht man jetzt meine Frage, wozu dieses kurzes Stück Gleis nach 1961 in der Rampersdorfersgasse noch erforderlich war?
Bis 1961 hätte dort noch ein 13 wenden können, jedoch danach war das Stück Gleis aus meiner Sicht
betrieblich sinnlos, daher warum blieb es in Betrieb?

Danke für Antworten, vielleicht ist auch in den Wiki-Aufzeichnungen das Einstellungsdatum falsch,
2.7.1961 wäre logischer als 1964.



nord22

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Re: Linie 61 (1907-1960)
« Antwort #199 am: 14. Juni 2020, 13:00:50 »
G4 320 + k1 3296 in der Eichenstraße im Dezember 1959 (Foto: Dr. Werner Frank, Archiv Dr. Peter Standenat).

LG nord22

Ferry

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Re: Linie 61 (1907-1960)
« Antwort #200 am: 14. Juni 2020, 17:37:25 »
Versteht man jetzt meine Frage, wozu dieses kurzes Stück Gleis nach 1961 in der Rampersdorfersgasse noch erforderlich war?
Bis 1961 hätte dort noch ein 13 wenden können, jedoch danach war das Stück Gleis aus meiner Sicht
betrieblich sinnlos, daher warum blieb es in Betrieb?

Danke für Antworten, vielleicht ist auch in den Wiki-Aufzeichnungen das Einstellungsdatum falsch,
2.7.1961 wäre logischer als 1964.

Nein, das Einstellungsdatum stimmt. Man hat das Gleis nicht betriebsfähig gehalten, es "blieb" einfach in Betrieb. Möglicherweise standen später Bauarbeiten in der Rampersdorfer Straße an, in deren Zuge es ohnehin entfernt worden wäre. Oder es war 1961 schon absehbar, dass sämtliche Gleisanlagen in diesem Bereich früher oder später entfernt werden, weil auch die Einstellung des Straßenbahnverkehrs in der Reinprechtsdorfer Straße absehbar war.

Es ist wirtschaftlich nicht sinnvoll, nicht mehr befahrene Gleisanlagen "nur so" zu demontieren. Stören sie nicht, bleiben sie solange, bis sie stören, dann kommen sie weg. Das war übrigens mit dem Schleifengleis der früheren Schleife "Burgring" auch so. Das blieb nach der Kürzung von 52 und 58 auch noch eine Zeitlang erhalten und wurde erst im Zuge von Straßenbauarbeiten demontiert (wobei ich finde, dass die Schleife, die vom Ring aus aus beiden Richtungen befahrbar war, für Kurzführungen hätte erhalten bleiben sollen). Und das ist auch der Grund, dass bei der Kennedybrücke immer noch die Oberleitung des früheren 58er-Gleises Richtung Unter St.Veit vorhanden ist - sie stört nicht (hätte man nicht die Weiche getauscht, wäre die auch geblieben), also lässt man sie, bis die Station komplett umgebaut wird.
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")

win22

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Re: Linie 61 (1907-1960)
« Antwort #201 am: 14. Juni 2020, 18:15:55 »
Nein, das Einstellungsdatum stimmt. Man hat das Gleis nicht betriebsfähig gehalten, es "blieb" einfach in Betrieb.

Danke für die Antwort, wobei ich hätte mir gedacht, die Weiche von der Margaretenstrasse Richtung Rampersdorferstrasse
wurde ab Juli 1961 verkeilt (da kein 13, 61 und 63 mehr dort stadteinwärts wenden) und die Oberleitung in der Ramperstorfergasse
weiter Richtung Bacherplatz entfernt samt Zeichen Fahrverbot.

Weiß wer wann die Oberleitung vom 61er im 5. Bezirk entfernt wurde?. Ging das damals sehr rasch oder hing die
noch länger oben und wurde erst nach Jahren oder Monaten entfernt?

Ich denke der 61er wurde nicht mehr probehalber auf Bus umgestellt sondern ich denke, bei dem war es definitiv
dass er nicht mehr wieder kommt.

Hat das wer noch Infos von damals?

WIENTAL DONAUKANAL

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Re: Linie 61 (1907-1960)
« Antwort #202 am: 14. Juni 2020, 19:04:55 »
Nein, das Einstellungsdatum stimmt. Man hat das Gleis nicht betriebsfähig gehalten, es "blieb" einfach in Betrieb.

Danke für die Antwort, wobei ich hätte mir gedacht, die Weiche von der Margaretenstrasse Richtung Rampersdorferstrasse
wurde ab Juli 1961 verkeilt (da kein 13, 61 und 63 mehr dort stadteinwärts wenden) und die Oberleitung in der Ramperstorfergasse
weiter Richtung Bacherplatz entfernt samt Zeichen Fahrverbot.

Weiß wer wann die Oberleitung vom 61er im 5. Bezirk entfernt wurde?. Ging das damals sehr rasch oder hing die
noch länger oben und wurde erst nach Jahren oder Monaten entfernt?

