Autor Thema: Neue Garnituren (war: Änderung der Linien 10/60)  (Gelesen 72522 mal)

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captainmidnight

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Re: Neue Garnituren (war: Änderung der Linien 10/60)
« Antwort #330 am: 14. Dezember 2020, 22:24:10 »
Auch heute noch könnte eine 52er einen Railjet durch den Wienerwaldtunnel ziehen, und die würde nicht mal durch die fehlende ETCS-Ausrüstung zwangsgebremst werden.  >:D

Also das hätte was - wobei ich aber mehr für einen Einsatz übern Berg wäre - da würde auch die Vmax von 80 kein Problem sein - das wären Fotomotive

Taurus

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Re: Neue Garnituren (war: Änderung der Linien 10/60)
« Antwort #331 am: 15. Dezember 2020, 06:58:48 »
Betrieblich ist es aber doch ein großer Vorteil, wenn man untereinander kuppeln kann.
Mechanisch ja, z.B. für Verschubfahrten. Ansonsten würde ich einen Mischbetrieb im Fall der WLB als unnötig bezeichnen. Die Reihen 400 und 500 sind beide niederflurig und klimatisiert. Ein Mischbetrieb im Fahrgasteinsatz wäre bestenfalls ein "nice to have", betrieblich notwendig ist er sicher nicht.
Als "nice to have" würde ich das nicht bezeichnen. Argumente sind ja dazu schon gekommen:

Wenn bei einem 400+400 Zug dann ein Triebwagen mal ex geht, aus welchem Grund auch immer, und in die Werkstatt muss, wäre es doch vorteilhaft, da flexibel zu sein und ggf. dann einen 500er anzuhängen.

Ich habe aber auch die Gegenseite beleuchtet. Von der ÖBB weiß ich, dass ein Talent mit 4020 mechanisch gekuppelt werden kann (also nicht für betriebliche Flexibilität im Fahrgasteinsatz). Welche anderen Kombinationen mit aktuellen Triebwägen möglich sind weiß ich nicht. Passt also betrieblich oder wäre zu teuer oder technisch zu kompromissbehaftet gewesen (warum fährt vor meinem geistigen Auge gerade ein E6-T-Zug vorbei?).

Früher war alles irgendwie einheitlich. Da konnte man alles kuppeln. Auch heute noch könnte eine 52er einen Railjet durch den Wienerwaldtunnel ziehen, und die würde nicht mal durch die fehlende ETCS-Ausrüstung zwangsgebremst werden.  >:D
Irgendwelche behelfsmäßigen Konstruktionen zum Abschleppen sind ein anderes Thema.
Wie oben erwähnt. Die T waren eine extra für die U6 gebaute Neukonstruktion mit ganz anderen Stückzahlen und wurden unter anderem mit dem Ziel die Barrierefreiheit zu erhöhen so bestellt.
Und das der Railjet Schraubenkupplungen hat liegt halt auch daran, dass man die bestehenden Taurus verwenden wollte.

Gerhard V

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Re: Neue Garnituren (war: Änderung der Linien 10/60)
« Antwort #332 am: 11. Januar 2021, 17:56:23 »
Hallo zusammen,

ich möchte das Thema gerne noch einmal aufgreifen und vielleiht ein paar sinnbringende Hinweise geben: Im Grunde sind hier die Argumente schon genannt, allerdings m. E. irgendwie nicht zusammenfassend.
Sicherlich ist es betrieblich wünschenswert, eine Kompatibiltät unter den Fahrzeugen zu haben. Das hat allerdings Einschränkungen. Ab einer gewissen Flottengröße ist es nämlich nicht mehr so wichtig, ob Kompatibilität herrscht: Wenn die prozentuale Fahrzeugreserve so groß wird, dass von allen Kompatibiltätsklassen genügend Fahrzeuge vorhanden sind, dann ist es irrelevant, ob alle untereinander kompatibel sind, man nimmt dann halt das passende Fahrzeug. Außerdem ist es in der Tat definitv so, dass eine Anpassung an uralte Fahrzeuge wie die 100er Hindernisse mit sich bringt. Ich finde die 52 mit dem Railjet ganz gut als Idee: Man kann die Türsteuerung nicht benutzen, die 52er ist nicht Wendezugfähig, Durchsagen des Lokführers sind nicht möglich... Man setzt sich immer auf einen alten Standard, wenn man abwärtskompatibel bleiben möchte. Damit kann man dann halt auch neue Features nicht implementieren. Bei einigen Bahnen ist z. B. eine Türselektive Steuerung nötig, um an kurzen Bahnsteigen halten zu können. Das z. B. in einen 100er oder 400er zu implementieren, wäre grausig, weil man an die ganze Software dranmüsste. Oder wenn man neue Ticketautomaten integriert mit neuen Funktionen und Protokollen, z. B. für die Ortung. Oder für eine Klimaanlagenssteuerung, wenn Fahrzeuge dabei sind, die gar keine haben. Auch nice-to-haves wie z. B. Halblichtschaltung für Überführungsfahrten zum Energiesparen oder die Versorgung von Reisendeininformationssystemen. Was es mittlerweile z. B. auch gibt, ist eine drahtlose Übertragung von Wartungsdaten bei der Einfahrt in die Remise: Wenn man nicht irgendwann den alten Zopf abschneidet, dann kommt man nie zu einem Fortschritt. Ich weiß schon, diverse von mir hier genannte Punkte sind für die WLB nicht relevant, aber einige vielleicht schon und im Übrigen geht es mir um das Prinzip, das ich zu zeigen versuche. Kompatibilität ist irgendwann ein riesen Klotz am Bein.

Ich hoffe, ich komme halbwegs verständlich 'rüber.

Viele Grüße

Gerhard.

KSW

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Re: Neue Garnituren (war: Änderung der Linien 10/60)
« Antwort #333 am: 11. Januar 2021, 20:59:41 »
Was ich nicht ganz verstehe: wozu sollte es diese Kompatibilität geben?
Die 500er ersetzen ja die 100er, insofern kann dann Typenrein mit 400/400 bzw. 500/500 gefahren werden. Beide sind niederflurig, beide haben(bekommen verstärkt) eine Klimaanlage.
Zumindest 1 Wagen/Type wird man wohl immer als Reserve vorhalten, somit ist es egal, ob man dann einen 500er oder einen 400er austauscht, wenn es notwendig ist (zumal vermutlich die Garnitur ohnehin für einen Umlauf ausfallen wird, weil vor der Remise werden die wenigsten Wagen defekt).

Dass die T zuerst mit den E6 und später umgerüstet mit den T1 kompatibel waren hatte ja vor allem die betrieblichen Gründe, flächendeckend den selben Standard bieten zu können, also zuerst überall Niederflur, später überall Klimatisierung.