Autor Thema: [PM] Verbindungsbahn jetzt fix: Bessere S-Bahn von Penzing nach Meidling  (Gelesen 105953 mal)

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Linie 58

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Polemik? Hier wird die Meinung vertreten, dass die ÖBB nicht für neue Autoverbindungen zuständig ist. Meine Antwort darauf war, dass sie offensichtlich aber für's Zusperren von Straßenverbindungen zuständig ist.

Begründung:

Derzeit gibt es folgende Straßenverbindungen über die Verbindungsbahn in Hietzing:

Auhofstraße
Hietzinger Hauptstraße
Veitingergasse
Jagdschlossgasse
Versorgungsheimstraße
Speisinger Straße
Hofwiesengasse
Stranzenberggasse

also 8

Laut Planung ÖBB bleiben davon:

Auhofstraße
Hietzinger Hauptstraße
Versorgungsheimstraße
Hofwiesengasse
Stranzenberggasse

also 5

Schließt also die ÖBB 3 Querungen! Neue Straßenquerverbindungen sehe ich keine.

Ohne jetzt auf den Rest einzugehen (hab ich weiter vorne schon ausführlich gemacht): das ist schon eine ziemliche Milchbubenrechnung (abgesehen davon dass die Speisingerstraße seit zehn Jahren keine Straßenquerung mehr ist und das keinem Menschen abgeht). Es fallen sämtliche EK-Wartezeiten weg, die Durchlässigkeit wird dadurch für den MIV derart verbessert, dass es eigentlich eh ein Wahnsinn ist wenn man irgendwelche verkehrspolitischen Ziele erreichen will.

Ich kann übrigens dem Post von Schienenchaos nur zustimmen. Anstatt dieses Megaprojekt dafür zu nutzen, den ÖV im 13. Bezirk endlich einmal ernsthaft zu verbessern und auf ein herzeigbares Niveau zu bringen, ist offenbar die größte Sorge, dass man weiterhin alle 300m mit dem Auto die Bahn queren kann. Verkehrspolitik funktioniert nun mal nicht nach dem Motto "mach es allen recht", sondern vor allem durch Widerstände und Anreize. Ihr werdet euch noch wundern, wie die Hietzinger Hauptstraße oder Auhofstraße im Verkehr ersticken wird.  ::)

coolharry

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Ihr werdet euch noch wundern, wie die Hietzinger Hauptstraße oder Auhofstraße im Verkehr ersticken wird.  ::)

Jetzt werft aber ihr Polemik in den Raum.

Die Bahnübergänge stellen jetzt schon kein unüberwindbares Hindernis dar.

Der Mehrverkehr wird vorallem Ausweichverkehr der dann nicht mehr möglichen Verbindungen sein und nur in sehr, sehr geringem Ausmass (wenn überhaupt da die 30er Zone und die Kreuzungen mit Stopptafeln größere Hindernisse darstellen als der BÜ) Ausweichverkehr von der Westausfahrt.

Linie 58

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Die Bahnübergänge stellen jetzt schon kein unüberwindbares Hindernis dar.

Unüberwindbar ist da nichts, aber zur Hauptverkehrszeit kann man sehr wohl mit Wartezeiten von bis zu zehn Minuten rechnen. Das tut man sich doch kaum an wenn man nicht muss. Ohne diese Wartezeit macht man schon ganz einfach den Quellverkehr aus Ober St. Veit und Lainz per MIV wesentlich attraktiver.

Und du glaubst doch nicht ernsthaft, dass die 500m 30er-Zone wirklich jemanden vom Ausweichen abhalten wenns einmal in der Westeinfahrt richtig staut.

Und selbst wenn: bei so einem Riesenprojekt sollte schon eine gewisse Verlagerung in Richtung ÖV stattfinden, sonst hat man einiges falsch gemacht.

maybreeze

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Ohne jetzt auf den Rest einzugehen (hab ich weiter vorne schon ausführlich gemacht): das ist schon eine ziemliche Milchbubenrechnung (abgesehen davon dass die Speisingerstraße seit zehn Jahren keine Straßenquerung mehr ist und das keinem Menschen abgeht). Es fallen sämtliche EK-Wartezeiten weg, die Durchlässigkeit wird dadurch für den MIV derart verbessert, dass es eigentlich eh ein Wahnsinn ist wenn man irgendwelche verkehrspolitischen Ziele erreichen will.

