Autor Thema: Netzerweiterungen der Wiener Straßenbahn  (Gelesen 48965 mal)

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Tatra83

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Re: Netzerweiterungen der Wiener Straßenbahn
« Antwort #210 am: 23. November 2016, 18:07:44 »
Oben war aber von einer OBJEKTIVEN Kosten-Nutzen-Rechung die Rede und nicht von bewusst geschönten Zahlen, die die U-Bahn als das Nonplusultra darstellen sollen.

Ersteres wäre wohl fatal für die U-Bahn-Lobbyisten. Daher werden diese selbstverständlich alles in die Wege leiten, damit Derartiges erst gar nicht erhoben bzw. veröffentlicht wird.

Exakt das wollte die MA18 im Rahmen des ÖV-Brainstormings im Jahr 2013 zur Vorbereitung des STEP2025 durchführen. Am Beginn lag der Fokus auf S-Bahn- und Straßenbahn-Ausbau. Dann kamen die U-Bahn-Jünger (Günni und Kurtl) und haben Kraft ihrer Wassersuppe alle Weichen auf U2/U5 gestellt. Schon damals war intern klar, dass das Linienkreuz kommt, auch wenn Häupl das so nicht gesagt hat. Die Berechnungen dafür hat das ÖIR durchgeführt. Der Nord-Süd-S-Bahn-Tunnel wurde dabei extra schlecht dargestellt, in dem man einen 15-Minuten-Takt in der HVZ annahm. Weitere Varianten waren die kompromisslose Bevorrangung des Oberflächenverkehrs, aber gegen unsere U-Bahn-Freunde hatte das alles keine Chance.

Die objektive Kosten-Nutzen-Rechnung existiert meiner Ansicht nach nicht. Allerdings käme man mit einer ernstgemeinten Standardisierten Bewertung auch schon recht weit.

Seit wann haben sich die Wiener Linien etwas zu wünschen? Die sind doch, wie Klingelfee uns immer wieder weismachen will, nur das ausführende Organ. Die wahren Denker und Lenker sitzen in der Partei. 8)

Nein, nein, die Bezirke bestimmen alles. Oder der ÖAMTC. Oder die Einsatzorganisationen. Oder der Fahrgast. Oder die Gewerkschaft. Oder die Stadt Wien. Oder die ÖBB.
Wer nichts fürchtet ist nicht weniger mächtig als der, den alles fürchtet. (F. Schiller)

hema

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Re: Netzerweiterungen der Wiener Straßenbahn
« Antwort #211 am: 23. November 2016, 18:12:27 »
Du hast die EU vergessen!  :o   >:D
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öffi-dude

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Re: Netzerweiterungen der Wiener Straßenbahn
« Antwort #212 am: 23. November 2016, 20:21:19 »
Die Berechnungen dafür hat das ÖIR durchgeführt. Der Nord-Süd-S-Bahn-Tunnel wurde dabei extra schlecht dargestellt, in dem man einen 15-Minuten-Takt in der HVZ annahm. Weitere Varianten waren die kompromisslose Bevorrangung des Oberflächenverkehrs, aber gegen unsere U-Bahn-Freunde hatte das alles keine Chance.

Gibts da irgendwo im Netz mehr dazu zu lesen?

T1

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Re: Netzerweiterungen der Wiener Straßenbahn
« Antwort #213 am: 23. November 2016, 20:33:16 »
Unwahrscheinlich das da irgendwas aufgedeckt werden würde. In die Berechung würden zig Sachen mit hinein gerechnet die eventuell gar nicht auftreten und voila positiv. Man kann alles hin rechnen, dass das Ergebnis passt.

Oben war aber von einer OBJEKTIVEN Kosten-Nutzen-Rechung die Rede und nicht von bewusst geschönten Zahlen, die die U-Bahn als das Nonplusultra darstellen sollen.

