Autor Thema: Winterdienst bei der Wiener Straßenbahn  (Gelesen 19556 mal)

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nord22

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Re: Winterdienst bei der Wiener Straßenbahn
« Antwort #30 am: 06. Oktober 2016, 10:44:26 »
GP 6411 und diverse SP am Freigelände von VRG (Foto: Kurt Rasmussen, 07.1977).

LG nord22

Inventar

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Re: Winterdienst bei der Wiener Straßenbahn
« Antwort #31 am: 06. Oktober 2016, 20:25:46 »
darf man vermuten das du nie mit einem Kurbler gefahren bist. Sonst hätte sich die Frage für dich gar nicht gestellt.

Welchen Vorteil hat ein Kurbler in der Funktion als Hilfsfahrzeug?  ???

wenns um den Winter geht ganz einfach. Wenn du mit einem Kurbler fahren kannst geht das im Winter wesentlich besser als mit einem E1. Der Kurbler macht nämlich genau das was du ihm als Fahrer vorgibst, der E1 nur bedingt. Da kommt es dann darauf an wie er eingstellt ist. Wenn die E1 von der ZW gekommen sind waren meist unfahrbar wenn der Schienenzustand nicht einwandfrei war.

Ferry

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Re: Winterdienst bei der Wiener Straßenbahn
« Antwort #32 am: 06. Oktober 2016, 21:14:13 »
darf man vermuten das du nie mit einem Kurbler gefahren bist. Sonst hätte sich die Frage für dich gar nicht gestellt.

Welchen Vorteil hat ein Kurbler in der Funktion als Hilfsfahrzeug?  ???

Der Unterschied zwischen einem Kurbler und einem Wagen mit moderner Steuerung ist etwa wie der zwischen einem PKW mit Schaltgetriebe & Kupplung und einer Automatik. Bei einem Kurbler zieht man beim Losfahren zunächst die Feststellbremse an, dann schaltet man auf die erste Fahrstufe und dann lässt man langsam die Feststellbremse los, wodurch sich der Wagen allmählich zu bewegen beginnt. Und genau dieses Loslassen bestimmt, wie sanft oder grob der Wagen in Bewegung gesetzt wird. Man kann also mit etwas Gefühl genau so losfahren, wie es einerseits für die angehängte Last und andererseits für den Schienenzustand angemessen ist, weil ein langsames Lösen der Bremse unmittelbar über die Bremskurbel möglich ist.

Bei Wagen mit Chopper-Steuerung bzw. ganz allgemein, wo Fahr- und Bremshebel indirekt über Schütze o.ä. auf die Motoren einwirken, ist das in dieser direkten Form nicht möglich. Das Anfahren passiert also immer auf dieselbe Art, unabhängig davon, was geschleppt wird und unabhängig vom Schienenzustand. Und das kann eben in bestimmten Situationen problematisch sein.
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")

W_E_St

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Re: Winterdienst bei der Wiener Straßenbahn
« Antwort #33 am: 06. Oktober 2016, 22:02:34 »
Wobei man auf die Geamatic noch mehr einwirken kann als auf die neueren Steuerungen, oder?
"Sollte dies jedoch der Parteilinie entsprechen, werden wir uns selbstverständlich bemühen, in Zukunft kleiner und viereckiger zu werden!"

(aus einer Beschwerde über viel zu weit und kurz geschnittene Pullover in "Good Bye Lenin")

hema

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Re: Winterdienst bei der Wiener Straßenbahn
« Antwort #34 am: 06. Oktober 2016, 22:05:58 »

Der Unterschied zwischen einem Kurbler und einem Wagen mit moderner Steuerung ist etwa wie der zwischen einem PKW mit Schaltgetriebe & Kupplung und einer Automatik.
Der E1-Fahrschalter wurde früher auch händisch gesteuert, halt mittels Hebel statt der Kurbel. Aber wenn du glaubst, der hat sich damit besser fahren lassen als heute, bist du schwer im Irrtum!
Niemand ist gezwungen meine Meinung zu teilen!

haidi

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Re: Winterdienst bei der Wiener Straßenbahn
« Antwort #35 am: 06. Oktober 2016, 22:43:35 »

Der Unterschied zwischen einem Kurbler und einem Wagen mit moderner Steuerung ist etwa wie der zwischen einem PKW mit Schaltgetriebe & Kupplung und einer Automatik.
Der E1-Fahrschalter wurde früher auch händisch gesteuert, halt mittels Hebel statt der Kurbel. Aber wenn du glaubst, der hat sich damit besser fahren lassen als heute, bist du schwer im Irrtum!
Konnte man nicht mit der Schleuderbremsen-Taste die Handbremse zumindest zum Teil ersetzen?
Alle sagten es geht nicht - dann kam einer, der das nicht wusste und probierte es - und es ging

