Autor Thema: Präsentation TramTrain  (Gelesen 1524 mal)

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abc

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Re: Präsentation TramTrain
« Antwort #15 am: 19. März 2026, 22:09:15 »
In meinen Gesprächen hab ich das riesige WC als Problem herausgehört.

Als Behindertenverbände zum Test an einem lebensgroßen Fahrzeugmodell eingeladen wurden, waren die Rollstuhlfahrer vom voluminösen barrierefreien WC wenig begeistert – sie eröffneten den überraschten Planenden, dass sie es in einer schwankenden Straßenbahn sowieso nie benützen würden, zu groß wäre die Sturzgefahr, zu kurz die Reisedauer – ein inzwischen fast typisches Beispiel des Overengineerings aufgrund überzogener Vorschriften und Normen, die nicht nur niemandem nützen, sondern vieles unbezahlbar machen.

Die haben gesagt, "da kommen wir ja nicht dran vorbei, der Gang ist zu schmal, und außerdem gibts ja niemand der hilft, wenn man stürzt" - pipigehen ist nämlich keine einfache Verrichtung, die meisten Rollifahrer haben andere Lösungen (wurde mir erzählt)

https://www.mauerspiel.at/texte/2025-11-29-Presse-Spectrum-Tramwaydesign.pdf

Gut, bei der "kurzen Reisedauer" haben sie sich aber vielleicht auch etwas zu sehr vom Wort "Tram" in "TramTrain" leiten lassen. Auf der LILO ist man durchaus länger als 10, 15 min unterwegs, im Netz der künftigen Regional-Stadtbahn ebenso. Die Fahrt von Waizenkirchen nach Linz dauert über eine Stunde. Und warum sollten die TramTrains da mehr schwanken als die aktuellen Züge?

Ich glaube, das Konzept der Mischung aus Straßen- und Eisenbahn ist bei vielen noch nicht ganz angekommen. Die Fahrzeuge müssen eben einer Fahrt von Waizenkirchen nach Linz genauso dienen wie vom Science Park zum Linzer Hauptbahnhof. Natürlich zieht das Kompromisse nach sich.

michael.fuerthaller

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Re: Präsentation TramTrain
« Antwort #16 am: Gestern um 12:51:11 »
Trotz nominell gleicher Kapazität sind die Neufahrzeuge für die LILO sicher kein Fortschritt.

Zur Hauptverkehrszeit fahren die Züge im 10-Minuten-Takt. Auf die Lokalbahn hätten eher Fahrzeuge wie der 4024 gehört. Kapazitätsmäßig wird das eng.

Ist halt nicht machbar für die Fahrt über die neue EBB nach Urfahr.

Dass man das nicht als Vollbahn auslegt ist der katastrophale Fehler an all diesen Ausbauplänen. Das Fahrgastvolumen für Vollbahnen wäre auf allen Achsen da. Eine Straßenbahn ist - vor allem für die Pendlerströme aus dem Mühlviertel zu klein.

Richtig. Das lag aber an den Fehlplanungen der Stadt Linz zur EBB und die lassen sich sowieso nicht umkehren...
Alles was auf Schienen fährt gereicht mir zur Freude :-)

38ger

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Re: Präsentation TramTrain
« Antwort #17 am: Gestern um 14:29:22 »
In meinen Gesprächen hab ich das riesige WC als Problem herausgehört.

Als Behindertenverbände zum Test an einem lebensgroßen Fahrzeugmodell eingeladen wurden, waren die Rollstuhlfahrer vom voluminösen barrierefreien WC wenig begeistert – sie eröffneten den überraschten Planenden, dass sie es in einer schwankenden Straßenbahn sowieso nie benützen würden, zu groß wäre die Sturzgefahr, zu kurz die Reisedauer – ein inzwischen fast typisches Beispiel des Overengineerings aufgrund überzogener Vorschriften und Normen, die nicht nur niemandem nützen, sondern vieles unbezahlbar machen.

Die haben gesagt, "da kommen wir ja nicht dran vorbei, der Gang ist zu schmal, und außerdem gibts ja niemand der hilft, wenn man stürzt" - pipigehen ist nämlich keine einfache Verrichtung, die meisten Rollifahrer haben andere Lösungen (wurde mir erzählt)

https://www.mauerspiel.at/texte/2025-11-29-Presse-Spectrum-Tramwaydesign.pdf

Von Linz Hbf. nach Peuerbach fährt man gut 1h 20 Minuten, wenn man dann weiter in den Osten von Linz, zur Uni oder nach Urfahr will ist man schon deutlich über 1,5 Stunden, tw. schon bei 2 Stunden. Von Linz nach Aigen wird die Regiotram wohl ebensowenig wie nach Rohrbach kommen, aber auch von Klenzell nach Urfahr fährt man eine 3/4-Stunde, wobei als Regiotram die meisten Fahrgäste wohl eher die Durchbindung über die Donau nutzen würden und somit noch länger unterwegs sind. Da hat sich wohl jemand vom Wort "Tram" und der Tatsache, dass die Regiotramplanungen in OÖ nicht so bekannt sind in die Irre führen lassen.
Auch von ein paar Rollstuhlfahrern auf "die meisten" zu schließen halte ich für falsch. Jene, welche nur mit persönlicher Assistenz unterwegs sein können umfassen solche Tests wohl kaum, jene, welche sehr mobil sind und im Alltag auf wenig Hindernisse stoßen, weil sie selbst über klei e Treppen alleine kommen wohl auch nicht. Abgesehen davon, dass Barrierefreiheit ja auch bedeutet, dass man mit einer Gehhilfe und/oder einer Begleitperson auf die Toilette kommt.
Personen mit Behinderungen haben venauso unterschiedliche Bedürfnisse wie Personen ohne Behinderungen, das kann man einfach nicht so verallgemeinern. Dass der Gang daneben zu eng ist mag natürlich stimmen, der Fehler läge dann aber im "underengineering", denn auch für Durchgangsbreiten muss es ja eigentlich praxistaugliche Normwerte geben!

tramway.at

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Re: Präsentation TramTrain
« Antwort #18 am: Gestern um 15:18:03 »
Auch von ein paar Rollstuhlfahrern auf "die meisten" zu schließen halte ich für falsch.

