Autor Thema: Brücke über die Zeile  (Gelesen 13086 mal)

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moszkva tér

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Brücke über die Zeile
« am: 18. Juli 2016, 07:42:21 »
Ich habe beim Aufräumen Bilder vom Umbau der Brücke über die Zeile gefunden. Die Rampe zur Längenfeldgasse wurde ja komplett neu gebaut. Ein Autospengler wollte nicht aus seinem Bogen ausziehen, also wurde um ihn herum gebaut. Die Fotos wurden - so besagt der Aufdruck auf der Rückseite - im November 1987 ausgearbeitet.


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Re: Brücke über die Zeile
« Antwort #1 am: 18. Juli 2016, 09:10:56 »
Aufgenommen wurden sie wohl auch im Oktober 1987.
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h 3004

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Re: Brücke über die Zeile
« Antwort #2 am: 18. Juli 2016, 09:30:04 »
Ich frage mich heute noch nach dem Mehrwert, der durch den teuren Abriß und Neubau (mit steiler Rampe) entstanden ist. Einen U6-Bogen hätte man auch noch von Meidling Hptstr. zum Bahnhof Meidling machen können, auch dort ist ziemlich viel dicht besiedeltes Gebiet. Die Längenfeldg. wird doch nur zum Umsteigen benützt.

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Re: Brücke über die Zeile
« Antwort #3 am: 18. Juli 2016, 09:40:14 »
Ich frage mich heute noch nach dem Mehrwert, der durch den teuren Abriß und Neubau (mit steiler Rampe) entstanden ist. Einen U6-Bogen hätte man auch noch von Meidling Hptstr. zum Bahnhof Meidling machen können, auch dort ist ziemlich viel dicht besiedeltes Gebiet. Die Längenfeldg. wird doch nur zum Umsteigen benützt.

Meidling Hauptstraße konnte man kaum zur viergleisigen Umsteigestation umbauen, ausserdem wäre dann die Mittelstation (Vivenotgasse) nicht in der Nähe der 8er-Trasse gewesen. Es gab aber einige Alternativvorschläge, weil man erst die Zeilenbrücke abbrechen wollte (die aktuelle Rampe entspricht nicht den Trassierungsbestimmungen der U-Bahn - zu steil, nicht auf vmax 80 ausgelegt)
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Re: Brücke über die Zeile
« Antwort #4 am: 18. Juli 2016, 10:44:52 »
(die aktuelle Rampe entspricht nicht den Trassierungsbestimmungen der U-Bahn - zu steil, nicht auf vmax 80 ausgelegt)
Was aber völlig egal ist, angesichts der Tatsache, dass die Wiener U-Bahn durch ihre Rolle als Bim-Ersatz mit viel zu geringen Stationsabständen gebaut wurde. Außerdem ist die U6 eine Linie, die ein eigenes Fahrzeugsystem verwendet, das also ohne Probleme exakt an die Bedürfnisse der Linie angepasst werden kann, ohne dadurch auf anderen Linien Kompromisse eingehen zu müssen. Demnach ein typisches "nicht-Problem". ::)
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Re: Brücke über die Zeile
« Antwort #5 am: 18. Juli 2016, 11:37:04 »
(die aktuelle Rampe entspricht nicht den Trassierungsbestimmungen der U-Bahn - zu steil, nicht auf vmax 80 ausgelegt)
Was aber völlig egal ist, angesichts der Tatsache, dass die Wiener U-Bahn durch ihre Rolle als Bim-Ersatz mit viel zu geringen Stationsabständen gebaut wurde. Außerdem ist die U6 eine Linie, die ein eigenes Fahrzeugsystem verwendet, das also ohne Probleme exakt an die Bedürfnisse der Linie angepasst werden kann, ohne dadurch auf anderen Linien Kompromisse eingehen zu müssen. Demnach ein typisches "nicht-Problem". ::)

Also da kann ich dir nichz zustimmen. Ich glaube auch, dass der Anstand der Stationen im internationalen Durchschnitt ist. Einzig die U2 hat im Abschnitt Rathaus - Karlsplatz einen kürzeren Anstand.