Klingelfee

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Re: Winterdienst bei der Wiener Straßenbahn
« Antwort #36 am: 07. Oktober 2016, 05:10:49 »

Der Unterschied zwischen einem Kurbler und einem Wagen mit moderner Steuerung ist etwa wie der zwischen einem PKW mit Schaltgetriebe & Kupplung und einer Automatik.
Der E1-Fahrschalter wurde früher auch händisch gesteuert, halt mittels Hebel statt der Kurbel. Aber wenn du glaubst, der hat sich damit besser fahren lassen als heute, bist du schwer im Irrtum!
Konnte man nicht mit der Schleuderbremsen-Taste die Handbremse zumindest zum Teil ersetzen?
Nicht wirklich. Denn mit der Schleuderbremstaste habe ich nur eine "Stufe" der Bremse. Und die Handbremse ist Stufenlos. Wenn es wirklich notwendig war, dann habe ich auch auf dem E1 die Handbremse und nicht die Schleuderbremsen-Taste verwendet. Für ständige Benutzung ist die Handbremse am E1 nicht optimal angebracht.

Und das ein LH keinen B/B1 ziehen darf liegt önur am Gewicht. Der LHOTKA ist dafür zu leicht. Im Anlassfall kann man mit einem LH/B nicht schnell genug stehen bleiben.
Bitte meine Kommentare nicht immer als Ausrede für die WL ansehen

HLS

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Re: Winterdienst bei der Wiener Straßenbahn
« Antwort #37 am: 07. Oktober 2016, 10:18:07 »


Der Unterschied zwischen einem Kurbler und einem Wagen mit moderner Steuerung ist etwa wie der zwischen einem PKW mit Schaltgetriebe & Kupplung und einer Automatik. Bei einem Kurbler zieht man beim Losfahren zunächst die Feststellbremse an, dann schaltet man auf die erste Fahrstufe und dann lässt man langsam die Feststellbremse los, wodurch sich der Wagen allmählich zu bewegen beginnt. Und genau dieses Loslassen bestimmt, wie sanft oder grob der Wagen in Bewegung gesetzt wird. Man kann also mit etwas Gefühl genau so losfahren, wie es einerseits für die angehängte Last und andererseits für den Schienenzustand angemessen ist, weil ein langsames Lösen der Bremse unmittelbar über die Bremskurbel möglich ist.

Bei Wagen mit Chopper-Steuerung bzw. ganz allgemein, wo Fahr- und Bremshebel indirekt über Schütze o.ä. auf die Motoren einwirken, ist das in dieser direkten Form nicht möglich. Das Anfahren passiert also immer auf dieselbe Art, unabhängig davon, was geschleppt wird und unabhängig vom Schienenzustand. Und das kann eben in bestimmten Situationen problematisch sein.
Ich kann aber auch beim E1 mich mit der Handbremse spielen und auch da, egal wieviel Last ich schleppe und egal wie ungünsig de Schienenzustand ist, ruck- & stoßlos sowie extremst gefühlvoll anfahren und anhalten.
Zugegeben, ist es da aber mit Hilfsschalthebel leichter, da wirklich jede Fahr- & Bremsstufe einzeln geschalten werden kann.

Mit einem Chopper wirds da allerdings doch etwas schieriger, allein weil ich mit einem Federspeicher bremsen bzw. anfahren müsste.


Und das ein LH keinen B/B1 ziehen darf liegt önur am Gewicht. Der LHOTKA ist dafür zu leicht. Im Anlassfall kann man mit einem LH/B nicht schnell genug stehen bleiben.
Habe ich mich also doch nicht geirrt.
"Grüß Gott"

Ich fühle mich nicht zu dem Glauben verpflichtet, dass derselbe Gott, der uns mit Sinnen, Vernunft und Verstand ausgestattet hat, von uns verlangt, dieselben nicht zu benutzen. Dieter Nuhr

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Re: Winterdienst bei der Wiener Straßenbahn
« Antwort #38 am: 07. Oktober 2016, 17:04:50 »
Beim Tw 100 der WLB geht das alles trotz GEAMATIC. Wenn man zb einen anderen Tw von der Wolfganggasse nach Inzersdorf abschleppen musste, wurde ab der Philadelphiabrücke gerne folgendes Vorgangsweise praktiziert.

.) Am ziehenden Tw wird die Notfahrt aktiviert. Dadurch wird mit den Notfahrstufen N0 bis N6 gefahren.
.) Wenn du auf N1 geschalten hast, dann löst du den Federspeicher mit dem Bremssteuerschalter. Der Lösebefehl steuert durch auf den geschleppten Tw. Die Notfahrt ist aber nur am gezogenen Tw aktiv, die steuert nicht auf den geschleppten Tw durch.
.) Dann schaltest du die weiteren Notfahrstufen sukzessive von N2 bis N6 hoch. Das entspricht der maximalen Serienstufe.