Ersteres wäre wohl fatal für die U-Bahn-Lobbyisten. Daher werden diese selbstverständlich alles in die Wege leiten, damit Derartiges erst gar nicht erhoben bzw. veröffentlicht wird.
Noch einmal: Objektive Kosten-Nutzen-Rechnungen gibt es für Investitionen der öffentlichen Hand nicht. Das liegt nicht daran, dass da das Rothaus kommen würde und was schönrechnen würde (das wäre auch der Fall, aber abgesehen davon), sondern in der Methode, da schließlich die Definition des Untersuchungsrahmen der möglichen (volkswirtschaftlichen) Nutzen schon eine nicht-objektive Festlegung ist. Betriebswirtschaftlich sähe das ganz anders aus: Nur da würden die Straßenbahnausbauten genauso durchfallen.

Was man machen könnte, wäre natürlich eine einheitliche Betrachtung für alle Investitionen der öffentlichen Hand, wie es sie in Deutschland ("Standardisierte Bewertung") gibt. Dies wäre zwar immer noch nicht-objektiv, aber wenigstens wären sie alle gleich "gefärbt" – nämlich von den politischen Zielsetzungen, die bei der Erstellung des Instruments vorgegeben werden. Auch wenn es nicht das Optimum ist (z.B. bei der Standardisierten Bewertung in Deutschland ist eine Förderung von Mischverkehrsabschnitten grundsätzlich schwer möglich, obwohl es gerade in suburbanen Bereichen Fälle gibt, in denen das sinnvoll wäre. Auch grenzüberschreitende Projekte machen immer wieder Probleme), hätte man wenigstens eine einheitliche Vergleichsbasis und man könnte Projekte untereinander vergleichen…

Die Berechnungen dafür hat das ÖIR durchgeführt. Der Nord-Süd-S-Bahn-Tunnel wurde dabei extra schlecht dargestellt, in dem man einen 15-Minuten-Takt in der HVZ annahm. Weitere Varianten waren die kompromisslose Bevorrangung des Oberflächenverkehrs, aber gegen unsere U-Bahn-Freunde hatte das alles keine Chance.

Gibts da irgendwo im Netz mehr dazu zu lesen?
Nein.

hema

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Re: Netzerweiterungen der Wiener Straßenbahn
« Antwort #214 am: 23. November 2016, 20:50:51 »
Niemand ist gezwungen meine Meinung zu teilen!

Linie 60

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Re: Netzerweiterungen der Wiener Straßenbahn
« Antwort #215 am: 04. Mai 2018, 08:01:01 »
Die Grünen Liesing fordern in einem Öffi-Paket u.a. auch den Bau einer Straßenbahnlinie von Meidling über Breitenfurter Straße,  Atzgersdorfer Platz,  Brunner Straße zur Perfektastraße.

https://liesing.gruene.at/themen/verkehr-und-mobilitaet/gruener-oeffi-turbo-fuer-liesing-7-massnahmen

Ferry

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Re: Netzerweiterungen der Wiener Straßenbahn
« Antwort #216 am: 04. Mai 2018, 09:46:25 »
Die Grünen Liesing fordern in einem Öffi-Paket u.a. auch den Bau einer Straßenbahnlinie von Meidling über Breitenfurter Straße,  Atzgersdorfer Platz,  Brunner Straße zur Perfektastraße.

https://liesing.gruene.at/themen/verkehr-und-mobilitaet/gruener-oeffi-turbo-fuer-liesing-7-massnahmen

Ich bezweifle, dass in dieser Relation der Bedarf für eine Straßenbahnlinie gegeben ist.
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Re: Netzerweiterungen der Wiener Straßenbahn
« Antwort #217 am: 04. Mai 2018, 09:51:35 »
Die Grünen Liesing fordern in einem Öffi-Paket u.a. auch den Bau einer Straßenbahnlinie von Meidling über Breitenfurter Straße,  Atzgersdorfer Platz,  Brunner Straße zur Perfektastraße.

https://liesing.gruene.at/themen/verkehr-und-mobilitaet/gruener-oeffi-turbo-fuer-liesing-7-massnahmen

Ich bezweifle, dass in dieser Relation der Bedarf für eine Straßenbahnlinie gegeben ist.

Für die Relation ist sicherlich bedarf da, schau dir die Linie 62A an.

