Autor Thema: Notbeleuchtung M und L1 Amsterdam  (Gelesen 2327 mal)

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Schlosser

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Notbeleuchtung M und L1 Amsterdam
« am: 12. März 2019, 00:05:23 »
Im Amsterdamer Wiener M 4143 befindet sich ein Kastl mit diese Kerzen. Angeblich ist es eine Art Notbeleuchtung die an die Brustwandtafelhaken gehängt werden kann. Jetzt wirt behauptet das das Glas rot sein soll. Kann jemand das vielleicht bestätigen, vielleicht dokumentiert mit Bilder oder sonstiges? Wir wollen schliesslich unsere Fahrgästen kein Historischer blödsinn verkaufen ;D

hema

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Re: Notbeleuchtung M und L1 Amsterdam
« Antwort #1 am: 12. März 2019, 00:12:29 »
In eine der Laternen gehört rotes Glas! Als Ersatz für ein ausgefallenes Decklicht.
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WIENTAL DONAUKANAL

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Re: Notbeleuchtung M und L1 Amsterdam
« Antwort #2 am: 12. März 2019, 00:45:58 »
Das war als Notlicht für das Wageninnere gedacht. Es ist wohl kaum einem Fahrgast aufgefallen, ausser dem trambegeisterte kleinen WD, da die Gläser verschmutzt und die Kerzen durch die lange Verweilzeit krumm und verbogen waren. Zusätzlich fehlt noch eine Schachtel SIRIUS Strafhölzl, (Zündhölzer), in der damals üblichen hölzernen Schiebeschachtel, die beigelegt und sicher nicht mehr zündfähig waren.

Schlosser

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Re: Notbeleuchtung M und L1 Amsterdam
« Antwort #3 am: 12. März 2019, 10:58:43 »
Super, Vielen dank für die erläuterung. Wir werden ein Glas bald ändern. (Die Kerzen werden vollautomatisch alt und krumm). Wiener Strafhölzl haben wir leider nicht, aber so ein Schachtel mit der Schwalbe ist noch zu bekommen.

hema

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Re: Notbeleuchtung M und L1 Amsterdam
« Antwort #4 am: 12. März 2019, 12:33:09 »
Streichhölzer gehörten früher zur vorgeschriebenen Ausrüstung eines Fahrers!   :D
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WIENTAL DONAUKANAL

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Re: Notbeleuchtung M und L1 Amsterdam
« Antwort #5 am: 12. März 2019, 16:38:28 »
Als Nachtrag noch:
Der Deckel mit Sichtglas hatte auch eine Lasche mit Bohrung damit das Behältnis mit Plombendraht und Bleiplombe verschlossen werden konnte. Fehlte die Plombierung, musste gegebenenfalls der Inhalt im Bahnhof ergänzt werden.

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Re: Notbeleuchtung M und L1 Amsterdam
« Antwort #6 am: 12. März 2019, 18:42:39 »
Streichhölzer gehörten früher zur vorgeschriebenen Ausrüstung eines Fahrers!   :D
Hoffentlich wurde der Vorrat nicht beim Rauchen an der Endstation verbraucht - wobei das Rauchern wohl eher seltener passiert sein wird, weil diese wohl darauf bedacht waren, immer ausreichend Zündhölzer dabei zu haben, um keinen Nikotinentzug zu erleiden.  ::)
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WIENTAL DONAUKANAL

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Re: Notbeleuchtung M und L1 Amsterdam
« Antwort #7 am: 12. März 2019, 19:20:17 »
Streichhölzer gehörten früher zur vorgeschriebenen Ausrüstung eines Fahrers!   :D
Hoffentlich wurde der Vorrat nicht beim Rauchen an der Endstation verbraucht - wobei das Rauchern wohl eher seltener passiert sein wird, weil diese wohl darauf bedacht waren, immer ausreichend Zündhölzer dabei zu haben, um keinen Nikotinentzug zu erleiden.  ::)

Wie mir die seinerzeitige Mentalität bei den Wiener Stadtwerken in Erinnerung ist, waren von der Materialausgabe streng abgezählt und protokolliert, fünf Sicherheitszündhölzer in die Spanholzschachtel hineingezählt worden. Aber das ist natürlich nur eine bösartige Unterstellung mit durchaus möglichen Hintergrund. >:D

hema

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Re: Notbeleuchtung M und L1 Amsterdam
« Antwort #8 am: 12. März 2019, 20:46:40 »
Die Zündhölzer waren, wie auch die verpflichtend mitzuführende Uhr, natürlich privat zu beschaffen!  ;)
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Schlosser

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Re: Notbeleuchtung M und L1 Amsterdam
« Antwort #9 am: 13. März 2019, 13:10:11 »
"Der Deckel mit Sichtglas hatte auch eine Lasche mit Bohrung damit das Behältnis mit Plombendraht und Bleiplombe verschlossen werden konnte. Fehlte die Plombierung, musste gegebenenfalls der Inhalt im Bahnhof ergänzt werden."

