Autor Thema: Type Z: Der "Amerikaner"  (Gelesen 213010 mal)

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95B

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Re: Type Z: Der "Amerikaner"
« Antwort #60 am: 06. September 2011, 16:28:28 »
So liest sich das ganz eindeutig!
Deswegen verschwamm das Ganze in der Erinnerung dann wohl zu einem Bingospiel.
Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen!
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raifort1

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Re: Type Z: Der "Amerikaner"
« Antwort #61 am: 16. Januar 2012, 14:18:29 »
Leider, hatte ich nur einmal Gelegenheit mit einem Z zufahren. Ich hätte folgende Frage, wie war die Umlegung der Sitzlehnen gehandhabt? Mein Erlebtes dazu: ich stieg am Spitz zu. Schon das Betretten der Trittstufe beeindruckte, der ganze Wagen federte, der Stromabnehmer wippte unter der Oberleitung, obwohl ich damals ein schlankes Bürschchen war. Der Z bestach durch seine Helligkeit und Platzangebot. Zu meiner Überraschung, saßen die wenigen Fahrgäste gegen die Fahrtrichtung, das wollte ich nicht, daher versuchte ich eine Lehne umzustellen. Sofort schritt der Schaffner, ziemlich autoritär, ein. Sein "des darf ma net" beendete mein Versuch. Ich stellte mich zum Fahrer, der den Z mit spielerischer Leichtigkeit fuhr und auch mit der 'sensiblen' Luftdruckbremse ausgezeichnet zurecht kam. Übrigens ein vergleichbare Fall, das Problem mit der zu sensiblen Bremse gab es für viele Lenkradakrobaten auch beim DS19, manche lernen es eben nie.

Edit (tram): Beiträge zusammengehängt.

tram

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Re: Type Z: Der "Amerikaner"
« Antwort #62 am: 16. Januar 2012, 14:43:04 »
@raifort: Es ist möglich, seine eigenen Beiträge zu editieren.

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Re: Type Z: Der "Amerikaner"
« Antwort #63 am: 18. Januar 2012, 22:36:48 »
Leider, hatte ich nur einmal Gelegenheit mit einem Z zufahren. Ich hätte folgende Frage, wie war die Umlegung der Sitzlehnen gehandhabt? Mein Erlebtes dazu: ich stieg am Spitz zu. Schon das Betretten der Trittstufe beeindruckte, der ganze Wagen federte, der Stromabnehmer wippte unter der Oberleitung, obwohl ich damals ein schlankes Bürschchen war. Der Z bestach durch seine Helligkeit und Platzangebot. Zu meiner Überraschung, saßen die wenigen Fahrgäste gegen die Fahrtrichtung, das wollte ich nicht, daher versuchte ich eine Lehne umzustellen. Sofort schritt der Schaffner, ziemlich autoritär, ein. Sein "des darf ma net" beendete mein Versuch. Ich stellte mich zum Fahrer, der den Z mit spielerischer Leichtigkeit fuhr und auch mit der 'sensiblen' Luftdruckbremse ausgezeichnet zurecht kam. Übrigens ein vergleichbare Fall, das Problem mit der zu sensiblen Bremse gab es für viele Lenkradakrobaten auch beim DS19, manche lernen es eben nie.

Grundsätzlich wurden in den Kuppelendstellen die Rücklehnen vom Schaffner umgestellt. Das ging recht flott, der Schaffner brauchte dazu nur einmal durch den Wagen zu gehen und mit der einen Hand die linken und mit der anderen die rechten Lehnen umlegen. Natürlich ist nicht auszuschließen, daß es auch einmal ein schwarzes Schaf unter den Schaffnern gab. Auf welcher Linie und ungefähr in welchem Jahr bist du mit dem Z gefahren?

raifort1

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Re: Type Z: Der "Amerikaner"
« Antwort #64 am: 22. Januar 2012, 16:54:48 »
Entschuldigung für die verspätete Antwort. Für die Fahrt kommen die Jahre 61 und 62 in Frage. Gefahren bin ich von Am Spitz bis Siemensstraße und zurück. Also die Lnie 331. Ich hatte in Floridsdorf oft beruflich zu tun. So konnte ich einigermale 'Unfälle' mit einem Z beobachten. Diese spielten sich so ab, die lieben Autofahrer stellten sich knapp neben den Amerikaner, der Fahrer  mußte die Türe öffnen, (Weiche stellen, oder in der Haltestelle) die untere Trittstufe drehte nach außen, der heiliger Lack war beschädigt.

