Autor Thema: Straßenbahn Landstraßer Hauptstraße  (Gelesen 10318 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

highspeedtrain

  • Expeditor
  • **
  • Beiträge: 1398
Re: Straßenbahn Landstraßer Hauptstraße
« Antwort #75 am: 20. August 2020, 08:33:01 »

Irgendwann wird die Bim eh in die Landstraßer Haupt zurückkehren, wenn der 74A auch mit XXL-Bussen im 4-Minuten-Takt die Fahrgäste nimmer packt.

Und das diese Fall eintrifft, müsste sich die Anzahl der Fahrgäste auf der Linie 74A verdoppeln.

Derzeit fährt die Linie nämlich zu 7 1/2 min

Mit den XL-Bussen haben die Wiener Linien eh schon eine ganz klare Antwort gegeben, wo Straßenbahnlinien am sinnvollsten wären, in erster Linie auf der Strecke des 11A, insbesondere zwischen Handelskai und Vorgartenstraße und in weiterer Linie auf den Linien 26A und 48A. Schaut man auf die Intervalle der Gelenkbuslinien, dann ist der 13A auch bei der Top 4 dabei...der 74A zählt jedenfalls sicher nicht zu den fünf effizientesten potentiellen Straßenbahnlinien, da gibt es wichtigere Linien, wie etwa den 7A, 14A oder 15A.

Eine Straßenbahn in der Landstraßer Hauptstraße wäre wohl eher ein städtebauliches Vorhaben, wenn man es mit einer Umgestaltung der ganzen Straße und Verkehrsberuhigung von großen Teilen derselben kombiniert. Nachdem das in Wien aber leider undenkbar ist, verliert auch die Straßenbahn deutlich an Sinnhaftigkeit.

Das vergleichsweise geringe Intervall des 74A könnte maßgeblich daran liegen, dass der innere Teil der Landstraßerr Hauptstraße auch über die U3 noch ganz gut erschlossen ist.

Monorail

  • Fahrer
  • ***
  • Beiträge: 423
Re: Straßenbahn Landstraßer Hauptstraße
« Antwort #76 am: 26. August 2020, 22:42:52 »

Mit den XL-Bussen haben die Wiener Linien eh schon eine ganz klare Antwort gegeben, wo Straßenbahnlinien am sinnvollsten wären, in erster Linie auf der Strecke des 11A, insbesondere zwischen Handelskai und Vorgartenstraße und in weiterer Linie auf den Linien 26A und 48A. Schaut man auf die Intervalle der Gelenkbuslinien, dann ist der 13A auch bei der Top 4 dabei...der 74A zählt jedenfalls sicher nicht zu den fünf effizientesten potentiellen Straßenbahnlinien, da gibt es wichtigere Linien, wie etwa den 7A, 14A oder 15A.

Eine Straßenbahn in der Landstraßer Hauptstraße wäre wohl eher ein städtebauliches Vorhaben, wenn man es mit einer Umgestaltung der ganzen Straße und Verkehrsberuhigung von großen Teilen derselben kombiniert. Nachdem das in Wien aber leider undenkbar ist, verliert auch die Straßenbahn deutlich an Sinnhaftigkeit.

Das vergleichsweise geringe Intervall des 74A könnte maßgeblich daran liegen, dass der innere Teil der Landstraßer Hauptstraße auch über die U3 noch ganz gut erschlossen ist.

Die (partielle) Umgestaltung der Landstraße in eine Begegnungszone wird von Grün ohnehin gefordert und ist auch bei der SPÖ im Gespräch, dort aber typischerweise meist bimfrei. Wenn es die BeZo ins Wahlkampfprogramm der Roten schafft, besteht zumindest die kleine Hoffnung, dass es mittelfristig - sogar mit Bim - klappen könnte.

Die Erschließung durch die U-Bahn reicht tatsächlich bis zirka zur Galleria, das impliziert aber nicht, dass die Bim am gemeinsamen Abschnitt deshalb leer umherführe. Ein Teil der heutigen U3-Kurzstreckenfahrgäste im 3., die den Bus und die laute Straße meiden, werden auf das attraktivere Schienenverkehrsmittel in der ruhigen BeZo umsteigen und damit die U3 entlasten, die künftig selbst genug Fahrgäste dazugewinnen wird. Man braucht hierzu nur beobachten, was gerade alles in Erdberg entsteht: Laendyard, Ensemble, Triple, Uni-Biozentrum, Neu Marx + Mehrzweckhalle, kleinere Projekte wie Rüdengasse 7-9 etc.


