Autor Thema: [DE] S-Bahn Berlin  (Gelesen 16393 mal)

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moszkva tér

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Re: [DE] S-Bahn Berlin
« Antwort #15 am: 16. Dezember 2011, 06:51:54 »
Nein, dass die U-Bahn komplett steht, kann in Wien gaaar nicht vorkommen. Was war denn vor 10 Jahren?

Zitat
Aus dem Straßenbahnjournal
Am 12. 6. 2001 um ca. 18.30 Uhr wurde von Fahrgästen unmittelbar aufeinander folgend in den Stationen Reumannplatz und Schwedenplatz Gasgeruch wahrgenommen. Daraufhin wurde aus Sicherheitgründen der Fahrbetrieb der Linien U1, U2 und U3 zeitweise zur Gänze eingestellt. Daneben kam es zu zahlreichen Kurzführungen. Nur die Linie U6 war nicht betroffen. Die Schnellbahn sowie die Linie 18 fuhren bei der Haltestelle Südtiroler Platz durch.

 ::) ::) ::) ::) ::)

Die U-Bahn wird aber nicht von den ÖBB betrieben, und auf die wird ja im Artikel Bezug genommen  ;)

Anm: im 1. Artikel...

Tatra83

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Re: [DE] S-Bahn Berlin
« Antwort #16 am: 16. Dezember 2011, 07:19:35 »
Zitat
Technisches Versagen bei routinemäßiger Systemüberprüfung verursacht Stromausfall im Berliner Bahnnetz
Planmäßige Kontrollarbeiten an der Stromversorgung im elektronischen Stellwerk Halensee haben heute den zeitweisen Ausfall des Bahnbetriebs in weiten Teilen des Berliner Netzes verursacht.

Bei einem Umschaltvorgang, mit dem in regelmäßigen Abständen die Notstromversorgung überprüft wird, kam es zum Ausfall eines Bauteiles. Aus bislang nicht geklärter Ursache versagte auch das vorhandene Reservesystem. In der Zeit von 11.45 Uhr bis 14.40 Uhr war daher in weiten Teilen des Netzes im Westteil der Stadt die Signaltechnik gestört.

Die Umschaltung ist Teil eines regelmäßigen Systemchecks, der im Abstand von zwei Monaten routinemäßig stattfindet. Die Systemüberprüfung ist in den vergangenen Jahren bereits dutzendfach durchgeführt worden, ohne dass es zu Auffälligkeiten gekommen ist.

Die Deutsche Bahn bedauert die durch die Störung entstandenen Unannehmlichkeiten sehr. Eine genaue Untersuchung des Vorfalls ist eingeleitet.
 
Burkhard Ahlert
Sprecher
Berlin/Brandenburg/
Mecklenburg-Vorpommern

Quelle: http://www.s-bahn-berlin.de/presse/presse_anzeige.php?ID=645
Und ich dachte, mit der Straßenbahn bin ich schneller als zu Fuß.

Ferry

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Re: [DE] S-Bahn Berlin
« Antwort #17 am: 16. Dezember 2011, 17:23:32 »
Zitat
Komplettausfall der Öffis nicht möglich
Das Berliner S-Bahn-Netz war Donnerstagmittag wegen eines Stromausfalls etwa drei Stunden unterbrochen gewesen. Ein Chaos war die Folge. In Wien wäre ein Komplettausfall des Wiener S- und U-Bahn-Netzes nicht möglich, versicherten die Wiener Linien.
Finde ich cool, dass die WL das für das S-Bahn-Netz so locker behaupten (können). Sind sie mit der ÖBB-Infrastrukturtechnik sooo gut vertraut?

Edit: innerhalb entfernt.
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")

13er

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Re: [DE] S-Bahn Berlin
« Antwort #18 am: 16. Dezember 2011, 18:38:29 »
In Wien ist sowieso etwas grundsätzlich ausgeschlossen, bis es dann das erste Mal passiert und dann gibt's große Augen. Ein Zug, der zwei Stunden ohne Evakuierung im Tunnel steht? Unmöglich, so was kann's nicht geben, nach spätestens 15 Minuten werden die Fahrgäste evakuiert! Ein ULF, der brennt? Unmöglich, es sind nur brandhemmende Materialien verbaut und das Fahrzeug ist absolut sicher! Die Josefstädter Straße einsturzgefährdet? Unmöglich, niemand plant, die Station ein halbes Jahr lang zu sperren und dafür eine Ersatzstraßenbahn zu führen! Usw. usf.

