Autor Thema: Ein neuer Tiefpunkt der Stadtgestaltung: die ehemalige Wasserwelt  (Gelesen 11310 mal)

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Re: Ein neuer Tiefpunkt der Stadtgestaltung: die ehemalige Wasserwelt
« Antwort #45 am: 16. Juli 2017, 10:53:48 »
Der Wallensteinplatz ist sehr gelungen, entstand in der Ära Görg. @ Schwedenplatz - es wär eh zu hoffen, das Siegerprojekt war nicht besonders und passt genau in den derzeitigen "Stil". Übrigen: In der Seestadt sind die Freiräume des ersten Bauteils durchaus gelungen; leider hat man einen Wettbewerb für den nächsten Bauteil gemacht, mit sehr guten Beiträgen, gewonnen hat ein ganz ödes Projekt mit vor allem Asphalt und faden kugelförmigen "Möbeln". War wahrscheinlich das in der Ausführung billigste. Man hat einfach keinen Geschmack in den relevanten Kreisen...: http://www.quer-magazin.at/home/19-2016/478
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Re: Ein neuer Tiefpunkt der Stadtgestaltung: die ehemalige Wasserwelt
« Antwort #46 am: 16. Juli 2017, 12:00:35 »
Der Wallensteinplatz ist sehr gelungen, entstand in der Ära Görg.
Seiner Partei hat das Resultat seinerzeit – tatsächlich ausgeführt wurden die Plaungen ja erst 2003/04 – aber ganz und gar nicht zugesagt ("öde Steinfläche").
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Re: Ein neuer Tiefpunkt der Stadtgestaltung: die ehemalige Wasserwelt
« Antwort #47 am: 16. Juli 2017, 12:07:38 »
Der Wallensteinplatz ist sehr gelungen, entstand in der Ära Görg.
Seiner Partei hat das Resultat seinerzeit – tatsächlich ausgeführt wurden die Plaungen ja erst 2003/04 – aber ganz und gar nicht zugesagt ("öde Steinfläche").
Görg war ja in der Partei überhaupt eher unbeliebt. Aber das ist in der Wiener ÖVP ohnehin bei jedem Obmann so, dass der eher früher als später hinausgebissen wird.
Mit uns kommst du sicher... zu spät.

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Re: Ein neuer Tiefpunkt der Stadtgestaltung: die ehemalige Wasserwelt
« Antwort #48 am: 16. Juli 2017, 12:51:37 »
Ich wollte mit meinem Posting eigentlich nur auf die damals herrschende Harmonie und Ästhetik in repräsentativen Stadträumen hinweisen. Und die hat natürlich nichts zu tun mit sozialen und hygienischen Missständen. Man vergleiche nur alte Fotos vom Süd- und Ostbahnhofgebäude und der Parkanlage davor mit dem Entree zum Hauptbahnhof!

Das stimmt! Ich kenne da Fotos aus Slezak-Büchern ...

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Re: Ein neuer Tiefpunkt der Stadtgestaltung: die ehemalige Wasserwelt
« Antwort #49 am: 16. Juli 2017, 15:40:56 »
gewonnen hat ein ganz ödes Projekt mit vor allem Asphalt und faden kugelförmigen "Möbeln". War wahrscheinlich das in der Ausführung billigste. Man hat einfach keinen Geschmack in den relevanten Kreisen...: http://www.quer-magazin.at/home/19-2016/478

Brr... Vor allem werden die Bäumchen erst in einigen Jahren eine brauchbare Größe erreicht haben - bis dahin wird das eine 40°-Wüste.

Dabei ließe sich das so einfach besser machen: Platten/Pflaster statt Asphalt und Brunnen/Wasserspiel in die Mitte - voilá, schon wären wir (fast) in Frankreich. Das kann doch nicht die Welt kosten.
Liebe Fahrgäste: Der Zug ist abgefahren.

schaffnerlos

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Re: Ein neuer Tiefpunkt der Stadtgestaltung: die ehemalige Wasserwelt
« Antwort #50 am: 16. Juli 2017, 16:02:00 »
Zu diesem Thema gibt es einen Artikel von Martina Salomon:

https://kurier.at/meinung/wo-ist-der-fonds-fuer-die-erhaltung-des-historischen-erbes/274.965.058

Wo ist der Fonds für die Erhaltung des historischen Erbes?
Martina Salomon
15.07.2017, 06:00

Stellen wir uns einmal vor, eine andere Koalition als Rot-Grün hätte Wiens Weltkulturerbe auf die "Rote Liste" gebracht. Hätte die intellektuelle Elite dieses Landes dann nicht noch lauter über Kulturlosigkeit und "neoliberalen Ausverkauf" der Stadt geschimpft? So aber geht man letztlich zur Tagesordnung über und hält den Weltkulturerbe-Status, der durch einen völkerrechtlichen Vertrag besiegelt ist, eigentlich eh irgendwie für überschätzt (während sich andere österreichische Regionen darum bewerben).

