Autor Thema: Liniensignale im Regionalverkehr  (Gelesen 1736 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

abc

  • Zugführer
  • *
  • Beiträge: 838
Liniensignale im Regionalverkehr
« am: 13. Dezember 2020, 07:12:11 »
Hallo,

offensichtlich wurden im Bereich des VOR mit dem heutigen Fahrplanwechsel im Bahn-Regionalverkehr Liniennummern eingeführt, so geht es zumindest aus dem neuen Netzplan hervor (pdf). (Die Darstellung ist allerdings noch verbesserungswürdig, weil die Linienführungen nicht immer intuitiv nachvollziehbar sind.) Auch in der ÖBB-Stationsinfo (und folglich mutmaßlich auch auf den Anzeigen auf den Bahnhöfen) und in die Fahrplanauskünfte von ÖBB und VOR sind sie eingearbeitet - in die Ansagen auch?

Die Bezeichnungen orientieren sich oft an den mehr oder weniger parallelen S-Bahn-Linien im Wiener Umland: z.B. REX1 nach Breclav, REX2 nach Laa/Thaya, REX3 nach Znojmo, REX7 nach Wolfsthal, aber auch REX8 auf der Marchegger Ostbahn und REX6 über Kittsee nach Bratislava-Petrzalka. Auch die einzelnen Regionen scheinen einem System zu unterliegen: entlang der Westbahn (also bisher nur der S50) gibt nun den CJX5 nach Amstetten, die REX-Züge vom Westbahnhof über die klassische Westbahn nach St. Pölten firmieren nun als REX51, und den von der Westbahn nach Süden abzweigenden Linien (inkl. Citybahn Waidhofen) sind ebenfalls 50er-Nummern zugeordnet. Die Linien im Industrieviertel sind hingegen im 90er-Bereich angesiedelt.

Ganz konsequent sind die Liniensignale aber noch nicht eingeführt: sucht man z.B. auf der VOR-Seite bei den Linienfahrplänen nach "REX2", wird man nicht fündig, und bei "REX 2" (mit Leerzeichen) mit ganz viel Scrollen über diverse Bim- und Buslinien hinweg.

PS: Was hat es eigentlich mit dem REX2 von Meidling zum Westbahnhof auf sich, wie er im Netzplan gekennzeichnet ist? Also laut Stationsinfo für Laa/Thaya verkehrt er nach Mödling, oder liegt das am Sonntag? Sehe ich das richtig, dass das zwei bis vier Züge in der nachmittäglichen Hauptverkehrszeit sind (pdf)?

WVB

  • Zugführer
  • *
  • Beiträge: 525
Re: Liniensignale im Regionalverkehr
« Antwort #1 am: 13. Dezember 2020, 09:22:39 »
PS: Was hat es eigentlich mit dem REX2 von Meidling zum Westbahnhof auf sich, wie er im Netzplan gekennzeichnet ist? Also laut Stationsinfo für Laa/Thaya verkehrt er nach Mödling, oder liegt das am Sonntag? Sehe ich das richtig, dass das zwei bis vier Züge in der nachmittäglichen Hauptverkehrszeit sind (pdf)?
Das dazugehörige Fahrplanbild sollte eigentlich alle Klarheiten beseitigen: https://www.oebb.at/de/dam/jcr:a8df58b1-2d65-43cc-8dfd-dc20bb99850c/kif902_21.pdf

abc

  • Zugführer
  • *
  • Beiträge: 838
Re: Liniensignale im Regionalverkehr
« Antwort #2 am: 13. Dezember 2020, 11:00:26 »
Danke. Also werktagmorgens ein paar Fahrten zum und nachmittags vom Westbahnhof - mutmaßlich werden einfach die Garnituren dort über den Vormittag abgestellt und die sowieso betrieblich notwendige Fahrt für Fahrgäste freigegeben?

