Autor Thema: Einstellung von Straßenbahnlinien und Zusammenbruch der Nahversorgung  (Gelesen 14135 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Gugi

  • Fahrgast
  • *
  • Beiträge: 88
Re: Einstellung von Straßenbahnlinien und Zusammenbruch der Nahversorgung
« Antwort #15 am: 27. Februar 2016, 09:28:49 »
Lassallestraße wäre auch ein gutes Beispiel. Hatte früher zahlreiche Geschäfte, heute nur noch Ramsch bzw. Leerstand. Event. auch die Schönbrunner Straße.

Die WKÖ hat das analysiert. Es wurden in zahlreichen Wiener Straßen die tatsächlich gefahrenen durchschnittlichen Geschwindigkeiten gemessen. Der (verkehrt proportionale) Zusammenhang ist dabei völlig eindeutig: Je geringer die Geschwindigkeit der Autos, desto höher der Umsatz der Geschäfte. Bei Geschwindigkeit 0 (Fußgängerzone) ist der Umsatz maximal.

95B

  • Verkehrsstadtrat
  • **
  • Beiträge: 36936
  • Anti-Klumpert-Beauftragter
Re: Einstellung von Straßenbahnlinien und Zusammenbruch der Nahversorgung
« Antwort #16 am: 27. Februar 2016, 10:18:43 »
Die machen es sich aber auch zu einfach. Ein Gegenbeispiel gefällig? Die Gumpendorfer Straße ist seit einiger Zeit Tempo-30-Zone. Dass sich das Geschäftsleben dort erholt, ist aber maximal Wunschdenken, denn dazu müsste man den Straßenraum auch entsprechend umgestalten.
Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen!
... brrrr, Klumpert!
Entklumpertung des Referats West am 02.02.2024 um 19.45 Uhr planmäßig abgeschlossen!

Klingelfee

  • Geschäftsführer
  • *
  • Beiträge: 15816
Re: Einstellung von Straßenbahnlinien und Zusammenbruch der Nahversorgung
« Antwort #17 am: 27. Februar 2016, 10:37:59 »
Ich glaube eher in der heutigen Zeit ist es für eine funktionierende Einkaufsstraße noch immer viel wichtiger, ob man dort mit einem Auto parken kann, als ob man dort mit 10 km/h oder 100 km/h fahren kann.

Leider gibt es viele die Einkaufsmöglichkeiten verweigern, wenn man dort nicht mit dem Auto zufahren kann. Auch ein gute Versorgung mit dem ÖV ist für viele zu wenig. Siehe Mariahilfer Straße. Wie man dort den MIV verbannt hat, ist der Umsatz bei vielen Geschäften extrem zurück gegangen.
Bitte meine Kommentare nicht immer als Ausrede für die WL ansehen

martin8721

  • Obermeister
  • *
  • Beiträge: 4248
  • Halbstarker
Re: Einstellung von Straßenbahnlinien und Zusammenbruch der Nahversorgung
« Antwort #18 am: 27. Februar 2016, 10:43:54 »
Wie man dort den MIV verbannt hat, ist der Umsatz bei vielen Geschäften extrem zurück gegangen.

Welche Geschäfte waren das genau?
Ich hab eher den gegenteiligen Eindruck, dass auf der Mariahilfer Straße seit der Umgestaltung viel mehr Leben ist.

95B

  • Verkehrsstadtrat
  • **
  • Beiträge: 36936
  • Anti-Klumpert-Beauftragter
Re: Einstellung von Straßenbahnlinien und Zusammenbruch der Nahversorgung
« Antwort #19 am: 27. Februar 2016, 10:50:26 »
Ich glaube eher in der heutigen Zeit ist es für eine funktionierende Einkaufsstraße noch immer viel wichtiger, ob man dort mit einem Auto parken kann, als ob man dort mit 10 km/h oder 100 km/h fahren kann.

Da bist du noch nicht ganz in der heutigen Zeit angekommen. ;)
Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen!
... brrrr, Klumpert!
Entklumpertung des Referats West am 02.02.2024 um 19.45 Uhr planmäßig abgeschlossen!

Klingelfee

  • Geschäftsführer
  • *
  • Beiträge: 15816
Re: Einstellung von Straßenbahnlinien und Zusammenbruch der Nahversorgung
« Antwort #20 am: 27. Februar 2016, 10:56:46 »
Wie man dort den MIV verbannt hat, ist der Umsatz bei vielen Geschäften extrem zurück gegangen.

Welche Geschäfte waren das genau?
Ich hab eher den gegenteiligen Eindruck, dass auf der Mariahilfer Straße seit der Umgestaltung viel mehr Leben ist.

Es ist zwar mehr Leben auf der Straße, aber dann frage ich mich, wieso die viele der kleinen Geschäfte dort zugesperrt haben
Bitte meine Kommentare nicht immer als Ausrede für die WL ansehen

60er

  • Referatsleiter
  • *
  • Beiträge: 8837
Re: Einstellung von Straßenbahnlinien und Zusammenbruch der Nahversorgung
« Antwort #21 am: 27. Februar 2016, 11:00:16 »
Es ist zwar mehr Leben auf der Straße, aber dann frage ich mich, wieso die viele der kleinen Geschäfte dort zugesperrt haben
Sicher nicht, weil die Autos dort jetzt weg sind. Kleine Geschäfte hatten es auch vor der Umgestaltung schon schwer, vor allem wegen der Mieten, die kaum mehr leistbar sind. Manche sind in billigere Seitengassen der Mariahilfer Straße übersiedelt. 

