Autor Thema: Linie 74 (1907-1973)  (Gelesen 26311 mal)

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13er

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Linie 74 (1907-1973)
« am: 22. Januar 2011, 12:38:19 »
Edit durch twf: Eröffnungs- und Einstellungsdatum ergänzt.

Dieses Foto passt sowohl zum F-Wagen als auch zum 74er...

Stockgleis St. Marx, Grasbergergasse: Der F-Wagen (2055+m3) biegt soeben in das Stockgleis ein. Der danebenstehenden 74er (G 999) wird sich in Bälde über die Landstraßer Hauptstraße auf den Weg zur Weiskirchnerstraße machen.

Foto: WStW-VB, 1935.

E: Text korrigiert und Bild gegen besseren Scan ausgetauscht.
Mit uns kommst du sicher... zu spät.

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Re: Linie 74
« Antwort #1 am: 12. Februar 2011, 21:08:01 »
Erinnerungen an die Allerheiligenzeit 1971.

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Re: Linie 74 (1907-1973)
« Antwort #2 am: 15. Juli 2011, 20:35:27 »
Noch ein Zentralfriedhof-74er, diesmal von Allerheiligen 1958. Die rot beklebte Brustwandtafel ist zumindest auf dem Schwarz-weiß-Foto so gut wie unsichtbar, dürfte aber in Wirklichkeit ebenfalls nicht so leicht zu erkennen gewesen sein. Die Zugszusammenstellung ist auch recht interessant: Der Erdberger L1 2617 zieht die Simmeringer Beiwagen u2 3839 und u3 1945 am Franz-Josefs-Kai zur Endstation beim Schottenring. Die Stimmung auf dem Bild paßt so richtig zu Allerheiligen.

pronay

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Re: Linie 74 (1907-1973)
« Antwort #3 am: 16. Juli 2011, 10:41:01 »
Zwei interessante Nebenaspekte: Zum einen die Werbung auf dem Triebwagen fürs längst verblichene Stadtbräu; zum anderen auf dem Autohaus der Beweis, dass die vier Audi-Ringe schon wesentlich älter sind, als man sie gemeinhin in Erinnerung hat.

Sorry wegen Off-Topicness, aber manchmals juckt's ein wenig . . .  ;)

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Re: Linie 74 (1907-1973)
« Antwort #4 am: 16. Juli 2011, 11:17:34 »
Diese Ringe waren schon in der Zwischenkriegszeit das Firmenzeichen der Auto-Union.

haidi

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Re: Linie 74 (1907-1973)
« Antwort #5 am: 16. Juli 2011, 11:41:27 »
Aus der Wiki:

Die Geschichte der Marke Audi begann, nachdem August Horch aus dem von ihm gegründeten Unternehmen „August Horch & Cie Motorwagenwerke Zwickau“ ausgeschieden war und er am 16. Juli 1909 zusammen mit Zwickauer Unternehmern die „August Horch Automobilwerke GmbH Zwickau“ gründete. Weil ihm das Unternehmen Horch untersagte, seinen Familiennamen für die neue Automobilfabrik weiter zu verwenden, wurde sie am 25. April 1910 in „Audi Automobilwerke GmbH Zwickau“ umbenannt

Im Juli 1910 verließ das erste Fahrzeug der Marke Audi das Zwickauer Werk, das 1915 in eine Aktiengesellschaft, die „Audiwerke AG Zwickau“, übergeleitet wurde. Im Zuge der Weltwirtschaftskrise geriet Audi 1928 in finanzielle Schwierigkeiten. Im gleichen Jahr übernahmen die Zschopauer Motorenwerke J. S. Rasmussen AG (DKW) mit Krediten der Sächsischen Staatsbank die Aktienmehrheit der Audiwerke.

1932 wurden Audi, DKW, Horch und die Automobilabteilung von Wanderer zur Auto Union zusammengeschlossen; Markenzeichen waren vier ineinander verschlungene Ringe.

Der Name Audi ist aus der Übersetzung "horch" ins Latein "audi" entstanden.

Hannes
Alle sagten es geht nicht - dann kam einer, der das nicht wusste und probierte es - und es ging

pronay

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Re: Linie 74 (1907-1973)
« Antwort #6 am: 16. Juli 2011, 11:53:14 »
Nochmals dankeschön! Dass die Marke an sich uralt ist, hatte ich schon gewusst, aber die vier Ringe hab' ich vor der Wiederbelebung der Marke Audi (1958 gab's die sicher noch nicht) nicht gesehen – umso interessanter, dass sie vergleichsweise prominent affichiert ist.

Interessant wär' auch zu wissen, was da in den vier Ringen zu lesen ist: Auto Union?

Bitte den Teilthread gern in den Small Talk zu verschieben, falls er hier unerwünscht sein sollte, danke!

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Re: Linie 74 (1907-1973)
« Antwort #7 am: 16. Juli 2011, 12:06:12 »
Interessant wär' auch zu wissen, was da in den vier Ringen zu lesen ist: Auto Union?

Ja.

