Autor Thema: [PM] "Geldverschwendung": Kritik an Traunsee-Tram in Gmunden  (Gelesen 14812 mal)

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T1

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Re: [PM] "Geldverschwendung": Kritik an Traunsee-Tram in Gmunden
« Antwort #15 am: 11. November 2019, 10:33:42 »
Oder habe ich etwas falsch gerechnet?
Es ist immer ungeschickt, Zahlen aus verschiedenen Quellen zu vergleichen, wo unterschiedliche Berechnungsmethoden zugrunde liegen können und dabei Begriffe zu vermischen.

Ohne es zu wissen: In der Potenzialanalyse ist immer von Personenfahrten die Rede, in der Pressemeldung des OÖVV von Fahrgästen. Außerdem wird das letzte Betriebsjahr vor Zusammenlegeung verglichen, wo die Traunseebahn schon zum Klosterplatz fuhr, nicht mit 2009. Am Besten fragst du beim Pressesprecher nach, wenn du es genau wissen magst.

Kanitzgasse

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Re: [PM] "Geldverschwendung": Kritik an Traunsee-Tram in Gmunden
« Antwort #16 am: 27. Februar 2020, 20:59:23 »
Nun übt auch der oberösterreichische Landesrechnungshof Kritik an der Traunseetram:
https://ooe.orf.at/stories/3036624/

stef66

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Re: [PM] "Geldverschwendung": Kritik an Traunsee-Tram in Gmunden
« Antwort #17 am: 27. Februar 2020, 21:27:56 »
Wenn ich den Bericht in orf.at richtig verstanden habe, geht es rein nur um die Auslastung. Völlig unberücksichtigt bleiben dabei Gesichtspunkte wie der positive ökologische Fußabdruck einer elektrifizierten Straßenbahn/Lokalbahn gegenüber dem "stinkenden" Autobus. Ich finde die Durchbindung und Vereinigung der Lokalbahn mit der Straßenbahn als eine Zukunftsinnovation, die auch in anderen Städten und Destinationen eine Überlegung wert sein sollte (Wien, Salzburg)

38ger

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Re: [PM] "Geldverschwendung": Kritik an Traunsee-Tram in Gmunden
« Antwort #18 am: 27. Februar 2020, 23:40:42 »
Es ist ja geplant die Salzkammergutbahn auf einen echten Stundentakt umzustellen. Daraus würde dann auch ein regelmäßigerer Straßenbahntakt folgenals derzeit, was die Attraktivität wohl ein wenig steigern dürfte. Auf der anderen Seite sollen ja moderne Tram-Trains für die Vorchdorferbahn von Lambach nach Vorchdorf bestellt werden. Das dauert zwar noch ein paar Jahre, aber ich würde doch annehmen, dass man damit dann auch ein attraktiveres und dichteres Angebot auf der Vorchdorferbahn anbieten will. Auch das wird sicherlich einen positiven Einfluss auf die Fahrgastzahlen haben.

abc

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Re: [PM] "Geldverschwendung": Kritik an Traunsee-Tram in Gmunden
« Antwort #19 am: 28. Februar 2020, 08:09:46 »
Da scheint mir beim Landesrechnungshof eine sehr einseitige kurzfristig-betriebswirtschaftliche Sicht vorzuliegen, basierend auf ein einigen Fehlannahmen:

1) "Ob Busse oder Bahnen fahren, ist den Fahrgästen eh wurscht!"
Nein, bei gleichem Angebot werden Bahnen i.d.R. viel besser angenommen als Busse. Es ist also die Frage, wieviele Fahrgäste pro Tag mit einem vergleichbaren Busangebot unterwegs wären. Das müsste man einnahmeseitig gegenüberstellen. Einfach davon auszugehen, dass ein vergleichbares Busangebot die gleiche Fahrgastzahl pro Tag hätte, ist ziemlich naiv.

Die durch den Schienenbonus eingesparten Pkw-Fahrten belasten wiederum weniger das Straßennetz und verursachen dementsprechend auch keine Emissionen.

2) "Ein Bus ist billiger als eine Bahn"
Unzweifelhaft. Allerdings sollte man hier zumindest einbeziehen, dass eine Straßenbahn im Laufe ihrer Einsatzzeit mindestens zwei Busse ersetzt, allein durch ihre längere Lebenszeit. (Busse werden 10-15 Jahre eingesetzt, Straßenbahnen gern mal um die 30. Die Vorläufer der Gmunder Straßenbahn waren bekanntlich nochmal viel älter.)

