Autor Thema: [NO] Straßenbahn Oslo  (Gelesen 50527 mal)

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topseeser

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[NO] Straßenbahn Oslo
« am: 17. Dezember 2010, 19:57:41 »
Seit 1875 gibt es in Oslo eine Pferdetramway, die seit 1900 elektrifiziert wurde. Die Wagen wurden in dieser Zeit blau angemalt und hieß seit daher Blåtrikken (Blaue Straßenbahn). Das Trikken kommt von Elektrikken, was "die Elektrische" heißt. "Trikk" als Name ist bis heute erhalten geblieben, genauso wie der blaue Anstrich.
Heutzutage besteht das Netz aus 6 Linien, wie Bild 1 im Anhang zeigt. Quelle:http://www.trikken.no/Images/File/Trikk2010-12Web.pdf.
Der Wagenpark besteht aus 2 verschiedenen Typen:

SL-79:
Diese DUEWAG-Serie wurde zwischen 1984 und 1987 geliefert. Man erkennt sie an einzelnen letzten Tür. Des Weiteren haben sie auf der linken Wagenseite eine weitere einzelne Tür, die in der zweiten Serie nicht mehr eingebaut wurden. (Bild 2: SL-79) (Bild 3: Typenplakette).
Die zweite Serie wurde von ABB-Strømmen produziert und 1989 geliefert. Beide Serien sind nur als Einzelfahrzeuge fahrbar und nicht kuppelbar. (Bild 4: Zweite Serie).
Die ganze Serie ist als Einrichtungsfahrzeug ausgelegt und benötigt daher Schleifen zum wenden. Außerdem sind die Fahrzeuge Hochflurer. (Allerdings ist man auf der ersten Stufe meistens unter Gehsteigniveau, aber wir sind ja nicht in der EU ;)) (Bild 5: Innenraum SL-79)

SL-95:
Die zweite Baureihe wurde zwischen 1999-2004 angeschafft. Sie stammen von den italienischen Ansaldo-Werken. Diese Baureihe ist als Zweirichtungsfahrzeug ausgelegt und benötigt daher keine Schleifen mehr. (Bild 6: SL-95).
Die Fahrzeuge sind teilweise niederflurig ausgelegt. In der Mitte sind sie etwas niederfluriger, bei den höheren Sitzen etwa 20 cm höher. (Bild 7: Innenraum SL-95). Sie sind ein gutes Stück breiter als die älteren Fahrzeuge und dürfen daher nicht auf allen Linien eingesetzt werden. Denn es gibt eine Kurve die für sie zu eng ist, und in Majorstuen sind die Schienen teilweise zu eng verlegt, weswegen es für die SL-95 dort ein Kreuzungsverbot gibt.

Der Praxiseinsatz sieht so aus:
Linien 11, 12 und 19: Typenrein SL-79.
Linien 17, 18: Typenrein SL-95.
Linie 13: Abwechselnd SL-79 und SL-95.

In den kommenden Posts werde ich die Linien soweit möglich ein bisschen vorstellen.
Weitere Informationen: http://de.wikipedia.org/wiki/Straßenbahn_Oslo (Das habe auch ich als Quelle benutzt).
Für norwegisch-sprechende (auch deutschsprachige werden recht viel verstehen): http://www.trikken.no/ (Das habe ich auch als Quelle benutzt).