8)
Mit uns kommst du sicher... zu spät.

Marc

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Re: [DE] S-Bahn Berlin
« Antwort #19 am: 19. Dezember 2011, 12:49:16 »
Das Störungsmanagement der Berliner S-Bahn dürfte jedenfalls nicht das beste gewesen sein. Bei einer so langen Betriebsunterbrechung (es müsste den Verantwortlichen eigentlich von Anfang an klar gewesen sein, dass diese Störung längerfristig ist) stellt sich auch die Frage, ob man die Fahrgäste nicht evakuieren hätte können, ...

Immer ruhig mit Vermutungen! Glücklicherweise fand das alles an einem Werktag Vormittag statt. Alle verfügbaren Mitarbeiter mit der Befähigung für den Betriebsdienst (also nicht die Sekretärin) wurden umgehenst in das Netz entsendet. Die Bundespolizei (zuständig für das Grenz- Verkehrswesen) rief alle Kräfte aus der Region Berlin/Brandenburg zusammen.

Schwerpunkt der Evakuierung war hier allerdings der Tunnelabschnitt in der Innenstadt. Völlig richtig, dass hier konzentriert gearbeitet wurde und sich dem Bahnhof Alexanderplatz anzunehmen.
Züge im Freien auf abgelegenen Strecken konnten so erst zuletzt evakuiert werden.
Bevor man hier schmipft, möge man sich die Netzausdehnung und die Dauer einer Evakuierung eines Zuges vorstellen. Das hätte keine andere Stadt besser hinbekommen. Niemand hat 300 Mitarbeiter weder bei Polizei noch Bahn zur Verfügung, um etwa 20 Züge binnen 30 Minuten (das ist die Vorgabezeit) zu evakuieren. Das wäre völlig unmöglich.

Daher war die Entscheidung, sich vorwiegend auf den Tunnel zu konzentrieren völlig richtig. Andere Züge, etwa in der Stadt Teltow, wurden erst nach etwa 70 Minuten an den nächsten Bahnsteig gefahren.

Also hier direkt aus Berlin kann ich keinen Mangel an der Vorgehensweise erkennen. Auch die Medien haben sich nicht das Maul über angebliche Mängel bei der Behebung der Problematik zerrissen (obwohl sie das gerne unsachlich und falsch gerne über die S-Bahn machen). Sicherlich auch für Jedermann nachvollziehbar (zumindest bei den Berlinern), dass man das nirgendwo auf der Welt erwarten kann.

Leider werden übe die Medien zum Thema S-Bahn auch viele Unwahrheiten berichtet und ungenau über die Hintergründe berichtet. Leider hat es sich dadurch entwickelt, dass die S-Bahn als absoluter Schlampenladen dargestellt wird, und alles was passiert, wird auf den Sparwahn zurückgeführt. Da genügen schon Zugausfälle wegen Vandalismus und es wird fett geschrieben, man habe wieder Zugausfälle bobachtet oder Auswirkungen von Kabeldiebstahl (Kupferdiebe) werden der Sparpolitik der Bahn zugeschrieben. So bekommen die Mitarbeiter auch den Frust, Beleidigungen  und Schläge angedroht. Das ist der Preis für unsachliche Berichterstattung aber gute Verkaufszahlen der Zeitungen. Das hat schon was von Volkshetze. Was kann jetzt die Fahrkartenverkäuferin oder Lokführerin für die fehlgepante Personalpolitik des Konzerns DB AG? Ist es dann gerechtfertigt, sie mit einem hässlichen Begriff für das weibliche Geschlechtsteil laut brüllend über den Bahnsteig zu betiteln?

Die Sachlichkeit blieb hier schon lange auf der Strecke, und wie man hier lesen kann, muss sich ja Auswärts ein gar grausiges Bild von der S-Bahn abbilden.

