Autor Thema: UStrab, Kabel  (Gelesen 2687 mal)

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Klingelfee

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Re: UStrab, Kabel
« Antwort #15 am: 24. März 2020, 09:45:17 »
Das sehe ich deutlich anders. An der Oberfläche kannst du nun einmal in der Regel auf Sicht fahren und hast außerdem geringere Fahrgeschwindigkeit. Im Tunnel musst du dagegen nach Signalen fahren. Hier kann ein Signalverstoß, aus welchem Grund auch immer er passiert, ungleich bösere Auswirkungen haben.

Auch im Tunnel solltest du auf Sicht fahren (deswegen ist er durchgängig beleuchtet) und nicht nur blind auf die Signalanlage vertrauen - die könnte ja auch defekt oder ausgefallen sein.

Also sorry. Aber diese Aussage ist Schwachsinn.

Denn wenn die Signalanlage defekt oder ausgefallen ist, dann gilt auch die Fahrt auf Signale nicht. 

Denn wie heißt es in der Signalvorschrift. Wenn das Signalbild ein unklares Signal anzeigt, so ist immer das schlechteste Signalbild anzunehmen und die Fahrgeschwindigkeit entsprechend anzupassen und solange beizuhalten, bis man 2 aufeinander folgende Signale mit dem Signalbild Grün-Grün passiert hat.

Und die einzige strengere Auswirkung gegenüber der Oberfläche ist lediglich das nichtbeachten des Rotlicht. Alle anderen Beanstandungen haben die gleiche Auswirkung, wie auf der Oberfläche.
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denond

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Re: UStrab, Kabel
« Antwort #16 am: 24. März 2020, 09:46:15 »
Das sehe ich deutlich anders. An der Oberfläche kannst du nun einmal in der Regel auf Sicht fahren und hast außerdem geringere Fahrgeschwindigkeit. Im Tunnel musst du dagegen nach Signalen fahren. Hier kann ein Signalverstoß, aus welchem Grund auch immer er passiert, ungleich bösere Auswirkungen haben.

Auch im Tunnel solltest du auf Sicht fahren (deswegen ist er durchgängig beleuchtet) und nicht nur blind auf die Signalanlage vertrauen - die könnte ja auch defekt oder ausgefallen sein.

Man fährt seit 1968 im Tunnel   "auf Sicht"   und/mit Unterstützung der Nachrück-Signale, deren Signalbilder in einer speziellen Schulung gelehrt wird, geschwindigkeitsmäßig genauestens definiert und einzuhalten sind. Fahrer, die sich falsch verhalten, desinteressiert ihren Job machen, sind für die Sicherheit immer ein Problem. Diese Quote liegt aber im Promillebereich.

Das was wirklich festzustellen ist, daß man die USTRAB von seiten Ausstattung, der Pflege seit den 90er-jahren fast sich selbst überläßt. Diese vernachlässigte Pflege - was auch die Isolierstöße anbelangt - das ist das eigentliche Problem hier in Wien. Eine Rolle dabei spielt auch die Übertreibung einer/der Sicherheits-Richtlinie(n) hier in Europa - verursacht durch Kaprun - sehr, siehe auch die Inbetriebsetzung neuer Fahrzeuge in Europa...

Ferry

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Re: UStrab, Kabel
« Antwort #17 am: 24. März 2020, 14:30:24 »
Das sehe ich deutlich anders. An der Oberfläche kannst du nun einmal in der Regel auf Sicht fahren und hast außerdem geringere Fahrgeschwindigkeit. Im Tunnel musst du dagegen nach Signalen fahren. Hier kann ein Signalverstoß, aus welchem Grund auch immer er passiert, ungleich bösere Auswirkungen haben.

Auch im Tunnel solltest du auf Sicht fahren (deswegen ist er durchgängig beleuchtet) und nicht nur blind auf die Signalanlage vertrauen - die könnte ja auch defekt oder ausgefallen sein.

