Autor Thema: Stadtarchäologie  (Gelesen 13623 mal)

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martin8721

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Re: Stadtarchäologie
« Antwort #45 am: 13. November 2019, 19:26:54 »
In der Favoritenstraße 60 kam kürzlich eine alte Werbeaufschrift wieder zum Vorschein, die vermutlich schon über 100 Jahre auf dem Buckel hat und die letzten Jahrzehnte im Verborgenen lag.  :)
Gestern bin ich dort vorbeigefahren und habe festgestellt, dass diese alte Werbetafel mittlerweile entfernt worden ist, stattdessen sieht man nur noch alte Ziegelsteine. Die Werbung dürfte dort zumindest bis Anfang Juli 2019 sichtbar gewesen sein.

Wie ich festgestellt habe, wurde die Werbetafel von Restauratoren professionell abgenommen und kam ins Wien Museum!  :o  :up:
Hier gibt es auch ein Video dazu:

https://magazin.wienmuseum.at/geschaeftsbeschriftung

Und es gibt ein paar historische Erläuterungen zu dieser Geschäftbeschriftung:

"Das Geschäft war 1906 von Adolf Grünsfeld gegründet worden, nach dessen Tod 1930 übernahm sein Sohn Hans die Leitung. 1938 wurde es liquidiert und sämtliche Vermögenswerte von den NS-Behörden eingezogen. Hans Grünsfeld gelang 1939 die Flucht nach Bolivien, wo er 1955 Selbstmord verübte. Die Geschäftsbeschriftung soll in der neuen Dauerausstellung des Wien Museums ein zentrales Zeugnis für das Schicksal der Wiener Juden in der Zeit des Nationalsozialismus werden. Um die extrem in Mitleidenschaft gezogene Wandmalerei überhaupt retten zu können, legte sich Restauratorin Anna Boomgaarden und ihr Team - bestehend aus Annette Sturm, Christiane Maier, Franziska Schubert, Lea Huck und Martin Pliessnig - voll ins Zeug".