Zu den anderen Kandidaten:
  • Der chronisch überfüllte 11A/B wird mittelfristig durch O und 12er verstärkt. Davon gehe ich zum jetzigen Zeitpunkt aus.
  • In Margareten wird die Verkehrsberuhigung der Reinprechtsdorfer Straße quasi zur halben Vorleistung für eine künftige Straßenbahnlinie, die sich nachträglich relativ sorgenfrei errichten lässt. Das alleine reicht ohne einem bezirksübergreifenden Gesamtkonzept zur Umstellung des 14A aber noch nicht.
  • Am 15A werden sukzessiv Beschleunigungsmaßnahmen als Vorstufe zur Wienerbergtangente umgesetzt. Auch hier ist die spätere Errichtung einer Gleistrasse unproblematisch. Für das Straßenbahnnetz im Süden Wiens eine in Wahrheit enorm wichtige und sinnvolle Ergänzung, auch im Hinblick auf die Erschließung des Laaer Bergs.
  • Den 26A und 48A werden wir vermutlich noch längere Zeit als Buslinien bewundern dürfen, zumindest höre ich weder da noch dort sich häufende Forderungen nach einer Umstellung.
  • Beim 13A wurden dank U2/5 jegliche Straßenbahnplanungen praktisch auf Jahrzehnte über Bord geworfen.

Z-TW

  • RBL-Disponent
  • ***
  • Beiträge: 1796
Re: Straßenbahn Landstraßer Hauptstraße
« Antwort #77 am: 30. August 2020, 16:59:11 »
Du kannst davon ausgehen, dass auch die anderen "Kandidaten" am St. Nimmerleinstag in Betrieb gehen...

abc

  • Zugführer
  • *
  • Beiträge: 666
Re: Straßenbahn Landstraßer Hauptstraße
« Antwort #78 am: 30. August 2020, 21:33:36 »
Die Erschließung durch die U-Bahn reicht tatsächlich bis zirka zur Galleria, das impliziert aber nicht, dass die Bim am gemeinsamen Abschnitt deshalb leer umherführe.

Ich würde sogar sagen, dass sich die Einzugsgebiete bis zur Rabengasse zumindest überschneiden.

Ein Teil der heutigen U3-Kurzstreckenfahrgäste im 3., die den Bus und die laute Straße meiden, werden auf das attraktivere Schienenverkehrsmittel in der ruhigen BeZo umsteigen und damit die U3 entlasten, die künftig selbst genug Fahrgäste dazugewinnen wird.

Ich denke, den Effekt überschätzt Du. Zum einen hat die Landstraßer Hauptstraße sicher Mängel, so unattraktiv, wie Du sie darstellst, ist der Stadtraum aber auch nicht. Für Wiener Verhältnisse breite Gehwege, und übermäßig laut scheint sie mir auch nicht. Und gut ausgelastet ist der 74A ja durchaus auch, was sicher auch damit zusammenhängt, dass er sowohl von der Mitte-Mall als auch vom O-Wagen sehr viel bequemer erreichbar ist als die U3 (ich fasse mir immer noch an den Kopf, dass im Zuge der Neubebauung keine Stiege neben dem Aufzug vom Zwischengeschoss U3/U4 zur Oberfläche entstanden ist - das würde den Umsteigeweg U3 - O-Wagen mal eben um 3-4 min kürzen, ebenso den Weg vom U3-Bahnsteig zu Zielen entlang der Invalidenstraße).

Das vergleichsweise geringe Intervall des 74A könnte maßgeblich daran liegen, dass der innere Teil der Landstraßer Hauptstraße auch über die U3 noch ganz gut erschlossen ist.

Ich habe allerdings den Eindruck, dass der 74A gerade im inneren Teil (also über der U3 oder in ihrer unmittelbaren Nähe) besonders gut ausgelastet ist und es dann eher Richtung St. Marx nachlässt.

U3

  • Fahrgast
  • *
  • Beiträge: 12
Re: Straßenbahn Landstraßer Hauptstraße
« Antwort #79 am: 13. September 2020, 13:46:27 »
Ah immer diese Grünen.
Es ist notwendiger den 18er zum Gasometer zu verlängern,da dieses Gebiet ständig von Hochhäusern umgeben ist/wird.
1.) Die Trasse ist nicht lang
2.) Es würde meine Schätzungen nach nicht viel kosten und das Projekt behindert keine wichtige Straße
3.) Viele Betriebe würden profitieren und das Gebiet würde weiter wachsen (was in Zentrum von Landstraße nicht mehr möglich ist)

Dieses Projekt macht einfach keinen Sinn.
Alle Geschäfte würden unter den Bauarbeiten auf der Landstraßer Hauptstraße leiden.
Zu einem werden die Autos großräumig umgeleitet und  zu anderem befahren die Buslinien 4A und 74A die Landstraßer Hauptstraße nicht