Ich denke der 61er wurde nicht mehr probehalber auf Bus umgestellt sondern ich denke, bei dem war es definitiv
dass er nicht mehr wieder kommt.

Hat das wer noch Infos von damals?

Als Zeitzeuge kann ich dir berichten dass die Fahrleitung in Meidling im Bereich Steinbauergasse und innerhalb des Gürtels kurz nach der Umstellung entfernt wurde. Die Granitpflasterung der Steinbauergasse und Arbeitergasse war für das Fahrgefühl im Bus nicht zuträglich und somit hat man kurz nach der Umstellung die Steinbauergasse samt Gleise mit einer dicken Asphaltschicht abgedeckt. In der Arbeitergasse hat man die billigere Variante gewählt, da hat man nur die Gleise überasphaltiert und zum Strassenrand mit einer erheblichen Stufe die Granitpflasterung belassen. Die Schleife Hofmeistergasse war noch viele Jahre betriebsfähig aber ständig in den Gegenbögen zur Eichenstrasse verparkt.


Vor geraumer Zeit war eine Postkarte im Handel, Bebelhof - Assmayergasse und die teildemontierten Gleisbögen in die einstige Stammstrecke Niederhofstrasse.

win22

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Re: Linie 61 (1907-1960)
« Antwort #203 am: 14. Juni 2020, 19:22:25 »
Lieber Zeitzeuge.

Vielen Dank für die Wahrnehmungen!

Also war scheinbar schon ab Sommer 1960 die Fahrleitung weg und relativ bald (auch im Jahr 1960) ein Asphalt darüber?

Das erklärt, dass die Strecke 61 sofort aufgelassen wurde und eine Rückumstellung nie geplant war.

Hast du noch Erinnerungen an den letzten Betriebstag des 61ers? Gibt es Fotos vom letzten Blauen?


benkda01

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Re: Linie 61 (1907-1960)
« Antwort #204 am: 15. Juni 2020, 01:22:45 »
Rampersdorfergasse
Ramperstorfergasse
Rampersdorferstrasse
Rampersdorfersgasse
Rampersdorfer Straße
Leute, bitte – die Straße heißt Ramperstorffergasse! :lamp:

Helga06

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Re: Linie 61 (1907-1960)
« Antwort #205 am: 15. Juni 2020, 11:13:53 »
In den 60er-Jahren gab es Mo-Fr zeitig früh zwei 3-Wagenzüge der Linie 6 die diese große Schleife befuhren. Wenn wir bei der SchwieMu in der Margareten Str. übernachteten war ich zum Leidwesen meiner Frau immer beim Fenster um die beiden Züge zu beobachten. Leider kann ich mich nicht mehr erinnern warum die Züge so fuhren.
Nachdem ich im Wiki nichts finden konnte betreffs der beiden kurz geführten Züge zum Margaretenplatz und ich auch nicht den Grund dafür kenne, meine Frage: wer weiß mehr darüber?

Ferry

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Re: Linie 61 (1907-1960)
« Antwort #206 am: 17. Juni 2020, 10:29:12 »
Ich denke der 61er wurde nicht mehr probehalber auf Bus umgestellt sondern ich denke, bei dem war es definitiv
dass er nicht mehr wieder kommt.

Natürlich. Bei allen in den 60ern und 70ern durchgeführten Umstellungen von Straßenbahn auf Bus war nie geplant, dass die Straßenbahn eines Tages wieder in Betrieb genommen wird, auch bei den darauf folgenden Umstellungen von Straßenbahn auf U-Bahn nicht (obwohl das im Falle des O zwischen Südtiroler Platz und Quellenplatz doch passiert ist).
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Halbstarker

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Re: Linie 61 (1907-1960)
« Antwort #207 am: 17. Juni 2020, 13:35:09 »
Da wir schon OT sind: eine weitere Ausnahme fällt mir da noch ein - die Donaufelder Straße. Obwohl diese als Zufahrt zu Lohner/Bombardier überlebte - der Linienverkehr war 11 Jahre lang eingestellt (bis 1971 Linie 17, ab 1982 Linie 26).
Ceterum censeo autocineta omnibus delenda esse!

coolharry

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Re: Linie 61 (1907-1960)
« Antwort #208 am: 17. Juni 2020, 13:40:46 »
Da wir schon OT sind: eine weitere Ausnahme fällt mir da noch ein - die Donaufelder Straße. Obwohl diese als Zufahrt zu Lohner/Bombardier überlebte - der Linienverkehr war 11 Jahre lang eingestellt (bis 1971 Linie 17, ab 1982 Linie 26).

Ganz weit hergeholt wäre auch noch das Stück am Kagraner Platz.
Weil ein menschlicher Hühnerstall nicht der Weisheit letzter Schluß sein kann.

Kanitzgasse

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Re: Linie 61 (1907-1960)
« Antwort #209 am: 18. Juni 2020, 12:29:39 »
Schönbrunner Straße Höhe ONr. 50, heute: