Autor Thema: Perchtoldsdorf - Tram on Demand  (Gelesen 48677 mal)

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E2

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Perchtoldsdorf - Tram on Demand
« am: 06. Juni 2014, 09:16:18 »
Bin mir nicht sicher, ob es nicht doch besser zu den absurden Entdeckungen passen würde.

PERCHTOLDSDORF

Die ÖBB haben keinen Käufer für die Bahnstrecke gefunden. Jetzt sieht es ganz danach aus, als ob die Verhandlungen mit den Gemeinden Perchtoldsdorf und Kaltenleutgeben vor dem Abschluss stehen.

Bürgermeister Martin Schuster, ÖVP, erklärt im NÖN-Gespräch: „Wir wollen einzig und alleine die Trasse sichern, falls sie in weiterer Zukunft wieder einmal gebraucht werden sollte.“ Damit wolle man dem 360er-Schicksal vorbeugen, dessen Trasse Jahrzehnte nach der Einstellung wieder benötigt werden würde, aber nicht mehr vorhanden ist.

Die Gespräche mit den ÖBB seien schon weit fortgeschritten, auch der Preis ist ausgehandelt. „1,50 Euro pro Quadratmeter. Gesamt kommen wir auf etwa 85.000 Euro“, die je nach Länge auf Kaltenleutgeben und Perchtoldsdorf aufgeteilt werden.
 
Im Gesamtpaket enthalten ist auch der denkmalgeschützte Bahnhof, den Perchtoldsdorf „erben“ würde. Etwa als Unterkunft für Vereine, wie Schuster anmerkt. „Statt Miete könnten die Vereinsmitglieder Eigenleistungen für das Gebäude erbringen“. Das etwa 4.000 m2 große Bahnhofsareal bleibt in ÖBB-Besitz und soll in Bauland-Wohngebiet umgewidmet werden.

Straßenbahn auf Abruf steht geistig parat

Ist der Schienenstrang erst einmal in Gemeindehand, könnte er auch schon wieder genutzt werden. Mobilitäts-Gemeinderat Christian Apl, Grüne, hat sich seit November des Vorjahres einem Zukunftsprojekt gewidmet: „Tram on demand – Straßenbahn auf Anforderung.“

Vorgestellt wurde das umweltfreundliche, leise Vorhaben in der Vorwoche

Die Tram on Demand ist eine Straßenbahn mit Klein- bis Mittelkabinen und wird analog einem Lift gesteuert. Durch verschiedene Kabinengrößen, die untereinander beliebig koppelbar sind, wird möglichst wenig „Luft“ transportiert. Die Fahrzeuge sind elektrisch angetrieben und werden mit erneuerbarer Energie versorgt.

Apl macht im NÖN-Gespräch deutlich: „Wir reichen das Projekt bis 15. September im Bundesministerium für Innovation ein. Ende Dezember erfahren wir, ob es förderungswürdig ist.“

„Urbane Mobilitätsebene für durchaus alltagstauglich"

Er hält diese Form der Straßenbahn für die „urbane Mobilitätsebene für durchaus alltagstauglich“. Noch dazu, wo im Kaltenleutgebner Tal das Wohnbauprojekt „Waldmühle“ im Entstehen ist und eine gute öffentliche Anbindung unbedingte Notwendigkeit darstelle.
 
Bürgermeister Martin Schuster hält das Projekt „forschungstechnisch höchst interessant. Ich fürchte aber, dass es an der Finanzierung scheitern wird.“


NOEN

Tram on demand

Wie soll das funktionieren?
Eingleisig, Bahnübergänge ....

