Autor Thema: Wieder ein Traditionsbetrieb weniger!  (Gelesen 10888 mal)

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normalbuerger

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Re: Wieder ein Traditionsbetrieb weniger!
« Antwort #60 am: 15. März 2019, 08:49:39 »
Das Geschätslokal ist ja für sich schon sehr speziell. Der alte Holzboden im oberen Stock kann bestimmt auch so einige Geschichten erzählen.
Kann schon stimmen dass sie das Geschäft eventuell mit in die Pension nehmen, denn eine Übernahme wäre wohl auch mit einem neuen Mietvertrag verbunden, wir können uns ungefähr vorstellen dass sich die Miete an so einem Standort mal jemand leisten muß und dann noch überleben muß in so einer Sparte von Geschäft.

Ferry

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Re: Wieder ein Traditionsbetrieb weniger!
« Antwort #61 am: 15. März 2019, 09:08:25 »
Das Geschätslokal ist ja für sich schon sehr speziell. Der alte Holzboden im oberen Stock kann bestimmt auch so einige Geschichten erzählen.
Kann schon stimmen dass sie das Geschäft eventuell mit in die Pension nehmen, denn eine Übernahme wäre wohl auch mit einem neuen Mietvertrag verbunden, wir können uns ungefähr vorstellen dass sich die Miete an so einem Standort mal jemand leisten muß und dann noch überleben muß in so einer Sparte von Geschäft.

Möglicherweise stammte die Miete noch aus "Friedenszins"-Zeiten. Meine Tante hatte eine 120 Quadratmeter Mietwohnung im Kreuzherrenhof (Gußhausstraße), mit direktem Ausblick auf die Karlskirche. Sie hat dafür bis 1984 - da ist sie altersbedingt ausgezogen - nicht ganz 3000.- öS monatlich bezahlt. Vom Nachmieter wollte der Hausherr ungefähr das Fünffache haben, der sich das klarerweise nicht leisten konnte. Die Wohnung ist dann lange Zeit leer gestanden, bis irgendwann einmal ein Büro eingezogen ist.

Geschäftslokale an solchen Standorten können sich heutzutage überhaupt nur mehr Ketten leisten, die die extrem hohe Miete teilweise aus den Einnahmen anderer Filialen kompensieren können. Traurig, aber wahr.
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")

normalbuerger

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Re: Wieder ein Traditionsbetrieb weniger!
« Antwort #62 am: 15. März 2019, 09:15:48 »
Das Geschätslokal ist ja für sich schon sehr speziell. Der alte Holzboden im oberen Stock kann bestimmt auch so einige Geschichten erzählen.
Kann schon stimmen dass sie das Geschäft eventuell mit in die Pension nehmen, denn eine Übernahme wäre wohl auch mit einem neuen Mietvertrag verbunden, wir können uns ungefähr vorstellen dass sich die Miete an so einem Standort mal jemand leisten muß und dann noch überleben muß in so einer Sparte von Geschäft.

Möglicherweise stammte die Miete noch aus "Friedenszins"-Zeiten. Meine Tante hatte eine 120 Quadratmeter Mietwohnung im Kreuzherrenhof (Gußhausstraße), mit direktem Ausblick auf die Karlskirche. Sie hat dafür bis 1984 - da ist sie altersbedingt ausgezogen - nicht ganz 3000.- öS monatlich bezahlt. Vom Nachmieter wollte der Hausherr ungefähr das Fünffache haben, der sich das klarerweise nicht leisten konnte. Die Wohnung ist dann lange Zeit leer gestanden, bis irgendwann einmal ein Büro eingezogen ist.

Geschäftslokale an solchen Standorten können sich heutzutage überhaupt nur mehr Ketten leisten, die die extrem hohe Miete teilweise aus den Einnahmen anderer Filialen kompensieren können. Traurig, aber wahr.

Wie du in deinem letzten Satz schreibst, "Traurig, aber wahr" ist es wirklich traurig, es werden in einigen Jahren nur noch große Konzerne vorhanden sein, die kleinen können da nicht mehr überleben.

Für mich gehört ein Modellbahngeschäft in eine Bahnhofshalle, denn so kann man standesgemäß mit der Bahn anreisen um sich eine " neue Bahn" für zu Hause zu kaufen :)

coolharry

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Re: Wieder ein Traditionsbetrieb weniger!
« Antwort #63 am: 15. März 2019, 09:22:29 »
Wie du in deinem letzten Satz schreibst, "Traurig, aber wahr" ist es wirklich traurig, es werden in einigen Jahren nur noch große Konzerne vorhanden sein, die kleinen können da nicht mehr überleben.