Das hatte den Grund, weil mit der GEAMATC unter umständen der Anfahrstrom so hoch war, das die Automatik das Fortschalten der einzelnen Stufen verhindert hätte und man sonst zu lange auf auf einer Widerstandsstufe gefahren wäre. Ausserdem sind da der Schleuder- und Gleitschutz deaktiviert und ich kann jederzeit mit dem Bremsteuerschalter händisch die beiden Federspeicherstufen aktivieren. Der Nachteil ist aber, das ich nicht elektrisch Bremsen kann, sondern nur mit dem Bremsteuerschalter den Federspeicher und die Schienenbremse aktivieren kann.

Ob das heute noch so praktiziert wird oder werden darf, entzieht sich meiner Kenntnis.

nord22

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Re: Winterdienst bei der Wiener Straßenbahn
« Antwort #39 am: 26. Oktober 2016, 16:06:36 »
* SP 6043 am Dr.-Karl-Renner-Ring (Foto: Robert Hergett, 12.02.1983)
* sz1 7174 ex d2 5110 ex D 244 in VRG; Skartierung von sz1 7174 per 10.09.1973 (Foto: Harald Herrmann).
* DP 6384 auf der Klosterneuburger Straße (Foto: Mag. Alfred Luft, 28.02.1955)

LG nord22

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Re: Winterdienst bei der Wiener Straßenbahn
« Antwort #40 am: 31. Oktober 2016, 08:09:17 »
Passt hier gut her; ob der Vw zu dieser Zeit nur die Stationen vom Schnee säuberte, oder auch die Gleisbereiche, weiß ich leider nicht.
Westbahnstraße Winter 1987!

nord22

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Re: Winterdienst bei der Wiener Straßenbahn
« Antwort #41 am: 15. Mai 2017, 08:30:36 »
G 709 mit Aufsteckschneepflug am inneren Währinger Gürtel bei der Stadtbahnstation Nußdorfer Straße (Foto: Mag. Alfred Luft, 28.02.1955). Die Gleisanlagen wurden 1961 umgebaut; seitdem gibt es hier nur mehr das Gleis Richtung Nußdorfer Straße.
M 4035 + al 7018 in der Hermesstraße (Foto: DI J. Michlmayr, 24.02.1962). Die Sandstreuung in den Haltestellen wurde damals mühsam durch händisches Sandstreuen von einem Lastbeiwagen abgewickelt.

LG nord22

nord22

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Re: Winterdienst bei der Wiener Straßenbahn
« Antwort #42 am: 21. Mai 2017, 13:09:51 »
Anbei eine besonders rare und wertvolle Aufnahme von der Arbeitswagentype GP auf G1 Basis, welche nur zehn Fahrzeuge umfasste. Instandnahme am 27.12.1961 und Ausmusterung aller Fahrzeuge nach wenig mehr als vier Monaten per 30.04.1962 (Foto: DI J. Michlmayr, 01.01.1962). Dies dürfte die kurzlebigste Arbeitswagentype in der Geschichte der Wiener Straßenbahn gewesen sein.

LG nord22

martin8721

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Re: Winterdienst bei der Wiener Straßenbahn
« Antwort #43 am: 21. Mai 2017, 21:18:02 »
Anbei eine besonders rare und wertvolle Aufnahme von der Arbeitswagentype GP auf G1 Basis, welche nur zehn Fahrzeuge umfasste. Instandnahme am 27.12.1961 und Ausmusterung aller Fahrzeuge nach wenig mehr als drei Monaten per 30.04.1962 (Foto: DI J. Michlmayr, 01.01.1962). Dies dürfte die kurzlebigste Arbeitswagentype in der Geschichte der Wiener Straßenbahn gewesen sein.

Auch interessant, dass es die Type GP in dieser Zeit gleich 2x gab -  die allseits bekannte, die von 1955-1991 im Stand war und diese hier.  :lamp:

Ferry

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Re: Winterdienst bei der Wiener Straßenbahn
« Antwort #44 am: 22. Mai 2017, 11:19:13 »
Anbei eine besonders rare und wertvolle Aufnahme von der Arbeitswagentype GP auf G1 Basis, welche nur zehn Fahrzeuge umfasste. Instandnahme am 27.12.1961 und Ausmusterung aller Fahrzeuge nach wenig mehr als drei Monaten per 30.04.1962 (Foto: DI J. Michlmayr, 01.01.1962). Dies dürfte die kurzlebigste Arbeitswagentype in der Geschichte der Wiener Straßenbahn gewesen sein.

Auch interessant, dass es die Type GP in dieser Zeit gleich 2x gab -  die allseits bekannte, die von 1955-1991 im Stand war und diese hier.  :lamp:

Und auch interessant, dass als Tausenderstelle ein Achter und kein Sechser - wie ansonsten bei Hilfstriebwagen üblich - genommen wurde.
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")