Autor Thema: Alt Wien um 1900 - Fotografien von August Stauda - untergegangene Stadtwelten  (Gelesen 165833 mal)

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Erdberg

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Ich finde es faszinierend, dass auch um 1900 einige "Nagelhäuser" geblieben sind und bis heute überlebt haben. Hier Große Stadtgutgasse 17.
Was ist ein Nagelhaus?
siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Nagelhaus

95B

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Ich finde es faszinierend, dass auch um 1900 einige "Nagelhäuser" geblieben sind und bis heute überlebt haben. Hier Große Stadtgutgasse 17.
Was ist ein Nagelhaus?

https://de.wikipedia.org/wiki/Nagelhaus
Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen!
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nord22

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Untergegangene Stadtwelten: im zweiten Weltkrieg wurde das Palais Baron Sina am Hohen Markt 8 durch einen Bombenangriff zerstört (Foto: Andreas Groll, Online Archiv Wien Museum).

LG nord22

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Architektur in Wien Erdberg und Landstraße, fotografisch verewigt von August Stauda:
* Erdbergstraße 17 - 19 um 1900
* Erdbergstraße 21 um 1902
* Hafengasse 9 um 1903
(Quelle: Online Archiv Wien Museum)

LG nord22

Erdberg

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Das war für 10 Jahre meine unmittelbare Heimat.
Nr. 17 ist das Grundstück mit dem Schubertturm. Zu meiner Kindheit sah es dort so aus wie auf dem beigefügten Bild.
Nr. 19 und Nr. 21 sind heute völlig anders, weil dort die Kübeckgasse durchgebrochen wurde. So sind heute die Häuser 19 und 21 Eckhäuser, die Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut wurden.

Ich hab auch ein Bild, auf dem man alle drei Objekte 17-19-21 sieht (Quelle unbekannt), also bevor die Kübeckgasse durchbrochen wurde. - Wenn ich es nicht veröffentlichen darf, lösche ich es wieder.

tramway.at

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Hier der Komplex 1982. Abgerissen wurde das Haus 1992. Die Ecke schaut übrigens so aus, weil da ein jüdischer Betraum drin war und die Nazis eine Handgranate reingeschmissen haben.

Nachdem mir der Komplex sehr gut gefallen hat, hab ich ihm ein (sehr kleines) Denkmal gesetzt:
https://www.tramway.at/modellbau/schubertviertel/fertig
Harald A. Jahn, www.tramway.at

Erdberg

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Ds ist aber das Haus Erdbergstraße 15, Ecke Parkgasse.
Zu meiner Kindheit war hier noch der Römische Kaiser neben der Firma Beetz.

Das Bilddatum des zweiten Bildes (1974) muß wohl falsch sein, stammt also evtl. von 1971/72, früher hab ich nämlich nicht fotografiert.
1973 war die Fassade teilweise weiß gestrichen.

Das letzte Bild zeigt die Situation um 1910.

nord22

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Diese Aufnahme dokumentiert die radikale Baufluchtkorrektur in der Hainburger Straße; die Alt Erdberger Häuser O. Nr. 67 und 69 wirken zwischen den Gründerzeitbauten etwas verloren (Foto: August Stauda 1912; Online Archiv Wien Museum).

LG nord22

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Ein früher Stadtbildverlust im 1. Bezirk war das Palais Liechtenstein in der Herrengasse 6 - 8 mit dem für seine Akustik berühmten Bösendorfersaal, welches 1913 abgebrochen wurde. Danach gab es dort rund 20 Jahre eine Baulücke, auf der dann ein Hochaus errichtet wurde. Dieses Gebäude mit seiner prosaischen Banalität der Fassadengestaltung ist absolut nichts für Ästheten, steht aber heute sogar unter Denkmalschutz (Fotos: Bruno Reiffenstsein, Online Archiv Wien Museum).

LG nord22

Tramwayhüttl

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So verschieden sind Geschmäcker, ich finde das Herrengassenhochhaus dagegen äußerst ästhetisch und zeitlos-elegant. Außen wie innen. Und die nach oben zurückgesetzte Fassadenflucht, durch die man von der Straße nicht erkennt, dass es sich um ein Hochhaus handelt, das von der Ferne aber an einen Leuchtturm erinnert, ist in meinen Augen genial.
Bitte seien Sie achtsam! Zwischen Ihren Ohren befindet sich nichts als Luft.

nord22

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@Tramwayhüttl: für den Bau des Hochhauses in der Herrengasse wurde in den 30er Jahren zweifelsfrei ein Spitzenarchitekt engagiert. Die Prager Altstadt leidet z. B. vergleichsweise weit weniger unter Bausünden aller Art. Der letzte große Sündenfall war in Wien der Abbruch des Kaipalasts. 

nord22

nord22

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So präsentierte sich der Franz-Josefs-Kai Ecke Zelinkagasse ohne "Ringturm", dafür mit klassizistischer Ringstraßenarchitektur 1942 (Foto: Bruno Reiffenstsein, Online Archiv Wien Museum).

LG nord22

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1960 wurde am Lugeck 2 ein Betonklotz mit Ostblockcharme errichtet; so prächtig war der von Bruno Reiffenstein 1942 aufgenommene Vorgängerbau (Quelle: Online Archiv Wien Museum).

LG nord22

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1960 wurde am Lugeck 2 ein Betonklotz mit Ostblockcharme errichtet; so prächtig war der von Bruno Reiffenstein 1942 aufgenommene Vorgängerbau (Quelle: Online Archiv Wien Museum).

LG nord22

Der Bau (und auch das Nachbarhaus auf ONr. 1) wurde im Krieg zerstört.
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nord22

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Das Gebäude Rabensteig Nr. 2/ Rotenturmstraße 23 ist heute ein architektonisch banaler "Emmentalerbau"; anbei eine Aufnahme des Vorgängerbauwerks von Bruno Reiffenstein von 1942 (Quelle: Online Archiv Wien Museum).

LG nord22