Autor Thema: Johann-Nepomuk-Vogl-Platz: Neue Station für den 42er  (Gelesen 9857 mal)

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DaedalusBC304

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Re: Johann-Nepomuk-Vogl-Platz: Neue Station für den 42er
« Antwort #90 am: 02. Juli 2020, 14:47:33 »
Dass die Wiener Straßenbahn als sehr langsam wahrgenommen wird, liegt weniger an den Haltestellenabständen als vielmehr daran, dass es praktisch keine Vorrangschaltungen gibt, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen. Und daran, dass anscheinend Fahrer/innen oder Fahrplangestalter/innen davon überzeugt sind, dass Geschwindigkeiten jenseits der 20 km/h beim Menschen zu Wahnsinn führen.

Eine weitere unnötige Haltestelle ist aber eine weitere Fahrzeitverlängerung die echt nicht nötig ist. Es wird sicher kein Fahrgast auf die Öffis umsteigen, nur weil er sich keine Minute Gehweg für 50m ersparen wird. Zwar würden mehr Bevorzugungen an Kreuzungen etc. sicher deutliche Erhöhung der Durchschnittsgeschwindigkeit mit sich bringen würde, ist die Zeit die führ Bremsen/Fahrgast Abfertigung/Anfahren auch nicht zu vernachlässigen.

Klingelfee

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Re: Johann-Nepomuk-Vogl-Platz: Neue Station für den 42er
« Antwort #91 am: 02. Juli 2020, 14:48:08 »
Dass die Wiener Straßenbahn als sehr langsam wahrgenommen wird, liegt weniger an den Haltestellenabständen als vielmehr daran, dass es praktisch keine Vorrangschaltungen gibt, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen. Und daran, dass anscheinend Fahrer/innen oder Fahrplangestalter/innen davon überzeugt sind, dass Geschwindigkeiten jenseits der 20 km/h beim Menschen zu Wahnsinn führen.

Die Fahrer können am wenigsten dafür. Die müssen so schleichen, damit sie nicht extrem verfrüht unterwegs sind. Dass die Fahrzeiten gern lang gestaltet werden, liegt an der Rolldienstzulage (offiziell unsinnigerweise "Effizienzbonus"), die nur für rollende Minuten bezahlt wird, aber nicht für Steh- und Pausenzeiten. Die Kollektivvertragler sind eh nicht mehr in diesem fragwürdigen Entlohnungsschema, aber solange es Altbedienstete und Gewerkschaft gibt, wird sich an der Fahrplangestaltung grundsätzlich nichts ändern.

Du bist da nicht mehr am Letztstand.

Im Fahrdienst hast mittlerweile keine Rolldienstzulage, sondern eine Aussendienstzulage, die sich nach der Arbeitszeit richtet.
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95B

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Re: Johann-Nepomuk-Vogl-Platz: Neue Station für den 42er
« Antwort #92 am: 02. Juli 2020, 14:50:28 »
Im Fahrdienst hast mittlerweile keine Rolldienstzulage, sondern eine Aussendienstzulage, die sich nach der Arbeitszeit richtet.

Und das gilt auch für Altbedienstete? Ich weiß es nur von den Kollektivvertraglern. (Die Altbediensteten, die ich kenne, sind alle schon im wohlverdienten Ruhestand oder arbeiten nicht mehr bei den WL.)
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Re: Johann-Nepomuk-Vogl-Platz: Neue Station für den 42er
« Antwort #93 am: 02. Juli 2020, 15:58:13 »
Eine weitere unnötige Haltestelle ist aber eine weitere Fahrzeitverlängerung die echt nicht nötig ist. Es wird sicher kein Fahrgast auf die Öffis umsteigen, nur weil er sich keine Minute Gehweg für 50m ersparen wird. Zwar würden mehr Bevorzugungen an Kreuzungen etc. sicher deutliche Erhöhung der Durchschnittsgeschwindigkeit mit sich bringen würde, ist die Zeit die führ Bremsen/Fahrgast Abfertigung/Anfahren auch nicht zu vernachlässigen.

Und wieviele werden wegbleiben, weil der 42er nun kurz vor der Endstation (also ohne eine nennenswerte Anzahl an Durchgangsreisenden) einmal zusätzlich hält?

Wer entscheidet, wann eine Haltestelle "unnötig" ist?

Linie 58

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Re: Johann-Nepomuk-Vogl-Platz: Neue Station für den 42er
« Antwort #94 am: 02. Juli 2020, 16:31:56 »
Und wieviele werden wegbleiben, weil der 42er nun kurz vor der Endstation (also ohne eine nennenswerte Anzahl an Durchgangsreisenden) einmal zusätzlich hält?

Das wurde doch hier eh schon durchgekaut. Z.B. genau die, die dann von der U6 in Michelbeuern tendenziell zu Fuß schneller sind. Das ist jetzt außerhalb der HVZ, sofern der Anschluss in Michelbeuern nicht perfekt passt, schon vielfach so. Mit jeder Minute Mehrfahrzeit werden die Leute nach und nach draufkommen, dass sie zu Fuß genauso schnell oder schneller sind. Das wird nicht sofort, aber schleichend passieren. Wenn dir außerhalb der HVZ der 42er in Michelbeuern vor der Nase davon fährt, bist du jetzt schon zu Fuß schneller bei der Endstation Antonigasse als mit dem Folgezug.

Mit einem dichteren Intervall (z.B. unter der Woche 7 1/2 tagesdurchgängig) könnte man das teilweise kaschieren.

DaedalusBC304

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Re: Johann-Nepomuk-Vogl-Platz: Neue Station für den 42er
« Antwort #95 am: 02. Juli 2020, 17:48:52 »
Und wieviele werden wegbleiben, weil der 42er nun kurz vor der Endstation (also ohne eine nennenswerte Anzahl an Durchgangsreisenden) einmal zusätzlich hält?

Nach dem Motto kann man gleich alle 100m eine weitere Station hin bauen, paar Tausender dafür ausgeben, all zu viel verlängert sich die Fahrzeit eh nicht. Und wenn man eh in den Außenbezirken wohnt, hat man ja eh genug Zeit noch ein bisschen länger zu fahren. Auf der Strecke sind die Stationsabstände eh schon mehr als kurz, wer gut zu Fuß ist, ist jetzt schon schneller vom Gürtel bis zur Endstation, wenn der nächste Tram erst in 7min kommt...

Wegbleiben wird wohl so gut wie keiner, so wie es auch keine zusätzlichen Fahrgäste geben wird  :fp: