Autor Thema: [KP] Pjöngjang - das Tatraparadies  (Gelesen 30453 mal)

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95B

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Re: [KP] Pjöngjang - das Tatraparadies
« Antwort #60 am: 25. April 2014, 10:00:06 »
Sind die Beiwagen von TW 2063 bzw. 2087 eigentlich wirklich Beiwagen oder nur umgebaute Triebwagen?

In Pjöngjang gibt es keine Tatra-Beiwägen. Es handelt sich also um Triebwägen, denen man vermutlich aus Mangel an Ersatzteilen den Stromabnehmer abgenommen hat, wodurch sie zu Beitriebwägen degradiert wurden.
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Re: [KP] Pjöngjang - das Tatraparadies
« Antwort #61 am: 25. April 2014, 10:01:39 »
Sind die Beiwagen von TW 2063 bzw. 2087 eigentlich wirklich Beiwagen oder nur umgebaute Triebwagen?

Soweit ich weiß sind das B4D, die gebraucht aus Magdeburg, Dresden und Leipzig übernommen wurden. Die B4D waren immer schon Beiwagen. ČKD baute für die DDR und Jugoslawien Beiwagen, für Jugoslawien heißen sie B4YU.

In Pjöngjang gibt es keine Tatra-Beiwägen.

Doch gibt es, gebraucht aus Deutschland übernommen.


Es handelt sich also um Triebwägen, denen man vermutlich aus Mangel an Ersatzteilen den Stromabnehmer abgenommen hat, wodurch sie zu Beitriebwägen degradiert wurden.

Soetwas wird es womöglich auch geben, bzw. wird nicht jeder Triebwagen, der nicht als führender Triebwagen eingesetzt wird, voll ausgestattet sein. Das gibt es aber in anderen Tatrabetrieben auch, sowie in Polen bei den Konstal 105Na.
Interessant wäre, was aus den KT4 wurde, denen man das Gelenk ausbaute und so einen relativ langen gelenklosen Großraumwagen erstellt hat. Angeblich wurden alle nach Ch'ŏngjin überstellt und ich habe schon Fotos von Modernisierungen gesehen, die auf den KT4 aufbauen könnten.

Danke für die super Bilder! Ein faszinierendes Land! Hoffentlich gibt es dort bald Demokratie. Ewig kann sich so eine furchtbare Militärdiktatur nicht halten, das hat die Geschichte überall gezeigt. Die Frage ist nur, wie viele Bürger noch leiden werden müssen.

Die Frage ist auch, was kommt danach. Demokratie muss sich entwickeln, eine schlagartige Veränderung vom Stalinismus zur Demokratie wird nicht funktionieren. Außerdem sollte man sich vor Augen halten, dass Südkorea auch noch nicht so lange eine Demokratie ist. Zweifellos war es die angenehmere Diktatur, aber von einer Demokratie war man im Süden auch weit entfernt.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass auch ihr nur das zu sehen bekommen habt, was man euch sehen lassen wollte.

Ziemlich sicher bekommt man nur das zu sehen, was man sehen soll. Sofern das möglich ist. Kaum Autoverkehr, schlechte Gleislage und vieles mehr, lässt sich nicht verbergen.
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Re: [KP] Pjöngjang - das Tatraparadies
« Antwort #62 am: 25. April 2014, 10:05:28 »
Soweit ich weiß sind das B4D, die gebraucht aus Magdeburg, Dresden und Leipzig übernommen wurden. Die B4D waren immer schon Beiwagen. ČKD baute für die DDR und Jugoslawien Beiwagen, für Jugoslawien heißen sie B4YU.

Laut Wikipedia wurden nur T4D gekauft, aber keine B4D. Ich weiß allerdings nicht, ob das stimmt.
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Re: [KP] Pjöngjang - das Tatraparadies
« Antwort #63 am: 25. April 2014, 10:16:35 »
Das schaut alles so extrem gepflegt aus... Wie war dein Gesamteindruck?

Gesamteindruck war gut. Wir haben natürlich die schönsten Wagen für unsere Stadtrundfahrten bekommen, sowohl bei den Straßenbahnen als auch bei den Trolleybussen. Im Depot hat man aber auch einige Wagen auf dem Abstellgleis sehen können, die wohl nur noch für Ersatzteile genutzt werden. Allerdings ist es nicht erwünscht, von so etwas zu fotografieren

RobCapa

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Re: [KP] Pjöngjang - das Tatraparadies
« Antwort #64 am: 25. April 2014, 10:21:29 »
Danke für die Fotos - echt interessant  :) Mehr als lustig finde ich die Sternchen für unfallfreie Kilometer...ja im Sozialismus wir auch Genossin Straßenbahn ausgezeichnet ;)

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Re: [KP] Pjöngjang - das Tatraparadies
« Antwort #65 am: 25. April 2014, 11:03:19 »
Danke für die Fotos - echt interessant  :) Mehr als lustig finde ich die Sternchen für unfallfreie Kilometer...ja im Sozialismus wir auch Genossin Straßenbahn ausgezeichnet ;)
Wohl eines der letzten Länder, wo es noch den Stachanow-Orden gibt :D
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Re: [KP] Pjöngjang - das Tatraparadies
« Antwort #66 am: 25. April 2014, 12:39:32 »
Soweit ich weiß sind das B4D, die gebraucht aus Magdeburg, Dresden und Leipzig übernommen wurden. Die B4D waren immer schon Beiwagen. ČKD baute für die DDR und Jugoslawien Beiwagen, für Jugoslawien heißen sie B4YU.

