Autor Thema: Fahrzeugeinsatzmöglichkeiten (war: [DE] München)  (Gelesen 4808 mal)

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highspeedtrain

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Fahrzeugeinsatzmöglichkeiten (war: [DE] München)
« am: 31. März 2018, 13:32:30 »
Und wieder mal eine gute Idee, die Wien niemals zuzutrauen wäre, obwohl ich persönlich durchaus Einsatzgebiete sähe.

Hawk

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Re: Fahrzeugeinsatzmöglichkeiten (war: [DE] München)
« Antwort #1 am: 31. März 2018, 14:31:59 »
Und wieder mal eine gute Idee, die Wien niemals zuzutrauen wäre, obwohl ich persönlich durchaus Einsatzgebiete sähe.
Obwohl in Wien wäre das eine gut Idee, denn wen die ersten A ausscheiden, wäre eine solche Sache wunderbar, passt es nicht umbauen!  ;)
Das leben zwingt einen oft in die Knie,jedoch ein jeder kann selbst entscheiden ob er liegen bleibt oder wieder aufsteht! :-)

38ger

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Re: Fahrzeugeinsatzmöglichkeiten (war: [DE] München)
« Antwort #2 am: 31. März 2018, 19:04:26 »
Und wieder mal eine gute Idee, die Wien niemals zuzutrauen wäre, obwohl ich persönlich durchaus Einsatzgebiete sähe.
Obwohl in Wien wäre das eine gut Idee, denn wen die ersten A ausscheiden, wäre eine solche Sache wunderbar, passt es nicht umbauen!  ;)

Naja ... ob es so eine gute Idee ist auf Zwei- und Dreiteiler zu setzen, wenn man auch einfach Fünfteiler bestellen könnte ... da wäre eine schnellere Fertigstellung des Trambetriebshofes eventuell die bessere Idee. Beim Bus finde ich die Lösung mit dem Anhänger sehr gut, da Doppelgelenkbusse und überlange Gelenkbusse bei nicht höherer Kapazität sehr viel teurer sind, als die Lösung mit dem Anhänger. Bei der Straßenbahn hingegen gibt es dieses Argument hingegen nicht - ein Fünfteiler ist vermutlich sogar billiger als ein Zweiteiler und ein Dreiteiler zusammen! Wobei der Fünfteiler dann ja auch noch etwas mehr Platz bietet, weil man keinen zweiten Führerstand braucht. Dass ein durchgehender Wagen attraktiver ist, als zwei getrennte Wägen, ist da nur noch ein Nebeneffekt - allerdings auch einer der eher für den Fünfteiler sprechen würde.

In Wien wäre Kupplungsbetrieb allerdings wirklich eine gute Idee - aus dem einfachen Grund, weil es einen Überschuss an kurzen ULF gibt. Würde man auf den Linien O, 9 und 46 lange ULF einsetzen, dann könnte man etwa auf den Linien 6 und 43 A und B in Traktion fahren und so die Zuverlässigkeit der Linien bei gleichbleibender Kapazität deutlich erhöhen. Klar, dass das ganze wenig realistisch ist, weil man etliche Stationen umbauen müsste, was insbesondere bei der Alser Straße und in der USTRAB sehr aufwändig wäre.
Der Kupplungsbetrieb an sich ist natürlich auch in Wien nicht vorteilhaft gegenüber XL-Trams, bis jedoch alle E1-c4, alle E2-c5 und einige Dutzend der kurzen ULF ausgemusterst sein werden vergeht noch so viel Zeit, dass dies eine gute Lösung wäre für die nächsten 20 (?) Jahre.

highspeedtrain

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Re: Fahrzeugeinsatzmöglichkeiten (war: [DE] München)
« Antwort #3 am: 31. März 2018, 22:48:12 »
Vorbildlich finde ich die 7-teiligen Flexity-Trams in Berlin oder die 9-teiligen Urbos-Trams in Budapest. Die Münchner Lösung mit zweiteiligen Avenios (+ 3-teiligen) halte ich für eine teure Lösung.

