Autor Thema: 12.10.2020: Eigenkollision mit Entgleisung Mariahilfer Straße/Winckelmannstraße  (Gelesen 1355 mal)

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Palimpalim

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Am Foto hat der Bügel auch nicht mehr den optimalen Kontakt zum Fahrdraht.
wär auch ein Wunder wenn der Bügel in der Situation noch den optimalen Kontakt hätte 🤣 im Normalfall steht der Zug nen halben bzw nen Meter weiter rechts 🤟🏻

31/5

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Das heisst, die Linksabbieger fahren dort immer mit Schwung in die Halle 3?

Palimpalim

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Das heisst, die Linksabbieger fahren dort immer mit Schwung in die Halle 3?
nein der Linksabbieger fährt in Ruhe nach links weil er ne eigene Phase bekommt. Das Signal am Foto sagt alles!

Alex

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Ich hätte verstanden, als Kurzführer in Halle 1+2 wäre er mit Schwung drübergefahren, weil er geglaubt hat, dass es gerade weiter geht.
76 hat 18 anscheinend ein Stück wieder zurückgeschoben, was bei dem abgelenkten Portal und dem damit bewegten Gewicht wohl für eine längere Auszeit von 18 sorgen wird, weil vermutlich alles verzogen ist.

Landstraße

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Einer der beiden Züge fuhr bei der Flankenschutzweiche den anderen seitlich rein.
... und unmittelbar danach die Konfliktweichenregel missachtet hat!
Gilt die denn bei Flankenschutzweichen?
Woran erkennst du eine Flankenschutzweiche? Dass es eine Linksweiche ah ja heißt ja heute Konfliktweiche ist, ist klar - ein finsteres 4-Kammernsignal ist auch erkennbar.
Ich weiß es nicht- aber es wurde hier schon erwähnt, dass es eine ist.

E1-c3

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Einer der beiden Züge fuhr bei der Flankenschutzweiche den anderen seitlich rein.
... und unmittelbar danach die Konfliktweichenregel missachtet hat!
Gilt die denn bei Flankenschutzweichen?
Woran erkennst du eine Flankenschutzweiche? Dass es eine Linksweiche ah ja heißt ja heute Konfliktweiche ist, ist klar - ein finsteres 4-Kammernsignal ist auch erkennbar.
Dass es eine Flankenschutzweiche ist, erkennt man daran, dass sich in der Gegenrichtung ein Zweikammer-Lichtsignal befindet (im Bild zu sehen über der Front von 76). Dieses signalisiert, sofern es leuchtet, dem Fahrer, dass es sich bei der folgenden Weiche in der Gegenrichtung um eine Flankenschutzweiche handelt und er die Konfliktweichenregel nicht beachten muss.

Schaltkurbel

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Danke für die Erklärung. Wäre hier noch die Stellhebelweiche, .........
Sollte jemand einen Tipp- oder Rechtschreibfehler finden darf er diesen behalten!

Linie 360

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Warum hat 18 "Baumgarten" geschildert, wenn er Richtung Westbahnhof unterwegs war? Oder hat der über Funk eventuell eine Kurzführung geschickt bekommen, die dann auch das Umstellen der Weiche für die Schleifenfahrt bewirkt haben könnte?
Warum auf 18 Baumgarten steht weiß ich nicht
Ursache jedenfalls war, daß sein Vorderzug ein Übersteller nach RDH H3 war und der Fahrer von 18 danach nicht auf die Weichenstellung geachtet hat!

Klingelfee

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Zu den offenen Fragen

Finsteres Weichensignal:
Das kann mehrere Ursachen haben
-) Ausgeschaltener Antrieb
-) Keine Endlage infolge der Entgleisung
-) Keine Stromversorgung infolge der Abschaltung für die Bergungsarbeiten

Zielschild Baumgarten:
Da würde ich sagen, dass das IBIS-Gerät entweder irgendeinen Fehler hatte, oder das Zielschild in Richtung Baugarten überschildert wurde und in Baumgarten die Überschilderung nicht entfernt wurde. Wäre der Zug dort aus welchen Grund auch kurzgeführt worden, dann wär für mich "nicht einsteigen" oder "Sonderzug" logischer gewesen.

Zur Unfallursache:
Grundsätzlich vermute ich da, dass der unmittelbar vor dem Zug erwähnte fahrenden Werkstättenzug "Ursächlich" an dem Unfall gewesen sein.
Vermutlich hat sich dann die Weiche aus welchem Grund auch immer nicht zurückgestellt und der Fahrer des stadteinwärtsfahrenden Zug hat dann vermutlich die Weichenstellung nicht beachtet. Denn unabhängig von den Mehrkammerlichtsignale hat eine Fahrer vor befahren einer Weiche sich zu überzeugen, dass die Weichenstellung mit dem Mehrkammersignal Mehrkammersignal übereinstimmt.
Und das die Weichen sich aus unbekannten Gründen sich nicht zurück stellen, kommt immer wieder vor. Bei der Weiche würde es sich auf Grund der derzeit herrschenden Witterung auch nicht wundern (Laubfall).

Aber alle Aussagen sind nur vermutlich, da ich weder das Unfallprotokoll, noch die Aussagen beider Fahrer kenne. Und egal vor Gericht oder auch hier. Für mich gilt die Unschuldsvermutung, bis die Schuld bewiesen ist.
Bitte meine Kommentare nicht immer als Ausrede für die WL ansehen

31/5

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Das heisst, die Linksabbieger fahren dort immer mit Schwung in die Halle 3?
nein der Linksabbieger fährt in Ruhe nach links weil er ne eigene Phase bekommt. Das Signal am Foto sagt alles!