Es war eine Truppe von etwa 5 mit ganz unterschiedlich starken Einschränkungen. Es ist aber halt auch eine Frage der Abwägung: In einem breiten Railjet ist eine passend angeordnete große Kabine kein Problem, in einem so kurzen und schmalen Tramwaywagen ist es halt zur Gesamtnutzfläche schon eher wild - und wenn der in Traktion fährt hat man sogar drei solcher Platzverschwender in eine Zug, der eh schon knapp bemessen ist. Die WLB kommt ja auch ohne Klo aus und ist 1 Stunde unterwegs.
Harald A. Jahn, www.tramway.at

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Re: Präsentation TramTrain
« Antwort #19 am: Gestern um 15:37:36 »
Die WLB kommt ja auch ohne Klo aus und ist 1 Stunde unterwegs.

Bei der WLB gibt es aber für die Gesamtstrecke Alternativen, die deutlich schneller sind (und teilweise ein Klo haben). Die wird es hier nicht geben.
o_O

38ger

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Re: Präsentation TramTrain
« Antwort #20 am: Gestern um 15:46:12 »
Auch von ein paar Rollstuhlfahrern auf "die meisten" zu schließen halte ich für falsch.

Es war eine Truppe von etwa 5 mit ganz unterschiedlich starken Einschränkungen. Es ist aber halt auch eine Frage der Abwägung: In einem breiten Railjet ist eine passend angeordnete große Kabine kein Problem, in einem so kurzen und schmalen Tramwaywagen ist es halt zur Gesamtnutzfläche schon eher wild - und wenn der in Traktion fährt hat man sogar drei solcher Platzverschwender in eine Zug, der eh schon knapp bemessen ist. Die WLB kommt ja auch ohne Klo aus und ist 1 Stunde unterwegs.

Gut, 3fachtraktion wäre aber generell nicht notwendig, entweder gleich drei Mal so lange Fahrzeuge bestellen, oder zumindest auf Doppeltraktion beschränken. Das mit den Traktionen ist ja generell so ein Schwachsinn, auch beim Railjet führt man gerne zwei volle Bordküchen mit, nur um dann jeweils nur wenige Tische anzubieten

abc

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Re: Präsentation TramTrain
« Antwort #21 am: Gestern um 15:50:47 »
Auch von ein paar Rollstuhlfahrern auf "die meisten" zu schließen halte ich für falsch.

Es war eine Truppe von etwa 5 mit ganz unterschiedlich starken Einschränkungen. Es ist aber halt auch eine Frage der Abwägung: In einem breiten Railjet ist eine passend angeordnete große Kabine kein Problem, in einem so kurzen und schmalen Tramwaywagen ist es halt zur Gesamtnutzfläche schon eher wild - und wenn der in Traktion fährt hat man sogar drei solcher Platzverschwender in eine Zug, der eh schon knapp bemessen ist. Die WLB kommt ja auch ohne Klo aus und ist 1 Stunde unterwegs.

Gut, 3fachtraktion wäre aber generell nicht notwendig, entweder gleich drei Mal so lange Fahrzeuge bestellen, oder zumindest auf Doppeltraktion beschränken. Das mit den Traktionen ist ja generell so ein Schwachsinn, auch beim Railjet führt man gerne zwei volle Bordküchen mit, nur um dann jeweils nur wenige Tische anzubieten

Gerade in und um Linz hat man aber noch recht starke tageszeitliche Schwankungen in der Nachfrage, also z.B. auch zwischen Vormittag und Hauptverkehrszeit.

Und bitte nicht zu vergessen: die Fahrzeuge werden von sechs Unternehmen gemeinsam beschafft, was sie pro Stück deutlich günstiger macht. Natürlich hat aber auch das gewisse Kompromisse zur Folge.

michael.fuerthaller

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Re: Präsentation TramTrain
« Antwort #22 am: Heute um 01:50:02 »
Auch von ein paar Rollstuhlfahrern auf "die meisten" zu schließen halte ich für falsch.

Es war eine Truppe von etwa 5 mit ganz unterschiedlich starken Einschränkungen. Es ist aber halt auch eine Frage der Abwägung: In einem breiten Railjet ist eine passend angeordnete große Kabine kein Problem, in einem so kurzen und schmalen Tramwaywagen ist es halt zur Gesamtnutzfläche schon eher wild - und wenn der in Traktion fährt hat man sogar drei solcher Platzverschwender in eine Zug, der eh schon knapp bemessen ist. Die WLB kommt ja auch ohne Klo aus und ist 1 Stunde unterwegs.

Das Problem dürften stark schwankende Fahrgastzahlen über den Tag sein...

Gut, 3fachtraktion wäre aber generell nicht notwendig, entweder gleich drei Mal so lange Fahrzeuge bestellen, oder zumindest auf Doppeltraktion beschränken. Das mit den Traktionen ist ja generell so ein Schwachsinn, auch beim Railjet führt man gerne zwei volle Bordküchen mit, nur um dann jeweils nur wenige Tische anzubieten
Alles was auf Schienen fährt gereicht mir zur Freude :-)