Man kann den ÖBB zugutehalten, dass sie immer bis zum letzten Moment probieren, den Zug doch noch durchzubringen, man kann ihnen umgekehrt vorwerfen, dass es dadurch schwerer planbar wird.
Ganz verstehe ich im konkreten Fall nicht, was man sich durch weiteres Zuwarten erhofft: Sobald der Zug Meidling verlassen hat, steht die Ankunftszeit in Liesing fast bis auf die Sekunde genau fest (ausser, es passiert noch zusätzlich etwas, aber dann habe ich auch Verständnis). Meine Theorie ist, dass man eher die Strecke für den nachfolgenden CJX freiräumen möchte.
Gewonnen wird durch das Zuwarten jedenfalls nichts: Es profitieren/verlieren ausschließlich die Fahrgäste nach Liesing, und genau die wären mit einer definitiven Entscheidung in Meidling besser bedient, wie auch immer diese ausfällt.
Jein, natürlich will man CJX und RJ(X) nicht mehr Fahrzeit nehmen als notwendig, aber der häufigste Grund für die Kurzführung bis Atzgersdorf ist das Belegen der Wendeanlage in Wien Liesing durch eine kurzgeführte S2. Insofern stimme ich voll zu, sobald die Entscheidung getroffen wird, die S2 nur bis Liesing zu fahren, müsste automatisch die S1 nur bis Wien Atzgersdorf angezeigt werden.
Außerdem steht die Ankunftszeit in Wien Liesing nicht bereits in Wien Meidling fest, Fahrgastwechselzeiten sind variabel und eine Kurzführung der S2 kann sich schon mal an einem PRM-Ruf in Atzgersdorf entscheiden. (Zur Erinnerung: Atzgersdorf Bahnsteig 2 ist nur 380 mm hoch und bei Bedarf muss der Lokführer die Rampe für den Fahrgast bereitstellen.)