Grundsätzlich würde ich das auch so sehen, aber - auf Wien bezogen - müsste man dann mit einer Fahrzeugflotte leben, die nicht überall einsetzbar ist. Und in vielen Bahnhöfen hätte man damit wohl auch Probleme.

Deshalb könnten „Traktionen“ durchaus eine Alternative sein.

38ger

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Re: Fahrzeugeinsatzmöglichkeiten (war: [DE] München)
« Antwort #4 am: 01. April 2018, 02:34:32 »
Natürlich wäre eine Fahrzeuglänge besser als zwei verschiedene (Siehe unsere oft überflüssigen A, A1 in Wien)
Andererseits finde ich die Lösung mit den Zweiteilern in Doppeltraktion zu fahren auch recht interessant wie das ganze Konzept ansich, allerdings steht und fällt das Konzept für mich wenn man nicht bereit ist den Betrieb flexibel zu gestalten was Verstärkungen und auch das Trennen von Zügen angeht.

Montag bis Freitag, wenn Schultag in Doppeltraktion zu fahren und an Samstagen, Sonntagen, Feiertagen und (je nach Linie) eventuell an schulfreien oder unifreien Werktagen einzeln zu fahren halte ich für machbar. Ausschließlich zu den Spitzenverkehrszeiten an Werktagen von 6 bis 9h und von 15 bis 19h in Doppeltraktion zu fahren und sonst einzeln ist vom Verschubaufwand jedoch so aufwändig, dass es sich kein Betrieb in weiter entwickelten Industriestaaten mehr leisten kann. Da fallen einfach zu viele Personalkosten an, sodass es in Summe auch billiger ist zu Schwachlastzeiten unnötig viel Kapazität mitzuführen. So schätze ich das jedenfalls ein. Rein theoretisch anders wäre das vielleicht, wenn man für jede einzelne Linie jeweils genau eine eigens zugewiesene Abstellhalle hätte, die jeweils nur wenige Hundert Meter Betriebsstrecke hätte - also so, wie in Paris, wenn ich mich nicht irre. Aber zumindest so, wie in Wien, bei den dichten Intervallen, Linienüberlagerungen, längeren Anfahrtswegen von den Abstellhallen zu den tatsächlichen Linienwegen usw. ist ein An- und Abkuppeln von zweitem Triebwagen sicherlich nicht rentabel. Nicht umsonst hat man auf den U-Bahnen aufgehört Kurzzüge einzusetzen - und das obwohl diese eh nur tageweise (Samstag?, Sonntag, Feiertag) und nicht stundenweise (z.B. 9-15h und ab 19h) gefahren sind!

T1

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Re: Fahrzeugeinsatzmöglichkeiten (war: [DE] München)
« Antwort #5 am: 01. April 2018, 10:52:50 »
Und wieder mal eine gute Idee, die Wien niemals zuzutrauen wäre, obwohl ich persönlich durchaus Einsatzgebiete sähe.
Zweiteiler in einer Großstadt wie München oder Wien sind nicht einmal als aus Not geborener Lösung (wie hier in München) irgendwie akzeptabel.

Teuer, verschenkte Kapazität (Führerstands- und Kupplungsbereich) und de facto nicht solo einsetzbar (vielleicht im Nachtverkehr, aber selbst da wohl eher nicht).

Aber ja, unter den Münchner Umständen irgendwie verständlich…

TW 292

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Re: Fahrzeugeinsatzmöglichkeiten (war: [DE] München)
« Antwort #6 am: 01. April 2018, 14:29:55 »
3+3 würde ja Sinn machen auf Linien wo man Kapazität braucht, und nebenbei könnte man diese auch in Solo einsetzen, die Zweiteiler verstehe den Sinn in denen nicht.

Fünfteiler könnte man doch auch bestellen?

Metrotram

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Re: Fahrzeugeinsatzmöglichkeiten (war: [DE] München)
« Antwort #7 am: 01. April 2018, 14:36:08 »
An 3+3 hat man sich wegen den kompliziert umzubauenden Haltestellen Sandstraße und Stiglmaierplatz (2! Haltestellen) nicht getraut. Am Stiglmaierplatz wurde für 2+3 die Haltelinie nun so vorgezogen, dass eine Abfertigung des Zuges nicht möglich sein wird. Was dazu die TAB sagen wird?

