Autor Thema: Fit für die Zukunft durch neue Arbeitsorganisation  (Gelesen 792 mal)

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Fit für die Zukunft durch neue Arbeitsorganisation
« am: 15. Juni 2017, 20:13:27 »
Aus dem WL-Intranet:

Fit für die Zukunft durch neue Arbeitsorganisation

Geschäftsführer Günter Steinbauer erklärt, was er sich von der Umsetzung des Projekts B6 Opt-In erwartet.

Das Projekt B6 Opt-In, das in den letzten beiden Jahren gelaufen ist, wurde Ende März 2017 abgeschlossen. Was sind die Ergebnisse und was bedeuten diese für die nächsten Jahre?

Wir haben alle Fachbereiche von B6 - sowohl was die Arbeitsorganisation als auch die Arbeitszeitmodelle betrifft - intensiv untersucht und eine Vielzahl an Verbesserungspotenzialen herausgearbeitet. Diese wurden geclustert und werden in einem Folgeprojekt laufend umgesetzt.

Was sind die Schwerpunkte, wo wird sich etwas ändern?

Aufgrund des immer engeren Budgetrahmens müssen wir mit dem Geld, das wir einnehmen bzw. von der Stadt zur Verfügung gestellt bekommen, sorgsam und zielgerichtet umgehen. Um das zu gewährleisten, müssen wir insbesondere die Planung unserer Instandhaltungsmaßnahmen verbessern. Auch das Themenfeld Digitalisierung wird unsere Arbeitsweise deutlich verändern. Eine bessere Verknüpfung unserer Daten sorgt für eine deutlich bessere Entscheidungsgrundlage, sowohl für die Mitarbeiterinnen  und Mitarbeiter an der Anlage, als auch für die technischen Referentinnen und Referenten. Als dritten Punkt möchte ich das Thema Personaleinsatzplanung nennen. In anderen Bereichen des Unternehmens sind wir hier schon einige Schritte weiter, auch mit entsprechenden Tools. Wir müssen sicherstellen, dass wir die Kolleginnen und Kollegen dann vor Ort haben, wenn die Infrastruktur es benötigt.

Wo wird es rasch zu Veränderungen kommen?

Ein wichtiger Punkt ist für mich die bessere Ausnutzung der betriebslosen Zeit im U-Bahn-Bereich. Hier müssen wir unsere Arbeiten besser koordinieren und sicherstellen, dass das enge Zeitfenster in der Nacht von 3-4 Stunden optimal genutzt wird. Des Weiteren müssen wir auch rasch das Themenfeld Aufsichtstätigkeiten angehen. Hier haben wir als Eisenbahnunternehmen und großer Auftraggeber unsere Pflichten, aber auch hier müssen wir effizienter agieren.

Werden auch Tätigkeiten wegfallen?

Wir hinterfragen natürlich unsere Aufgaben, insbesondere in der Inspektion und Wartung unserer Anlagen gibt es einiges, das wir in Zukunft verbessern wollen. Wir müssen die Instandhaltungstätigkeiten mehr auf die Nutzung und den Zustand abstimmen. Die eine oder andere Weiche werden wir in Zukunft intensiver betreuen, viele andere aber deutlich weniger. Das gilt aber nicht nur für das Gleis, sondern für alle Gewerke und Anlagen.

Bei B6 arbeiten rund 1.250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Müssen sich die Kolleginnen und Kollegen Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen?

Wir haben im Zuge des Projektes auch analysiert, wie viele Mitarbeiterinnen  und Mitarbeiter wir in Zukunft benötigen werden. Dabei haben sich durch den Wegfall bzw. die Reduktion von Tätigkeiten natürlich auch im Personalbereich Effizienzpotenziale gezeigt. Aufgrund des U-Bahn-Ausbaus, weiterer Straßenbahnverlängerungen und somit einem deutlichen Wachstum unseres Infrastrukturbestandes werden natürlich auch Aufgabenbereiche wachsen. In Summe wird der Mitarbeiterinnenstand und Mitarbeiterstand in etwa gleich bleiben wie heute.

Es muss sich bei B6 also niemand um seine Zukunft bei den Wiener Linien sorgen?

Nein, aber die Kolleginnen und Kollegen müssen sich darauf einstellen, dass sie die Tätigkeiten in Zukunft nicht mehr 1:1 so machen werden wie heute. Durch die Digitalisierung - die auch im Infrastrukturbereich rasch voranschreitet - werden unsere Arbeitsabläufe verändert. Aber ich habe eigentlich keine Sorge, dass unsere Technikerinnen und Techniker hier nicht bereit sind mitzuziehen.

Sie haben vorhin den engen Budgetrahmen angesprochen. Welche wirtschaftlichen Effekte erwartet sich die Geschäftsführung aus der Umsetzung des Projekts B6 Opt-In?

Wir haben alle Maßnahmen bewertet und sind auf ein nachhaltiges Einsparungsziel von 17 Mio. Euro, das wir bis 2023 erzielen wollen, gekommen. Die ersten 5 Mio. Euro müssen bereits Ende 2019 erzielt werden. Diese Zahlen haben wir auch im Zuge des Umbrella-Projektes für B6 an die Stadt Wien kommuniziert. Es ist mir aber wichtig festzuhalten, dass dieses Geld nicht an die Stadt rückfließt, sondern bei uns bleibt um den bereits genannten Mehrbedarf decken zu können.

Sind – um diese Einsparungsziele zu erreichen - auch Kürzungen in der Entlohnung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter enthalten?

Im Zuge des Projekts haben wir uns intensiv mit den Arbeitszeitmodellen und der Vergütung auseinandergesetzt. Vom Ergebnis her wird es für gleiche Tätigkeiten auch in Zukunft gleiche Bezahlung geben. Bei der Höhe der Gehälter der Beamten und Vertragsbediensteten haben die Wiener Linien ja keine Eingriffsmöglichkeiten. Bei den KV-Mitarbeiterinnen  und Mitarbeiter haben wir die Zielsetzung, die Grundgehälter anzuheben, da wir im Technikbereich mit unserem bestehenden KV teilweise unter dem Markt liegen. Dies wird in den Verhandlungen zum „KV Neu“ zu klären sein. Wichtig ist, dass wir zu Modellen kommen, die einen zielgerichteten Personaleinsatz sicherstellen. Dazu gehört auch, dass wir den Schwerpunkt unserer Tätigkeiten in der Normalarbeitszeit durchführen und Überstunden zum Abdecken von Spitzen verwendet werden.

Wie sehen die nächsten konkreten Schritte aus?

Es gibt bei B6 bereits ein Projektteam für 13 Arbeitspakete, das in den nächsten beiden Jahren sehr aktiv die Umsetzung der Maßnahmen und das Erreichen der Ziele angeht. In Summe arbeiten in den Teams mehr als 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - auch aus den Abteilungen K30, K32, F57, R25 und R28 - mit. Der Lenkungsausschuss, zu dem wir auch die Bedienstetenvertretung eingeladen haben, wird sich quartalsweise über die Fortschritte berichten lassen.
Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen!
... brrrr, Klumpert!

hema

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Re: Fit für die Zukunft durch neue Arbeitsorganisation
« Antwort #1 am: 15. Juni 2017, 21:15:25 »
Du tust mir was an. Jetzt habe ich das Geschwafel doch tatsächlich gelesen!   :down:
Niemand ist gezwungen meine Meinung zu teilen!