Ich kann übrigens dem Post von Schienenchaos nur zustimmen. Anstatt dieses Megaprojekt dafür zu nutzen, den ÖV im 13. Bezirk endlich einmal ernsthaft zu verbessern und auf ein herzeigbares Niveau zu bringen, ist offenbar die größte Sorge, dass man weiterhin alle 300m mit dem Auto die Bahn queren kann. Verkehrspolitik funktioniert nun mal nicht nach dem Motto "mach es allen recht", sondern vor allem durch Widerstände und Anreize. Ihr werdet euch noch wundern, wie die Hietzinger Hauptstraße oder Auhofstraße im Verkehr ersticken wird.  ::)

Anstatt hier irgendwelche Behauptungen und Schlagworte (es sind ja Wahlen vor der Tür) in den Raum zu stellen würde ich gerne mal Fakten und Vorstellungen lesen wollen.

Natürlich ist die Speisingerstraße eine Straßenquerung, insbesondere für den Radverkehr - und die bislang einfache Querung wird  laut ÖBB-Planung nicht mehr möglich sein. Dass die Querung niemanden abgeht, ist Wunschdenken der Befürworter der ÖBB-Lösung, aber nicht der Bezirksbewohnerinnen und Bezirksbewohner.

Die Verbesserung des ÖV hängt nicht vom Bezirk sondern von der Stadtplanung/Verkehrsplanung ab - die unterschwellige Anschuldigung an den Bezirk muss ich daher leider deutlich zurückweisen. Herzeigbarer ÖV wäre beispielsweise auch die Errichtung einer mobilen Wartehalle (Preyergasse), die seitens Wiener Linien seit mehr als zwei Jahren verhindert wird. Über die Verbesserung der Pünktlichkeit und Verlässlichkeit insbesondere des 62ers habe nicht nur ich hier schon mehrfach geklagt - ist also ein Problem Wiener Linien und nicht des Bezirkes und der hier offenbar als "Träumer" dargestellten Bezirksvertreter.

Also was ist ein "herzeigbarer" ÖV im 13. Bezirk? Dass wir es z.B. noch immer nicht geschafft haben, in den Abendstunden die Anschlussbusse an die U4 auf die Umsteigmöglichkeit anzupassen? Pümktliche und verlässliche Öffis, intelligenter und verlässlicher Umsteige-Fahrplan, Lösungen für die äußersten Randgebiete. Und als Randbezirk von Wien auch eine Lösung für die im Kordon West einpendelnden Menschen.

Die Schließung der Querungen Veitingergasse und Jagdschlossgasse hat massive Auswirkungen für die Schulen und für die Einkaufszone Lainzer Platz.

Die Forderung von 40 Bezirksvertreterinnen und Bezirksvertreter als Milchbubenrechnung abzutun, finde ich schon ein starkes Stück - aber wie gesagt: Ich bitte um die offenbar einzig klare und wahre, aber bisher vorenthaltene Lösung!


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Wenn sich 95% deiner Kommentare zu dem Projekt primär um die vermeintlich so negativen Auswirkungen für den MIV drehen darfst du dich nicht wundern, wenn man dir verkehrspolitisches Steinzeitdenken vorwirft und dir und der Hietzinger Politik den konkreten Gestaltungswille für den ÖPNV abspricht.

Linie 58

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@maybreeze: Bitte fang jetzt nicht du auch noch damit an, in alter Klingelfee-Manier anderen Usern die Worte im Mund umzudrehen. Der Großteil deines vorigen Postings bezieht sich auf Dinge die nix mit der Verbindungsbahn zu tun haben und noch nie Teil dieser Diskussion waren. Mir da jetzt irgendwas zu diesen Themen zu unterstellen ist ziemlich schwach - genauso wie irgendwelche billigen Versuche, das ganze zu politisieren.

Zur Speisingerstraße: den Radverkehr hab ich tatsächlich nicht bedacht, somit ziehe ich den Satz zu dieser EK zurück. War leider nach deinen letzten Postings zusehr auf den MIV fokussiert - sorry. Der Rest meiner Kritik bleibt aber aufrecht.

S. Böck

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Wenn sich 95% deiner Kommentare zu dem Projekt primär um die vermeintlich so negativen Auswirkungen für den MIV drehen darfst du dich nicht wundern, wenn man dir verkehrspolitisches Steinzeitdenken vorwirft und dir und der Hietzinger Politik den konkreten Gestaltungswille für den ÖPNV abspricht.