3) "Die Infrastruktur für Busse kostet nichts, Straßen sind ja eh da!"
Busse sind Schwerlastverkehr und belasten die Straßen sehr viel stärker als Pkws. Infolgedessen müssen die Straßen häufiger saniert werden - das verschwindet nur leider im allgemeinen Straßenbauetat, während Bau- und Instandhaltungskosten der Schiene recht offensichtlich sind.

maybreeze

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Re: [PM] "Geldverschwendung": Kritik an Traunsee-Tram in Gmunden
« Antwort #20 am: 28. Februar 2020, 08:22:32 »
Die "Excelisten" mit ihren Rechenblättern mögen wohl zahlentechnisch recht haben. Aber noch nicht mal zwei Jahre nach der Eröffnung sofort schwarze Zahlen haben zu wollen, erscheint ziemlich kurzsichtig.

Gerade wir in Wien haben ein gutes Beispiel: Was wurde die S45 doch als "Geisterbahn" gescholten - heute aus dem Verkehrsgeschehen nicht mehr wegzudenken! Selbst die U2 war geraume Zeit mehr eine Solo-Darstellung für das Fahrpersonal (wobei hier andere Startvoraussetzungen).

Nur weil die RegioTram jetzt fährt, steigen eingefleischte Autofahrer nicht gleich um. Und wie die Kritik offenbar in den Medien ankam und welch' negatives Bild dadurch entstanden ist, welcher Schaden am Öffi-Gedanken angerichtet wurde, das sollte auch bedacht werden. Etwas mehr Sensibilität dürfte man auch von den Zahlenfuchsern des Landesrechnungshofes erwarten. Es geht nicht um Beschönigen und Vertuschen, aber Schienenfahrzeuge im lange Zeit vernachlässigten ländlichen Raum um regionale Ballungszentren brauchen nun mal "Anlaufzeit".

Linie 360

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Re: [PM] "Geldverschwendung": Kritik an Traunsee-Tram in Gmunden
« Antwort #21 am: 28. Februar 2020, 09:32:42 »
Außerdem darf man nicht vergessen, daß in Gmunden beim Bau gleich sämtliche Leitungen (Strom, Wasser, Gas, etc...) erneuert wurden, die man auch ohne Straßenbahnverlängerung in absehbarer Zeit hätte tauschen müssen-> und genau diese Kosten sollte man nicht der Tramway umhängen!

hema

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Re: [PM] "Geldverschwendung": Kritik an Traunsee-Tram in Gmunden
« Antwort #22 am: 28. Februar 2020, 11:50:26 »
Einmal öffentlich zugeben, was der Busverkehr wirklich kostet (anteilige Kosten an Straßenbau und -erhaltung, diverse Subventionen bzw. Steuerbegünstigungen) und jede weitere Diskussion hätte sich automatisch erledigt!
Niemand ist gezwungen meine Meinung zu teilen!

N1

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Re: [PM] "Geldverschwendung": Kritik an Traunsee-Tram in Gmunden
« Antwort #23 am: 28. Februar 2020, 12:24:33 »
Hätte der Landesrechnungshof den geforderten Bus gerne zwischen Franz-Josef-Platz und Seebahnhof gehabt? Nun, dann wäre der sicher angesichts von bis zu zweimal Umsteigen von den Massen gestürmt worden. ::) Oder gleich im Geiste der 50er und 60er Jahre zwischen dem Bahnhof Gmunden und Vorchdorf? Ob diese Genies in ihren elaborierten Berechnungen in Betracht gezogen haben, dass gar nicht so wenige Gäste Gmunden vor allem wegen der Tramway besuchen? Ich hätte jedenfalls nicht dreimal in Folge samt Übernachtung im Hotel dort geurlaubt, wenn nur irgendein Bus in der Stadt herumgegurkt wäre. Vielleicht haben die werten Prüfer auch ein wenig ihre Rolle verfehlt und mehr als (rückwärtsgewandte) Aktivisten gehandelt. :down:
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coolharry

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Re: [PM] "Geldverschwendung": Kritik an Traunsee-Tram in Gmunden
« Antwort #24 am: 28. Februar 2020, 12:28:01 »
Einmal öffentlich zugeben, was der Busverkehr wirklich kostet (anteilige Kosten an Straßenbau und -erhaltung, diverse Subventionen bzw. Steuerbegünstigungen) und jede weitere Diskussion hätte sich automatisch erledigt!