Also ich bin die letzten Jahre ein einziges Mal 3 Minuten zu spät am Arbeitsplatz angekommen und fahre etwa 25 Kilometer S-Bahn mit Umsteigen. Also ich kann nicht klagen. Sicher ist es auch mal voller, wen ein Zug ausgefallen ist (Zugfolge 5 statt 2,5 Minuten) und sicherlich habe ich auch mal 12 Minuten länger als geplant warten müssen oder es fuhr gar nichts (Brandanschlag von Linksterroristen) die ich beide Male erleben durfte. Naja, nun ist das Berliner Netz sehr dicht, also konnte ich mit der U-Bahn und einem anderen S-Bahnstreckenteil umfahren und war pünktlich.
Beim Totalausfall der Betriebszentrale (der überall bei allen Bahnen und Verkehrsbetrieben passieren kann, da genügt schon ein Brand im Zentralgebäude oder eine Bombenleger-Androhung) habe ich 20  Minuten länger für den
Heimweg benötigt. Wer sich auskennt und das Verkehrsnetz im Kopf hat sitzt schon zuhause, während andere noch warten.

Das hat aber kaum etwas mit Störungen zu tun. Es gibt ÖPNV-Nutzer, die haben nicht die völlig geistige Größe sich zu orientieren.

Erlebnis kürzlich:
Sichtbar Berliner Familie. Flippige Tochter schreit auf dem S-Bahnsteig rum: "Scheiss BVG", die Mutter ratlos dahinter.
Nun, die S-Bahn wird von der Deutschen Bahn betrieben, die BVG hat damit überhaupt nichts zu tun.
Dann lausche ich zu, was denn ihr Problem sei. Aha, man wolle mit der S3 fahren, die fuhr ja immer hier.
Nun, wie der Berliner breit seit Monaten in allen Medien informiert wurde (incl. der kostenlosen Kundenzeitung und Baufaltpläne), wird am Ostkreuz alles umgebaut, die S3 wird für ein Jahr im Inselbetrieb Erkner - Ostkreuz fahren müssen.
Die junge ÖPNV-Nutzerin stellt auch fest, dass an den Hinweisschildern noch schwach (weil  überklebt) die Hinweise zur S3 stehen und weiss nun nicht weiter.
Ich frage, ob ich helfen kann, man bittet um Rat, wann die S3 hier kommt. Man steige hier immer in die S3 ein. Ok, Antwort kurz und knapp: Irgendein Zug von hier nehmen Richtung Osten und in Ostkreuz umsteigen. Fertig. Offenen Mund, staunen, völliges Entsetzen, und dann: "Scheiss Bahn, was ist das für ein Dreck hier?" Die Mutter fragt nach: "Verstehe ich nicht, was bedeutet das?".

Nun dachte ich mir, sie wird wohl schon oft geflucht haben, denn selbst im vorher gültigen Fahrplan fuhr nur alle 20 Minuten die Zuggruppe [1] Berta nach Erkner, der dazwischen verkehrende Bussard fuhr stets nur ab Ostbahnhof. Also der clevere Nutzer ist sowieso immer bis mind. Ostbahnhof vorgefahren, um den 10-Minuten Takt ab Ostbahnhof Richtung Erkner nutzen zu können.

Womöglich ist das Verkehrssystem mit Einsetzerzügen für viele Nutzer viel zu kompliziert, sie es nicht verstehen und dann lieber pauschalisieren und meckern. Fühlen sich noch bestätigt durch die Medien, dabei sind manchmal auch die Nutzer selbst schuld an der unnötigen Fahrzeitverlängerung ...