Nachdem die Stadtregierung offenbar die 12 Forderungen der Hietzinger BV per Unterschrift anerkannt hat, ist es jetzt nur recht und billig, dass der Bezirk auf deren Umsetzung besteht!
Pacta sunt servanda :lamp:

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Dass Politik zu einem Gutteil aus inhaltsleeren unehrlichen Lippenbekenntnissen besteht sollte dich und auch maybreeze jetzt aber kaum überraschen. Und wenn doch, braucht er sich nur in seiner eigenen Partei schlau machen - somit ein Fall von "Wasser predigen, Wein trinken".

abc

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Die Schließung der Querungen Veitingergasse und Jagdschlossgasse hat massive Auswirkungen für die Schulen und für die Einkaufszone Lainzer Platz.

Und welche? 3-4 min mehr Fußweg, dafür keine Wartezeit an der Schranke für Radfahrende und Zu-Fuß-Gehende (und das wären bei einem 15-min-Takt in beide Richtungen häufige und lange Wartezeiten...).

Natürlich ist die Speisingerstraße eine Straßenquerung, insbesondere für den Radverkehr - und die bislang einfache Querung wird  laut ÖBB-Planung nicht mehr möglich sein.

Wahrscheinlich wäre es auch einfacher, wenn die Stadt Wien sowas wie eine Stadt- und Verkehrsplanung hätte, die weiter als die Bürowand des/der zuständigen Sachbearbeiter/in wäre. Aber wieso sollen die ÖBB da eine vernünftige Querung für Radfahrende bauen, wenn hundert Meter weiter nördlich der Radverkehr zwischen Straßenbahnschienen, Straßenbahnen, parkenden Autos und Hietzingern, die ihre SUV-Monster spazieren fahren, geführt wird?

Aber ja, bevor man diese einfache Querung und einen attraktiven Radweg für Jahrzehnte verbaut, sollte sie natürlich berücksichtigt werden.

Wenn sich 95% deiner Kommentare zu dem Projekt primär um die vermeintlich so negativen Auswirkungen für den MIV drehen darfst du dich nicht wundern, wenn man dir verkehrspolitisches Steinzeitdenken vorwirft und dir und der Hietzinger Politik den konkreten Gestaltungswille für den ÖPNV abspricht.

Zumal der entfallende Bahnübergang Hietzinger Hauptstraße die für den MIV entfallenden Querungsmöglichkeiten in der Jagdschloß- und der Veltingergasse mehr als aufwiegt.

Ein paar z.T. bereits angesprochene Themen sehe ich aber auch:

- Möglicher Schleichverkehr durch Hiertzing bei Stau auf der Westeinfahrt.
- Die Gefahr, dass der Quellverkehr aus Hietzing Richtung Zentrum sogar zunimmt. Hier sollte an den Taktzeiten der hiesigen Buslinien gearbeitet werden (täglicher und ganztägiger 15-min-Takt, soweit möglich orientiert an der S80 aus und in Richtung Meidling) und eventuell der 53A auch stadtseitig an die U4 angebunden werden, entweder in Unter St. Veit oder Hietzing. Auch die Verlängerung des 47A zur S80 an der Hietzinger Hauptstraße hätte ihren Reiz.
- An der Planung für Speising sieht man auch wieder ganz gut, wie genau bis zur eigenen Bürowand geplant wird. Sonst gäbe es in der Hofwiesengasse am S-Bahn-Ausgang eine gemeinsame Haltestelle für Straßenbahn- und Buslinien und kurze Umsteigewege in alle Richtungen, ggf. sogar Zugänge von beiden Seiten der Hofwiesengasse.

Meine Gedanken beziehen sich auf diesen Planungsstand (pdf) - bitte korrigieren, wenn er veraltet ist:

https://infrastruktur.oebb.at/de/projekte-fuer-oesterreich/bahnstrecken/grossraum-wien/attraktivierung-verbindungsbahn/rund-um-die-planung/printproduktionen-attraktivierung-verbindungsbahn/dokument?datei=09_VBB_Infografik_Permanent+offene+Querungsm%C3%B6glichkeiten.pdf

https://infrastruktur.oebb.at/de/projekte-fuer-oesterreich/bahnstrecken/grossraum-wien/attraktivierung-verbindungsbahn/rund-um-die-planung/printproduktionen-attraktivierung-verbindungsbahn/dokument?datei=02_VBB_Pl%C3%A4ne+Haltestellen_Stand+Juni+2018.pdf

S. Böck

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Dass Politik zu einem Gutteil aus inhaltsleeren unehrlichen Lippenbekenntnissen besteht sollte dich und auch maybreeze jetzt aber kaum überraschen. Und wenn doch, braucht er sich nur in seiner eigenen Partei schlau machen - somit ein Fall von "Wasser predigen, Wein trinken".

