Autor Thema: Linie 38  (Gelesen 105480 mal)

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Re: Linie 38
« Antwort #285 am: 29. März 2020, 18:21:53 »
Der Fahrschalter wurde damals mit Hebel gesteuert, nicht wahr? Mir gefiel der Hebel immer besser als die Geamatic, aber ich höre, die ist besser als die Hebelsteuerung war.

Aber immerhin, so kenne ich den 38er aus meiner Kindheit und Jugend :)
Der Hebel wurde Steigbügel genannt. Für die ersten 5 Fahr- bzw. Bremsstufen stütze man sich meist mit dem kleinen Finger am Fahrschalter ab. Hinterlistig war das Fahren wenn der Schalthebel "ausgeschlagen" war und der Fahrschalter erst bei der dritten oder vierten Fahrstufe begann zu reagieren - Fahrgäste wanderten in Richtung Schaffner. Gegenteilig war es beim Bremsen - die Fahrgäste versammelten sich unmittelbar hinter dem Fahrer! ;D

Das ist Unsinn. Ich bin noch viele Jahre mit diesen Fahrzeugen gefahren und ein Zug, der einen derartigen Fehler gezeigt hätte, wäre sofort als SZ eingezogen worden. Aber es hat (gegen Ende der Type) durchaus geschilderte Situationen gegeben, weil den meisten Fahrern dann die nötige Übung gefehlt hat. Und die E, E1 m. Schaffner waren in der Tat schwierig zu fahren. Die erste Fahrstufe war gerastet und dann war die nächste Raste die letzte Serienstufe (analog dazu die Pararellstufen). Und dazwischen brauchte man eben viel Übung.
Wenn ein Fahrer mit dem Steigbügel gut umgehen konnte, hat der Wagen sehr  gut beschleunigt. Manche waren geübter, manche taten sich schwerer. So habe ich es in Erinnerung.
Und der 25er entlang der Wagramer Straße war doch eine gute Strecke für die noch nicht Geamatic Züge!

95B

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Re: Linie 38
« Antwort #286 am: 29. März 2020, 18:26:15 »
Das Beschleunigen war nicht die große Kunst, das geht auch bei Handhebelwagen schnell einmal ruck- und stoßlos. Beim gefühlvollen Bremsen trennt sich jedoch die Spreu vom Weizen. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass die Umstellung handbedienter Fahrschalter von Kurbel auf Hebel eine Fehlentwicklung war. Ein Nockenfahrschalter mit Kurbelbedienung erlaubt das gefühlvollste Fahren, weil der Bedienweg länger ist und somit jede einzelne Stufe bei Bedarf genau getroffen werden kann.
Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen!
... brrrr, Klumpert!

Schaltkurbel

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Re: Linie 38
« Antwort #287 am: 29. März 2020, 18:30:11 »
Der Fahrschalter wurde damals mit Hebel gesteuert, nicht wahr? Mir gefiel der Hebel immer besser als die Geamatic, aber ich höre, die ist besser als die Hebelsteuerung war.

Aber immerhin, so kenne ich den 38er aus meiner Kindheit und Jugend :)
Der Hebel wurde Steigbügel genannt. Für die ersten 5 Fahr- bzw. Bremsstufen stütze man sich meist mit dem kleinen Finger am Fahrschalter ab. Hinterlistig war das Fahren wenn der Schalthebel "ausgeschlagen" war und der Fahrschalter erst bei der dritten oder vierten Fahrstufe begann zu reagieren - Fahrgäste wanderten in Richtung Schaffner. Gegenteilig war es beim Bremsen - die Fahrgäste versammelten sich unmittelbar hinter dem Fahrer! ;D

Das ist Unsinn. Ich bin noch viele Jahre mit diesen Fahrzeugen gefahren und ein Zug, der einen derartigen Fehler gezeigt hätte, wäre sofort als SZ eingezogen worden. Aber es hat (gegen Ende der Type) durchaus geschilderte Situationen gegeben, weil den meisten Fahrern dann die nötige Übung gefehlt hat. Und die E, E1 m. Schaffner waren in der Tat schwierig zu fahren. Die erste Fahrstufe war gerastet und dann war die nächste Raste die letzte Serienstufe (analog dazu die Pararellstufen). Und dazwischen brauchte man eben viel Übung.
Aha, Du glaubst ich fantasiere? Dann bist Du nie mit den Rudolfsheimer E gefahren, gell?
Sollte jemand einen Tipp- oder Rechtschreibfehler finden darf er diesen behalten!

petestoeb

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Re: Linie 38
« Antwort #288 am: 30. März 2020, 10:12:41 »
Der Fahrschalter wurde damals mit Hebel gesteuert, nicht wahr? Mir gefiel der Hebel immer besser als die Geamatic, aber ich höre, die ist besser als die Hebelsteuerung war.

