Autor Thema: Haltestelle "NEU"  (Gelesen 89838 mal)

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Tatra83

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Re: Haltestelle "NEU"
« Antwort #315 am: 28. September 2015, 19:39:24 »
Man ist offenbar wieder am Anfang mit der Zukunft. In 2014 hatte man einen Wettbewerb ausgelobt, um neue Haltestellen-Stelen kreiieren zu lassen.

Zitat
Für die neuen kombinierten Haltestellentafeln mit integrierter RBL-Anzeige (Rechnergestütztes Betriebsleitsystem, d.h. elektronische Anzeige der Linienbezeichnung, der Endstelle der Linie und der Abfahrt in Minuten) ist ein Design- Vorschlag auszuarbeiten der funktionell allen Anforderungen der Fahrgäste der Wiener Linien (Information) und der Fachdienststellen der Wiener Linien gerecht wird. Derzeit sind im Liniennetz der Wiener Linien ca. 4.500 Haltestellentafeln umfasst. Es ist geplant, nur eine Haltestellentafel auch bei kombinierten Haltestellen (mehrere Linien, mehrere Arten von Verkehrsmitteln des Sekundärnetzes – d.h. Linienautobus und Straßenbahn, nicht U-Bahn) aufzustellen. Ausgenommen davon sind Doppelhaltestellen bei denen zwei Haltebereiche hintereinander gleichzeitig angefahren werden und bei denen daher 2 Haltestellentafeln vorgesehen werden (für jeden Haltebereich eine Tafel). Der Fahrgastunterstand (das Wartehaus), etwaige Geländer, die Bodengestaltung und sonstige Haltestelleneinrichtungen sind nicht Gegenstand des Wettbewerbs. Die Haltestellentafel soll ein für die Verkehrsbetriebe identitätsbildendes Symbol darstellen, analog zu den bis jetzt in Verwendung befindlichen Haltestellentafeln (volle Ellipse für Straßenbahn, halbe Ellipse für Autobus), die von den Fahrgästen eindeutig dem öffentlichen Verkehrsnetz von Wien zugeordnet werden.

Unter den Einreichungen war keine dabei, die den Ansprüchen der Wiener Linien gerecht werden konnte. Und so sind die bisherigen Projekte wie U Kagraner Platz oder am Hauptbahnhof alles nur Singularitäten, ohne dass daraus etwas wirklich Zukunftsweisendes geworden wäre. Und man steht noch immer mit einem Stangerl und unbeleuchteten Fahrplänen aus dem vorigen Jahrhundert da, obwohl es in Wien schon einmal hinterleuchtete Haltestellen-Stelen gab (inkl. Werbung)...
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Re: Haltestelle "NEU"
« Antwort #316 am: 28. September 2015, 19:46:44 »
Unter den Einreichungen war keine dabei, die den Ansprüchen der Wiener Linien gerecht werden konnte.

Was soll ich dazu sagen?  ::) oder ;D oder doch :ugvm:?
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Schienenchaos

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Re: Haltestelle "NEU"
« Antwort #317 am: 28. September 2015, 21:13:11 »
Mit Verlaub, ich finde es auch recht gewagt, das übrige Haltestellendesign nicht mit in eine derartige Ausschreibung zu packen. Im Idealfall sollte doch wirklich alles aus einem Guss sein.

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Re: Haltestelle "NEU"
« Antwort #318 am: 28. September 2015, 21:15:43 »
Unter den Einreichungen war keine dabei, die den Ansprüchen der Wiener Linien gerecht werden konnte. Und so sind die bisherigen Projekte wie U Kagraner Platz oder am Hauptbahnhof alles nur Singularitäten, ohne dass daraus etwas wirklich Zukunftsweisendes geworden wäre. Und man steht noch immer mit einem Stangerl und unbeleuchteten Fahrplänen aus dem vorigen Jahrhundert da, obwohl es in Wien schon einmal hinterleuchtete Haltestellen-Stelen gab (inkl. Werbung)...

seufzseufzseufz. Möglicherweise wäre das ein Job für Profis, nicht für Studenten der Angewandten, die ihre Kreativität noch nicht in der Praxis abschleifen mussten. Kann man nicht einfach was in Frankreich abkupfern, anstatt rumzuwurschteln, oder echte Architekten bitten? Und wieso ist die restliche Station nicht Teil der Aufgabe?
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Werner1981

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Re: Haltestelle "NEU"
« Antwort #319 am: 28. September 2015, 21:21:05 »
Und wieso ist die restliche Station nicht Teil der Aufgabe?