Bitte verwechsle nicht die U-Bahn mit der S-Bahn.
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Ferry

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Re: Brücke über die Zeile
« Antwort #6 am: 18. Juli 2016, 11:47:48 »
Also da kann ich dir nichz zustimmen. Ich glaube auch, dass der Anstand der Stationen im internationalen Durchschnitt ist. Einzig die U2 hat im Abschnitt Rathaus - Karlsplatz einen kürzeren Anstand.

Das sind aber Fakten. Wäre z.B. die U3 nach "internationalem Durchschnitt" errichtet worden, dann hätte es zwischen Volkstheater und Westbahnhof nur eine Station geben dürfen. Dann hätte man allerdings natürlich den Straßenbahnbetrieb in der inneren Mariahilfer Straße beibehalten müssen. Auch die Stationen Keplerplatz und Taubstummengasse der U1 gäbe es dann nicht, dafür aber eine Straßenbahn in der unteren Favoritenstraße. Aber genau das wollte die hohe Politik ja nicht.

Ich kann mich Mitte der 80er Jahre an eine Diskussion im Fernsehen erinnern, wo das von der Politik sogar bestätigt wurde - die U-Bahn in Wien ist bzw. war von jeher als Ersatz für den oberirdischen ÖV (also praktisch als Ersatz für die Straßenbahn) konzipiert, nicht als übergeordnetes Verkehrsmittel. Mit allen sich daraus ergebenden Nachteilen. Eben ein typisch österreichischer Kompromiss.
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")

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Re: Brücke über die Zeile
« Antwort #7 am: 18. Juli 2016, 14:24:16 »
Diese Diskussion ist müßig, einerseits gibts keine "internationalen Regeln" (in Budapest, Paris oder London gibt es teils wesentlich kürzere Abstände), andererseits ergeben sich die Stationsabstände aus den fußläufigen Einzugsgebieten von ca 300 Metern. Wenn man um die beiden Stationsabgänge 300-Meter-Kreise zieht, kommt man auf die ca 700 Meter, die ein Kompromiss zwischen Reisegeschwindigkeit und Flächenabdeckung sind. Und was die U6 in Meidling betrifft, ist die gewählte Trasse sicher die logischste und richtigste - der früher geplante Margaretengürtel-Ast hätte einen Umweg bedeutet, weiter westlich hingegen wäre man zu weit von den Attraktoren entfernt gewesen und hätte den BHF Meidling nicht erreicht.
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Schienenfreak

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Re: Brücke über die Zeile
« Antwort #8 am: 18. Juli 2016, 15:28:13 »
Also da kann ich dir nichz zustimmen. Ich glaube auch, dass der Anstand der Stationen im internationalen Durchschnitt ist. Einzig die U2 hat im Abschnitt Rathaus - Karlsplatz einen kürzeren Anstand.

Das sind aber Fakten. Wäre z.B. die U3 nach "internationalem Durchschnitt" errichtet worden, dann hätte es zwischen Volkstheater und Westbahnhof nur eine Station geben dürfen. Dann hätte man allerdings natürlich den Straßenbahnbetrieb in der inneren Mariahilfer Straße beibehalten müssen.
:up:
Oder gleich statt der U3 eine S-Bahn Linie vom Westbahnhof ostwärts mit weniger Stationen als die U3 jetzt hat.

Ich kann mich Mitte der 80er Jahre an eine Diskussion im Fernsehen erinnern, wo das von der Politik sogar bestätigt wurde - die U-Bahn in Wien ist bzw. war von jeher als Ersatz für den oberirdischen ÖV (also praktisch als Ersatz für die Straßenbahn) konzipiert, nicht als übergeordnetes Verkehrsmittel. Mit allen sich daraus ergebenden Nachteilen. Eben ein typisch österreichischer Kompromiss.
Das ist ja der kapitale Fehler dahinter.