Auf die Plombierung haben wir gemeint zu verzichten damit wir unsere Fahrgästen in demonstration erstaunen können mit diese Wiener spezialität.

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Re: Notbeleuchtung M und L1 Amsterdam
« Antwort #10 am: 13. März 2019, 14:31:21 »
Auf die Plombierung haben wir gemeint zu verzichten damit wir unsere Fahrgästen in demonstration erstaunen können mit diese Wiener spezialität.
Das mit den Plombierungen ist doch sowieso so eine Sache. Irgendjemand hat mir mal erklärt, dass mitunter bei Notbremsgriffen der Plombendraht so lang dimensioniert wird dass man ihn nicht jedesmal nach Betätigung ersetzen muss.  ::)
Wobei ich mich grad frage: gibt es dort überhaupt noch Plomben? Schließlich sieht man ohnehin, welche Notbremse gezogen wurde, weil man sie ja mit dem Vierkant zurückstellen muss. Und welchen Sinn die Plombe haben sollte, ist somit ohnedies fraglich, außer Leute vielleicht in einer Gefahrensituation davon abzuhalten, die Notbremse zu betätigen, weil es könnte ja eine Strafe dafür fällig werden. :o
Wie ist die Situation eigentlich bei den Nothalt-Griffen in den U-Bahn-Stationen? Gab/Gibt es dort Plomben? ???
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Re: Notbeleuchtung M und L1 Amsterdam
« Antwort #11 am: 13. März 2019, 16:03:58 »
Auf die Plombierung haben wir gemeint zu verzichten damit wir unsere Fahrgästen in demonstration erstaunen können mit diese Wiener spezialität.
Irgendjemand hat mir mal erklärt, dass mitunter bei Notbremsgriffen der Plombendraht so lang dimensioniert wird dass man ihn nicht jedesmal nach Betätigung ersetzen muss.  ::)

Das könnte ich gewesen sein. 8)

welchen Sinn die Plombe haben sollte, ist somit ohnedies fraglich, außer Leute vielleicht in einer Gefahrensituation davon abzuhalten, die Notbremse zu betätigen, weil es könnte ja eine Strafe dafür fällig werden.

Möglicherweise, um zu dokumentieren, dass eine Notbremse betätigt wurde (falls sich bei der Notbremsung jemand verletzt hat).

Wie ist die Situation eigentlich bei den Nothalt-Griffen in den U-Bahn-Stationen? Gab/Gibt es dort Plomben? ???

Ja, dort gibt es welche. Allerdings nicht bei den Nothaltgriffen der Rolltreppen, die bleiben auch nicht in Endlage.
Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen!
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WIENTAL DONAUKANAL

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Re: Notbeleuchtung M und L1 Amsterdam
« Antwort #12 am: 13. März 2019, 17:40:43 »
In der guten alten N1/n2 Stadtbahn gab es den Türnotgriff, eine hölzerne Kugel, die aus dem Türantriebskasten baumelte. Der Griff war stets gut verplombt bis zum Umbau auf U-Bahn. Da waren die Bahnsteige wegen Bauarbeiten schlecht einsehbar und verschmälert und in Folge hat es die Fahrgäste so oft >einzwickt<, dass man mit dem Plombieren nicht mehr nachkam und letztendlich darauf verzichtete.

Weil gerade Stadtbahn - bis zu den schweren Auffahrunfällen hatte jeder Fahrer seine eigene Handlampe in Form einer Taschenlampe mit zwei Schiebern für Rot- oder Grünverblendung. Ältere Fahrer hatten aber noch eine Handlaterne, ähnlich wie die in Amsterdam gezeigten, mit einschiebbaren Rot/Grünscheiben. Betriebsmittel waren auch hier Kerze, (Kiazn), und beiliegende Zündholzschachtel, (Zinda).