Fünfteiler werden bestellt, um pünktlich in den neuen Betriebshof geliefert zu werden. Ca. 2023.

Drei P-Wagen bleiben bis 2020/21 im Einsatz.

highspeedtrain

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Re: Fahrzeugeinsatzmöglichkeiten (war: [DE] München)
« Antwort #8 am: 01. April 2018, 18:54:33 »
Und wieder mal eine gute Idee, die Wien niemals zuzutrauen wäre, obwohl ich persönlich durchaus Einsatzgebiete sähe.
Zweiteiler in einer Großstadt wie München oder Wien sind nicht einmal als aus Not geborener Lösung (wie hier in München) irgendwie akzeptabel.

Noch einmal: Doch. Wenn man weiterhin universell einsetzbare Fahrzeuge haben und trotzdem auf manchen Linien längere Züge einsetzen will (glaubt ja bitte keiner, dass man in Wien jemals das Ganze Netz für >35m-Züge umbauen wird/kann).

38ger

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Re: Fahrzeugeinsatzmöglichkeiten (war: [DE] München)
« Antwort #9 am: 01. April 2018, 19:28:19 »
Und wieder mal eine gute Idee, die Wien niemals zuzutrauen wäre, obwohl ich persönlich durchaus Einsatzgebiete sähe.
Zweiteiler in einer Großstadt wie München oder Wien sind nicht einmal als aus Not geborener Lösung (wie hier in München) irgendwie akzeptabel.

Noch einmal: Doch. Wenn man weiterhin universell einsetzbare Fahrzeuge haben und trotzdem auf manchen Linien längere Züge einsetzen will (glaubt ja bitte keiner, dass man in Wien jemals das Ganze Netz für >35m-Züge umbauen wird/kann).

ALLE Linien ist aber auch nicht notwendig. Selbst wenn man "nur" 6 und 43 für XL-Trams (mit z.B.48, 60, 72 Meter Länge) adaptieren würde, würde das schon eine Fahrzeugzahl erfordern, die so groß wäre, dass sie eine eigene Flotte rechtfertigen würde, die dann auch auf 2,65m breite Fahrzeuge ausgelegt sein könnte.
Natürlich wäre es nicht sinnvoll auf jeder Linie andersartige Fahrzeuge einzusetzen, aber bei einem Straßenbahnnetz von der Größe, wie es das Wiener-Netz hat muss man mit drei Fahrzeugarten (24m kurz, 36m lang sowie 48 bis 60m) ja wohl zurechtkommen.
Es verlangt ja auch niemand,  dass man mit den Capacity-Bussen am 59A fahren können muss, oder mit Gelenkbussen auf den Citybuslinien. Sinnvoll wäre beim Beispiel 6er dann halt eine alternative Ausbaustrecke Burggasse-Matzleinsdorferplatz-St. Marx-Enkplatz sowie eine Alternativroute Enkplatz-Absberggasse-Q.Belvedere-Burggasse und Meidling-Matzleinsdorferplatz-Enkplatz. Beim 43er wäre eine Alternativroute über die ehem. "alte" Linie 44 - mit über den 9er abgekürzten Varianten ebenfalls sehr hilfreich. Aber das wären dann auch wirklich schon alle Strecken, wo eine Bahnsteigverlängerung Sinn machen würde.

T1

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Re: Fahrzeugeinsatzmöglichkeiten (war: [DE] München)
« Antwort #10 am: 01. April 2018, 20:01:06 »
Und wieder mal eine gute Idee, die Wien niemals zuzutrauen wäre, obwohl ich persönlich durchaus Einsatzgebiete sähe.
Zweiteiler in einer Großstadt wie München oder Wien sind nicht einmal als aus Not geborener Lösung (wie hier in München) irgendwie akzeptabel.

Noch einmal: Doch. Wenn man weiterhin universell einsetzbare Fahrzeuge haben und trotzdem auf manchen Linien längere Züge einsetzen will (glaubt ja bitte keiner, dass man in Wien jemals das Ganze Netz für >35m-Züge umbauen wird/kann).
Super, universell einsetzbar, dann kann man mit 18m-Wagen am 6er fahren!