Danke für die Erklärung der Lehnenumstellung, es war mir klar, daß es einfach ging und deppen sicher war

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Re: Type Z: Der "Amerikaner"
« Antwort #65 am: 22. Januar 2012, 20:19:48 »
Um noch einmal auf dein Erlebnis mit den falschen Lehnen zurückzukommen, das ist eigentlich nur durch einen Einschub vom Bahnhof Floridsdorf über Am Spitz nach Stammersdorf erklärbar. Da könnte sich der Schaffner möglicherweise das Umlegen der Sitze ersparen haben wollen. Daß ein Zug die gesamte Fahrtstrecke von Stammersdorf über die Endstelle am Franz-Josefs-Kai und wieder zurück nach Stammersdorf mit falsch stehenden Lehnen absolviert haben sollte, halte ich für nahezu ausgeschlossen.

kmh

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Re: Type Z: Der "Amerikaner"
« Antwort #66 am: 22. Januar 2012, 23:19:07 »
Trotzdem ist mir schleierhaft, wie sich die Geschichte mit den verkehrten Lehnen zugetragen haben könnt. Ich kann mich aus meiner langjährigen fast täglicher Erfahrung mit den "Amis" an keine einzige gegen die Fahrtrichtung eingestellten Lehne erinnern. Das Umstellen in Stammersdorf ging im "Durchlauf" ganz schnell. Selbst wenn der Zug noch 7 Minuten Ausgleichszeit hatte, war der ganze Wagen innerhalb einer Minute für die Gegenrichtig  umgerüstet und das Personal genoss dann die Rauchpause bzw. führten mit dem Personal des mittlerweile angekommenen Triebwagens den "Schmäh". Der letzte Wagen von Stammersorf nach Floridsdorf war für mich immer wieder eine Beobachtung wert: Der Wagen flog förmlich über den eigenen Bahnkörper entlang der schlecht beleuchteten Brünner Straße und immer wieder konnte man glühende Bremssohlen beobachten, weil sich der Fahrer in der menschen- und fahrzeugleeren Brünner Straße nichts um die lästige Vmax 25 gepfiffen und den Anbremspunkt ganz nahe zu den Haltestellen verlegt hatte. Nicht selten hat der Einzieher die Blaue in Floridsdorf noch eingeholt.
Bezüglich der Handhabung des Fahrschalters ist auch einiges verloren gegangen: Der Fahrer des Wagens vom Straßenbahnmuseum schaltete den Fahrschalter wie einen üblichen Schleifringfahrschalter mit einer schnellen Bewegung aus. Ist aber beim Fahrschalter des "Z" nicht notwendig. Er hat das sogenannte "kleine Spiel"! Das heißt: eine kleine Bewegung von "Fahrt" Richtung "Aus" schaltet sofort die Motoren aus und die Kontakte im Fahrschalter spannungsfrei. Die Floridsdorfer Fahrer nützten das auch aus. Das ging: kleine Bewegung gegen den Uhrzeiger, dann ein langsames über die Kontakte gleitendes Zurückdrehen des Fahrschalters auf "0". Die Abfahrt aus einer Haltestelle spielte sich folgendermaßen ab: Bremspedal ohne Fußbelastung, Fahrschalter auf die erste Fahrstufe - Schaffner schließt hintere Türe und fertigt mit Glocke ab - Fahrer wirft Blick auf Einstiegstüre - latscht aufs Bremspedal und der Wagen setzt sich elegant mit einem "Lösepfaucher" der Druckluftbremse in Bewegung. Freilich hatte die "fremde" Bauartdes Wagens so seine Eigenheiten. Oft verpickte sich die elektrische Warnklocke (klang so wie "bimbilimbim") und eigentlich hätte der Zug eingezogen werden müssen. Die Lösung: Ein kräftiger Schlag mit der Weichenkrücke auf den Plattformboden links hinter dem Fahrersitz erweckte das Läutwerk wieder zu Leben und die schaukelnde Fahrt konnte weiter gehen.

moszkva tér

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Re: Type Z: Der "Amerikaner"
« Antwort #67 am: 06. Juni 2012, 07:39:31 »
Ich könnte mir nur vorstellen, dass die Fahrgäste selbst die Lehnen umgestellt haben, um in Konferenzbestuhlung zu plaudern. Das sollte dann aber nur einzelne Sitze betroffen haben, nicht den gesamten Zug.