Berni229

  • Fahrgast
  • *
  • Beiträge: 70
Re: Straßenbahn Landstraßer Hauptstraße
« Antwort #80 am: 15. September 2020, 09:55:31 »
Ah immer diese Grünen.
Es ist notwendiger den 18er zum Gasometer zu verlängern,da dieses Gebiet ständig von Hochhäusern umgeben ist/wird.
1.) Die Trasse ist nicht lang
2.) Es würde meine Schätzungen nach nicht viel kosten und das Projekt behindert keine wichtige Straße
3.) Viele Betriebe würden profitieren und das Gebiet würde weiter wachsen (was in Zentrum von Landstraße nicht mehr möglich ist)

Dieses Projekt macht einfach keinen Sinn.
Alle Geschäfte würden unter den Bauarbeiten auf der Landstraßer Hauptstraße leiden.
Zu einem werden die Autos großräumig umgeleitet und  zu anderem befahren die Buslinien 4A und 74A die Landstraßer Hauptstraße nicht

Wozu bitte den 18er parallel zur U3 zum Gasometer verlängern?!?!

Arkadier

  • Fahrgast
  • *
  • Beiträge: 72
Re: Straßenbahn Landstraßer Hauptstraße
« Antwort #81 am: 15. September 2020, 10:32:23 »
Dieses Projekt macht einfach keinen Sinn.
Alle Geschäfte würden unter den Bauarbeiten auf der Landstraßer Hauptstraße leiden.
Zu einem werden die Autos großräumig umgeleitet und  zu anderem befahren die Buslinien 4A und 74A die Landstraßer Hauptstraße nicht

So einfach kann amn das aber auch technisch/praktischer Sicht auch nicht sagen. Einmal würden die Geschäfte durch die Bauarbeiten, so sie zügig erfolgen, weit weniger in Mitleidenschaft gezogen, als durch den U-Bahnbau. Die kurzzeitige Umleitung (ein paar Wochen) des Individualverkehrs ist jetzt auch nicht das Drama und für die Öffis lassen sich ebenso Lösungen finden. Es reicht ja auch, wenn jeweils die halbe Straße Baustelle ist und man eine temporäre Einbahnlösung installiert.
Wo ein Wille, da auch eine praktikable Lösung.

Allerdings scheitert es meist beim letztgenannten Satz.

abc

  • Zugführer
  • *
  • Beiträge: 666
Re: Straßenbahn Landstraßer Hauptstraße
« Antwort #82 am: 15. September 2020, 10:32:46 »
Ah immer diese Grünen.
Es ist notwendiger den 18er zum Gasometer zu verlängern,da dieses Gebiet ständig von Hochhäusern umgeben ist/wird.

Wozu? Nachteile:

- Der Umstieg vom 18er zur U3 Richtung Zentrum und zum 77A sowie 80A Richtung Praterstern entfällt. (Der 77A fährt übrigens im Berufsverkehr zwischen Schlachthausgasse und Stadion alle 5 min - sicher, weil diese tangentiale Verbindung so schwach nachgefragt ist.)
- Der 18er würde das Gebiet auf der "falschen", stadtauswärtigen Seite an die U3 anbinden.

Der 18er ist letztlich eine klassische Tangentialverbindung, die ihr Potential sicher bei etwas dichteren Takten (vor allem abends) und vernünftigen Ampelschaltungen und eben bei der Verlängerung zum Stadion noch besser ausspielen könnte. Seine Ablenkung Richtung Gasometer wäre nichts halbes und nichts ganzes.

Für die ÖV-Erschließung der Neubaugebiete gibt es sogar ein Konzept: die U3-Station Gasometer soll einen Südausgang erhalten und eine Buslinie zwischen Landstraßer Hauptstraße und Haidestraße verkehren, siehe städtebauliches Leitbild für das Gasometervorfeld (pdf, S.4). Ob das ausreicht, sei dahingestellt und ist diskussionswürig (hängt sicher auch stark davon, wohin genau und wie häufig diese Buslinie verkehrt), aber eine bewährte Verbindung kappen ist sicher auch keine Lösung.

Wie in Wien üblich hinkt die ÖV-Entwicklung allerdings der Stadtentwicklung hinterher. Obwohl direkt neben Obi (also weitab von der U3) ein vielgeschossiges Hochhaus fertiggestellt wurde, schafft man es noch nicht einmal, als absolutes Minimum und ersten Schritt den 80A auch in diesem Bereich zu einer ganz normalen Buslinie im täglichen (!) 20(!)-Stunden-Betrieb aufzuwerten und die Endhaltestelle möglichst nah an den Knotenpunkt St. Marx zu verlegen. Notwendige Investitionskosten: eine Bordsteinanpassung, ein Haltestellenschild und ein Wartehäuschen. Schon daran scheitert Wien.

2.) Es würde meine Schätzungen nach nicht viel kosten und das Projekt behindert keine wichtige Straße

Ja, das wichtigste bei Straßenbahnprojekten ist, dass sie keine wichtige Straße behindern.