Autor Thema: Alt Wien um 1900 - Fotografien von August Stauda - untergegangene Stadtwelten  (Gelesen 232213 mal)

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coolharry

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Vielen Dank für das bezaubernde Foto!
Man sieht, dass das eine ganz andere Epoche war. Ein Foto eines heutigen Billa-oder Spar-Marktes wird auch in 100 Jahren niemand interessant finden.

Ich finde jetzt schon Bilder der vergangenen Konsumwelt (also Konsum, KGM und Co) sehr interessant. Da die meisten der KGM Gebäude ja mittlerweile stark verändert oder weg sind.
Es geht halt weniger um irgendeine Ästhetik (bei dem Greissler gibts eigentlich ja auch keine) sondern um den Zeitgeist den so ein Bild dann ausdrückt. Und das ist auch in 100 Jahren von einem Billa interessant. Überleg einmal wie ein Billa in den späten 80igern ausgeschaut hat und wie er heute ausschaut. Soviele Kleinigkeiten sind anders. Z.B. war beim Billa damals diese angedeutete Markise an den Fenster überall Standard. Dann die "Billa Parfümerie" in der Schüttelstraße / Tiergartenstraße. Ist weg, aber ein Bild davon lässt automatisch vergangene Erinnerungen wieder aufleben.
Weil ein menschlicher Hühnerstall nicht der Weisheit letzter Schluß sein kann.

Ferry

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Vielen Dank für das bezaubernde Foto!
Man sieht, dass das eine ganz andere Epoche war. Ein Foto eines heutigen Billa-oder Spar-Marktes wird auch in 100 Jahren niemand interessant finden.

Ich erinnere daran, dass wir einen viele Seiten langen Thread mit Fotos von Meinl-Filialen haben.

Aber vermutlich hauptsächlich deswegen, weil es solche Filialen eben nicht mehr gibt (und hier in unserer Gruppe einen Fan davon).  :)

Weiß jemand, ob es die "Giulio Meinl" Filiale in Sterzing noch gibt? Da waren wir seinerzeit einkaufen. Die Filiale war dafür bekannt, dass man dort - obwohl schon in Italien - noch mit Schilling zahlen konnte.
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")

timberwolf

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Vielen Dank für das bezaubernde Foto!
Man sieht, dass das eine ganz andere Epoche war. Ein Foto eines heutigen Billa-oder Spar-Marktes wird auch in 100 Jahren niemand interessant finden.

Ich denke, man muss es auch aus anderen Blickwinkeln betrachten.
Viele Leute finden auch Fotos von Supermärkten von vor 100 Jahren auch heute nicht interessant - wir hier in diesem Forum schon.
Ich für meinen Teil (Kind der 80er) finde zum Beispiel ein Foto von einem Konsum aus der Mitte der 80er wesentlich interessanter als das Foto einer Meinl-Filiale aus dem Jahre 1920 - weil ich zu Letzterem viel mehr Bezug habe. Und genauso wird es in 100 Jahren Leute geben (sofern wie uns nicht vorher gegenseitig bzw. von der Natur ums Eck bringen lassen), die eine Billa-Filiale von 2023 höchst spannend war.

Ich denke, eine schnelle Strassenumfrage im Jahre 1920, ob in 100 Jahren sich Menschen fasziniert Fotos vom Greissler anschauen, aus dem sie gerade gekommen sind, hätte vermutlich nur Kopfschütteln und Ratlosigkeit zur Folge gehabt.

Helga06

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Vielen Dank für das bezaubernde Foto!
Man sieht, dass das eine ganz andere Epoche war. Ein Foto eines heutigen Billa-oder Spar-Marktes wird auch in 100 Jahren niemand interessant finden.

Ich erinnere daran, dass wir einen viele Seiten langen Thread mit Fotos von Meinl-Filialen haben.
Meines Wissens wurden alle Filialen in Südtirol geschlossen. Ich glaube ich habe es schon einmal erwähnt. Ich kannte alle sechs Filialen, war aber nur in drei davon tätig, die anderen drei waren italienisch sprachig, italienisch konnte ich nicht.
An Nord22, vielen Dank für die immer wieder interessanten alten Bilder.

Aber vermutlich hauptsächlich deswegen, weil es solche Filialen eben nicht mehr gibt (und hier in unserer Gruppe einen Fan davon).  :)

Weiß jemand, ob es die "Giulio Meinl" Filiale in Sterzing noch gibt? Da waren wir seinerzeit einkaufen. Die Filiale war dafür bekannt, dass man dort - obwohl schon in Italien - noch mit Schilling zahlen konnte.

nord22

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Der alte Wiener Nordbahnhof war ein Prachtbau der Sonderklasse, hier auf einer Aufnahme von Carl Haack um 1870 (Quelle: Onlinearchiv Wien Museum).

LG nord22 

haidi

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Der alte Wiener Nordbahnhof war ein Prachtbau der Sonderklasse, hier auf einer Aufnahme von Carl Haack um 1870 (Quelle: Onlinearchiv Wien Museum).

LG nord22
Aber unpraktisch
Z.B. zur Gepäckaufgabe musste man innen noch weitere Stufen hinauf, wurde schon nach dem Bau bemäkelt
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Ferry

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Der alte Wiener Nordbahnhof war ein Prachtbau der Sonderklasse, hier auf einer Aufnahme von Carl Haack um 1870 (Quelle: Onlinearchiv Wien Museum).