[1]
Die Berliner S-Bahn arbeitet intern mit Zuggruppen, die Funkrufnamen tragen. Aus mehreren Zuggruppen werden für den Fahrgast Liniennummern gebildet. Bspw. die S1 besteht aus 3 Zuggruppen. Ein Langer Lauf über den gesamten Linienabschnitt und zwei Kurzlauf-Varianten. Damit ist es möglich, Verstärkerzüge für die HVZ im Innenstadtbereich zu belegen. Dem Fahrgast wird alles als "S1" angeboten, jedoch intern für die Organisation und Kommunikation bedarf es der Unterscheidung. Bei anderen Verkehrsbetrieben arbeitet man bspw. mit der internen Unterteilung "Linie 1E5", dem Fahrgast jedoch nur als "Linie 1" angezeigt. Weitere Varianten wären bspw. interne "Linie 22.4" was bedeutet "Linie 22 befährt nur den Streckenteil 4" und so weiter.
Irgendwie muss ja intern eine Teleskopierung der Linie unterschieden werden, egal ob Bus oder Bahn.

Gruß aus Berlin

TH

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Re: [DE] S-Bahn Berlin
« Antwort #20 am: 19. Dezember 2011, 15:16:15 »
Teleskopierung.
Gruß aus Berlin
:-X :-X :-X

MK

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Re: [DE] S-Bahn Berlin
« Antwort #21 am: 19. Dezember 2011, 16:27:26 »
Schwerpunkt der Evakuierung war hier allerdings der Tunnelabschnitt in der Innenstadt. Völlig richtig, dass hier konzentriert gearbeitet wurde und sich dem Bahnhof Alexanderplatz anzunehmen.
Züge im Freien auf abgelegenen Strecken konnten so erst zuletzt evakuiert werden.
Bevor man hier schmipft, möge man sich die Netzausdehnung und die Dauer einer Evakuierung eines Zuges vorstellen. Das hätte keine andere Stadt besser hinbekommen. Niemand hat 300 Mitarbeiter weder bei Polizei noch Bahn zur Verfügung, um etwa 20 Züge binnen 30 Minuten (das ist die Vorgabezeit) zu evakuieren. Das wäre völlig unmöglich.

Daher war die Entscheidung, sich vorwiegend auf den Tunnel zu konzentrieren völlig richtig. Andere Züge, etwa in der Stadt Teltow, wurden erst nach etwa 70 Minuten an den nächsten Bahnsteig gefahren.

Wäre es nicht möglich gewesen (Fahrstrom war ja vorhanden, nur das Stellwerk war ausgefallen), die Züge auf Sicht in die jeweils nächsten Bahnhöfe zu fahren?
So vergeht Jahr um Jahr, und es ist mir längst klar, dass nichts bleibt, dass nichts bleibt, wie es war.

schaffnerlos

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Re: [DE] S-Bahn Berlin
« Antwort #22 am: 19. Dezember 2011, 16:33:57 »
Wäre es nicht möglich gewesen (Fahrstrom war ja vorhanden, nur das Stellwerk war ausgefallen), die Züge auf Sicht in die jeweils nächsten Bahnhöfe zu fahren?

Und die Weichen stellt der Tfzf mit der Krücke und hofft, dass kein Kollege dasselbe in das gleiche Gleis macht?

coolharry

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Re: [DE] S-Bahn Berlin
« Antwort #23 am: 19. Dezember 2011, 16:35:21 »
Wäre es nicht möglich gewesen (Fahrstrom war ja vorhanden, nur das Stellwerk war ausgefallen), die Züge auf Sicht in die jeweils nächsten Bahnhöfe zu fahren?


Ohne Zugfunk a bissi schwierig. Der was ja auch tot.
Weil ein menschlicher Hühnerstall nicht der Weisheit letzter Schluß sein kann.

Marc

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Re: [DE] S-Bahn Berlin
« Antwort #24 am: 19. Dezember 2011, 18:05:24 »
Wäre es nicht möglich gewesen (Fahrstrom war ja vorhanden, nur das Stellwerk war ausgefallen), die Züge auf Sicht in die jeweils nächsten Bahnhöfe zu fahren?

Wurde ja gemacht. Alles wurde je nach Fall geprüft, was sinnvoll wäre: Vorwärts, rückwärts. Ist ja alles möglich. Nach und nach wurde ja aufgeräumt. Nur ist der FDL stets etwa 15 Minuten mit einem Zug beschäftigt. Ist ja nicht so wie die Zeitungen den Eindruck vermittelten, man habe nichts machen können. Nein nein, da sitzen ja nun keine Volltrottel in der Betriebszentrale die dann den Fernseher anschalten und Märchenfilme schauen.