Eines stimmt: Wien ist und bleibt – dank seiner tollen historischen Bausubstanz – ein Magnet für Touristen. Doch es gibt immer mehr Reisende, die bewusst Städte und Regionen mit Weltkulturerbe-Status aufsuchen (wenn auch meist die unbekannteren). Sie betrachten es zu Recht als Gütesiegel für einen Ort, der seine Kultur achtet und Außerordentliches zu bieten hat.

Grenzenlose Bauwut

Und besteht nicht auch die Gefahr, dass man sich in Wien ohne Weltkulturerbe nichts mehr "pfeift" und der Bauwut keine Grenzen setzt? Im Grunde sind die Auflagen des UNESCO-Gremiums ohnehin nicht sehr streng. Eigentlich bräuchte man längst eine Initiative für die Schönheit der Städte: einen Fonds für Baukultur und Erhaltung des historischen Erbes. Er müsste gut dotiert sein, es gibt viel zu tun: Beschmierungen entfernen, verwaiste Standln wegräumen und für die benutzten eine einheitliche Form entwerfen, den Schilderwald entrümpeln, Plätze wieder für die Menschen gewinnen, Scheußlichkeiten rückbauen. Für die vielen, oft brutalen Dachaufbauten ist es ohnehin zu spät. Aber schon eine Verringerung des "Grind-Faktors" wäre ein Fortschritt.

Wir haben gelernt, Verschandelung zu ignorieren. Aber gehen Sie zum Beispiel einmal mit offenen Augen rund um die Wiener Oper: Sie finden dort Fresshüttel-Wucherung, stolpern über einen rosa Hasen, sinnlose Verkehrsschilder, ungestaltete Busparkplätze, verwahrloste öffentliche Flächen.

Leider ist auch die Neugestaltung aller Wiener Bahnhöfe architektonisch entgleist. Wien hat zu viel schlechte Bauträgerarchitektur, die nur dazu da ist, das Maximum an Kubatur herauszupressen. Auch der Plan am Heumarkt wird wohl in keine Architektur-Zeitschrift als Vorzeigeprojekt eingehen.

Gute Architektur gesucht

Wiens Markenzeichen in der Welt ist die Ringstraßenarchitektur, die alte Pracht des Habsburgerreichs. Natürlich muss sich eine Stadt dennoch architektonisch weiterentwickeln. Aber zumindest in der inneren City sollte das mit äußerster Behutsamkeit geschehen. Keine Frage: Der Gebäudekomplex rund um den Heumarkt bedarf einer Neuentwicklung und ist alles andere als schön. Aber warum hat man so einen heiklen Platz zu 100 Prozent einem Investor überlassen, dem man keinen Vorwurf machen kann, daraus Gewinn schlagen zu wollen? Und nur darum geht es beim umstrittenen Turm, nicht um eine "Leuchtturm-Architektur". Diese gibt es immerhin am WU-Campus und führt vor, wie man eine heruntergekommene Gegend aufwerten kann. Qualitätsvolles Bauen, Maßnahmen gegen Tendenzen zur Verslumung und Ghettoisierung, die Erhaltung von menschlichem Maß, Respekt vor dem kulturellen Erbe: Das wären Themen für einen Wahlkampf. Wer kümmert sich darum?

© kurier.at - Wien 2017

Soundy

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Re: Ein neuer Tiefpunkt der Stadtgestaltung: die ehemalige Wasserwelt
« Antwort #51 am: 16. Juli 2017, 20:08:02 »
Ein guter Artikel, dem man nur zustimmen kann.

Soundy

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Re: Ein neuer Tiefpunkt der Stadtgestaltung: die ehemalige Wasserwelt
« Antwort #52 am: 17. Juli 2017, 23:52:03 »
Ein guter Artikel, dem man nur zustimmen kann.
Bis auf die Beschreibung der WU als "qualitätsvolles Bauen". Die Verantwortlichen dort haben Glück, dass sie noch keinen Prozess wegen fahrlässiger Tötung am Hals haben - die Verkleidung der Bibliothek ist nur zufällig außerhalb der Öffnungseiten heruntergefallen. Und dass auch ein zweites Gebäude bereits renoviert werden muss(te), ist auch kein Siegel für Qualität. ::)
Dass die schiefen Treppen im Bibliotheksgebäude weder bequem noch praktisch (Verschmutzung der schiefen Wände durch Schuhsohlen) sind, ist da noch fast harmlos. :P
"das korrupteste Nest auf dem weiten Erdenrund"
Mark Twain über die Wienerstadt.