topseeser

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Linie 11
« Antwort #1 am: 17. Dezember 2010, 20:17:55 »
Die Linie 11 führt von Disen untertags, und Kjelsås am Abend bis nach Majorstuen. (Bild 1: Trikk in Richtung Disen in Storo.)
Storo ist ein großer Knotenpunkt, wo man in diverse andere Linien umsteigen kann. Des Weiteren kann man auch in die T-bane umsteigen.
Von Kjelsås bis Jermbanetorget (Hauptbahnhof), dem zentralen Knotenpunkt der Straßenbahnen, fährt die Linie parallel mit der Linie 12. Von Storo an gesellt sich die 13 auch noch dazu. In der äußeren Gegend fährt die Bahn größtenteils auf einem eigenen Gleisköper.
Am Stortorvet in der Innenstadt trifft die Linie dann auch auf den 17er und 18er. (Bild 2: 11er am Stortorvet).
Von dort geht es parallel zur Karl-Johans-Gata, der (Pracht-)Hauptstraße, vergleichbar mit der Kärntner Straße) bis nach Majorstuen. (Bild 3: 11er in Grensen).
Dort ist der Straßenbahnverkehr leider sehr vom IV beeinflusst, denn es gibt keinen eigenen Gleiskörper. Daher kann es dann zu Stauungen kommen und es kommt genauso zu Konvoibildungen wie in Wien. (Bild 4: 11er in dem Bogstadveien).
In Majorstuen angekommen, wird der Zug, mangels Zweirichtigkeit und mangels Schleife in einen 12er umgewandelt und er fährt dann als Linie 12 weiter.

topseeser

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Linie 12
« Antwort #2 am: 17. Dezember 2010, 20:47:58 »
Die Linie 12 fährt, genau wie die Linie 11, in Kjelsås los. (Bild 1: Wendeanlage Kjelsås). Sie fährt durch Grefsen hinunter über Storo (Bild 2: 12er in Storo) zum zentralen Knotenpunkt am Jernbanetorget. Übrigens gibt es auch für die deutschen Kunden einen speziellen Service ;): (Bild 3: Billetsalg).
Am Jernbanetorget (Bild 4: 12 trifft auf 13er am Jernbanetorget) spaltet er sich dann vom 11er ab, mit dem er bis dahin parallel gefahren ist. Der 12er fährt nun weiter durch das südliche Zentrum hinunter bis zum Hafen und dort direkt über den großen Hauptplatz. (Bild 5: Gleise des 12ers am Platz vorm Rathaus und dem Friedensnobelcenter).
Von dort geht es dann weiter Richtung Solli, wo er sich mit dem 13er wieder kreuzt. (Bild 6: 12er in Solli). Hier sieht man übrigens noch einmal die DUEWAG-Herkunft der Wagen sehr schön (Bild 7: Türe eines SL-79). Des Weiteren macht der Betreiber hier auch Werbung mit den Beatles (Bild 8: Werbung. Übersetzung des Texts im braunen Kreis: Alle haben die Pflicht aufzupassen, auch am Zebrastreifen.)
Nachdem der 12er dann durch Frogner, das Herrschaftsviertel mit großen Villen, und vorbei am Vigelandsparken gefahren ist, kommt er auch nach Majorstuen, wo er dann in den 11er umgewandelt wird.