Vermutlich weil: für das Wartehaus ist die Gewista zuständig, für das Geländer die MA28, für die Beleuchtung die MA 33, für die Bepflanzung die MA 42, für den Mistkübel die MA 48, ...  8)

Schienenchaos

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Re: Haltestelle "NEU"
« Antwort #320 am: 28. September 2015, 21:21:35 »
Aber "echte" Architekten könnten doch im schlimmsten Fall sogar Geld für ihre Leistung verlangen!  :o

Tatra83

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Re: Haltestelle "NEU"
« Antwort #321 am: 28. September 2015, 21:48:23 »
Mit Verlaub, ich finde es auch recht gewagt, das übrige Haltestellendesign nicht mit in eine derartige Ausschreibung zu packen. Im Idealfall sollte doch wirklich alles aus einem Guss sein.
Das ist sicher die größte Schwäche an der ganzen Chose.

seufzseufzseufz. Möglicherweise wäre das ein Job für Profis, nicht für Studenten der Angewandten, die ihre Kreativität noch nicht in der Praxis abschleifen mussten. Kann man nicht einfach was in Frankreich abkupfern, anstatt rumzuwurschteln, oder echte Architekten bitten? Und wieso ist die restliche Station nicht Teil der Aufgabe?
Nicht auf die falsche Fährte gelangen, wegen der Angewandten, der eine Mensch aus dem Link war in der Jury - nicht Schaffender. Ich denke schon, dass diverse Architektenbüros eingereicht haben, aber eben aufgrund der Eingrenzung auf die Stele logischerweise scheiterten.

Das derzeitige Haltestellenkonzept ist mir einfach zu hölzern, anspruchslos und dabei nicht mal "Wien". Klar, es macht definitiv Sinn, wenn man drei, vier Haltestellenkategorien fürs Netz von Straßenbahn UND Bus definiert, nennen wir sie A, B, C und D. Anhand von Kriterien wie Umsteigeknoten mit S- und/oder U-Bahn, vielleicht Einsteiger- bzw. Umsteigerzahlen, Anzahl Linien und Anzahl derer Abfahrten kommt man auf eine Zuordnung jeder Haltestelle zu A (z.B. Hbf., Westbf., Karlsplatz oder Praterstern, etc.) bis D (Breitenlee Friedhof). Und ich finde, jede Haltestelle an der Ringstraße sollte dem Ort entsprechend historisierend gestaltet (und fähige Köpfe kriegen da auch einen E-Paper-Aushang und DFI eingebaut) sein. Da hätten drei Architekten sofort sieben Ideen und eine Viertelstunde später hätte ich einen Stapel Bleistift-Skizzen. Und anhand der Kategorien werden dann alle Haltestellen netzweit ausgestattet.

PS: Ergänzend gebe es noch das Gebot der Pflasterung für die Auftrittsflächen, der durchgehenden und hellen Beleuchtung des gesamten Haltestellenbereichs, wirksamer Wetterschutz in der (ebenfalls beleuchteten) Wartehalle und wirksamer Spritzschutz am Geländer, keine Werbeplakate mehr, außer mit ÖV-Bezug und vor allem hinterleuchtete Fahrplanaushänge in A3.
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38ger

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Re: Haltestelle "NEU"
« Antwort #322 am: 28. September 2015, 21:53:17 »
Unter den Einreichungen war keine dabei, die den Ansprüchen der Wiener Linien gerecht werden konnte. Und so sind die bisherigen Projekte wie U Kagraner Platz oder am Hauptbahnhof alles nur Singularitäten, ohne dass daraus etwas wirklich Zukunftsweisendes geworden wäre. Und man steht noch immer mit einem Stangerl und unbeleuchteten Fahrplänen aus dem vorigen Jahrhundert da, obwohl es in Wien schon einmal hinterleuchtete Haltestellen-Stelen gab (inkl. Werbung)...