Ich frage mich nur, wie sie dafür in der Breitenfurterstraße eine Busspur und einen Radweg unterbringen wollen?
Bitte meine Kommentare nicht immer als Ausrede für die WL ansehen

Ferry

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Re: Netzerweiterungen der Wiener Straßenbahn
« Antwort #218 am: 04. Mai 2018, 10:00:06 »
Für die Relation ist sicherlich bedarf da, schau dir die Linie 62A an.

Bis zum Atzgersdorfer Platz ja. Aber da würde es reichen, den 62A zu verstärken.

Aber Brunner Gasse? Dort ist doch weit und breit nichts außer Industriegelände. Außerdem fährt kein Mensch von der Perfektastraße mit der Straßenbahn nach Meidling, wenn er mit der U6 halb so lang (oder noch kürzer) unterwegs ist.
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Re: Netzerweiterungen der Wiener Straßenbahn
« Antwort #219 am: 04. Mai 2018, 10:14:39 »
Die Grünen Liesing fordern in einem Öffi-Paket u.a. auch den Bau einer Straßenbahnlinie von Meidling über Breitenfurter Straße,  Atzgersdorfer Platz,  Brunner Straße zur Perfektastraße.

https://liesing.gruene.at/themen/verkehr-und-mobilitaet/gruener-oeffi-turbo-fuer-liesing-7-massnahmen

Ich bezweifle, dass in dieser Relation der Bedarf für eine Straßenbahnlinie gegeben ist.

Für die Relation ist sicherlich bedarf da, schau dir die Linie 62A an.

Ich frage mich nur, wie sie dafür in der Breitenfurterstraße eine Busspur und einen Radweg unterbringen wollen?

Bei durchschnittlich 12 m Fahrbahnbreite ist eine Busspur allein schwierig genug (außer man nimmt Stellplätze weg, aber das spielt's in Wien bekanntlich nicht im erforderlichen Ausmaß). Gibt es erst einmal eine Busspur, ist die Radfahranlage auch kein Problem mehr, denn dann macht man die Busspur einfach für Einspurige auf und die Sache ist erledigt.
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Re: Netzerweiterungen der Wiener Straßenbahn
« Antwort #220 am: 04. Mai 2018, 10:24:29 »
Für die Relation ist sicherlich bedarf da, schau dir die Linie 62A an.

die Ideen auf der Seite der Grünen sind Tagträume, nichts weiter. Auch nicht sinnvoll bzw machbar:

-) S-Bahn Station Kirchfeldgasse
dort hast NIX außer dem Südwestfriedhof, alles was weiter weg ist wird schon jetzt durch 62A und 63A angebunden, zudem ist das recht nahe zur Hst Hetzendorf

-) Die Taktlöcher im S-Bahn Angebot müssen gestopft werden, 20 bis 30min Wartezeit sind zu viel.
naja, wenn die Pottendorfer fertig is ...

-) Verbesserte Intervalle für den 62A als Sofortmaßname.
alle 10min sind zu wenig? Kann mir nicht vorstellen, dass dichtere Intervalle notwendig sind

-) Eine neue Straßenbahnlinie auf der Breitenfurter Straße vom Bahnhof Meidling über die Breitenfurter Straße
die Idee ist nicht neu und gab es schon vor dem 1.WK, damals als Strecke 64 geplant, nie verwirklicht. Allerdings nach Liesing.

-) zur U6 Perfektastraße.
Man schneidet also die Breitenfurterstraße vom Umsteigeknoten und Schülerhotspot Liesing ab und führt sie stattdessen über die Siebenhirtenstraße (wie den 64A?) durchs Industriegebiet zur U6? Nicht dass ich den Berufsverkehr unterschätzen würde, aber die Linie würde dann die meiste Zeit des Tages dorthin leer fahren, weil dort einfach niemand hin will....