Das ist mir schon klar - nur am Foto sieht der Stromabnehmer von 18 aus, als wäre er kurz vor einer Bügelentgleisung. Bezüglich einer Zugsentgleisung wird hier nur in Post 15306 spekuliert, dies aber nie definitiv bestätigt.

Edit 9.06: Threadtitel wurde geändert - anscheinend tatsächlich Entgleisung

t12700

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Wenn ich eine Kurzführung über Halle 3 bekomme muss ich aussteigen und die Weiche stellen, der 76er hat nen 10er in Fahrtrichtung Baumgarten hängen. Es müssten beide rechtzeitig erkennen das einer der beiden einen Fehler macht. Für mich wirkt es so das 76 schon unterwegs war und 18 kurz über Halle 1-2 fahren sollte die Weiche aber nicht gepasst hat und er versucht hat die schon vorhandene Freiphase zu erwischen und nicht auf die Weiche und Weichensignal geschaut hat. Zack pickt er im 76 drinnen.
Dem Fahrer von 76 würd ich da weniger einen Vorwurf machen, der war ja schon vor 18 auf der Kreuzung. Ob der Fahrer von 76 auf die Weichenstellung in FR Westbahnhof geachtet hat, kann sein, aber dennoch muss er eigentlich darauf vertrauen, dass der Fahrer von 18 seine Weichenstellung beachtet und stehen bleibt, vor allem wenn er nicht links blinkt und somit normal zum Westbahnhof weiterfahren möchte. Somit geht der Unfall ziemlich wahrscheinlich allein auf die Kappe vom Fahrer von A 18.

LG t12700
Auf dass uns die E1 noch lange erhalten bleiben!

95B

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Es gehören zwei dazu, dass so etwas passiert.

(1) Der Fahrer des Zuges vor der Linksweiche, der die Weichenstellung nicht beachtet hat.
(2) Der Fahrer des Zuges in der Gegenrichtung, der das Flankenschutzsignal nicht beachtet hat.
Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen!
... brrrr, Klumpert!

Klingelfee

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Es gehören zwei dazu, dass so etwas passiert.

(1) Der Fahrer des Zuges vor der Linksweiche, der die Weichenstellung nicht beachtet hat.
(2) Der Fahrer des Zuges in der Gegenrichtung, der das Flankenschutzsignal nicht beachtet hat.

Also auf Grund der Endstellung kann ich mich da nicht ganz anschließen. Schließlich ist der stadtauswärtsfahrende Zug schon einige Strecke unterwegs gewesen, bevor es zu einer Berührung gekommen ist.

Und dann ist beim passieren des Signales der stadteinwärtsfahrende Zug entweder noch gestanden, oder noch etliches von der Weiche weg gewesen, so dass der stadtauswärtsfahrende Zug sich darauf verlassen  können, dass der einwärts fahrende Zug ihn fahren läßt.
Bitte meine Kommentare nicht immer als Ausrede für die WL ansehen

95B

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Es gehören zwei dazu, dass so etwas passiert.

(1) Der Fahrer des Zuges vor der Linksweiche, der die Weichenstellung nicht beachtet hat.
(2) Der Fahrer des Zuges in der Gegenrichtung, der das Flankenschutzsignal nicht beachtet hat.

Also auf Grund der Endstellung kann ich mich da nicht ganz anschließen. Schließlich ist der stadtauswärtsfahrende Zug schon einige Strecke unterwegs gewesen, bevor es zu einer Berührung gekommen ist.

Die Endstellung interpretiere ich so: Der stadtauswärtsfahrende Zug ist beim Erhalt der Freiphase ganz normal losgefahren und hat auch die Beschränkung von 10 km/h (einigermaßen) eingehalten. Stadteinwärts ist ein Zug in hohem Tempo gefahren, um die Freiphase noch zu erwischen. Womöglich hat dessen Fahrer das Missgeschick noch erkannt und eine Bremsung versucht, da war es aber schon zu spät.

Natürlich hätte der stadtauswärtsfahrende Zug gemäß der Betriebsvorschriften den Vorrang gehabt, weil er der Konfliktstelle näher war, oder wenn man das außer Acht lassen will, weil der Zug vor der Konfliktweiche immer die Wartepflicht hat. Nun wissen wir aber, dass die Konfliktweichenregel in der Praxis stets umgekehrt gehandhabt wird, weil sonst der Zug vor der Konfliktweiche die Phase verpasst.

Wenn ich dort stadtauswärts fahre und das Flankenschutzsignal finster ist und mir auch noch ein Zug entgegenkommt, begebe ich mich sicher nicht in den Konfliktbereich – ganz egal, ob ich die (falsche) Weichenstellung erkennen kann oder nicht und ganz egal, ob ich am Papier Vorrang habe oder nicht.

Und dann ist beim passieren des Signales der stadteinwärtsfahrende Zug entweder noch gestanden, oder noch etliches von der Weiche weg gewesen, so dass der stadtauswärtsfahrende Zug sich darauf verlassen  können, dass der einwärts fahrende Zug ihn fahren läßt.

In manchen, insbesondere von der Norm abweichenden Situationen darf man sich auf nichts verlassen.
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denond

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Es gehören zwei dazu, dass so etwas passiert.

(1) Der Fahrer des Zuges vor der Linksweiche, der die Weichenstellung nicht beachtet hat.
(2) Der Fahrer des Zuges in der Gegenrichtung, der das Flankenschutzsignal nicht beachtet hat.

Bräuchte er eigentlich gar nicht, denn er ist der stadtnähere, also hat er Vorrang.