Wobei es natürlich auch nicht die beste Idee ist, im Netzplan dann ausgerechnet diese Fahrten als regulären Linienweg zu kennzeichnen. Es käme ja auch niemand auf die Idee, z.B. beim 5er die Strecke zum Bahnhof Wexstraße auf dem Netzplan der Wiener Linien als dauerhafte Linienführung zu kennzeichnen und dafür die Strecke zum Praterstern wegzulassen.

D 3XX

  • Fahrer
  • ***
  • Beiträge: 230
  • Flexity Wien
Re: Liniensignale im Regionalverkehr
« Antwort #3 am: 13. Dezember 2020, 12:24:50 »

Die Bezeichnungen orientieren sich oft an den mehr oder weniger parallelen S-Bahn-Linien im Wiener Umland: z.B. REX1 nach Breclav, REX2 nach Laa/Thaya, REX3 nach Znojmo, REX7 nach Wolfsthal, aber auch REX8 auf der Marchegger Ostbahn und REX6 über Kittsee nach Bratislava-Petrzalka. Auch die einzelnen Regionen scheinen einem System zu unterliegen: entlang der Westbahn (also bisher nur der S50) gibt nun den CJX5 nach Amstetten, die REX-Züge vom Westbahnhof über die klassische Westbahn nach St. Pölten firmieren nun als REX51, und den von der Westbahn nach Süden abzweigenden Linien (inkl. Citybahn Waidhofen) sind ebenfalls 50er-Nummern zugeordnet. Die Linien im Industrieviertel sind hingegen im 90er-Bereich angesiedelt.
Ich begrüße die Einführung dieser Liniensignale jedenfalls. Bezüglich der Benennung kommts mir vor als hätte man da teilweise auf das alte Richtungsschema der S-Bahn zurückgegriffen, kann mich aber auch täuschen.
D 3XX

160

  • Fahrgast
  • *
  • Beiträge: 19
Re: Liniensignale im Regionalverkehr
« Antwort #4 am: 13. Dezember 2020, 17:32:46 »
Als jemand, der schon länger auf der Welt ist, kann ich mich an die Einführung der S-Bahn- und Regionalbahn-Bezeichnung zum Verbund-Beginn mit 3.Juni 1984 erinnern. Also schon vor 36 Jahren! So neu ist das also nicht. Anbei zwei Scans aus der Sammlung.

D 3XX

  • Fahrer
  • ***
  • Beiträge: 230
  • Flexity Wien
Re: Liniensignale im Regionalverkehr
« Antwort #5 am: 13. Dezember 2020, 19:10:43 »
Danke für diese Scans! Warum ist man dann eigentlich wieder davon abgekommen?
D 3XX

160

  • Fahrgast
  • *
  • Beiträge: 19
Re: Liniensignale im Regionalverkehr
« Antwort #6 am: 14. Dezember 2020, 09:37:43 »
Warum die Regionalbahn-Bezeichnungen abgeschafft oder einfach nicht mehr verwendet wurden, ist mir nicht bekannt. Im VOR-Verkehrslinienplan Wien 2005 waren noch die R-Zeichen. Beim nächsten Verkehrslinienplan Wien 2006/07 waren statt der R-Bezeichnung die ÖBB-Fahrplanbildnummern eingetragen.

Linie 58

  • Expeditor
  • **
  • Beiträge: 1292
Re: Liniensignale im Regionalverkehr
« Antwort #7 am: 14. Dezember 2020, 09:55:05 »
Naja, damit das ganze auch einen Sinn hat, muss schon ein Taktfahrplan mit einer gewissen Takttreue vorhanden sein - wie es eben bei der S-Bahn grundsätzlich Usus ist. Und auf nahezu allen Strecken der Ostregion ist der dichte und verlässliche Taktfahrplan eben seit letztem bzw. heurigem Fahrplanjahr vorhanden. Daher sehe ich den Zeitpunkt der Einführung auch als relativ logisch an.

