Autor Thema: Fahrleitungsschaden Liesing  (Gelesen 1496 mal)

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haidi

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Fahrleitungsschaden Liesing
« am: 25. September 2017, 12:39:57 »
1 1/2 Stunden mussten Fahrtgäste der Schnellbahn in Liesing im Zug ausharren, da nach einem Fahrleitungsriss die Fahrleitung auf dem Zug lag.
Quelle: http://derstandard.at/2000064699930/Oberleitung-gerissen-Passagiere-bei-Liesing-in-Zug-eingeschlossen

Mir stellt sich die Frage, warum  man die Feuerwehr zur Erdung brauchte und dann noch so spät verständigte (ca 1/2 Stunde). Ich weiß, dass Feuerwehren oft eine diesbezügliche Ausbildung haben aber normalerweise machen dass doch ÖBB-Bedienstete und die Erdung durch die Feuerwehr ist für Notfälle gedacht, wo die Feuerwehr schnell zu Personen vordringen muss.
Alle sagten es geht nicht - dann kam einer, der das nicht wusste und probierte es - und es ging

fastpage

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Re: Fahrleitungsschaden Liesing
« Antwort #1 am: 25. September 2017, 12:55:02 »
Die Feuerwehr hat keine Erdungsstange und darf auch nicht.
Das darf nur ein EAO (jaja, Abkürzung... Eisenbahnaufsichtsorgan) bzw Einsatzleiter, der vorher den geerdeten und spannungsfreien Zustand geprüft. Die 5 Elektrikerregeln halt und die Feuerwehr hat keinen Draht zum Unterwerk Meidling.
Es wurden, umn solche Zustände zu verhindern div Aussendienst-Fahrdienstleiter als Einsatzleiter ausgebildet und haben ein Dienstfahrzeug mit Blaulicht und mobiler Erdungseinrichtung (zusammenschraubbare Erdungsstange).
Denn keine Einsatzkraft darf die Gleise betreten ohne sich vorher bei einem EAO die "Erlaubnis" geholt zu haben. Dafür gibt es auch einen Noko(Notfallkoordinator) in der BFZ Wien. Man erinnere sich in Vorarlberg an die toten Polizisten.

Warum es fast 2h gedauert hat, obwohl in Meidling ein Turmwagen und Unterwerk, keine Ahnung. Auf alle Fälle eine Schande im Wiener Raum, denn da sollte binnen 30Min der Einsatzleiter vor Ort sein.
Aber Infra wird auch an diesem Vorfall wieder alles nur schönreden.

Klingelfee

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Re: Fahrleitungsschaden Liesing
« Antwort #2 am: 25. September 2017, 12:59:00 »
Vielleicht war wieder einmal ein Anzeigefehler, wie damals auf der U4, wo ein Zug über 90 min zwischen Rossauer Lände und Schottenring gestanden ist und nicht evakuiert wurde, weil lt. Anzeige die Abschaltung nicht funktioniert hatte.
Bitte meine Kommentare nicht immer als Ausrede für die WL ansehen

coolharry

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Re: Fahrleitungsschaden Liesing
« Antwort #3 am: 25. September 2017, 13:12:15 »
1 1/2 Stunden mussten Fahrtgäste der Schnellbahn in Liesing im Zug ausharren, da nach einem Fahrleitungsriss die Fahrleitung auf dem Zug lag.
Quelle: http://derstandard.at/2000064699930/Oberleitung-gerissen-Passagiere-bei-Liesing-in-Zug-eingeschlossen

Mir stellt sich die Frage, warum  man die Feuerwehr zur Erdung brauchte und dann noch so spät verständigte (ca 1/2 Stunde). Ich weiß, dass Feuerwehren oft eine diesbezügliche Ausbildung haben aber normalerweise machen dass doch ÖBB-Bedienstete und die Erdung durch die Feuerwehr ist für Notfälle gedacht, wo die Feuerwehr schnell zu Personen vordringen muss.

Kann wohl daran liegen, dass es halt keine ÖBB Bediensteten gab, die es durchführen dürfen und in der nähe waren.
Das Glück ist ein Vogerl. Wenns knallt ist es weg.

fastpage

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Re: Fahrleitungsschaden Liesing
« Antwort #4 am: 25. September 2017, 13:15:40 »
Nein, auf dem Foto auf ORF sieht man das die Schnellbahn unter der Brücke zum stehen gekommen ist und dort erdest entweder direkt am Schaltgerüst oder du brauchst mehrere Stangen weil Weichenbereich.
Nun ist auch klar warum es so lange gedauert hat.
Aber an der Stelle ist ja schon öfters die Oberleitung gerissen weil dort gerne Vögel drunterturnen am Tragseil. Aus diesem Grund hat man das Tragseil zw Rennweg und Mitte unter den Brücken isoliert.

haidi

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Re: Fahrleitungsschaden Liesing
« Antwort #5 am: 25. September 2017, 16:01:29 »
Die Feuerwehr hat keine Erdungsstange und darf auch nicht.
Es gibt Feuerwehren in Österreich, bei denen Mitglieder diese Ausbildung haben und die nach Freigabe (so viel ich weiß durch FAX) Erdungen durchführen dürfen.

In diesem Fall dürfte die Feuerwehr - wie es auf dem ORF-Bild scheint - Hilfsdienste beim Erden verrichtet haben.
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Re: Fahrleitungsschaden Liesing
« Antwort #6 am: 25. September 2017, 20:45:13 »
Die Feuerwehr ist zur Evakuierung gerufen worden, erden tut am Foto der Fahrleitungsmeister. Dachte auch ne Zeit lang das die Feuerwehr ne Erdungsstange mitführt und geschult ist. Da sie die Gleisanlagen ohne Weisung eines EAO garnicht betreten dürfen (kann auch der Noko in der BFZ sein, allerdings müsste er jemanden vor Ort haben der eine Liste führt wer gerade im Gleisbereich und wer wieder raus....), erübrigt sich der Sinn wieder.
Deshalb wurden ja die Einsatzleiter geboren mit Dienstautos inkl Blaulicht, die so sitzen, dass sie in ihrem Bereich innerhalb Zeit X (Glaub 30Min) überall sein können.

Und nur weil das Unterwerk Spannungslos schaltet heißt es noch lange nicht, dass nicht im benachbarten Bahnhof ein Stromabnehmer einen Trenner überbrückt und die Fahrleitung wieder unter Spannung setzt. Von Induktionsspannung bei 15kv rede ich gar nicht.



haidi

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Re: Fahrleitungsschaden Liesing
« Antwort #7 am: 25. September 2017, 21:09:23 »
Zur Erdung durch die Feuerwehr sie in diesem Handbuch, das mit den ÖBB herausgegeben wurde:
http://www.ff-allentsteig.at/fileadmin/_migrated/content_uploads/Handbuch-FW_OEBB.pdf
Kapitel 10.4
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