seufzseufzseufz. Möglicherweise wäre das ein Job für Profis, nicht für Studenten der Angewandten, die ihre Kreativität noch nicht in der Praxis abschleifen mussten. Kann man nicht einfach was in Frankreich abkupfern, anstatt rumzuwurschteln, oder echte Architekten bitten? Und wieso ist die restliche Station nicht Teil der Aufgabe?

Gaaaanz schlechter Vorschlag:
http://www.bauwelt.de/themen/betrifft/Die-Haltestellen-des-Marc-Aurel-2398102.html
Da sind mir die klassischen Wiener-Bim/Bus-Haltestellen schon lieber! Windschutz, Dach, das wirklich vor Regen schützt, Glasscheiben, die fast bis zum Boden gehen und dort, wo Stationen zwischen Gleis und Fahrbahn situiert sind sind die Geländer zur Fahrbahn hin sogar mit Spritzschutz abgesichert.
Design allein ist eben nicht alles, wobei mir die klassischen Wiener Haltestellen eigentlich nicht so schlecht gefallen, viel Glas, volle Funktionalität, einheitlicher Standard, den jeder Wiener kennt, Sitzgelegenheiten, Beleuchtung durch die Plakate ... dezentes silber-grau, dass quasi nirgends wirklich deplaziert wirkt ...

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Re: Haltestelle "NEU"
« Antwort #323 am: 28. September 2015, 22:00:26 »
ja, der Missgriff in Paris ist insoferne komisch, da die "Haltestelle der Zukunft" ausführlichst getestet wurde - siehe PDF! Ich meinte aber eher die Tramwayhaltestellen, die sind durchwegs OK.

Übriggens habe ich gerade eine Slideshow von Yo Kaminagai entdeckt, die sich mit dem Konzept der Zukunftshaltestelle befasst, recht sehenswert!
http://de.slideshare.net/RussellPublishing/european-bus-operators-forum-yo-kaminagai
Harald A. Jahn, www.tramway.at

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Tatra83

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Re: Haltestelle "NEU"
« Antwort #324 am: 02. Mai 2018, 18:28:24 »
Es tut sich wieder mal was bei dem Thema. Hier ein exklusives Bild der Aufgelassenen Haltestelle der Zukunft:

Dazu aus dem noch hochgeheimen Haltestellenkonzept: Dank der ausnehmend positiven Windkanal-Erfahrungen kann der Mastfuß elegant-kompakt ausgeführt bleiben [und bedarf fürdahin keiner weiteren architektonischen Bearbeitung] und durch die Schlichtheit der Jute, einer aus 100% biologischem Anbau stammenden Naturfaser aus Ollern am Riederberg, kann die wesentliche Nachricht "Hier foahrt daweil nix" unaufdringlich aber auch deutlich an den Beförderungsfall vermittelt werden. Der gerade Schnitt des Jute-Überwurfs ist zeitlos und fügt sich elegant sowohl an der international berühmten Wiener Ringstraße als auch am Beschußamt in Simmering in das Ortsbild ein. Akzente können dabei mit grob geflochtenem Alabaster-Kordeln gesetzt werden, die dem Jute-Sack eine anmutende Taillierung geben und gegebenfalls auch AVISO-Zetteln bis zur Größe A3 sicher halten können.

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hema

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Re: Haltestelle "NEU"
« Antwort #325 am: 03. Mai 2018, 10:07:58 »
Der rechteckige Fuß hat auch den Vorteil, dass man ihn nach vermuteter Windrichtung und/oder gewünschter Stolperrichtung ausrichten kann!
Niemand ist gezwungen meine Meinung zu teilen!

Z-TW

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Re: Haltestelle "NEU"
« Antwort #326 am: 03. Mai 2018, 13:17:11 »
@Tatra83: Ausgezeichnet!  :D