topseeser

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Linie 13
« Antwort #3 am: 17. Dezember 2010, 21:11:28 »
Vor kurzem wurde die neue Endstation in Jar eröffnet. Hier endet der westliche Ast der Linie 13, in einem Komplex mit der T-bane Linie 6. Dort kann man relativ gut vom einen Verkehrsmittel aufs andere Umsteigen, auch wenn beide in etwa in die gleiche Richtung fahren. (Bild 1: 13 in der Endstation Jar). (Bild 2: Der komplette Komplex der Linie 13 und 6 in Jar; Die Trikk hält in etwa hinter der Brücke in der Mitte des Bildes).
Von Jar geht es relativ lang auf einem komplett eigenen Gleiskörper mit hohen Geschwindigkeiten in Richtung Stadtzentrum. Erst am Drammensveien, im Botschaftsviertel Oslos, kommt die Trikk wieder auf die gleiche Straße auf der auch Autos fahren. Am Ende des Drammensveiens kommt der Solli mit seinem wunderbaren Kreisel. (Bild 3: 13er im Springbrunnenkreisel am Solli). Dort kreuzt er sich mit dem 12er, mit dem er dann am Jernbanetorget wieder auf einandertrifft.
Vom Solli geht es weiter zum Nationaltheatre, wo die Linie 19 getroffen und dann parallel geführt wird. (Bild 4: 13er Richtung Jar am Nationaltheatre). Dort geht es die Kongensgata hinunter bis zum Jernbanetorget, wo auch wieder der 12er getroffen wird. (Bild 5: 13 kommt von der Kongensgate zum Jernbanetorget).
Der Jernbanetorget, Bahnhof, ist zwar der Knotenpunkt von Bahn, allen T-banen, allen Trikker und vielen Bussen, aber leider auch der Karlsplatz Oslos. Der Drogenkonsum ist hier wirklich enorm, die Personen teilweise sehr zwielicht und grade in der Nacht würde ich mich dort nicht unbedingt alleine aufhalten wollen. (Bild 6: Station Jernbanetorget).
Hier sieht man nocheinmal die hintere Einzeltür der ersten Serie des SL-79, mit der gegenüberliegenden Einzeltür (Bild 7: SL-79). vom Jernbanetorget geht es, parallel mit den Linien 11 und 12 bis nach Storo. (Bild 8: 13er kommt von der Brugata Richtung Jar zum Jernbanetorget.) In Storo biegt der 13er ab und geht weiter Richtung Grefsen Stasjon, wo er wendet. (Bild 9: 13er von Storo nach Grefsen). Dabei fährt er auch an der Zentralwerkstätte vorbei, die auch eine Wendemöglichkeit darstellt. (Bild 10: 12er kommt aus der Halle, Fahrer ratschen miteinander, wobei der Fahrer des 13ers Passagiere dabei hat). In der Grefsen Stasjon trifft der 13er auf den 17er.

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Linie 17
« Antwort #4 am: 17. Dezember 2010, 21:29:00 »
Der 17er beginnt in Grefsen bei der Zentralwerkstatt. (Bild 1: Die Zentralwerkstatt Grefsen). (Bild 2: Ausfahrt aus der ZW). (Bild 3: 17er bei der Fahrt in die ZW). Eigentlich wird vor der ZW einfach gewendet, denn der SL-95 ist ja ein Zweirichtungswagen. Außerdem gibt es hier auch funktionierende Weichenheizungen. Alle Weichen sind voll funktionstüchtig ;). Teilweise sind sie so gut geheizt, dass auch leichter Rauch aufsteigt. Aber ohne funktionierende Heizungen würde der Verkehr hier sehr schnell still stehen. (Bild 4: Funktionierende Weichenheizung).
Von Grefsen geht es den Trondheimsveien hinunter, der oft mit viel Verkehr verstopft ist, hinunter zum Jernbanetorget, dem zentralen Knotenpunkt. (Bild 5: 17er am Jernbanetorget). Dann geht es, parallel mit dem 11er und dem 18er, Grensen hinauf. (Bild 6: 17er in Grensen).
Über Bislett geht es an dem Universitätskampus Blindern vorbei zum Forskeningsparken, der auch ein großer Knotenpunkt mit der T-bane ist. (Bild 7: 17er am Forskeningsparken). Es gibt hier auch effektiven Schutz gegen Schnee auf der Oberleitung, vor allem an Brücken (Bild 8: Oberleitungsschutz).
Temperaturen von -10°C und Schnee sind kein Grund für die Bauarbeiter eine Pause einzulegen. Es wird eigentlich den ganzen Winter durchgearbeitet. (Bild 9: Bauarbeiten am Forskeningsparken). Das merkt man aber auch teilweise am Zustand der Gleise und des Asphalts außenherum. Die sind in wirklich schlechtem Zustand an manchen Stellen. Auch ist das Fahrgefühl oftmals nicht sehr angenehm.
Nach dem Forskeningsparken geht es noch zum Rikshospitalet (Reichskrankenhaus), wo auf einem Stockgleis gewendet wird.
Übrigens: Rasengleis ist hier auch ein Thema, hält sich sogar großteils ganz gut, muss aber auch sehr geplegt werden. (Bild 10: 17er am Rasengleis beim Forskeningsparken).