Es itst traurig, dass die Häuser in denen die Geschäfte sich befinden zu einem sehr großen Teil mittlerweile nur mehr Immobilienkonzernen gehören und denen es ziemlich wurscht ist wie der Geschäftsmix aussieht oder ob es überhaupt vermietet ist.
Ein kleiner Privatervermieter kann da doch Einfluß nehmen.

Schräg vis a vis vom Hilpert gibts aber noch ein nettes kleines Faschinsgeschäft. Denen muss aber das Geschäftslokal gehören, sonst könnte ich mir auch nicht vorstellen, warum es das noch so gibt.
Das Glück ist ein Vogerl. Wenns knallt ist es weg.

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Re: Wieder ein Traditionsbetrieb weniger!
« Antwort #64 am: 15. März 2019, 10:13:14 »
Wie du in deinem letzten Satz schreibst, "Traurig, aber wahr" ist es wirklich traurig, es werden in einigen Jahren nur noch große Konzerne vorhanden sein, die kleinen können da nicht mehr überleben.

Es itst traurig, dass die Häuser in denen die Geschäfte sich befinden zu einem sehr großen Teil mittlerweile nur mehr Immobilienkonzernen gehören und denen es ziemlich wurscht ist wie der Geschäftsmix aussieht oder ob es überhaupt vermietet ist.
Ein kleiner Privatervermieter kann da doch Einfluß nehmen.

Schräg vis a vis vom Hilpert gibts aber noch ein nettes kleines Faschinsgeschäft. Denen muss aber das Geschäftslokal gehören, sonst könnte ich mir auch nicht vorstellen, warum es das noch so gibt.

Es wundert mich aber auch nicht, dass immer mehr Spielwarengeschäfte zusperren. Gewöhnliches Spielzeug kaufen die meisten Leute verständlicherweise übers Internet (zumal meist billiger und bequem von zuhause aus bestellbar....und in Zeiten von Amazon prime auch sehr schnell geliefert) oder man fährt ins Einkaufszentrum zu irgendwelchen Großketten. Diese kleinen Geschäfte werden vermutlich mit der Zeit alle verschwinden.  :-\

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Re: Wieder ein Traditionsbetrieb weniger!
« Antwort #65 am: 15. März 2019, 10:36:51 »
Wie du in deinem letzten Satz schreibst, "Traurig, aber wahr" ist es wirklich traurig, es werden in einigen Jahren nur noch große Konzerne vorhanden sein, die kleinen können da nicht mehr überleben.

Es itst traurig, dass die Häuser in denen die Geschäfte sich befinden zu einem sehr großen Teil mittlerweile nur mehr Immobilienkonzernen gehören und denen es ziemlich wurscht ist wie der Geschäftsmix aussieht oder ob es überhaupt vermietet ist.
Ein kleiner Privatervermieter kann da doch Einfluß nehmen.

Das Haus, wo der Hilpert drin ist, gehört einer Immobilienfirma, die eher umsichtig agiert, die haben zB auch in einer leerstehenden Wohnung dort eine Theaterproduktion als Zwischennutzung ermöglicht und waren dabei sehr entgegenkommend, obwohl es ihnen nur Arbeit verursacht hat (mehr darüber übrigens in meinem nächsten Buch "Urbex Vienna", das bald erscheint :D). Der Hilpert hat im EG vor Allem Touristen bedient, die Modellabteilung im OG war interessant, aber halt eher verschlafen, und obendrein deutlich teurer als andere Geschäfte. Man kann übrigens tagsüber ins Haus rein, hat einen sehr schönen Innenhof incl. Durchgang zur Wollzeile!
Harald A. Jahn, www.tramway.at

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Re: Wieder ein Traditionsbetrieb weniger!
« Antwort #66 am: 15. März 2019, 14:19:30 »
Das Geschätslokal ist ja für sich schon sehr speziell. Der alte Holzboden im oberen Stock kann bestimmt auch so einige Geschichten erzählen.
Ich erinnere mich noch, dass der Holzboden vor dem Einbau des Liftes im gesamten oberen Stockwerk verlegt war und eine recht enge Treppe hinauf führte. Oben angekommen wartete dann das Paradies: ein Lager voller Modelleisenbahnen - die Spur I-Packungen ganz oben auf den Regalen gelagert, weil sie kaum jemand kaufte. Dafür immer auch ältere Sondermodelle dabei.

Der zweite Standort befand (?) sich ja in Bad Ischl. War das Unternehmen eventuell sogar Hoflieferant? ???
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Re: Wieder ein Traditionsbetrieb weniger!
« Antwort #67 am: 16. März 2019, 18:44:11 »
Bei einem Einkauf im Geschäft habe ich heute nachgefragt, was der Grund für die Schließung ist. Laut Angabe eines Verkäufers gehen die alten Geschäftsleute in den Ruhestand, ein Nachfolger hat sich trotz längerer Suche nicht gefunden.