Autor Thema: 30.01.1967 - 30.01.2017: 50 Jahre E1  (Gelesen 29322 mal)

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60er

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Re: 30.01.1967 - 30.01.2017: 50 Jahre E1
« Antwort #105 am: 07. November 2017, 11:44:43 »
Eine chronische Allergie der WVB gegen gute Ideen verhinderte die serienwiese Einführung des Rollbandwürfels.
Wieso? Bei der Wagenserie E2 wurde er doch dann eh eingeführt.

Das Problem der Rollbänder war, dass nur eine begrenzte Anzahl an Zielen möglich war. Ganz Wien hätte man nicht draufgebracht, und wenn jeder Bahnhof seine eigenen Brosebänder bekommt, sind die Fahrzeuge nicht mehr freizügig im Netz einsetzbar.

95B

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Re: 30.01.1967 - 30.01.2017: 50 Jahre E1
« Antwort #106 am: 07. November 2017, 11:53:13 »
Das Problem der Rollbänder war, dass nur eine begrenzte Anzahl an Zielen möglich war. Ganz Wien hätte man nicht draufgebracht, und wenn jeder Bahnhof seine eigenen Brosebänder bekommt, sind die Fahrzeuge nicht mehr freizügig im Netz einsetzbar.

Beim Autobus war das jahrzehntelang kein Problem.
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60er

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Re: 30.01.1967 - 30.01.2017: 50 Jahre E1
« Antwort #107 am: 07. November 2017, 13:14:50 »
Beim Autobus war das jahrzehntelang kein Problem.
Da blieb ihnen nichts anderes übrig, bei der großen Anzahl an Buslinien. Und in Notfall musste halt als Leerfeld-Express gefahren werden.

coolharry

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Re: 30.01.1967 - 30.01.2017: 50 Jahre E1
« Antwort #108 am: 07. November 2017, 13:57:05 »
Beim Autobus war das jahrzehntelang kein Problem.
Da blieb ihnen nichts anderes übrig, bei der großen Anzahl an Buslinien. Und in Notfall musste halt als Leerfeld-Express gefahren werden.

Aber bei der Straßenbahn mit weniger Linien solls dann ein Problem sein?
Das Glück ist ein Vogerl. Wenns knallt ist es weg.

60er

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Re: 30.01.1967 - 30.01.2017: 50 Jahre E1
« Antwort #109 am: 07. November 2017, 14:16:55 »
Aber bei der Straßenbahn mit weniger Linien solls dann ein Problem sein?
Unlösbares Problem ist es natürlich keines, aber es macht den Betrieb eben unflexibler. Ein Beiwagenzug E1+c4 hatte sieben Brosebänder, die bei Umstationierung oder wenn der Zug verliehen wird, zu tauschen gewesen wären. Das macht schon einen Unterschied zum Autobus mit seinen lediglich zwei Brosebändern.

In den 70er-Jahren war die Umrüstung aller E und E1 auf Brosebandanzeigen eh in Planung und wurde aus Kostengründen ziemlich bald wieder verworfen.

95B

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Re: 30.01.1967 - 30.01.2017: 50 Jahre E1
« Antwort #110 am: 07. November 2017, 15:16:24 »
Unlösbares Problem ist es natürlich keines, aber es macht den Betrieb eben unflexibler. Ein Beiwagenzug E1+c4 hatte sieben Brosebänder, die bei Umstationierung oder wenn der Zug verliehen wird, zu tauschen gewesen wären. Das macht schon einen Unterschied zum Autobus mit seinen lediglich zwei Brosebändern.

Die E1-Bänder hatten in der Letztversion Linien aus RDH, BTS, OTG und HLS. Somit konnten die Züge bei Bedarf zwischen diesen Bahnhöfen wandern. Eine unbedingte Notwendigkeit, Brosezüge anderen Bahnhöfen zuzuteilen, gab es nicht, zumal auch genügend broselose Garnituren unterwegs waren. Hätte man den ganzen Fuhrpark auf Brosezüge umgestellt, wären wohl unterschiedliche Bänder zum Einsatz gekommen, die es durch Hinzufügen einzelner "fremder" Linien erlaubt hätten, die Züge dennoch zumindest auf einer Linie jedes Bahnhofs einzusetzen. Im Fall der E1-Bänder in der Letztversion beispielsweise: 26 (FLOR, KAG), 62 (SPEIS), D (FAV/GTL), 71 (SIM). BRG wäre durch die Linie 5 abgedeckt gewesen. Von der Bandlänge her wäre sich das ausgegangen.
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Re: 30.01.1967 - 30.01.2017: 50 Jahre E1
« Antwort #111 am: 08. November 2017, 21:08:19 »
Auch gut zu sehen: Die Klappen zum Sand füllen  :)) :up:
Haben die krakauer E1 die nicht auch?

95B

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Re: 30.01.1967 - 30.01.2017: 50 Jahre E1
« Antwort #112 am: 09. November 2017, 09:39:21 »
Auch gut zu sehen: Die Klappen zum Sand füllen  :)) :up:
Haben die krakauer E1 die nicht auch?