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Linie 18
« Antwort #5 am: 17. Dezember 2010, 21:41:17 »
Die Linie 18 beginnt, genau wie die Linie 17 am Rikshospitalet, und geht weiter zum Forskeningsparken. (Bild 1: 18er am Forskeningsparken unter der Brücke für die T-bane). Von der T-bane-Station hat man eine gute Gelegenheit die Technik der SL-95 von oben zu betrachten. (Bild 2: Technik der SL-95).
Bis zum Jernbanetorget fährt der 18er genau parallel mit dem 17er. Danach biegt er Richtung Grønland und den Osten der Stadt ab. Dort fährt er auf eigenem Gleiskörper den Berg entlang des Oslofjords hinauf nach Holtet. (Bild 3: 18er auf dem Weg der Ekebergbanen).
Die Stationen hier sind übrigens recht unterschiedlich aufgebaut, allerdings ist überall in großen Zeichen angezeigt, welcher Takt untertags grundsätzlich gefahren wird. Jede einzelne Trikk hat normalerweise einen 10 Minuten-Takt untertags. Abends sind es meistens 20-30 Minuten und um 24 Uhr ist Schluss. (Bild 4: Station Sjømannsskolen). Den Weg weiter nach Holtet ist ganz auf eigener Trasse. Hier werden auch die höchsten Geschwindigkeiten im Netz von etwa 70km/h erreicht. (Bild 5: 18er von Jomfrubråten Richtung Sjømannsskolen.)
Je weiter die Linie fährt, desto weiter kommt sie aus dem Stadtgebiet heraus. (Bild 6: 18er Station Jomfrubråten).

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Linie 19
« Antwort #6 am: 17. Dezember 2010, 21:47:58 »
Die Linie 19 beginnt in Ljabru, ganz im Südosten der Stadt. (Bild 1: 19er in der Schleife Ljabru). In Holtet trifft er auf den 18er. Dort findet sich auch noch eine Werkstatt und Remise. Dort findet auch ein Fahrerwechsel statt, allerdings auf die norwegische Weise. Zwischen den Stationen wird angehalten, damit die Fahrer auf einem extra dafür errichteten Werkl umsteigen können. (Bild 2: Fahrerwechsel auf Norwegisch).
Ansonsten fährt der 19er genau den gleichen Weg zum Jernbanetorget wie der 18er, folgt dann dem 13er bis zum Schloss und fährt dann auf eigenen Wegen durch Frogner nach Majorstuen. (Bild 3: 19er in Majorstuen). Dort wendet er und fährt zu Beginn einen leicht anderen Weg als am Hinweg. Der ist leider auch nicht vom IV abgetrennt, wie man auf dem letzten Bild sieht.

topseeser

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T-bane
« Antwort #7 am: 17. Dezember 2010, 21:58:56 »
Zum Schluss möchte ich noch einen ganz kleinen Ausflug in die T-bane machen, aus zwei Gründen: Im Westen war die T-bane (Das Wort kommt von Tunnelbahn) früher eher eine Art Stadtbahn mit Oberleitung, und zweitens: Die Wägen wurden in Wien gebaut und sind unseren V-Wägen sehr ähnlich.
Auf Grund dessen dass die T-bane in Wien gebaut wurde gibt es noch ein kleines Andenken. (Bild 1: T-bane in Erinnerung an Wien). Aber auch für die Verbundenheit zu Oslo wurde was gemacht. (Bild 2: T-bane für Oslo). Genauso wie unsere V-Wagen wurden auch die hiesigen vom Porsche-Design-Studio gezeichnet. (Bild 3: Porsche). Auch macht der Betrieb Werbung für neue T-bane-Fahrer mit: "Hast du Lust den weltgrößten Porsche zu fahren?".
Einen Eindruck aus Majorstuen zur Blauen Stunde möcht ich noch beisteuern. (Bild 4: Blaue Stunde).
Die T-bane nach Frognerseteren war der Stadtbahn früher am ähnlichsten, wurde aber mittlerweile auch komplett umgebaut und wird nun mit Stromschiene betrieben. Hier ist auch die Station Holmenkollen, von der man zur Skisrpungschanze kommt. (Bild 5: Holmenkollen; Bild 6: Holmenkollen Station).
Was sehr schön ist: Wenn man zur Endstation nach Frognerseteren fährt, kann man ca. 3km mit dem Schlitten hinunterfahren, dort wieder in die T-bane einsteigen und wieder hinauffahren. Das ist schon sehr schön. Auch kann man mit der T-bane bis ins Skigebiet fahren und selbstverständlich zu verschiedenen Loipen fahren. (Bild 7: Frognerseteren mit Schlittenfahrern).