Das Netz der S-Bahn hat 340 Kilometer, etwa 120 Kilometer sind derzeit im ESTW-Netz  oder standen im direkten Zulauf und brachen erstmal weg.
Bei einer Taktfolge bei der S-Bahn am ruhigen Vormittag (glücklicherweise) von 2,5 Minuten bis 10 Minuten, je nach Streckenlage kann man sich vorstellen, was da für Zugmaterial liegen blieb.

Da eine der beiden  Notstromversorgungen in der Betriebszentrale "hoch ging" und die zweite erstmal aus Sicherheitsgründen ausstieg (war auch gut so, so schützte sich sich vor dem Überschlag der anderen) waren dummerweise auch die Funkgeräte kurzzeitig weg. Das war aber nicht das Problem, denn jeder Lokführer besitzt ein Diensthandy. Nur eben sind die Steuerbereiche eines Fahrdinestleiter etwas groß, als er denn alle Züge in seinem Bereich gleichzeitig behandeln kann.
Kein Zug stand bis zur Wiederaufnahme des Betriebes auf der Strecke. Entweder wurde er evakuiert (am Alexanderplatz eine Folge der Selbstbefreiung mit folgender Fahrstromabschaltung) oder die Fahrdienstleiter behandelten nach und nach jeden Zug und holten diesen entsprechend der Vorschrift an die Bahnsteige. Wo keine Weichen liegen, ist das auch einfach, wo Weichen im Gleisfeld liegen dauert es etwas länger.
In vielen Bereichen standen übrigens die gesamte Zeit über die Signale auf Grün, die Fahrdinestleiter sorgten allein über Telefon dafür, dass kein Zug mehr am Bahnsteig abfährt, um zu vermeiden, dass diese dann irgendwo zwischen zwei Bahnsteigen nicht mehr weiterkommen, da die Signale dann dort Halt zeigen. Das was zum Zeitpunkt der Störung auf Fahrt stand, bliebt auch so stehen.

Gleichzeitig wurden wo es technisch möglich ist die Mitarbeiter an die Notbedienplätze mit Einsatzwagen (Blaulicht, Notfallwagen der DB) gefahren, wo der Betrieb dann sogar schon frühzeitig wieder aufgenommen wurde (bspw. Frohnau - Gesundbrunnen), was aber in keiner Zeitung irgendwo stand.

Sicherlich ein Supergau, aber ganz so blöde wie in den Medien dargestellt wurde, lief es nicht. Unabhängig von diesem Ereignis, das sicherlich auch ausgewertet werden sollte, da man immer Verbesserungen ansetzen kann und sowas mehr probt als jeder Übungsfall, wäre  dieser Störfall nur allein 5 Monate später schon deutlich besser abgesichert. Der Einbau von zwei weiteren Sicherungsebenen ist aktuell im Gange und hätte dann den Störfall entweder verhindert oder den Stromausfall auf den Zeitraum von etwa 7 Minuten begrenzt.

Also gaz so krass wie die medien das hier berichteten ist es nicht. Eine Zeitung meldete sogar als Bildunterschift einer Dampflok:
Zitat
Unser Vorschlag: Wenn die S-Bahn mit der neumodischen Elektronik nicht klarkommt, sollte das Unternehmen auf bewährte Technologien zurückgreifen. Die Lok BR 52 8177-9 der Dampflokfreunde Berlin e.V. fährt zuverlässig ohne Strom, auch auf S-Bahngleisen. Nächste Rundfahrt am 6. Mai 2012
Völlig bekloppt, da es ja nicht am Fahrstrom mangelte (nur dort wo in Folge der Evakuierung abgeschaltet wurde). Aber das sind die Medien. So übernehmen es die Leser und glaubten nun, die S-Bahn hätte keinen Fahrstrom gehabt. Das genau zu erklären, bedarf eben etwas weiter auszuholen ... wenn man betrachtet, wie viel Text ich hier schon schrieb um das zu erklären ... da würden auch bei eurem "Kurier" 70% des Textes gelöscht werden um möglichst Großaufnahmen von der immer gleichen Evakuierung am Alexanderplatz zu zeigen, möglichst den Eindruck machend, es wären 12 Züge dort gewesen ...