Z-TW

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Re: Perchtoldsdorf - Tram on Demand
« Antwort #1 am: 06. Juni 2014, 09:25:11 »
Das ist ein typisches Projekt voll Fantasie, das medialen Staub aufwirbelt, sowieso keine Chance auf Verwirklichung hat - und Politiker als positive "Macher" in den Mittelpunkt stellt. Realistischen Projekten gegenüber stellen sie sich dann ohnehin taub. Ähnliche Schnapsideen sind/waren die Murgondel, eine U-Bahn nach Korneuburg/Klosterneuburg, eine Seilbahn Klosterneuburg - Korneuburg - Stetten - Stockerau - Tulln - Klosterneuburg. Auf eine bessere Nutzung der vorhandenen Eisenbahninfrastruktur kommen die Vertreter solcher Hirngespinste nicht, "weil das ja viel zu teuer ist". Das ist eben österreichische kabaretthafte Verkehrtpolitik.

95B

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Re: Perchtoldsdorf - Tram on Demand
« Antwort #2 am: 06. Juni 2014, 09:32:57 »
Bei solcherart geförderten Projekten geht es nicht darum, dass am Ende wirklich etwas Praxistaugliches dasteht. 8)
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Re: Perchtoldsdorf - Tram on Demand
« Antwort #3 am: 06. Juni 2014, 09:59:15 »
Nein, es geht darum Fördergelder zu verbraten.
Ich verstehe das Konzept dahinter nicht und bin generell dagegen.

Ferry

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Re: Perchtoldsdorf - Tram on Demand
« Antwort #4 am: 06. Juni 2014, 10:12:43 »
Damit wolle man dem 360er-Schicksal vorbeugen, dessen Trasse Jahrzehnte nach der Einstellung wieder benötigt werden würde, aber nicht mehr vorhanden ist.

Interessant, dass sich heute überhaupt noch jemand an den 360er erinnert. Immerhin feiert der in zwei Jahren sein 50-jähriges Einstellungsjubiläum. Ist also fast schon ein ganzer Generationssprung.

Ist eigentlich irgendwo etwas Gleichartiges schon im Einsatz?
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Re: Perchtoldsdorf - Tram on Demand
« Antwort #5 am: 06. Juni 2014, 10:12:55 »
Nein, es geht darum Fördergelder zu verbraten.

Nein, ich kenne die Leute und bin schon seit einiger Zeit über das Projekt informiert. Ich habe auch die Entstehung verfolgt und hatte auch schon Gespräche mit dem Initiator. Natürlich gab es in der Maildiskussion die logischen Vorbehalte, die ich auch teile. Die meinen das schon sehr ernst. Übrigens wird auch die Grazer Murseilbahn von den Politikern weiterhin ernst genommen und verfolgt.  :fp:
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E2

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Re: Perchtoldsdorf - Tram on Demand
« Antwort #6 am: 06. Juni 2014, 10:24:11 »
Nein, ich kenne die Leute und bin schon seit einiger Zeit über das Projekt informiert.

Hab die website kurz überflogen.

Wie wollen die das Bahnübergangsproblem und die Freihaltung der Trasse gewährleisten?
Die Kabinen sind ja fahrerlos ?!?

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Re: Perchtoldsdorf - Tram on Demand
« Antwort #7 am: 06. Juni 2014, 11:24:07 »
Nein, ich kenne die Leute und bin schon seit einiger Zeit über das Projekt informiert.

Hab die website kurz überflogen.

Wie wollen die das Bahnübergangsproblem und die Freihaltung der Trasse gewährleisten?
Die Kabinen sind ja fahrerlos ?!?

Ja, das frag ich mich auch, so wie andere Kritiker. Ich hab den Mailwechsel nicht aufgehoben aber es ist glaube ich an eine stufenweise Erarbeitung der Möglichkeiten gedacht. Anbei noch ein File aus 2013, > Seite 6/7.
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Re: Perchtoldsdorf - Tram on Demand
« Antwort #8 am: 06. Juni 2014, 11:27:54 »
Ich verstehe das Konzept dahinter nicht und bin generell dagegen. Sorry, aber solche Verkehrsprobleme löst man mit einer Regionalbahn, Stadtbahn oder einem Bus.
Ich verstehe das Konzept dahinter nicht und bin generell dagegen.