Vielen Dank für das Lesen der Reportage, ich hoffe sie gefällt.
Vennlig hilsen fra Oslo.

Linie 41

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Re: [NO] Straßenbahn Oslo
« Antwort #8 am: 18. Dezember 2010, 03:34:41 »
Vielen Dank für den äußerst informativen und ausführlichen Bericht aus Oslo! Scheint sich ja einiges verändert zu haben. Als ich Ende der 90er in Norwegen war, fuhr die T-bane noch mit Oberleitung auf den Holmenkollen mit diesen Zweisystemtriebwägen.
Ich verstehe das Konzept dahinter nicht und bin generell dagegen.

P.S.38

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Re: [NO] Straßenbahn Oslo
« Antwort #9 am: 18. Dezember 2010, 14:54:08 »
Schöne Reportage.
Ich war im Juli in Oslo, konnte aber die landschaftlich schönen Abschnitte nicht sehen.
Anbei auch noch ein paar Bilder von mir:
pro Tram

Konstal 105Na

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Re: [NO] Straßenbahn Oslo
« Antwort #10 am: 18. Dezember 2010, 16:19:15 »
Danke für diese informative und schöne Reportage!  :up:

Diese DUEWAG-Serie wurde zwischen 1984 und 1987 geliefert. Man erkennt sie an einzelnen letzten Tür. Des Weiteren haben sie auf der linken Wagenseite eine weitere einzelne Tür, die in der zweiten Serie nicht mehr eingebaut wurden.

Weißt du wozu es diese Tür gibt?

Weißt du auch wozu es zwei Knöpfe beim Einstieg gibt, einmal mit einem älteren Herren und einmal mit einem Koffer (zumindest sieht es so aus)?
po sygnale odjazdu nie wsiadac

topseeser

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Re: [NO] Straßenbahn Oslo
« Antwort #11 am: 18. Dezember 2010, 18:55:23 »
Vielen Dank für den äußerst informativen und ausführlichen Bericht aus Oslo! Scheint sich ja einiges verändert zu haben. Als ich Ende der 90er in Norwegen war, fuhr die T-bane noch mit Oberleitung auf den Holmenkollen mit diesen Zweisystemtriebwägen.
Danke. Ja es hat sich sehr viel verändert. Wie gesagt, die Holmenkollenbanen wurde in den letzten Jahren komplett umgebaut und ist daher das ganze halbe Jahr in dem ich jetzt hier war eigentlich geschlossen gewesen und umgebaut worden. Die ganze Zeit fuhr ein Bus als Schienenersatzverkehr, der aber natürlich bei weitem nicht die Kapazitäten hat wie die T-bane. Am 6. Dezember ist die Bahn von HM Kong Harald wiedereröffnet worden. Da im Frühjahr hier die nordische Ski-WM stattfindet war das auch dringend nötig. Außerdem wollte man, nun da die neuen Fahrzeuge bestellt wurden, die ganze Bahn damit betreiben können und daher war das ein Grund die umzubauen. Die Zweisystemtriebwären waren anscheinend sehr anfällig für Fehler und bei den Leuten sehr unbeliebt.

