Autor Thema: Straßenbahn St. Pölten  (Gelesen 86355 mal)

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haidi

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Re: Straßenbahn St. Pölten
« Antwort #195 am: 29. Dezember 2022, 11:07:58 »
 Im Erdgas ist hauptsächlich Methan, aber auch Ethan, Propan und Butan (letzeres mit einem Siedepunkt von 0°) die allgemeinen Summenformel ist CnH2n+2, das von dir beschriebene Buten ist in Erdgas in geringen Mengen vorhanden und hat auch weniger Energieinhalt als Butan.
Was dir aber auffallen sollte ist, dass der Wasserstoffantrieb mit dem aus Erdöl erzeugten Wasserstoff nicht CO2-neutral ist.
Alle sagten es geht nicht - dann kam einer, der das nicht wusste und probierte es - und es ging

Kurzzug

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Re: Straßenbahn St. Pölten
« Antwort #196 am: 30. Dezember 2022, 10:15:37 »
Abgesehen davon wird der Wasserstoff hauptsächlich aus Erdöl oder Erdgas erzeugt.

Ja derzeit. Weil der Ausbeutegrad besser ist. Sprich man braucht weniger Strom um mehr Wasserstoff zu erzeugen als bei der Elektrolyse aus Wasser.

C4H8 ergibt halt 4x CO2 und 4xH2
2x H2O ergibt halt nur 2x H2 und ein O2

Das sollte siche, wenn man es irgendwann wirklich schafft zu viel Strom aus erneuerbarem zu erzeugen, ändern. Da man aber dafür bis jetzt einfach zu blöd ist, niemand das Risiko eingehen will in Wüstenstaaten Megaphotovoltaik zu finanzieren, wirds das so bald nicht spielen. Letztere werden, solange sie noch Öl haben auch dieses verkaufen.

Was du mit C4H8 willst, ist mir genauso wie haidi nicht klar. Davon abgesehen ist das auch nicht die korrekte Reaktionsgleichung. Bei der Dampfreformierung wird der Kohlenstoff nämlich mit H2O oxidiert:

Mit Methan: CH4 + H2O –> CO + 3 H2
Mit Buten: C4H8 + 4 H2O –> 4 CO + 8 H2

Danach kann über Wassergas-Shift noch zusätzlicher Wasserstoff gewonnen werden: CO + H2O –> CO2 + H2

Mit optimaler Reaktionsführung kriegt durch Dampfreformierung man pro mol C4H8 also 12 mol H2 und aus 1 mol CH4 4 mol H2. Wegen dieser hohen Ausbeuten an Wasserstoff wird 90% des Wasserstoffs so hergestellt. Bis man Elektrolyseure nicht mit billigem Strom zu Schwachlastzeiten betreiben kann, wird sich das ohne politische Einflussnahme nicht ändern.

Davon abgesehen sind H2-Busse in Innenstädten wohl das ineffizienteste was man machen kann. Auch am Land scheint das Potenzial für H2 gering, da sogar auf der Kamptalbahn Akkuzüge eingesetzt werden sollen.

nord22

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Re: Straßenbahn St. Pölten
« Antwort #197 am: 21. Januar 2023, 19:05:48 »
Ein Güterzug bei der Traisenbrücke mit Blick Richtung Wagram 1975 (Foto: Slg. Bernhard Neuhart). Heute steht hier das Regierungsviertel und es gibt absolut keine Bäume oder Grünflächen mehr.

LG nord22