95B

  • Verkehrsstadtrat
  • **
  • Beiträge: 36936
  • Anti-Klumpert-Beauftragter
Re: Einstellung von Straßenbahnlinien und Zusammenbruch der Nahversorgung
« Antwort #22 am: 27. Februar 2016, 11:01:10 »
Es ist zwar mehr Leben auf der Straße, aber dann frage ich mich, wieso die viele der kleinen Geschäfte dort zugesperrt haben

Durch die Verkehrsberuhigung ist der Marktwert der Einkaufsstraße gestiegen, die Mieten ziehen also an. Einige konnten da wohl nicht mehr mithalten. Andere wiederum hätten so oder so zugesperrt, weil sie konzeptionell in einer Zeit stehengeblieben sind, die es schlicht nicht mehr gibt, ich denke da beispielsweise an den Slama.
Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen!
... brrrr, Klumpert!
Entklumpertung des Referats West am 02.02.2024 um 19.45 Uhr planmäßig abgeschlossen!

18er

  • Schaffner
  • **
  • Beiträge: 191
Re: Einstellung von Straßenbahnlinien und Zusammenbruch der Nahversorgung
« Antwort #23 am: 27. Februar 2016, 11:45:32 »
Ich glaube eher in der heutigen Zeit ist es für eine funktionierende Einkaufsstraße noch immer viel wichtiger, ob man dort mit einem Auto parken kann, als ob man dort mit 10 km/h oder 100 km/h fahren kann.

Leider gibt es viele die Einkaufsmöglichkeiten verweigern, wenn man dort nicht mit dem Auto zufahren kann. Auch ein gute Versorgung mit dem ÖV ist für viele zu wenig. Siehe Mariahilfer Straße. Wie man dort den MIV verbannt hat, ist der Umsatz bei vielen Geschäften extrem zurück gegangen.

Ich arbeite auf der Mariahilfer Straße und kenne die Straße vor, zwischen und nach dem Umbau. Es gab sch on immer - so wie in jeder anderen Einkaufsstraße auch - eine natürliche Fluktuation/Leerstand an Geschäften. Bei der Mahü fällt das halt grad auf weil jeder über sie spricht. Gefühlt haben aber auf der Landstr. Hauptstr. im gleichen Zeitraum viel mehr alteingesessene Geschäfte zugesperrt.

Gefühlt ist auch das Stichwort: denn es gibt KEINE EINZIGE STUDIE die einen Umsatzrückgang/steigerung für die Mahü anzeigt. Jede diesbzgl. Aussage daher  Cafesudleserei... .

Und wer sich mal die Passantenzählungen der WKW und Stadt Wien ansieht, wird auch schnell checken dass es keine positive Korrelation zwischen Parkplatzanzahl und Einkaufsstraße gibt.

haidi

  • Geschäftsführer
  • *
  • Beiträge: 15405
Re: Einstellung von Straßenbahnlinien und Zusammenbruch der Nahversorgung
« Antwort #24 am: 27. Februar 2016, 12:23:41 »
Für viele der zugesperrten Geschäfte war das der Gnadenschuss - die hatten vorher schon ein sehr schlechtes Ausgaben-Einnahmen-Verhältnis.
Microsoft is not the answer. It's the question and the answer is NO.

Tatra83

  • Obermeister
  • *
  • Beiträge: 3733
Re: Einstellung von Straßenbahnlinien und Zusammenbruch der Nahversorgung
« Antwort #25 am: 27. Februar 2016, 12:30:13 »
Und was insgesamt dazu kommt, ist der Hype des Online-Handels. http://www.everbill.com/onlinehandel-oesterreich/ Dort wird eine Statistik zu den Umsätzen im Einzelhandel gezeigt, die eben kontinuierlich sinken. Auf der anderen Seite gehen Online-Händler den entgegengesetzten Weg und eröffnen Ladenlokale in den Innenstädten: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzwirtschaft/online-haendler-aus-dem-netz-mitten-in-die-einkaufsstrasse-12272659.html

Das heißt eigentlich, dass sich der Einzelhandel als solches auf die neuen Bedingungen einstellt, da gehen einige hopps und andere entstehen neu. Also nichts neues unter der Sonne.
Und ich dachte, mit der Straßenbahn bin ich schneller als zu Fuß.

W_E_St

  • Referatsleiter
  • *
  • Beiträge: 7375
Re: Einstellung von Straßenbahnlinien und Zusammenbruch der Nahversorgung
« Antwort #26 am: 28. Februar 2016, 19:16:00 »
Die machen es sich aber auch zu einfach. Ein Gegenbeispiel gefällig? Die Gumpendorfer Straße ist seit einiger Zeit Tempo-30-Zone. Dass sich das Geschäftsleben dort erholt, ist aber maximal Wunschdenken, denn dazu müsste man den Straßenraum auch entsprechend umgestalten.

Ich lese "tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit", nicht "behördlich kundgemachte Höchstgeschwindigkeit".
"Sollte dies jedoch der Parteilinie entsprechen, werden wir uns selbstverständlich bemühen, in Zukunft kleiner und viereckiger zu werden!"

(aus einer Beschwerde über viel zu weit und kurz geschnittene Pullover in "Good Bye Lenin")

95B

  • Verkehrsstadtrat
  • **
  • Beiträge: 36936
  • Anti-Klumpert-Beauftragter
Re: Einstellung von Straßenbahnlinien und Zusammenbruch der Nahversorgung
« Antwort #27 am: 28. Februar 2016, 20:03:43 »
Ich lese "tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit", nicht "behördlich kundgemachte Höchstgeschwindigkeit".

Das Temponiveau in der Gumpendorfer Straße ist nicht um 20 km/h, aber doch gesunken.
Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen!
... brrrr, Klumpert!
Entklumpertung des Referats West am 02.02.2024 um 19.45 Uhr planmäßig abgeschlossen!