Selbst dann ist die Bahn ein teurer Spaß. Weil es einfach so ist.
Eine Straße hat da weit mehr Nutzen.
Auf einer Straße fahren Einsatzfahrzeuge, Müllsammlung, Notdienste, Pflegekräfte und eben Busse und der MIV.
Und eine normale Fahrbahn kostet einen Nasenrammel. Deswegen macht man ja eine Nutzenanalyse. Diese wurde vor dem Projekt auch gemacht aber der Rechnungshof glaubt, dass diese falsch ist. Zahlen kann man bekanntlich in alle Richtungen interpretieren.
Damit die Bahn besser ausgelastet ist muss man sich halt jetzt ansehen. Kooperationen, besserer Takt, Einkaufsservice, bessere Anbindung der Betriebe, Weitere Haltestellen, Parkraumbewirtschaftung in Gmunden etc.
Und zu guter letzt die Reisezeiten. Die Ortschaften sind alle ziemlich zersiedelt. Es sind also immer recht lange Wege zur Station zurück zu legen.

hema

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Re: [PM] "Geldverschwendung": Kritik an Traunsee-Tram in Gmunden
« Antwort #25 am: 28. Februar 2020, 13:14:43 »

Und eine normale Fahrbahn kostet einen Nasenrammel.
Eine Straße, die auch für Schwerverkehr ausgelegt ist? Dein Wort in Gottes Ohr!   ::)
Niemand ist gezwungen meine Meinung zu teilen!

Ferry

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Re: [PM] "Geldverschwendung": Kritik an Traunsee-Tram in Gmunden
« Antwort #26 am: 28. Februar 2020, 14:47:14 »
Die "Excelisten" mit ihren Rechenblättern mögen wohl zahlentechnisch recht haben. Aber noch nicht mal zwei Jahre nach der Eröffnung sofort schwarze Zahlen haben zu wollen, erscheint ziemlich kurzsichtig.

Sind heuer in OÖ Landtags- oder in Gmunden Gemeinderatswahlen? Normalerweise erscheinen solche Artikel meist, wenn ein Wahlkampf im Hintergrund läuft.
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")

fr3

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Re: [PM] "Geldverschwendung": Kritik an Traunsee-Tram in Gmunden
« Antwort #27 am: 28. Februar 2020, 15:37:10 »
Selbst dann ist die Bahn ein teurer Spaß. Weil es einfach so ist.
Eine Straße hat da weit mehr Nutzen.
Auf einer Straße fahren Einsatzfahrzeuge, Müllsammlung, Notdienste, Pflegekräfte und eben Busse und der MIV.
Und eine normale Fahrbahn kostet einen Nasenrammel. Deswegen macht man ja eine Nutzenanalyse. Diese wurde vor dem Projekt auch gemacht aber der Rechnungshof glaubt, dass diese falsch ist. Zahlen kann man bekanntlich in alle Richtungen interpretieren.
Rechnerisch mag das schon stimmen.
Eine Straße und Buslinien über die Traunbrücke gab es ja schon vor der Durchbindung.
Aber genau diese Lösung war unbefriedigend, weil einerseits der ÖV per Bus zu wenig attraktiv war, um irgendjemanden zum Umsteigen zu bewegen, andererseits der Durchzugsverkehr eine schwere Belastung für die Altstadt darstellte. Die Durchbindung der Straßenbahn muss also eher als Maßnahme zur Stadterneuerung denn als reine Verkehrsmaßnahme betrachtet werden. Deshalb ist es schwierig, hier eine Rentabilitätsrechnung aufzustellen, schon gar nach so kurzer Zeit.

Zitat
Damit die Bahn besser ausgelastet ist muss man sich halt jetzt ansehen. Kooperationen, besserer Takt, Einkaufsservice, bessere Anbindung der Betriebe, Weitere Haltestellen, Parkraumbewirtschaftung in Gmunden etc.
Und zu guter letzt die Reisezeiten. Die Ortschaften sind alle ziemlich zersiedelt. Es sind also immer recht lange Wege zur Station zurück zu legen.
ME hilft letztlich nur ein Durchstarten, nämlich auch die ehemalige ÖBB-Strecke Gmunden-Laakirchen umzuspuren und in das Netz der Straßenbahn einzubeziehen. Mit etwa 10.000 EW und einem starken Pendlerverkehr nach Gmunden gäbe es einiges an Fahrgästen abzuholen. Immerhin verkehrt bereits jetzt eine Buslinien auf dieser Strecke im Halbstundentakt.