martin8721

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Re: Ein neuer Tiefpunkt der Stadtgestaltung: die ehemalige Wasserwelt
« Antwort #53 am: 24. Juli 2017, 08:51:50 »
Weil's zum Thema passt:
Auf der Philadelphiabrücke wurde in den letzten Tagen ein mannshohes Geländer angebracht, was der Ästhetik natürlich ungemein zuträglich ist.  :-[
Ich persönlich finde ich es halt recht traurig, da ich schon als kleiner Junge gerne dort gestanden bin und die Züge beobachtet habe. Der weite Blick Richtung Matzleinsdorfer Platz wird einem jetzt durch ein Plastikglas verwehrt bzw. stark getrübt.  :-\
War sicher die Idee eines Sicherheitsfanatikers...

coolharry

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Re: Ein neuer Tiefpunkt der Stadtgestaltung: die ehemalige Wasserwelt
« Antwort #54 am: 24. Juli 2017, 09:03:43 »
Weil's zum Thema passt:
Auf der Philadelphiabrücke wurde in den letzten Tagen ein mannshohes Geländer angebracht, was der Ästhetik natürlich ungemein zuträglich ist.  :-[
Ich persönlich finde ich es halt recht traurig, da ich schon als kleiner Junge gerne dort gestanden bin und die Züge beobachtet habe. Der weite Blick Richtung Matzleinsdorfer Platz wird einem jetzt durch ein Plastikglas verwehrt bzw. stark getrübt.  :-\
War sicher die Idee eines Sicherheitsfanatikers...

Die werden anscheinend nach und nach überall installiert. Beim Verschiebebahnhof sind die Dinger schon seit Jahren.
Was das bringen soll muss mir mal einer vorhupfen. Sinn seh ich darin keinen, ausser das man eben nicht mehr runter schauen kann.


Und wer ein paar Tiefpunkte der Stadtgestaltung der letzten Jahre ansehen will, muss nur mal mit offenen Augen durch den 22. Bezirk gehen. Genau genommen entlang der U2. Da Reihen sich Höhepunkte und Tiefpunkte kuschelig aneinander.
Das Glück ist ein Vogerl. Wenns knallt ist es weg.

Ferry

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Re: Ein neuer Tiefpunkt der Stadtgestaltung: die ehemalige Wasserwelt
« Antwort #55 am: 24. Juli 2017, 09:17:14 »
Weil's zum Thema passt:
Auf der Philadelphiabrücke wurde in den letzten Tagen ein mannshohes Geländer angebracht, was der Ästhetik natürlich ungemein zuträglich ist.  :-[
Ich persönlich finde ich es halt recht traurig, da ich schon als kleiner Junge gerne dort gestanden bin und die Züge beobachtet habe. Der weite Blick Richtung Matzleinsdorfer Platz wird einem jetzt durch ein Plastikglas verwehrt bzw. stark getrübt.  :-\
War sicher die Idee eines Sicherheitsfanatikers...

Die werden anscheinend nach und nach überall installiert. Beim Verschiebebahnhof sind die Dinger schon seit Jahren.
Was das bringen soll muss mir mal einer vorhupfen. Sinn seh ich darin keinen, ausser das man eben nicht mehr runter schauen kann.

Wobei man sicher auch Glas hätte nehmen können, das eine Durchsicht gestattet hätte.
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")

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Re: Ein neuer Tiefpunkt der Stadtgestaltung: die ehemalige Wasserwelt
« Antwort #56 am: 24. Juli 2017, 09:40:40 »
Ich glaube, dass es hier nicht nur um Sicherheit der Brückenbenützer geht, sondern auch um die Sicherheit des Verkehrs darunter, da es zumeist jugendliche Trotteln gibt, die irgendwas runterwerfen. Aus diesem Grund hat man ja auch im Türkenschanzpark um den Einschnitt der Vorortelinie hohe Zäune errichtet. 

haidi

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Re: Ein neuer Tiefpunkt der Stadtgestaltung: die ehemalige Wasserwelt
« Antwort #57 am: 24. Juli 2017, 09:52:18 »
Dachte ich  mir auch. Jetzt müssen die die Steine über das Ding werfen und der Lokführer hat keinerlei Chancen, die Täter zu beschreiben.
Alle sagten es geht nicht - dann kam einer, der das nicht wusste und probierte es - und es ging

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Re: Ein neuer Tiefpunkt der Stadtgestaltung: die ehemalige Wasserwelt
« Antwort #58 am: 24. Juli 2017, 15:26:08 »
Wobei man sicher auch Glas hätte nehmen können, das eine Durchsicht gestattet hätte.
Das macht man normalerweise deswegen nicht, damit nicht zu viele Vögel als Kamikazeflieger verenden.
Mit uns kommst du sicher... zu spät.

Linie 360

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Re: Ein neuer Tiefpunkt der Stadtgestaltung: die ehemalige Wasserwelt
« Antwort #59 am: 24. Juli 2017, 16:03:12 »
Diese Dinger werden als Schutz gegen das gegenseitige Blenden im Finstern montiert (ja, das ist ernsthaft der tatsächliche Grund)!