-) Busverbindungen „Liesinglinien“: von der S-Bahn (Liesing und Atzgersdorf) über die U6 Stationen Siebenhirten und Erlaaer Straße hin zu den Badner Bahn Haltestellen Schönbrunner Allee und Neu Erlaa mit Ziel Bahnhof Blumental (Pottendorf Linie).
also entweder über Vorarlberger Allee, die schon vom 67B erschlossen ist und wo kaum ein Mehrbedarf ist, oder über feindliches "Mordor" (Vösendorf)...

-) Erschließung der neuen Siedlungsgebiete im Bereich „In der Wiesen“.
das macht mMn noch am ehesten Sinn.

haidi

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Re: Netzerweiterungen der Wiener Straßenbahn
« Antwort #221 am: 04. Mai 2018, 10:25:22 »
2) Busspur und Radwege auf der Breitenfurter Straße ist eine gute Idee - nur wohin mit dem MIV? Der muss dann irgendwie über Atzgersdorfer Straße, Graf Sailern Gasse etc. nach Meidling.

3) Gilt dasselbe wie oben. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass die Breitenfurter Straße/Brunner Straße eine Straßenbahn durchaus vertragen wird können. Die Bautätigkeit in diesem Bereich ist sehr groß und ich nehme an, dass noch weitere Firmen absiedeln können. Allerdings wird diese Strecke nur ein Hauptziel haben: Meidling. Die Fahrgastströme zu den Ubahnhaltestellen südlich von Meidling werden überschaubar sein. Allerdings wird in der Realität diese Straßebahn genau so wie jetzt der Bus im Stau stecken - auch die Brunner Straße lässt keine Führung der Straßenbahn getrennt vom MIV zu.

6) Der Schnellbus hat bis auf einige Kurse kaum Fahrgäste gehabt. Ein guter Teil der Fahrgäste ist über Atzgersdorf-Schnellbahn nicht hinaus gekommen. Ihm ist auch zu verdanken, dass 56A/56B jetzt auf 180 m zwei Haltestellen haben (Tullnertalgasse und Endemanngasse) weil es Forderungen nach der Haltestelle Tullnertalgasse Richtung Hietzing gab, damit man dort die Auswahl zwischen 156B und Schnellbus hat.
Alle sagten es geht nicht - dann kam einer, der das nicht wusste und probierte es - und es ging

darkweasel

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Re: Netzerweiterungen der Wiener Straßenbahn
« Antwort #222 am: 04. Mai 2018, 15:25:34 »
Ich verstehe bei dem Vorschlag vor allem nicht die vorgeschlagene südliche Endstation. Entweder nach Liesing S, oder gleich weiter über die ganze Brunner Straße nach Brunn am Gebirge. Niemand wird mit der vorgeschlagenen Straßenbahn stadtauswärts fahren, um mit der U6 wieder stadteinwärts zu fahren.

marq

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Re: Netzerweiterungen der Wiener Straßenbahn
« Antwort #223 am: 11. Mai 2018, 08:06:02 »
Ich kann die Forderungen als direkt betroffener nachvollziehen. Ich wohne dierekt zwiscchen den Stationen Hetzendorf und Altmannsdorfer Str/Breitenfurter Str, daher führen mich meine Wege täglich zum 62A, 62 oder zur S-Bahn. Bis auf den 16A der in Hetzendorf Endstelle hat ist hier jedes Verkehrsmittel zu den Stoßzeiten heillos überfüllt, morgens richtung Meidling und abends richtung stadtauswärts. Auch zu den restlichen TGageszeitien gibt es eine gute bis sehr gute Auslastung wie man so schön sagt. Da hilft es auch nichts, dass die S-Bahn zu den Stoßzeiten inzwischen öfters als 4 mal die Stunde fährt. Obwohl das Probelm Hetzendorf seit Ewigkeiten bekannt ist, tut sich leider nichts. Es wäre höchste Eisenbahn die Linien 62 und 62A und die S-Bahn hier in dichteren Intervallen fahren zu lassen, gerade jetzt wo auch hier so viel gebaut wurde und nach wie vor wird, nicht nur in der Wiesen. Es nervt nämlich riesig, dass es immer wieder vorkommt, dass man in eines der genanten Verkehrsmittel wegen Überfüllung nicht mehr einsteigen kann.