Schöne Reportage.
Ich war im Juli in Oslo, konnte aber die landschaftlich schönen Abschnitte nicht sehen.
Anbei auch noch ein paar Bilder von mir:
Ja, zu den landschaftlich schönen Gegenden muss man ein bisschen fahren. Aber auch sehr schöne Bilder  :up:

Danke für diese informative und schöne Reportage!  :up:

Diese DUEWAG-Serie wurde zwischen 1984 und 1987 geliefert. Man erkennt sie an einzelnen letzten Tür. Des Weiteren haben sie auf der linken Wagenseite eine weitere einzelne Tür, die in der zweiten Serie nicht mehr eingebaut wurden.

Weißt du wozu es diese Tür gibt?

Weißt du auch wozu es zwei Knöpfe beim Einstieg gibt, einmal mit einem älteren Herren und einmal mit einem Koffer (zumindest sieht es so aus)?
Bitte, gern geschehen.
Ad einzelne Türe: Nein das weiß ich leider nicht, ich frage es mich auch schon seit ich hier bin. Es gibt keine Station, auf der diese gegenüberliegende Tür in irgendeine Weise genutzt wird. Ich hab bis jetzt auch nirgends Informationen dazu gefunden.
Ad zweifache Knöpfe: Den Koffer den du meinst, das ist ein Abbild für die elektronische "Flexuskort" die hier als Ticket verwendet wird. D.h. das hier Leute einsteigen sollen, die ein länger währendes Ticket haben. Unter Linie 12, Bild 3 siehst du die erste Türe, da sollen die Personen einsteigen die beim Fahrer noch ein Ticket erwerben müssen.
Der untere Knopf ist für Ältere und "funksjonshemmede" also gebrechliche Personen gedacht. Dadurch weiß dann auch der Fahrer dass man da etwas mehr Zeit benötigt.

hema

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Re: [NO] Straßenbahn Oslo
« Antwort #12 am: 19. Dezember 2010, 03:08:47 »

Ad einzelne Türe: Nein das weiß ich leider nicht, ich frage es mich auch schon seit ich hier bin.
Ich habe einmal einen Bericht gelesen, wonach diese Türen einerseits dazu dienen soll(t)en, um Fahrgäste im Störungsfall gefahrlos auch an Stellen aussteigen lassen zu können, wo es auf der rechten Wagenseite nicht möglich wäre und andererseits um mit den Wagen einen Notbetrieb im "Rückwärtsgang" durchführen zu können, bei dem auch Fahrgäste befördert werden können.

Gar nicht so blöd, so eine Einrichtung, außerdem sind es perfekte Notausstiege - nicht so wie bei den Ex, wo es per Reißleine entfernbare Fenster sind oder beim ULF, der erst gar keine hat!  :lamp:
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13er

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Re: [NO] Straßenbahn Oslo
« Antwort #13 am: 19. Dezember 2010, 11:35:16 »
Danke für die sehr ausführliche schöne Reportage!  :up:

Nach wie vor fasziniert bin ich von den Wassergleisen... das könnte man bei uns auf häufigen Oldtimer-Routen installieren, damit die Wagen bei Schlechtwetter geputzt werden ;) :D Gut eignen für solche Wassergleise würde sich z.B. der Gaußplatz. Aber bei uns dauert es wohl keine Woche, bis ein Auto dort hineinfährt :(

Die Flexibilität, dass man einen Wagen einfach als eine andere Linie weiterführt, wenn es kein Zweirichtungswagen ist und es keine Schleife gibt, dieser Pragmatismus ist in Wien schon längst verlorengegangen...
Mit uns kommst du sicher... zu spät.

hema

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Re: [NO] Straßenbahn Oslo
« Antwort #14 am: 19. Dezember 2010, 11:47:02 »
. . . . wohl keine Woche . . . .
Optimist! Ich halte jede Wette dagegen, dass es schneller geht. Fang schon einmal an zu sparen, dass du mich dann ausbezahlen kannst!  :)
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