Autor Thema: Kurier: U-Bahn: Kleinster Fehler sorgt für Chaos  (Gelesen 2041 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

13er

  • Verkehrsstadtrat
  • **
  • Beiträge: 27820
Kurier: U-Bahn: Kleinster Fehler sorgt für Chaos
« am: 26. Dezember 2010, 18:53:59 »
Zitat
U-Bahn: Kleinster Fehler sorgt für Chaos
Bombenalarm, Defekte, evakuierte Züge und Diebe - die U-Bahn liefert Schlagzeilen. Der KURIER fragte nach.

Letztes Update am 19.12.2010, 16:05

U-Bahn Geduldsspiel: Defekte legen vor allem die U 4 lahm. In längstens 30 Minuten muss ein Zug evakuiert sein. Das klappte nicht immer, Auch weil Wiener Linien-Mitarbeiter versagten
Mehrere Zugevakuierungen, ein Bombenalarm, organisierte Trickdiebe und sogar ein gefilmter Geschlechtsverkehr - wie sicher ist Wiens U-Bahn?

Wiener-Linien-Geschäftsführer Michael Lichtenegger relativiert: "Im Netz fahren 120 Garnituren gleichzeitig. Pro Tag transportieren wir mit der U-Bahn 2,3 Millionen Passagiere. Im Vergleich zu dieser Kapazität passiert sehr wenig. Auch auf technischer Ebene."

Menschliches Versagen

Die missglückte Evakuierung auf der U 4 - 250 Fahrgäste waren zwei Stunden in der Garnitur gefangen - führt Lichtenegger auf menschliches Versagen zurück: "Der Einsatzleiter hätte eine Strommessung vor Ort veranlassen müssen. Stattdessen ließ er den Zug abschleppen. Tatsächlich war noch Strom vorhanden. Die U-4-Garnitur hätte evakuiert werden können."

Dass das Personal der Wiener Linien gut geschult ist, zeigte die Evakuierung auf der U-4-Station Landstraße am vergangenem Donnerstag. Ein mit einem Messer bewaffneter Mann kletterte auf die Schienen und legte den Betrieb lahm. Nach Absprache der
Sicherheitskräfte wurde der Zug nach 15 Minuten geleert, der Mann festgenommen.
"Die meisten Verzögerungen verursachen Selbstmörder. Die Bergung ist schwierig, da kann es schon länger dauern", so Lichtenegger.

Den Bombenalarm von vergangener Woche in der Station Stephansplatz verteidigt der Manager: "Das Gepäckstück war verdächtig. Die Alarmpläne wurden eingehalten, es gab nicht die geringste Panik." Nachsatz: "Und es wurde auch nicht der Stephansplatz, wie in einem Gratisblatt gemeldet, geräumt." Pro Jahr werden in Stationen und Zügen etwa 30.000 Gegenstände vergessen. Lichtenegger: "Vom Vogelkäfig über Rucksäcke bis zu Regenschirmen. In den seltensten Fällen wird Bombenalarm gegeben."

2701 Festnahmen

Dafür steht die Exekutive in Alarmbereitschaft. Wiens Sicherheitsdirektor Karl Mahrer präsentiert erstmals die Bilanz seit September 2009: "2701 Festnahmen, 194 ausgeschriebene und 323 illegal aufhältige Personen wurden verhaftet. Weiters hatten wir in der U-Bahn 49.460 Identitätsfeststellungen."

Zur Sicherheit zählt auch die Bergung verletzter Personen: Seit 2008 arbeiten Wiener Linien und Rettung gemeinsam an Berge- und Anfahrtsplänen. 40 Prozent der jährlich etwa 250 Patienten brauchen sofortige medizinische Hilfe (Infarkte, Schlaganfälle). Und auf das in der U-Bahn gedrehte Sex-Video reagiert Linien-Chef Lichtegger entspannt: "Eine etwas eigene Interpretation des öffentlichen Verkehrs."
Bis 2016 weiterer Ausbau

Strecken-Netz Aktuell erstreckt sich das U-Bahn-Netz über knapp 80 Kilometer mit 101 Stationen. Nach der vierten Ausbaustufe 2016 wird es 116 Stationen auf 90 Kilometern geben. Das entspricht der Entfernung Wien-Semmering.

Acht Milliarden Euro wurden in den U-Bahnbau investiert. Die 100. Station wurde Anfang Oktober bei der U 2 vor dem Donauspital eröffnet. Auf ein Jahr gerechnet finden 4500 Menschen durch den Ausbau Arbeit. Die Hälfte davon wohnt in Wien.

Quelle: http://kurier.at/nachrichten/wien/2059150.php?mobil

Selbstverständlich ist die U-Bahn nach wie vor eines der sichersten Verkehrsmittel überhaupt, jedoch finde ich es bemerkenswert, dass nun auch in der Öffentlichkeit sich womöglich langsam das vollkommen richtige Bild etablieren könnte, dass eine U-Bahn nicht das Allheilmittel für alle Verkehrsprobleme ist und mitunter den Fahrgästen auch gehörige Nachteile bringen kann.
Mit uns kommst du sicher... zu spät.