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Re: Brücke über die Zeile
« Antwort #9 am: 19. Juli 2016, 09:54:36 »
Also da kann ich dir nichz zustimmen. Ich glaube auch, dass der Anstand der Stationen im internationalen Durchschnitt ist. Einzig die U2 hat im Abschnitt Rathaus - Karlsplatz einen kürzeren Anstand.

Das sind aber Fakten. Wäre z.B. die U3 nach "internationalem Durchschnitt" errichtet worden, dann hätte es zwischen Volkstheater und Westbahnhof nur eine Station geben dürfen. Dann hätte man allerdings natürlich den Straßenbahnbetrieb in der inneren Mariahilfer Straße beibehalten müssen.
:up:
Oder gleich statt der U3 eine S-Bahn Linie vom Westbahnhof ostwärts mit weniger Stationen als die U3 jetzt hat.

Ich kann mich Mitte der 80er Jahre an eine Diskussion im Fernsehen erinnern, wo das von der Politik sogar bestätigt wurde - die U-Bahn in Wien ist bzw. war von jeher als Ersatz für den oberirdischen ÖV (also praktisch als Ersatz für die Straßenbahn) konzipiert, nicht als übergeordnetes Verkehrsmittel. Mit allen sich daraus ergebenden Nachteilen. Eben ein typisch österreichischer Kompromiss.
Das ist ja der kapitale Fehler dahinter.

Das war der Zeitgeist, siehe Berlin und München

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Re: Brücke über die Zeile
« Antwort #10 am: 19. Juli 2016, 12:41:13 »
Oder gleich statt der U3 eine S-Bahn Linie vom Westbahnhof ostwärts mit weniger Stationen als die U3 jetzt hat.

Das wäre das beste gewesen und war sogar kurz angedacht (als U/S-Bahn-Zwitter). In München kann man sich anschaun, wie erfolgreich das ist, jedes Mal wenn ich dort bin ärgere ich mich über die vertanene Chance in Wien.
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Re: Brücke über die Zeile
« Antwort #11 am: 20. Juli 2016, 10:31:32 »
Oder gleich statt der U3 eine S-Bahn Linie vom Westbahnhof ostwärts mit weniger Stationen als die U3 jetzt hat.

Das wäre das beste gewesen und war sogar kurz angedacht (als U/S-Bahn-Zwitter). In München kann man sich anschaun, wie erfolgreich das ist, jedes Mal wenn ich dort bin ärgere ich mich über die vertanene Chance in Wien.
Wow, wusste nicht, dass das angedacht war. Das wäre wahrlich die beste Lösung!

W_E_St

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Re: Brücke über die Zeile
« Antwort #12 am: 20. Juli 2016, 22:38:41 »
Ich hätte allerdings ein für normalen Oberleitungsbetrieb ausreichendes Tunnelprofil gewählt, wenigstens für Fahrt mit gesenktem Stromabnehmer. Dann hätte man sich den unbrauchbaren Bereich mit zu niedriger Decke in jedem Wagen erspart.
"Sollte dies jedoch der Parteilinie entsprechen, werden wir uns selbstverständlich bemühen, in Zukunft kleiner und viereckiger zu werden!"

(aus einer Beschwerde über viel zu weit und kurz geschnittene Pullover in "Good Bye Lenin")

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Re: Brücke über die Zeile
« Antwort #13 am: 21. Juli 2016, 00:27:33 »
Ich hätte allerdings ein für normalen Oberleitungsbetrieb ausreichendes Tunnelprofil gewählt, wenigstens für Fahrt mit gesenktem Stromabnehmer. Dann hätte man sich den unbrauchbaren Bereich mit zu niedriger Decke in jedem Wagen erspart.