Also sorry. Aber diese Aussage ist Schwachsinn.

Denn wenn die Signalanlage defekt oder ausgefallen ist, dann gilt auch die Fahrt auf Signale nicht. 

Denn wie heißt es in der Signalvorschrift. Wenn das Signalbild ein unklares Signal anzeigt, so ist immer das schlechteste Signalbild anzunehmen und die Fahrgeschwindigkeit entsprechend anzupassen und solange beizuhalten, bis man 2 aufeinander folgende Signale mit dem Signalbild Grün-Grün passiert hat.

Das habe ich nicht bestritten. Aber was machst du, wenn ein Nachrücksignal grün-grün zeigt und der nächste Gleisabschnitt dennoch besetzt ist? Fährst du dann blindlings mit voller Geschwindigkeit weiter? Und ja, das soll schon vorgekommen sein.
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")

95B

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Re: UStrab, Kabel
« Antwort #18 am: 24. März 2020, 14:42:56 »
Das habe ich nicht bestritten. Aber was machst du, wenn ein Nachrücksignal grün-grün zeigt und der nächste Gleisabschnitt dennoch besetzt ist? Fährst du dann blindlings mit voller Geschwindigkeit weiter? Und ja, das soll schon vorgekommen sein.

Das kann nur vorkommen, wenn das Nachrücksignal vor diesem Nachrücksignal Gelb-Gelb zeigt. Und genau deshalb gibt es die Regel, dass man bis zum übernächsten Grün-Grün zeigenden Nachrücksignal auf Sicht fahren muss, wenn Grün-Grün auf Gelb-Gelb folgt.
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Klingelfee

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Re: UStrab, Kabel
« Antwort #19 am: 24. März 2020, 14:48:14 »
Das sehe ich deutlich anders. An der Oberfläche kannst du nun einmal in der Regel auf Sicht fahren und hast außerdem geringere Fahrgeschwindigkeit. Im Tunnel musst du dagegen nach Signalen fahren. Hier kann ein Signalverstoß, aus welchem Grund auch immer er passiert, ungleich bösere Auswirkungen haben.

Auch im Tunnel solltest du auf Sicht fahren (deswegen ist er durchgängig beleuchtet) und nicht nur blind auf die Signalanlage vertrauen - die könnte ja auch defekt oder ausgefallen sein.

Also sorry. Aber diese Aussage ist Schwachsinn.

Denn wenn die Signalanlage defekt oder ausgefallen ist, dann gilt auch die Fahrt auf Signale nicht. 

Denn wie heißt es in der Signalvorschrift. Wenn das Signalbild ein unklares Signal anzeigt, so ist immer das schlechteste Signalbild anzunehmen und die Fahrgeschwindigkeit entsprechend anzupassen und solange beizuhalten, bis man 2 aufeinander folgende Signale mit dem Signalbild Grün-Grün passiert hat.

Das habe ich nicht bestritten. Aber was machst du, wenn ein Nachrücksignal grün-grün zeigt und der nächste Gleisabschnitt dennoch besetzt ist? Fährst du dann blindlings mit voller Geschwindigkeit weiter? Und ja, das soll schon vorgekommen sein.

Es soll schon alles vorgekommen sein. Und verwechsle nicht das, was in der USTRAB-Schule den Mitarbeitern gezeigt wird. Nämlich, dass in der Eichenstraße ein Zug so stehen kann, dass zwar das eine Signal ganz korrekt gelb-gelb zeigt und das nächste Grün-Grün, weil der Zug eben so unglücklich steht, dass er eben den nächsten Block noch nicht Besetzt meldet.

Und da kommt dann die Vorschrift zu tragen, wenn ein Signal offensichtlich ein falsches Signalbild anzeigt, dann fahre ich mit maximal 15 km/h und auf Sicht.