Z-TW

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Re: Type Z: Der "Amerikaner"
« Antwort #68 am: 06. Juni 2012, 07:57:33 »
Ich könnte mir nur vorstellen, dass die Fahrgäste selbst die Lehnen umgestellt haben, um in Konferenzbestuhlung zu plaudern. Das sollte dann aber nur einzelne Sitze betroffen haben, nicht den gesamten Zug.

Haben wir am 11er als 17-jährige Schüler auch gemacht - aber nur einmal, denn da setzte es gleich einen Schaffnerrüffel. Und damals galt der als Respektsperson, man traute sich da nicht mehr frech zu reagieren wie es heute vielfach üblich ist.

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Re: Type Z: Der "Amerikaner"
« Antwort #69 am: 06. Juni 2012, 09:03:03 »
Ich könnte mir nur vorstellen, dass die Fahrgäste selbst die Lehnen umgestellt haben, um in Konferenzbestuhlung zu plaudern. Das sollte dann aber nur einzelne Sitze betroffen haben, nicht den gesamten Zug.

Haben wir am 11er als 17-jährige Schüler auch gemacht - aber nur einmal, denn da setzte es gleich einen Schaffnerrüffel. Und damals galt der als Respektsperson, man traute sich da nicht mehr frech zu reagieren wie es heute vielfach üblich ist.
Müssen ja keine Schüler gewesen sein, sondern vielleicht Bekannte vom Schaffner, die fest versprechen, die Lehnen nachher wieder zurückzustellen (und dann drauf vergessen haben).  ;)

TARS631

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Re: Type Z: Der "Amerikaner"
« Antwort #70 am: 03. Juli 2012, 10:58:05 »
Zu Antwort 36 vom 1. September 2011 von Operator
Zu Antwort 42 vom 1. September 2011 von tramway.at
Auch ich kann einige Bilder aus dem Bahnhof Erdberg vom 1. Februar 1978 dazu beisteuern.
Es handelt sich wie schon erwähnt um die beiden Wagen Z 4202 (TARS 637) heute im Strassenbahnmuseum Graz und um den Wagen Z 4216 (TARS 631) heute im Seashore Trolley Museum (Kennebunkport, Maine). Innenaufnahmen waren nur durch ein geöffnetes Fenster möglich.

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Re: Type Z: Der "Amerikaner"
« Antwort #71 am: 03. Juli 2012, 11:01:31 »
Zu Antwort 36 vom 1. September 2011 von Operator
Zu Antwort 42 vom 1. September 2011 von tramway.at
Im Mai 1978 machte ich noch einige Bilder. Die vordere Türe des Z 4202 war offen und so konnte man auch den Innenraum besser fotografieren.

95B

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Re: Type Z: Der "Amerikaner"
« Antwort #72 am: 03. Juli 2012, 11:09:38 »
Danke für die herrlichen Aufnahmen. Unter der dicken Staubschicht wirken die Wagen fast wie in einem Geisterfilm. :)
Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen!
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Re: Type Z: Der "Amerikaner"
« Antwort #73 am: 03. Juli 2012, 11:10:03 »
Eines noch
HW Simmering Typ Z 4202 (TARS 637) für Strassenbahnmuseum Graz

TARS631

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Re: Type Z: Der "Amerikaner"
« Antwort #74 am: 25. Juli 2012, 21:47:55 »
Liebe Kollegen
Weiß jemand welche Fortschritte die Aufarbeitung der beiden Z die der Museumstramway Mariazell gehören machen.
Im Internet gibt es ein Foto vom  Z 4234 der scheinbar schon fahrbereit ist (Jahr 2008?)
Vom  Z 4242 ist nichts zu finden.
Für Hinweise wäre ich dankbar.
Z 4234   ex TARS 634
Z 4242   ex TARS 640; vormals Brüssel