Ja, haben sie.
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Re: 30.01.1967 - 30.01.2017: 50 Jahre E1
« Antwort #113 am: 09. November 2017, 15:22:05 »
Aber nicht die Wiener Klappen!  ;)
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Hawk

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Re: 30.01.1967 - 30.01.2017: 50 Jahre E1
« Antwort #114 am: 09. November 2017, 20:25:40 »
Unlösbares Problem ist es natürlich keines, aber es macht den Betrieb eben unflexibler. Ein Beiwagenzug E1+c4 hatte sieben Brosebänder, die bei Umstationierung oder wenn der Zug verliehen wird, zu tauschen gewesen wären. Das macht schon einen Unterschied zum Autobus mit seinen lediglich zwei Brosebändern.

Die E1-Bänder hatten in der Letztversion Linien aus RDH, BTS, OTG und HLS. Somit konnten die Züge bei Bedarf zwischen diesen Bahnhöfen wandern. Eine unbedingte Notwendigkeit, Brosezüge anderen Bahnhöfen zuzuteilen, gab es nicht, zumal auch genügend broselose Garnituren unterwegs waren. Hätte man den ganzen Fuhrpark auf Brosezüge umgestellt, wären wohl unterschiedliche Bänder zum Einsatz gekommen, die es durch Hinzufügen einzelner "fremder" Linien erlaubt hätten, die Züge dennoch zumindest auf einer Linie jedes Bahnhofs einzusetzen. Im Fall der E1-Bänder in der Letztversion beispielsweise: 26 (FLOR, KAG), 62 (SPEIS), D (FAV/GTL), 71 (SIM). BRG wäre durch die Linie 5 abgedeckt gewesen. Von der Bandlänge her wäre sich das ausgegangen.
Am Bus haben die Bänder auch sehr häufig nicht Funktioniert, hat das Tonband geleiert, dann warst du irgendwo!  ;)
Das leben zwingt einen oft in die Knie,jedoch ein jeder kann selbst entscheiden ob er liegen bleibt oder wieder aufsteht! :-)

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Re: 30.01.1967 - 30.01.2017: 50 Jahre E1
« Antwort #115 am: 31. Dezember 2017, 17:20:23 »
Zum Ende des E1 Jubiläumsjahres 2017 noch einige abschließende Erörterungen:

50 Jahre sind eine lange Zeit und so sind die heute noch vorhandenen E1 letztendlich ein Anachronismus. Mit der Instandnahme von D 301 von Bombardier hat die Auslieferung der vierten Fahrzeuggeneration nach den E1 begonnen.

Die Beschaffung einer Serie von 338 E1 von 1966 - 1976 hatte sehr profane Gründe:
- sämtliche Holzkastenwagen mit offenen Plattformen sollten endgültig ausgemustert werden
- die große Typenvielfalt bei den Wiener Straßenbahnwagen sollte aus Kostengründen radikal reduziert werden
- sämtliche unzeitgemäßen zweiachsigen Straßenbahnwagen sollten ersetzt werden; zum Erreichen dieses Ziels reichte die Anzahl der E1 und c2, c3 und c4 nicht aus und die Ablöse der letzten Zweiachser dauerte bis April 1990. 

Nach der Eröffnung des U - Bahngrundnetzes bis 1982 war an die in den 60er Jahren angestrebte Aufgabe des Straßenbahnbetriebs in Wien nicht zu denken. Insgeheim hofften sowohl die Stadtplaner im Rathaus als auch die WVB, nach der Beschaffung der E1 und c4 sowie der Nachfolgegeneration E2 und c5 keine weiteren Straßenbahnwagen mehr beschaffen zu müssen. Nach dem Umbau aller E1 mit Handhebelfahrschalter auf Einmannbetrieb und Geamatic Fahrschaltersteuerung bis Ende 1984 wurde die generelle Aufgabe des Schaffnerbetriebs angestrebt; dies dauerte letztendlich viel länger als geplant bis Dezember 1996.

Mit dem Serienbau der Flexity werden die E1 und c4 endgültig Geschichte sein - wann es wirklich soweit sein wird steht in den Sternen; Optimisten reden von 2020 ...

nord22

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Re: 30.01.1967 - 30.01.2017: 50 Jahre E1
« Antwort #116 am: 31. Dezember 2017, 17:44:10 »
Gib noch 2 Jahre drauf.

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Re: 30.01.1967 - 30.01.2017: 50 Jahre E1
« Antwort #117 am: 31. Dezember 2017, 17:57:50 »
Gib noch 2 Jahre drauf.
4808 könnte sogar noch bis 2025 fahren 8)

t12700

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Re: 30.01.1967 - 30.01.2017: 50 Jahre E1
« Antwort #118 am: 31. Dezember 2017, 18:38:15 »
Gib noch 2 Jahre drauf.
4808 könnte sogar noch bis 2025 fahren 8)
Derzeit ist er der, der am längsten fahren dürfte. 8)

LG t12700
Auf dass uns die E1 noch lange erhalten bleiben; hoffentlich auch am 49er

nord22

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Re: 30.01.1967 - 30.01.2017: 50 Jahre E1
« Antwort #119 am: 29. Januar 2018, 23:16:40 »
Zum Jubiläum 100 Jahre Wiener Straßenbahn wurden die Fahrzeuge für die Parade in der Stiftgasse gestapelt. E1 4479 neben einer M Garnitur am 11.05.1968 (Foto: Konrad Pfeiffer). Die Type E1 war damals die modernste Fahrzeugtype und der ganze Stolz der WVB - das ist wirklich lange her ....

nord22