Ausserdem ist die USTRAB, so geschaltet, dass ein Signal wieder "rauf" schaltet, wen der nächste Abschnitt auf Gelb-Gelb geschaltet ist. Bedeutet, wenn ein Signal auf Grün-Grün hängen bleibt, dann ist das vorherige Signal auf Gelb-Gelb.
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E1-c3

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Re: UStrab, Kabel
« Antwort #20 am: 24. März 2020, 16:19:21 »
Das sehe ich deutlich anders. An der Oberfläche kannst du nun einmal in der Regel auf Sicht fahren und hast außerdem geringere Fahrgeschwindigkeit. Im Tunnel musst du dagegen nach Signalen fahren. Hier kann ein Signalverstoß, aus welchem Grund auch immer er passiert, ungleich bösere Auswirkungen haben.

Auch im Tunnel solltest du auf Sicht fahren (deswegen ist er durchgängig beleuchtet) und nicht nur blind auf die Signalanlage vertrauen - die könnte ja auch defekt oder ausgefallen sein.

Also sorry. Aber diese Aussage ist Schwachsinn.

Denn wenn die Signalanlage defekt oder ausgefallen ist, dann gilt auch die Fahrt auf Signale nicht. 

Denn wie heißt es in der Signalvorschrift. Wenn das Signalbild ein unklares Signal anzeigt, so ist immer das schlechteste Signalbild anzunehmen und die Fahrgeschwindigkeit entsprechend anzupassen und solange beizuhalten, bis man 2 aufeinander folgende Signale mit dem Signalbild Grün-Grün passiert hat.

Das habe ich nicht bestritten. Aber was machst du, wenn ein Nachrücksignal grün-grün zeigt und der nächste Gleisabschnitt dennoch besetzt ist? Fährst du dann blindlings mit voller Geschwindigkeit weiter? Und ja, das soll schon vorgekommen sein.
Ich finde ohnehin, dass man in der Ustrab die Gleisstromkreise durch zeitgemäße Achszähler ersetzen sollte. Die sind einfacher im Aufbau, wartungsärmer und arbeiten zuverlässiger.

95B

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Re: UStrab, Kabel
« Antwort #21 am: 24. März 2020, 17:46:19 »
Ich finde ohnehin, dass man in der Ustrab die Gleisstromkreise durch zeitgemäße Achszähler ersetzen sollte. Die sind einfacher im Aufbau, wartungsärmer und arbeiten zuverlässiger.

Die Gleisstromkreise arbeiten zuverlässig genug. Würde man den Gleisbereich regelmäßig reinigen, könnten sie noch eine Spur besser arbeiten. Auf jeden Fall – OT! – ist das ein hervorragendes Beispiel dafür, wie schwierig* es sein kann, eine triviale gedankliche Aufgabenstellung (ist da etwas oder ist da nichts?) technisch umzusetzen.

*) schwierig nicht im Sinn der Komplexität der Lösung, sondern im Sinn des technischen Aufwands, der dafür notwendig ist
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hema

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Re: UStrab, Kabel
« Antwort #22 am: 24. März 2020, 17:51:28 »
Es müsste wohl nur jemand einmal pro Woche (oder alle 14 Tage) durchgehen und die Isolierstöße mit einer harten Bürste reinigen!
Niemand ist gezwungen meine Meinung zu teilen!

Florian

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Re: UStrab, Kabel
« Antwort #23 am: 24. März 2020, 18:39:21 »
Es müsste wohl nur jemand einmal pro Woche (oder alle 14 Tage) durchgehen und die Isolierstöße mit einer harten Bürste reinigen!

Wie sind denn diese Isolierstöße leicht aufgebaut? Bei der Eisenbahn ist ja auch keine Reinigung selbiger notwendig.

hema

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Re: UStrab, Kabel
« Antwort #24 am: 24. März 2020, 19:12:49 »
Das sind verlaschte Stöße, wobei überall Kunststoffzwischenlagen sind um eine leitende Verbindung im Bereich des Stoßes zu unterbinden. Falls (leitfähiger) Dreck die Isolierung überbrückt, funktioniert nichts mehr.