Na sicher. Der Ausbruchsquerschnitt der U6 (der für Oberleitung und Stromschiene passt) ist grad mal um 10% größer als der "klassische" U-Bahn-Querschnitt. Es wären aber viele andere Dinge ein Problem geworden, wie Schienenprofil, Signalsystem, Lichtraum vor allem im Bahnsteibereich. Und was hat man damals als Argument dagegen gehört? "In der Schnellbahn gibts ein Klo, was machen wir denn da im U-Bahn-Tunnel?!"... Da hätte ein Schnellbahntunnel her gehört, und wenn man sich nicht auf den betreiber (ÖBB/WiLi) einigen kann, macht man's halt wie in Paris, wo die RER B teils von der SNCF, teils von der RATP betrieben wird (incl. Fahrerwechsel am Gare du Nord)...
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Re: Brücke über die Zeile
« Antwort #14 am: 21. Juli 2016, 13:03:00 »
Ich hätte allerdings ein für normalen Oberleitungsbetrieb ausreichendes Tunnelprofil gewählt, wenigstens für Fahrt mit gesenktem Stromabnehmer. Dann hätte man sich den unbrauchbaren Bereich mit zu niedriger Decke in jedem Wagen erspart.

Na sicher. Der Ausbruchsquerschnitt der U6 (der für Oberleitung und Stromschiene passt) ist grad mal um 10% größer als der "klassische" U-Bahn-Querschnitt. Es wären aber viele andere Dinge ein Problem geworden, wie Schienenprofil, Signalsystem, Lichtraum vor allem im Bahnsteibereich. Und was hat man damals als Argument dagegen gehört? "In der Schnellbahn gibts ein Klo, was machen wir denn da im U-Bahn-Tunnel?!"... Da hätte ein Schnellbahntunnel her gehört, und wenn man sich nicht auf den betreiber (ÖBB/WiLi) einigen kann, macht man's halt wie in Paris, wo die RER B teils von der SNCF, teils von der RATP betrieben wird (incl. Fahrerwechsel am Gare du Nord)...

Was natürlich alles lösbar gewesen wäre - zum Entscheidungszeitpunkt war ja weder das Lichtraumprofil in Stein gemeißelt - hätte man halt die U-Bahn für das UIC-Profil bauen müssen - noch das Signalsystem, da hätte man halt Züge mit LZB für den innerstädtischen Bereich und ÖBB-PZB für die Außenstrecken gebraucht. Und die U-Bahn mit Vollbahn-Schienenprofil zu bauen wäre auch nicht wirklich ein Problem gewesen, da die U-Züge ja eh nicht über das Straßenbahnnetz überstellt werden können. Hätte man Vollbahnprofil gewählt, könnten heute die U-Bahn-Züge aus eigener Kraft über das ÖBB-Netz in die HW fahren. Dort hätte man halt Weichen mit beweglichen Herzstücken an ein paar neuralgischen Punkten gebraucht, um mit U-Bahn-, Stadtbahn- und Straßenbahnwagen fahren zu können.

Und was den Betreiber anbelangt, hätte man sogar anders aufteilen können: die ÖBB betreiben durchgehende Züge, die WL gegebenenfalls dazwischen Verstärker von Stadtgrenze bis Stadtgrenze.

Der einzige aus heutiger Sicht kitzlige Punkt wären die Bahnsteighöhen. Da hätte man bei der U-Bahn wohl noch auf niederflurigen Einstieg verzichten und 35-cm-Bahnsteige wie bei der Stadtbahn bauen müssen. Und die dann irgendwann auf 55 cm umbauen.
"Sollte dies jedoch der Parteilinie entsprechen, werden wir uns selbstverständlich bemühen, in Zukunft kleiner und viereckiger zu werden!"

(aus einer Beschwerde über viel zu weit und kurz geschnittene Pullover in "Good Bye Lenin")