Autobusfan

  • Fahrer
  • ***
  • Beiträge: 289
Re: Liniensignale im Regionalverkehr
« Antwort #8 am: 14. Dezember 2020, 19:58:04 »
Ich hab mir letzte Woche (könnte sich daher ggf. noch in Details geändert haben) die Situation für heute Montag, 14. 12., aus Interesse exemplarisch für Payerbach-Reichenau angesehen und aufgeschlüsselt, weil ich sehen wollte, was genau jetzt hinter den Liniennummern steckt, und kann meine Erkenntnisse gern mit euch teilen. Taktfahrplan ist relativ. Der Begriff ist insofern zutreffend, als die meisten Züge Richtung Norden um :24 und :54 abfahren. Dafür, welche Linie wann fährt, lässt sich allerdings kein Muster festmachen. Manche sind REX1, manche REX2, manche REX3, manche REX9 und einer R2.

Der REX1 fährt 6× nach Wien Floridsdorf, Bernhardsthal oder Břeclav.
Der REX2 fährt 4× nach Wien Floridsdorf.
Der REX3 fährt 15× nach Wien Floridsdorf oder Retz (der letzte nur bis Wiener Neustadt Hbf.).
Der REX9 fährt 8× nach Wien Meidling, Wien Hauptbahnhof oder Wien Floridsdorf ohne Halt zwischen Wiener Neustadt Hbf. und Wien Meidling (bis auf zwei, die auch in Baden halten).
Der R2 fährt 1× um 7:54 nach Wien Floridsdorf und unterscheidet sich augenscheinlich nicht von REX1, REX2 oder REX3.

- Wann ist ein Zug nach Wien Floridsdorf REX1, wann REX2, und wann REX3?
- Den Sinn der REX9 versteh ich (schnelle Verbindung), aber warum drei verschiedene Endpunkte in Wien?
- Die deutliche Mehrheit der nicht beschleunigten Züge sind REX3, also Züge zur Nordwestbahn. Warum gibt es einzelne, die als REX1 zur Nordbahn fahren?
- Die Bezeichnungen REX1, REX2, REX3 und R2 lassen keinerlei Rückschlüsse darauf zu, ob der Zug in Felixdorf und Bad Vöslau hält. In der Früh und am Vormittag (bis 13:54) tun es alle bis auf den einen R2, am Nachmittag kein einziger, ab 19:54 wieder alle. Logischer wäre doch, alle Züge (außer REX9) von Payerbach-Reichenau halten dort oder keiner tut es.
- Wieso sind die Linien eher unregelmäßig über den Tag verteilt? Alle zusammen ergeben bis auf die frühen Morgenstunden sauberen 30-Minuten-Abfahrts-Takt, jede einzelne Linie für sich betrachtet weist aber teilweise große Taktlücken auf.
- Wer noch aus dem Takt fällt, ist der D 858 von Graz Hbf. nach Wien Hbf. mit der Abfahrt in Payerbach-Reichenau um 6:02. Der stört als Fernzug aber das Liniennummernschema eh nicht.

Fazit: Es wird sicherlich betriebliche Gründe dafür geben, dass die Abfahrten und Linien so umgesetzt wurden, wie sie umgesetzt wurden, allerdings erschließt sich mir nicht, warum manchmal so und manchmal so und warum nicht den ganzen Tag über einen konsistenten Takt, auch was jede Linie einschließlich ihrem Fahrtziel für sich betrachtet betrifft. Bis auf die fast immer gleiche Abfahrtszeit, die es aber schon vor den Liniennummern jetzt gab, ist alles recht undurchsichtig.

D 3XX

  • Fahrer
  • ***
  • Beiträge: 230
  • Flexity Wien
Re: Liniensignale im Regionalverkehr
« Antwort #9 am: 14. Dezember 2020, 21:30:17 »
Warum die Regionalbahn-Bezeichnungen abgeschafft oder einfach nicht mehr verwendet wurden, ist mir nicht bekannt. Im VOR-Verkehrslinienplan Wien 2005 waren noch die R-Zeichen. Beim nächsten Verkehrslinienplan Wien 2006/07 waren statt der R-Bezeichnung die ÖBB-Fahrplanbildnummern eingetragen.
Verstehe. Trotzdem danke!
D 3XX