Laut Wikipedia wurden nur T4D gekauft, aber keine B4D. Ich weiß allerdings nicht, ob das stimmt.

Laut polnischer Wikipedia sowohl T4D, als auch B4D und ich habe auch sonst einmal gelesen, dass B4D nach Pjöngjang kamen. Klingt für mich logisch, warum sollte man nur Triebwagen kaufen.

Wohl eines der letzten Länder, wo es noch den Stachanow-Orden gibt :D

Und den sogar für einen seelenlosen Stahlbolzen.  ;)
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Re: [KP] Pjöngjang - das Tatraparadies
« Antwort #67 am: 25. April 2014, 12:44:56 »
Und den sogar für einen seelenlosen Stahlbolzen.  ;)
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Re: [KP] Pjöngjang - das Tatraparadies
« Antwort #68 am: 13. Mai 2014, 22:25:07 »
Ein geniales Video der Straßenbahn von Pjöngjang:

PYONGYANG TRAM - Die Straßenbahn in Pyongyang (19.-25.04.2014)

Die Nachtfahrt ist fast schon gruselig (der Wagen auch nicht beleuchtet, wahrscheinlich Strommangel). Natürlich schwingt immer die Frage mit, was ist echt und was sollte der Tourist genau so sehen. Zum Beisipiel die vielen vorbeifahrenden Fahrzeuge: Westliche Autos, die auch für unsereins teuer sind, in vorzüglichem Lackzustand, quasi neuwertig. Wer kann und wird dort wirklich mit so was herumfahren (außer wahrscheinlich hohe Parteimitglieder)?! Die Menschen alle sehr modisch gekleidet, tadellos sauber auch die Umwelt. Es sieht alles irgendwie wie in einer Modellstadt aus.

Der Gleiszustand erschüttert mich nicht besonders. Die eine Stelle vor dem Plattenbau haben wir vor dem Parlament auch, die Züge sind optisch 1A, von der Elektromechanik möchte ich das aber nicht unbedingt behaupten - da scheppert und rumpelt schon viel.
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Re: [KP] Pjöngjang - das Tatraparadies
« Antwort #69 am: 13. Mai 2014, 23:05:44 »
Auffällig ist, dass während der Fahrt immer wieder die Stromabnehmer abgesenkt werden.

95B

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Re: [KP] Pjöngjang - das Tatraparadies
« Antwort #70 am: 13. Mai 2014, 23:07:30 »
Die Züge dürften schon beleuchtet sein – ich erkenne pro Wagen(teil) eine Glühbirne. Leuchtstoffröhren gibt es dort wahrscheinlich nicht (siehe U-Bahn, wo pro Halbwagen auch nur eine Röhre leuchtet). Interessant finde ich den Bereich um Minute 28:30 –  man beachte, wie der Bügel deutlich von der Oberleitung abweicht! :o

E: Das hat auch 60er erkannt. Ich vermute, es liegt an der mangelhaften Fahrleitungsgeometrie, sonst würde der Bügel oft einfädeln. Das erklärt vielleicht auch, warum viele Bügel so schief ausschauen: Sie sind einfach schon zu oft geflickt worden.
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Re: [KP] Pjöngjang - das Tatraparadies
« Antwort #71 am: 13. Mai 2014, 23:30:21 »
Wenn ich mir das Verhältnis Antriebsleistung zu Beleuchtungsleistung so anschaue, würde ich auch eher auf Leuchtstofflampenmangel tippen. Antriebsleistung liegt bei diesen 8-Achsern vermutlich bei 300 kW aufwärts und Licht... 2 kW im ganzen Wagen wenns sehr hoch kommt. Eher unter 1000 W.
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Re: [KP] Pjöngjang - das Tatraparadies
« Antwort #72 am: 14. Mai 2014, 09:37:55 »
Auffällig ist, dass während der Fahrt immer wieder die Stromabnehmer abgesenkt werden.
Mir fällt auf, dass immer dieselben Strecken bzw. Orte gezeigt werden. Das legt nahe, dass hier eine "steuernde Hand" im Spiel war.

Wobei ich denke, dass die Infrastruktur in den Städten noch um ein Vielfaches besser ist als am Land. Aber da kommt man als Tourist ja ohnehin nicht hin.
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")

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Re: [KP] Pjöngjang - das Tatraparadies
« Antwort #73 am: 14. Mai 2014, 09:39:05 »
Auffällig ist, dass während der Fahrt immer wieder die Stromabnehmer abgesenkt werden.
Mir fällt auf, dass immer dieselben Strecken bzw. Orte gezeigt werden. Das legt nahe, dass hier eine "steuernde Hand" im Spiel war.
Selbstverständlich. Man darf sich als Tourist nicht frei in der Stadt bewegen, sondern bekommt einen Guide zur Seite gestellt.
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Re: [KP] Pjöngjang - das Tatraparadies
« Antwort #74 am: 14. Mai 2014, 10:18:57 »
Selbstverständlich. Man darf sich als Tourist nicht frei in der Stadt bewegen, sondern bekommt einen Guide zur Seite gestellt.

Und steht selbstverständlich unter permanenter Bewachung:

http://www.bild.de/politik/ausland/nordkorea/bild-serie-nordkorea-teil-1-das-geheimnis-der-fuenften-etage-21708090.bild.html

Ach ja, alles nur üble kapitalistische Propaganda des Klassenfeindes...  :fp:
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