Eine andere Zeitung wetterte: "Das wäre zu DDR-Zeit unmöglich gewesen!". Absoluter Blödsinn. Dort gab es keine Zentralen dieser Größenordnung, aber man träumte auch sehr wohl von dieser Technik. Würde es also auch aufbauen, wenn die DDR noch länger bestanden hätte. Lediglich hätte man deutlich mehr Personal gehabt, so wäre die Armee und Volkspolizei mit Transportpolizei gleich hundertfach zur Stelle gewesen und man hätte westliche Boykotteure gesucht, die das zu verantworten hätten ... Dann gab es sehr wohl auch dort großflächige Störungen, ich erinnere mich an einen tagelangen Stromausfall für die Fahrstromversorgung im Ostteil der Stadt, und man befuhr notdürftig die S-Bahnstrecken mit Diesellok und Doppelstockzügen.

Bitte, was da in den Zeitungen steht ist zu 60% absoluter Quark.

Tatra83

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Re: [DE] S-Bahn Berlin
« Antwort #25 am: 19. Dezember 2011, 18:15:18 »
Wäre es nicht möglich gewesen (Fahrstrom war ja vorhanden, nur das Stellwerk war ausgefallen), die Züge auf Sicht in die jeweils nächsten Bahnhöfe zu fahren?
Und die Weichen stellt der Tfzf mit der Krücke und hofft, dass kein Kollege dasselbe in das gleiche Gleis macht?
Teilweise war der Bahnhof ja sogar in Sicht, dennoch konnten die Züge nur in Ausnahmefällen in den Bahnhof einfahren. Das Problem liegt darin, dass die Weiche ja nur durch eine aufrechte Fahrstraße gegen Umstellen gesichert ist. Da nicht klar war, wann die dezentralen Stellwerke erreicht und besetzt werden bzw. was der Stellwerkscomputer dann als Betriebszustand erfasst und dabei eventuell eine Weiche unter einem Zug umgestellt, durfte kein Zug einen Meter fahren, noch dazu gab es aufgrund des Bündelfunk-Ausfalls keine Kommunikation...
Und ich dachte, mit der Straßenbahn bin ich schneller als zu Fuß.

Marc

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Re: [DE] S-Bahn Berlin
« Antwort #26 am: 20. Dezember 2011, 10:59:03 »
Der Berliner beweist weiterhin seinen Humor. Nun taucht hier dieses Spiel hier auf: "Fahrgast-ärgere-dich-nicht":

TH

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Re: [DE] S-Bahn Berlin
« Antwort #27 am: 20. Dezember 2011, 11:09:58 »
Der Berliner beweist weiterhin seinen Humor. Nun taucht hier dieses Spiel hier auf: "Fahrgast-ärgere-dich-nicht":

 :up: :up: :up: :up: :up: :up:

Für die WL müßt ma noch die Rauchentwicklungen reinnehmen.   8)

Tatra83

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Re: [DE] S-Bahn Berlin
« Antwort #28 am: 23. Dezember 2011, 09:49:14 »
Sogar die Zeitungen berichten nun darüber: http://www.tagesspiegel.de/berlin/das-spiel-zum-s-bahn-chaos-fahrgast-aergere-dich-nicht/5985798.html

Für die WL-Variante müssten die ganzen Störungsbezeichnungen noch auf die hiesigen Sprachregelungen geändert werden :D
Und ich dachte, mit der Straßenbahn bin ich schneller als zu Fuß.

95B

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Re: [DE] S-Bahn Berlin
« Antwort #29 am: 23. Dezember 2011, 12:28:28 »
Für die WL-Variante müssten die ganzen Störungsbezeichnungen noch auf die hiesigen Sprachregelungen geändert werden :D
Und gewinnen würde nicht der, der am schnellsten ans Ziel kommt, sondern der, der die meisten Störungen sammelt. 8)
Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen!
... brrrr, Klumpert!