Wenn du universell einsetzbare Traktionen meinst: Das sind sie ja dann auch nicht, weil ja der passende Gegenpart da sein muss. Und wenn man so weit Flottenmanagement betreibt, kann man auch gleich längere Fahrzeuge vorhalten.

highspeedtrain

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Re: Fahrzeugeinsatzmöglichkeiten (war: [DE] München)
« Antwort #11 am: 01. April 2018, 23:33:08 »
Ich fand München nicht wegen der 18m-Züge interessant, sondern wegen der Mehrfachtraktion.

Ich hätte überhaupt nichts gegen längere Züge, aber die überwiegende Mehrheit hier im Forum war immer der Meinung, dass Fahrzeuge, die nur auf einem Teil des Netzes einsetzbar sind, ein No-Go seien. Unter dieser Prämisse sind längere Züge nur mit kuppelbaren Fahrzeugen möglich.

38ger

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Re: Fahrzeugeinsatzmöglichkeiten (war: [DE] München)
« Antwort #12 am: 02. April 2018, 01:56:04 »
Ich fand München nicht wegen der 18m-Züge interessant, sondern wegen der Mehrfachtraktion.

Ich hätte überhaupt nichts gegen längere Züge, aber die überwiegende Mehrheit hier im Forum war immer der Meinung, dass Fahrzeuge, die nur auf einem Teil des Netzes einsetzbar sind, ein No-Go seien. Unter dieser Prämisse sind längere Züge nur mit kuppelbaren Fahrzeugen möglich.

Diese Prämisse ist aber willkürlich festgelegt. Ob sie eine Mehrheit im Fotum hier findet, würde ich eher bezweifeln. Jedenfalls erinnere ich mich 1. daran, dass hier Skizzen einer neuen Haltestellenlage der Station Alser Straße zu finden waren (um längere Züge am 43er zu ermöglichen,  2. an den Vorschlag das Netz langfristig Linie für Linie von "schmalen" Straßenbahnen auf welche mit 2,65m breiten umzustellen (dabei ging es um breitere Flexitys und darum, dass man sie ja nicht auf allen Linien einsetzen können muss) und 3. an einen Vorschlag Transdanubiens Netz stadtbahnartiger zu gestalten.

highspeedtrain

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Re: Fahrzeugeinsatzmöglichkeiten (war: [DE] München)
« Antwort #13 am: 02. April 2018, 08:17:26 »
Naja, hab mir hier schon öfter mit dem Gedanken „längere Fahrzeuge fürs transdanubische Netz“ die Finger verbrannt;) Von mir wirst du diesbezüglich keine Gegnerschaft zu erwarten haben...

T1

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Re: Fahrzeugeinsatzmöglichkeiten (war: [DE] München)
« Antwort #14 am: 02. April 2018, 10:25:51 »
Ich fand München nicht wegen der 18m-Züge interessant, sondern wegen der Mehrfachtraktion.
Sorry, aber du hast in Antwort #657 explizit Zweiteiler als akzeptable Lösung betitelt. Und da bleibe ich bei Nein, weder für München noch für Wien.

Ich hätte überhaupt nichts gegen längere Züge, aber die überwiegende Mehrheit hier im Forum war immer der Meinung, dass Fahrzeuge, die nur auf einem Teil des Netzes einsetzbar sind, ein No-Go seien. Unter dieser Prämisse sind längere Züge nur mit kuppelbaren Fahrzeugen möglich.
Na ja, so wie sich die Wiener Linien zurzeit verhalten, könnte das sogar zutreffend sein. Aber wir reden ja immer von einer idealen Welt. Und da wären zumindest temporäre Subnetze in einer Umstellungsphase überhaupt kein Problem, ich glaube, da bist du hier in guter Gesellschaft. Es würde aber halt unter den Bedingungen der realen Welt (Wiener Linien) nicht funktionieren, manche (siehe direkt über mir) wollen das ja nicht einmal andiskutiert haben.