Fahzeug Technik

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Re: [PM] "Geldverschwendung": Kritik an Traunsee-Tram in Gmunden
« Antwort #28 am: 28. Februar 2020, 16:01:55 »
Der Bundesrechnungshof prüfte das Projekt, übrigens zum zweiten Mal. Beim ersten Mal wurde es noch positiv gesehen. Nun dürften dort ein paar (von der türkis-blauen exRegierung eingesetzte) blaue Spezialisten am Werk sein.

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Re: [PM] "Geldverschwendung": Kritik an Traunsee-Tram in Gmunden
« Antwort #29 am: 02. März 2020, 12:35:16 »
Hier dazu ein fundierter Leserbrief von Gunter Mackinger:

Prüfbericht des OÖ Rechnungshofes. Wurden da die Kosten des gesamten Bahnverkehrs (inkl. Infra) mit Buskosten (ohne Straßenkosten und ohne externe Kosten) vergleichen????
 
https://ooe.orf.at/stories/3036624/
 
Bitte nehmt in Leserbriefen an die Oberösterreichischen Nachrichten redaktion@nachrichten.at zu diesem ungeheuerlichen Unfug Stellung !!! Hier mein Leserbrief:
 
Auch ein Landesrechnungshof kann irren!
 
Sollten die Medienberichte zum noch nicht veröffentlichten (!)Bericht des Landesrechnungshofes zur Traunsee-Tram, wie geschrieben den Tatsachen entsprechen. so muss davon ausgegangen werden, dass hier offensichtlich Äpfel mit Birnen verwechselt werden:

•   Die Traunsee-Tram ist ein volkswirtschaftliches Projekt mit substantiell positiven Folgen für die Stadt Gmunden und deren Umland. Wurde dieser Mehrwert berechnet?
•   Sinniger Weise wurde die Infrastruktur (Kanal, Leitungsträger etc.)im Umfeld des Bahnbau erneuert. Wurden die Kosten dieser Gewerke aus der Gesamtsumme heraus gerechnet?
•   Im Zuge des Bahnbau wurde die Traunbrücke erneuert, deren Neubau mit oder ohne Tram angestanden wäre. Wurden die Kosten für die Traunbrücke ausschließlich der Traunsee-Tram zugerechnet?
•   Eisenbahnen sind in ihrer Wirtschaftlichkeit ausschließlich mit Grenzkostenrechnungen zu beurteilen, da die Fixkosten bei ca. 90% liegen. D.h. im Fall der Traunsee-Tram müssen die Fixkosten der bestehenden Lokalbahn nach Vorchdorf und der Gmundner Straßenbahn in Abzug gebracht werden und der zusätzliche Deckungsbeitrag der Durchbindung bewertet werden.

Mit der Traunsee-Tram wurde lediglich ein seit 100 Jahren überfälliger Lückenschluss zum nachhaltigen Nutzen von Stadt und Umland getätigt. In Zeiten der Energiewende die einzig mögliche visionäre Entscheidung der jetzt z.B. die Regio Tram nach Laakirchen folgen muss. Ein so langfristiges und erfolgreiches Projekt nach ein paar Monaten reißerisch herabzuwürdigen grenzt an grobe Fahrlässigkeit. Hoffentlich prüft der Landesrechnungshof nicht demnächst die Landesstraße von Gmunden nach Vorchdorf oder gar die neue Gmundner Umfahrungsstraße. Das Ergebnis auf Personen bezogen wäre fürchterlich, fahren doch z.B. kaum Autofahrer in der Früh  von Gmunden nach Vorchdorf, die Straße wäre dann wohl logischer Weise auf eine Spur zurückzubauen oder gar einzustellen und die Schlagzeile müsste lauten:“L 1306 höchst unwirtschaftlich – keine Autos Richtung Vorchdorf !!!!“

Kommerzialrat Gunter Mackinger
Gerichtlich beeideter SV für das Eisenbahnwesen
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