Ferry

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Re: Linie 74
« Antwort #8 am: 19. Juli 2011, 17:42:14 »
Erinnerungen an die Allerheiligenzeit 1971.
Interessant, dass es zwar für eine T1-k6-k6 Garnitur gereicht hat, aber am L4 nur ein l3 hängt. Auch scheinen damals die 74er-Scheiben schon knapp gewesen zu sein, da der TW hinten nicht besteckt ist (oder es waren schon zuviele Wagen mit Zweisicht-Dachsignalen unterwegs).

Ich bin nur einmal mit dem 74er gefahren - aber nicht zu Allerheiligen, sondern am 1. Mai, als die ersten Züge (der erste Zug?) des T als 74er kurzgeführt wurde.
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Re: Linie 74
« Antwort #9 am: 19. Juli 2011, 17:52:14 »
Interessant, dass es zwar für eine T1-k6-k6 Garnitur gereicht hat, aber am L4 nur ein l3 hängt. Auch scheinen damals die 74er-Scheiben schon knapp gewesen zu sein, da der TW hinten nicht besteckt ist (oder es waren schon zuviele Wagen mit Zweisicht-Dachsignalen unterwegs).

Deiner Aufmerksamkeit dürfte entgangen sein, daß das Foto des Dreiwagenzuges vom Allerheiligentag, das des Zweiwagenzuges hingegen vom Allerseelentag stammt. Überdies wurde die L4+l3-Garnitur vom Bahnhof BRG gestellt, die sich dafür die Signalscheiben von ERB ausleihen mußten.

Ferry

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Re: Linie 74
« Antwort #10 am: 21. Juli 2011, 11:23:12 »
Deiner Aufmerksamkeit dürfte entgangen sein, daß das Foto des Dreiwagenzuges vom Allerheiligentag, das des Zweiwagenzuges hingegen vom Allerseelentag stammt. Überdies wurde die L4+l3-Garnitur vom Bahnhof BRG gestellt, die sich dafür die Signalscheiben von ERB ausleihen mußten.
Du hast recht, das ist meiner Aufmerksamkeit entgangen. Allerdings kann ich mich nicht daran erinnern, dass zu Allerseelen andere Garnituren eingesetzt worden wären als zu Allerheiligen. So fuhr der 6er im ZF-Verkehr - zu den Zeiten, da ich ihn erlebt habe - immer mit E1-c3. Daher hat mich das Foto etwas in Erstaunen versetzt: dass auf einer Verstärkungslinie erst recht nur kurze Züge eingesetzt wurden. Aber sei's drum, es war eben so.
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Re: Linie 74 (1907-1973)
« Antwort #11 am: 11. August 2011, 23:01:35 »
In der Weiskirchnerstraße ist hier ein Zug der Linie 74 auf dem Weg zu seiner am damals Stalinplatz genannten Teil des Schwarzenbergplatzes gelegenen Endstelle unterwegs. Die Aufnahme düfte 1954/55 entstanden sein, da doch verhältnismäßig viele Autos auf dem Bild zu sehen sind, darunter zwei VW-Käfer.

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Re: Linie 74 (1907-1973)
« Antwort #12 am: 03. Juli 2014, 21:30:57 »
Viel zu selten sieht man Fotos von Straßenbahnzügen von hinten, obwohl dieser Anblick genauso zum Verkehrsgeschehen gehört, wie die zumeist gezeigten Ansichten schräg von vorne. Hier einmal ein Bild der Hinteransicht eines Zuges der Zentralfriehofslinie 74, bestehend aus dem H1 2242 und den beiden u2 1976 und 3813, aufgenommen von Alfred Luft am 2. November 1958 in der Simmeringer Hauptstraße. Der Beiwagen trägt am Heck statt einer Brustwandtafel den zur Allerheiligenzeit üblichen Kranzrechen.

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Re: Linie 74 (1907-1973)
« Antwort #13 am: 03. Juli 2014, 22:16:54 »
Viel zu selten sieht man Fotos von Straßenbahnzügen von hinten,
:up:

Der Beiwagen trägt am Heck statt einer Brustwandtafel den zur Allerheiligenzeit üblichen Kranzrechen.
Wie war der Kranzrechen befestigt? Und wie wurde verhindert, dass in allzu wilden Kurvenfahrten was herunterfiel?
"das korrupteste Nest auf dem weiten Erdenrund"
Mark Twain über die Wienerstadt.

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Re: Linie 74 (1907-1973)
« Antwort #14 am: 03. Juli 2014, 22:27:07 »
Wie war der Kranzrechen befestigt? Und wie wurde verhindert, dass in allzu wilden Kurvenfahrten was herunterfiel?

Der Kranzrechen wurde an den Haken der Brustwandtafeln aufgehängt, da hingen sie fest und sicher. Die Kränze wurden mit ihrem Drahtgestell in die an den Kranzrechen angebrachten Haken gehängt. Bei eingermaßen sorgfältiger Handhabung konnte da nichts herunterfallen.

Zur Illustration die Beiwagenbrustwand mit dem Kranzrechen herausvergrößert.