Die Anlage glaubt dann, der Abschnitt vor und der Abschnitt nach dem Stoß seien beide besetzt.
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Florian

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Re: UStrab, Kabel
« Antwort #25 am: 24. März 2020, 19:40:58 »
Also der Beschreibung nach eh genau so wie die Stöße bei der großen Bahn. Hier sind mir jedoch keine Probleme mit Verschmutzung bekannt.

Signalabhängigkeit

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Re: UStrab, Kabel
« Antwort #26 am: 24. März 2020, 20:01:17 »
Auch bei der Bahn kommt es selten, aber doch zu Unregelmäßigkeiten bei Isolierstößen, wie eben Überbrückung durch Späne etc. oder Ausbrüchen des "Füllmaterials", und gewartet und kontrolliert müssen sie auch regelmäßig werden, sind aber grundsätzlich ein äußerst zuverlässiger Teil der Sicherungstechnik.

Achszähler mögen zwar öfters Störungen hervorrufen, diese sind aber in den allermeisten Fällen einfache Fehlzählungen welche sich durch Achszählgrundstellung rücksetzen lassen.

Ganz allgemein würde ich bei der Vollbahn einen leichten Trend hin zu Achszählern attestieren, zumindest außerhalb von Großbahnhöfen.

Wenn wir schon dabei sind: welche Art von Gleisfreimeldung wird im Netz der Wiener U-Bahn verwendet?

Katana

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Re: UStrab, Kabel
« Antwort #27 am: 24. März 2020, 21:09:23 »
Ich finde ohnehin, dass man in der Ustrab die Gleisstromkreise durch zeitgemäße Achszähler ersetzen sollte. Die sind einfacher im Aufbau, wartungsärmer und arbeiten zuverlässiger.
Hast du in deiner Rechnung auch die Kosten des Umbaus berücksichtigt?

Klingelfee

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Re: UStrab, Kabel
« Antwort #28 am: 24. März 2020, 21:29:21 »
Auch bei der Bahn kommt es selten, aber doch zu Unregelmäßigkeiten bei Isolierstößen, wie eben Überbrückung durch Späne etc. oder Ausbrüchen des "Füllmaterials", und gewartet und kontrolliert müssen sie auch regelmäßig werden, sind aber grundsätzlich ein äußerst zuverlässiger Teil der Sicherungstechnik.

Achszähler mögen zwar öfters Störungen hervorrufen, diese sind aber in den allermeisten Fällen einfache Fehlzählungen welche sich durch Achszählgrundstellung rücksetzen lassen.

Ganz allgemein würde ich bei der Vollbahn einen leichten Trend hin zu Achszählern attestieren, zumindest außerhalb von Großbahnhöfen.

Wenn wir schon dabei sind: welche Art von Gleisfreimeldung wird im Netz der Wiener U-Bahn verwendet?


Genau weis ich es nicht. Aber im Prinzip die gleiche, wie in der USTRAB.
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Re: UStrab, Kabel
« Antwort #29 am: 24. März 2020, 22:01:22 »
Ich finde ohnehin, dass man in der Ustrab die Gleisstromkreise durch zeitgemäße Achszähler ersetzen sollte. Die sind einfacher im Aufbau, wartungsärmer und arbeiten zuverlässiger.
Hast du in deiner Rechnung auch die Kosten des Umbaus berücksichtigt?
Die erübrigen sich langfristig dadurch, dass das System wartungsärmer ist. Ich habe mich mit meiner Aussage etwas weit aus dem Fenster gelehnt, das gebe ich zu. Solange die Gleisstromkreise gut funktionieren, kann man sie lassen. Nur für den Fall, dass sie des Öfteren Falschinfos liefern, sei es durch überbrückte Isolierstöße oder was auch immer, wäre es empfehlenswerter, nicht viel Geld in die Reparaturen zu stecken, sondern sie durch ein effizienter funktionierendes System zu ersetzen.