Aber immerhin, so kenne ich den 38er aus meiner Kindheit und Jugend :)
Der Hebel wurde Steigbügel genannt. Für die ersten 5 Fahr- bzw. Bremsstufen stütze man sich meist mit dem kleinen Finger am Fahrschalter ab. Hinterlistig war das Fahren wenn der Schalthebel "ausgeschlagen" war und der Fahrschalter erst bei der dritten oder vierten Fahrstufe begann zu reagieren - Fahrgäste wanderten in Richtung Schaffner. Gegenteilig war es beim Bremsen - die Fahrgäste versammelten sich unmittelbar hinter dem Fahrer! ;D

Das ist Unsinn. Ich bin noch viele Jahre mit diesen Fahrzeugen gefahren und ein Zug, der einen derartigen Fehler gezeigt hätte, wäre sofort als SZ eingezogen worden. Aber es hat (gegen Ende der Type) durchaus geschilderte Situationen gegeben, weil den meisten Fahrern dann die nötige Übung gefehlt hat. Und die E, E1 m. Schaffner waren in der Tat schwierig zu fahren. Die erste Fahrstufe war gerastet und dann war die nächste Raste die letzte Serienstufe (analog dazu die Pararellstufen). Und dazwischen brauchte man eben viel Übung.
Aha, Du glaubst ich fantasiere? Dann bist Du nie mit den Rudolfsheimer E gefahren, gell?

Nein, aber in Fav vor allem am 67er. Bergauf und Bergab, das war damals (vor allem am Anfang) nicht einfach. Aber ein Zug mit einem derartigen technischen Fehler wäre abgestellt worden. Wenn bei der ersten Fahrstufe (gerastet) der Zug nicht losgefahren wäre, dann wäre er weggerollt, weil die Solenoidbremse gelöst wurde. Das musste/sollte man auch so machen und erst weiter beschleunigen, wenn dies geschehen ist.

Halbstarker

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Re: Linie 38
« Antwort #289 am: 30. März 2020, 14:09:49 »
Und wie hast Du das beim Anfahren auf einer Steigung gemacht?

denond

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Re: Linie 38
« Antwort #290 am: 30. März 2020, 14:31:29 »
Aha, Du glaubst ich fantasiere? Dann bist Du nie mit den Rudolfsheimer E gefahren, gell?

Lass'  bitte trotzdem die Kirche im Dorf.
@ Halbstarker: Er beherrschte den/das "250" oder "500" - mittels Kippschalter oder Pedal.

Wenn du da speziell die oftmals eingesetzten E 4403, 4404 und 4405 meinst, die gegen Ende der Ära meist Nachmittags als Einschub von Rdh aus in Betrieb kamen, die waren zwar nicht ausgeschlagen oder ausgemergelt, die waren schlicht und einfach etwas strenger von der Werkstätte eingestellt. Dadurch kam es zu den etwas bescheideneren Bedien-/ Fahreigenschaften. Da gehörte auch der C3 160 auf Linie J dazu. Auch dieser Triebwagen war in seiner Bedienung eine Herausforderung. Es fehlte aber tatsächlich schon die Übung des Personales, sowohl bei Fahr- als auch Werkstättenpersonal. Man mußte sich halt auf diese Fahrzeuge einstellen, man wußte auch genau, welche Bedieneigenschaften jeder einzelne Triebwagen aufwies. Aber trotzdem bevorzugte man diese Triebwagen noch immer ggü den Triebwagen der Type L3, wie sie vom Bhf. Brigittenau aus eingesetzt wurden. Diese waren auch als Kaffeemühlen bekannt und sehr streng eingestellt im Gegensatz zu den L3 von Rudolfsheim als auch den L4 vom Bhf. Hernals. Die waren in ihrer Bedienung von der Werkstätte butterweich eingestellt, ja fast rasterlos zu bedienen bzw. zu schalten.

Deshalb bevorzugte ich zu dieser Zeit - um diesen unangenehmen Fahrschalterbedienungen im Bereich der Linie 5 zu entgehen - sehr gerne als Aushelfer im Bhf. Hernals und Währing mit den L4 auf den Linien 43, H2 und E2 Dienst zu versehen, die zu dieser Zeit keiner wollte.