Was war eigentlich in den ganzen Gebäudekomplexen untergebracht? Büros? Wohnung für Bahnarbeiter?

Das frage ich mich übrigens bei den Otto-Wagner-Stationen der Stadtbahn U6 entlang des Gürtels auch.
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haidi

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Der alte Wiener Nordbahnhof war ein Prachtbau der Sonderklasse, hier auf einer Aufnahme von Carl Haack um 1870 (Quelle: Onlinearchiv Wien Museum).
Was war eigentlich in den ganzen Gebäudekomplexen untergebracht? Büros? Wohnung für Bahnarbeiter?
Was ich weiß, war es ein Hotel wie auch in den USA, wo die Hotels mit Bahnhöfen kombiniert waren
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WIENTAL DONAUKANAL

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Der alte Wiener Nordbahnhof war ein Prachtbau der Sonderklasse, hier auf einer Aufnahme von Carl Haack um 1870 (Quelle: Onlinearchiv Wien Museum).
Was war eigentlich in den ganzen Gebäudekomplexen untergebracht? Büros? Wohnung für Bahnarbeiter?
Was ich weiß, war es ein Hotel wie auch in den USA, wo die Hotels mit Bahnhöfen kombiniert waren

Wikipedia meint, dass das Hotel gegenüber des Bahnhofes errichtet wurde.

https://de.wikipedia.org/wiki/Wien_Nordbahnhof

coolharry

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Der alte Wiener Nordbahnhof war ein Prachtbau der Sonderklasse, hier auf einer Aufnahme von Carl Haack um 1870 (Quelle: Onlinearchiv Wien Museum).

Was war eigentlich in den ganzen Gebäudekomplexen untergebracht? Büros? Wohnung für Bahnarbeiter?

Das frage ich mich übrigens bei den Otto-Wagner-Stationen der Stadtbahn U6 entlang des Gürtels auch.

Nachdem schon allein die Buchhaltung für so ein Eisenbahnunternehmen, wahrscheinlich, mehrere hundert Angestellte hatte, wovon sicher ein Großteil in diesem Gebäude saß, werden die Räume wohl Büros gewesen sein. Dazu kamen natürlich noch alles was so ein Bahnhof sonst noch so benötigte. Schlafsäale für Lokführer und Heizer waren eher in der Nähe der Lokschuppen. Persönlich erst vor wenigen Wochen in Augsburg begutachtet.
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hema

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Das frage ich mich übrigens bei den Otto-Wagner-Stationen der Stadtbahn U6 entlang des Gürtels auch.
Da gab es alles mögliche. Dienstwohnungen, Büros und Diensträume, Lagerräume etc. Waren ja bei der Errichtung echte "Bahnhöfe" der Dampfstadtbahn.
Niemand ist gezwungen meine Meinung zu teilen!

WIENTAL DONAUKANAL

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Das frage ich mich übrigens bei den Otto-Wagner-Stationen der Stadtbahn U6 entlang des Gürtels auch.
Da gab es alles mögliche. Dienstwohnungen, Büros und Diensträume, Lagerräume etc. Waren ja bei der Errichtung echte "Bahnhöfe" der Dampfstadtbahn.

 Da gab es z.B. die Lampisterie oder das Petroleumlager, in der Station Gumpendorfer Strasse hat sich Wienstrom mit einer Umspannstation vom Primärnetz 10kV auf Sekundärnetz 3 x 380 V für die Stromversorgung des umligenden Gebietes eingemietet.

nord22

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Re: Alt Wien um 1900 - Fotografien von August Stauda - untergegangene Stadtwelten
« Antwort #777 am: 03. September 2023, 13:37:41 »
Reminiszenzen an Alt Erdberg 1952; aufgenommen am Hainburger Weg (Foto: Archiv ÖNB, Okamoto Yoichi R.). Der Transport des Herds war sicher ziemlich beschwerlich. Diese Häuserzeile wurde anlässlich der Assanierung von Alt Erdberg in den 50er Jahren geschleift.

LG nord22 

nord22

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Re: Alt Wien um 1900 - Fotografien von August Stauda - untergegangene Stadtwelten
« Antwort #778 am: 18. September 2023, 21:28:09 »
Zu Zeiten der Monarchie gab es schon viele Stadtbildverluste: Das Gebäude in der Kohlmessergasse O. Nr. 7 (heute Morzinplatz) wurde um 1911 abgebrochen, um einen Durchblick auf die architektonisch eher banale Ruprechtskirche zu ermöglichen (Foto: Archiv ÖNB). Das Gebäude rechts im Bild wurde im zweiten Weltkrieg zerstört und 1953 durch einen Neubau in nüchterner Zweckarchitektur ersetzt.
Der Straßenzug Adlergasse - Kohlmessergasse wurde nach der totalen Zerstörung der prächtigen Gründerzeitbauten beim Donaukanal (u.a. Rotenturmhof und Herminenhof) im zweiten Weltkrieg aufgegeben und die übriggebliebene Häuserzeile dem Franz-Josefs-Kai und Morzinplatz zugeordnet.

LG nord22     

nord22

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Das ehemalige Gasthaus Steudel von 1830 in der Laxenburgerstraße 5 kurz vor dem Abbruch 1960 (Foto: Emil Tauber, Archiv ÖNB).

LG nord22