95B

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Re: Perchtoldsdorf - Tram on Demand
« Antwort #9 am: 06. Juni 2014, 11:36:38 »
Warum muss ich bei der Kaltenleutgebner Bahn bloß immer an die (nicht existente) ÖRBG denken? :D
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Re: Perchtoldsdorf - Tram on Demand
« Antwort #10 am: 06. Juni 2014, 11:37:14 »
Technisch gesehen sollten solche fahrerlose Kabinen im Zeitalter von Google-Autos kein Problem mehr darstellen. Aber ich sehe in diesem Fall den Vorteil gegenüber einem herkömmlichen System nicht, denn ob das Personal im Zug oder in einer Leitstelle sitzt, macht keinen Unterschied - es wird trotzdem benötigt.

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Re: Perchtoldsdorf - Tram on Demand
« Antwort #11 am: 06. Juni 2014, 11:56:10 »
Technisch gesehen sollten solche fahrerlose Kabinen im Zeitalter von Google-Autos kein Problem mehr darstellen. Aber ich sehe in diesem Fall den Vorteil gegenüber einem herkömmlichen System nicht, denn ob das Personal im Zug oder in einer Leitstelle sitzt, macht keinen Unterschied - es wird trotzdem benötigt.

Technisch nicht mehr, aber es gibt einen Rattenschwanz an Problemen. Eingleisige Strecke - da pendelt dann ein Wagerl hin und her, "on Demand" heisst, es gibt keinen Fahrplan, also lange Wartezeiten. Und unbegleitete Kabinen vor allem in der Nacht - na unbedingt. Sowas geht, denke ich, nur in abgeschlossenen Systemen, wobei der Personalaufwand hoch ist, nur halt nicht an das Fahrzeug gebunden. Vielleicht schaffen sie's aber über den Umweg "supermoderne Technologie", eine klassische Bedienung der Strecke zu verwirklichen.
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Re: Perchtoldsdorf - Tram on Demand
« Antwort #12 am: 06. Juni 2014, 12:15:36 »
Tram on demand:

Rechnen wir mal:

ca. 5,5km Streckenlänge d.h. Fahrzeit bei 25km/h ca. 12min. Gehen wir davon aus du bist in der Waldmühle und willst nach Liesing und der Zug ist grade abgedampft wartest bis zu 24min. auf die "demand" Tram.
Wennst gleich einen halb Stunden Takt einführen mit fixen Zeiten sind wohl alle besser bedient. Vor allem wenn das Konzept von mehr als nur einem sehr eingeschränkter Personenkreis benutzt wird.
Das Glück ist ein Vogerl. Wenns knallt ist es weg.

Edwin

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Re: Perchtoldsdorf - Tram on Demand
« Antwort #13 am: 06. Juni 2014, 13:18:40 »
Ich glaube man verfolgt hier schon wieder den falschen Ansatz. Warum rechnet man damit dass es so wenige Fahrgäste geben wird? Wenn man gleich eine ordentliche Lösung plant und auch verwirklicht (Stadtbahn z.B.) dann werden sicher mehr Leute die Bahn in Anspruch nehmen. Ich hoffe die Bahntrasse bleibt wirklich so lange erhalten bis man eine Möglichkeit gefunden hat diese auch sinnvoll zu nutzen (also Bahnbetrieb). Wenn es schon keine Vollbahn sein soll wäre hier wirklich eine Art Lokalbahn schön. Es soll ja der MIV in der gesamten Gegend dort reduziert werden, hoffentlich.

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Re: Perchtoldsdorf - Tram on Demand
« Antwort #14 am: 06. Juni 2014, 15:00:09 »
Was spricht gegen eine Straßenbahn Liesing - Kaltenleutgeben? Die ULF sind doch flotte Fahrzeuge mit guter Beschleunigung. Die Anbindung ans Netz wäre in Rodaun gegeben.