Schaltkurbel

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Re: Linie 38
« Antwort #291 am: 30. März 2020, 14:37:03 »
Und wie hast Du das beim Anfahren auf einer Steigung gemacht?
Die "Eigenheiten" eines Fahrschalters waren einem schon bewusst, wenn man die Triebwagennummer bei der Wagenübernahme sah. Wenn sich diese dann bei Anfahren bestätigten, konnte gleich eine höhere Fahrstufe gewählt werden. Für´s Weichenstellen - viele E hatten noch keinen Weichenstellschalter, es musste mit Fahrstrom + 250er Solenoidbremse  (Kippschalter am Armaturenbrett) der Kontakt befahren werden - konnte man sich mit der 500er Solenoidbremse (Fußpedal) helfen. Dieses war allerdings nicht Vorschriftenkonform und wurde von den netten Herrn der ZK mittels "Fleck" belohnt! /sofern man sich dabei erwischen ließ)
Sollte jemand einen Tipp- oder Rechtschreibfehler finden darf er diesen behalten!

Ferry

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Re: Linie 38
« Antwort #292 am: 30. März 2020, 15:45:44 »
Deshalb bevorzugte ich zu dieser Zeit - um diesen unangenehmen Fahrschalterbedienungen im Bereich der Linie 5 zu entgehen - sehr gerne als Aushelfer im Bhf. Hernals und Währing mit den L4 auf den Linien 43, H2 und E2 Dienst zu versehen, die zu dieser Zeit keiner wollte.

Warum nicht? Auf E2 oder H2 wäre ich jederzeit gefahren, schon wegen der U-Strab.
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")

denond

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Re: Linie 38
« Antwort #293 am: 30. März 2020, 17:16:21 »
Deshalb bevorzugte ich zu dieser Zeit - um diesen unangenehmen Fahrschalterbedienungen im Bereich der Linie 5 zu entgehen - sehr gerne als Aushelfer im Bhf. Hernals und Währing mit den L4 auf den Linien 43, H2 und E2 Dienst zu versehen, die zu dieser Zeit keiner wollte.

Warum nicht? Auf E2 oder H2 wäre ich jederzeit gefahren, schon wegen der U-Strab.

1978 bis 1980, das war die Zeit, wo sehr viele Bedienstete auf die neuen E2-c5 auf Linie 6 und 64 (sofern sie bereits die Prüfung dafür hatten), ja überhaupt auf die neune Geamatic-Einmann-Züge scharf waren, da die Führung dieser Züge auch die Einmann-Zulage brachte und man dadurch seinen monatlichen Gehalt doch sehr aufbessern konnte. Für mich auch verständlich, denn schließlich gehe ich ja des Geldes wegen arbeiten. Dadurch waren die schaffnerbesetzten Züge eher unbegehrt. Die USTRAB war - zumindest für mich - doch auch ein Faktor, da in den Sommermonaten es da unten doch etwas kühler war, also auch etwas Erholung während der Ausübung seines Dienstes bedeutete, da war dann auch später der Einsatz der Type F auf der Linie 62 ein Genuß...

Ferry

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Re: Linie 38
« Antwort #294 am: 30. März 2020, 18:00:36 »
1978 bis 1980, das war die Zeit, wo sehr viele Bedienstete auf die neuen E2-c5 auf Linie 6 und 64 (sofern sie bereits die Prüfung dafür hatten), ja überhaupt auf die neune Geamatic-Einmann-Züge scharf waren, da die Führung dieser Züge auch die Einmann-Zulage brachte und man dadurch seinen monatlichen Gehalt doch sehr aufbessern konnte.

Darf ich fragen, wie hoch diese Zulage war?
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petestoeb

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Re: Linie 38
« Antwort #295 am: 30. März 2020, 18:41:22 »
1978 bis 1980, das war die Zeit, wo sehr viele Bedienstete auf die neuen E2-c5 auf Linie 6 und 64 (sofern sie bereits die Prüfung dafür hatten), ja überhaupt auf die neune Geamatic-Einmann-Züge scharf waren, da die Führung dieser Züge auch die Einmann-Zulage brachte und man dadurch seinen monatlichen Gehalt doch sehr aufbessern konnte.

Darf ich fragen, wie hoch diese Zulage war?

Rund 100 Schilling

nord22

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Re: Linie 38
« Antwort #296 am: 08. April 2020, 12:15:53 »
K 2461 + d2 + d2 in der Währinger Straße vor der Nußdorfer Straße (Foto: Mag. Alfred Luft, 13.05.1953). K 2461 hatte am 30.01.1953 bei Lohner einen Neukasten mit gerader Seitenwand bekommen.

LG nord22

Helga06

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Re: Linie 38
« Antwort #297 am: 22. Juni 2020, 10:55:27 »
Einige Fotos aus meinem Archiv. Datum und Fotograf unbekannt.