Wenn's eh sinnlos is, schaff' ma alles, was mit Mitbestimmung, Vertragstreue, etc. zu tun hat, gleich ab - und jeder macht, was er will... ???

 :fp:

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- An der Planung für Speising sieht man auch wieder ganz gut, wie genau bis zur eigenen Bürowand geplant wird. Sonst gäbe es in der Hofwiesengasse am S-Bahn-Ausgang eine gemeinsame Haltestelle für Straßenbahn- und Buslinien und kurze Umsteigewege in alle Richtungen, ggf. sogar Zugänge von beiden Seiten der Hofwiesengasse.

Recht viel weiter östlich kannst du den Bahnsteig Speising nicht anordnen, da östlich der Hofwiesengasse die Weichenverbindungen des Bahnhofes Maxing sind. Sehe auch kein großes Problem in dem Umsteigeweg - das sind 65 Meter.

und jeder macht, was er will... ???

Ist das etwa in der Politik nicht so?

Natürlich polemisiere ich etwas, aber ein bisschen Heuchelei ist die Beschwerde über vergessene Zugeständnisse schon.

Und auch hier: es wird wieder nur auf einige wenige der 12 Punkte bestanden. Die großen Verbesserungen für den ÖPNV sind nicht dabei.

haidi

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Wenn sich 95% deiner Kommentare zu dem Projekt primär um die vermeintlich so negativen Auswirkungen für den MIV drehen darfst du dich nicht wundern, wenn man dir verkehrspolitisches Steinzeitdenken vorwirft und dir und der Hietzinger Politik den konkreten Gestaltungswille für den ÖPNV abspricht.
Als ich die Postings von ihm gelesen habe, hab ich mir auch gedacht was mit ihm los ist, so autozentriert auf einmal!
Alle sagten es geht nicht - dann kam einer, der das nicht wusste und probierte es - und es ging

abc

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- An der Planung für Speising sieht man auch wieder ganz gut, wie genau bis zur eigenen Bürowand geplant wird. Sonst gäbe es in der Hofwiesengasse am S-Bahn-Ausgang eine gemeinsame Haltestelle für Straßenbahn- und Buslinien und kurze Umsteigewege in alle Richtungen, ggf. sogar Zugänge von beiden Seiten der Hofwiesengasse.

Recht viel weiter östlich kannst du den Bahnsteig Speising nicht anordnen, da östlich der Hofwiesengasse die Weichenverbindungen des Bahnhofes Maxing sind. Sehe auch kein großes Problem in dem Umsteigeweg - das sind 65 Meter.

Gut, dann ist offensichtlich ein Zugang auf der östlichen Seite der Hofwiesengasse nicht möglich (ein Zugang auf der westlichen Seite ist ja ohnehin vorgesehen). Es geht außerdem nicht nur um die Umsteigewege S-Bahn/Straßenbahn, sondern auch die Umstiege zwischen S-Bahn und Bus sowie Straßenbahn und Bus. Sie alle könnten durch einen zentralen Haltestellenbereich verkürzt werden (auch gegenüber den Haltestellen Hofwiesengasse und Hermesstraße, wo sich die Fahrgäste außerdem die Querung einer Hauptstraße sparen würden).

Dabei geht es nicht nur um ein paar Meter, die man sich spart - die paar Meter können im Zweifelsfall darüber entscheiden, ob man seinen Anschluss noch bekommt. Und in einer zentralen Haltestelle am S-Bahn-Ausgang Hofwiesengasse hätten auch Bus- und Straßenbahnfahrerinnen und Straßenbahnfahrer einen besseren Überblick über gerade ankommende Busse und Bahnen.

Ein sehr angenehmer Nebeneffekt wäre, dass die Bushaltestellen dann endlich einen Wetterschutz bekämen.