Autor Thema: Station An den alten Schanzen: Planung für Vollausbau  (Gelesen 3805 mal)

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abc

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Re: Station An den alten Schanzen: Planung für Vollausbau
« Antwort #30 am: 05. Dezember 2019, 09:42:29 »
Stimmt eh was du sagst. Nur das die S1 keine Entlastungswirkung hatte ist aber schlicht falsch. Nur nicht auf der A23.
Als Beispiel wo die Auswirkungen am stärksten waren: Klederinger Straße bei Stadtgrenze: 2005  14118-15765 Fahrzeuge pro Tag. 2010 4174 Fahrzeuge pro Tag.
Auch auf der Himberger Straße waren die bis zu 40% weniger Verkehr.

Die eine Frage: Ist der Verkehr auf den "entlasteten" Straßen um genau die Menge zurückgegangen, die auf der neu eröffneten Straße unterwegs ist? Oder sind nun insgesamt mehr Pkw unterwegs?

Und die andere: Wie sieht es heute aus? Dass der Verkehr auf den "entlasteten" Straßen erstmal abnimmt, ist gar nicht so unwahrscheinlich. Aber was ist mittel- und langfristig?

"Die Straße ist nun so schön leer, da kann ich super...

... nach Hintertupfing ziehen, weil ich schnell nach Wien rein komme!"
... ganz woanders hinfahren, um meine Erledigungen zu machen, geht ja schnell!"
... meine Jahreskarte kündigen, bin ja mit dem Auto genauso schnell!"

Und dann verpufft der anfängliche Entlastungseffekt recht schnell - und man hat nicht nur die zusätzliche Straße, sondern auch auf den vorher "entlasteten" Straßen genauso viel Verkehr.

Die andere Frage ist: wie stark nimmt man als Passant oder Anwohner die "Entlastung" eigentlich war? Ist es in der Hauptstraße plötzlich spürbar leiser? Steigt die Aufenthaltsqualität bloß durch die "Entlastung"? Beides würde ich stark anzweifeln.

Klingelfee

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Re: Station An den alten Schanzen: Planung für Vollausbau
« Antwort #31 am: 05. Dezember 2019, 10:11:04 »

Und die andere: Wie sieht es heute aus? Dass der Verkehr auf den "entlasteten" Straßen erstmal abnimmt, ist gar nicht so unwahrscheinlich. Aber was ist mittel- und langfristig?

"Die Straße ist nun so schön leer, da kann ich super...

1) ... nach Hintertupfing ziehen, weil ich schnell nach Wien rein komme!"
2) ... ganz woanders hinfahren, um meine Erledigungen zu machen, geht ja schnell!"
3) ... meine Jahreskarte kündigen, bin ja mit dem Auto genauso schnell!"


Das sind mMn typische Argumente von Straßengegner

Denn bei Punkt 1 und 3. Was nütz mir es wenn ich schnell in Wien bin und dann erst wieder im Stau stecke oder Probleme mit den Parkplatz habe.

Ich hätte die Möglichkeit, dass ich vom Norden nach Wien einpendle. Mir geht es da aber nicht nur wegen dem täglichen Stau, sondern auch darum, dass ich einfach nicht bei jeder Witterung mit dem Auto fahren will.

Und was nützt mir ein Wohnen in Hintertupfing, wenn ich dort aber keine Infrastruktur habe. Bei einer Übersiedlung in das Umland kommt immer auch noch als Überlegung, zumindest bei mir, wie schaut es dort mit der Infrastruktur aus.

Und die Jahreskarte würde ich persönlich nicht kündigen, denn dann brauche ich nicht daran denken einen Fahrschein zu kaufen, wenn ich dann doch ein Öffi benutze.

Und ich gebe zu meine Besorgungen oft mit dem Auto zu machen. Aber nur deshalb, weil ich diese nicht mit den Öffis befördern kann/will. Und gewisse Sachen will ich mir auch nicht liefern lassen, weil ich zum Beispiel bei Frischwaren die Qualität selbst auswählen will und nicht auf Lieferanten abhänig sein will. Bzw kann man bei manchen Firmen den Lieferdienst nicht nutzen, da die Lieferzeiten einfach nicht mit meinen Arbeitszeiten harmonieren.
Bitte meine Kommentare nicht immer als Ausrede für die WL ansehen

coolharry

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Re: Station An den alten Schanzen: Planung für Vollausbau
« Antwort #32 am: 05. Dezember 2019, 10:14:54 »
Stimmt eh was du sagst. Nur das die S1 keine Entlastungswirkung hatte ist aber schlicht falsch. Nur nicht auf der A23.
Als Beispiel wo die Auswirkungen am stärksten waren: Klederinger Straße bei Stadtgrenze: 2005  14118-15765 Fahrzeuge pro Tag. 2010 4174 Fahrzeuge pro Tag.
Auch auf der Himberger Straße waren die bis zu 40% weniger Verkehr.

Die eine Frage: Ist der Verkehr auf den "entlasteten" Straßen um genau die Menge zurückgegangen, die auf der neu eröffneten Straße unterwegs ist? Oder sind nun insgesamt mehr Pkw unterwegs?

Und die andere: Wie sieht es heute aus? Dass der Verkehr auf den "entlasteten" Straßen erstmal abnimmt, ist gar nicht so unwahrscheinlich. Aber was ist mittel- und langfristig?

"Die Straße ist nun so schön leer, da kann ich super...

... nach Hintertupfing ziehen, weil ich schnell nach Wien rein komme!"
... ganz woanders hinfahren, um meine Erledigungen zu machen, geht ja schnell!"
... meine Jahreskarte kündigen, bin ja mit dem Auto genauso schnell!"

Und dann verpufft der anfängliche Entlastungseffekt recht schnell - und man hat nicht nur die zusätzliche Straße, sondern auch auf den vorher "entlasteten" Straßen genauso viel Verkehr.

Die andere Frage ist: wie stark nimmt man als Passant oder Anwohner die "Entlastung" eigentlich war? Ist es in der Hauptstraße plötzlich spürbar leiser? Steigt die Aufenthaltsqualität bloß durch die "Entlastung"? Beides würde ich stark anzweifeln.

Die 2010 Zählung ist 4 Jahre nach Eröffnung. Weiters hat der Verkehr dort bis 2015 auf 5176 Fahrzeuge zugenommen. Und liegt immer noch deutlich unter dem Wert von vor der S1.

Zur Frage der Aufenthaltsqualität: Naja eine Straße die nicht umgebaut wird und genauso aussieht wie vorher wird auch bei weniger Verkehr die gleiche Qualität ausstrahlen. Und spürbar leiser. Ja. Ab einem gewissen Grad der Verkehrsabhnahme ist es spürbar leiser.

abc

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Re: Station An den alten Schanzen: Planung für Vollausbau
« Antwort #33 am: 05. Dezember 2019, 10:17:42 »

Und die andere: Wie sieht es heute aus? Dass der Verkehr auf den "entlasteten" Straßen erstmal abnimmt, ist gar nicht so unwahrscheinlich. Aber was ist mittel- und langfristig?

"Die Straße ist nun so schön leer, da kann ich super...

1) ... nach Hintertupfing ziehen, weil ich schnell nach Wien rein komme!"
2) ... ganz woanders hinfahren, um meine Erledigungen zu machen, geht ja schnell!"
3) ... meine Jahreskarte kündigen, bin ja mit dem Auto genauso schnell!"


Das sind mMn typische Argumente von Straßengegner

Denn bei Punkt 1 und 3. Was nütz mir es wenn ich schnell in Wien bin und dann erst wieder im Stau stecke oder Probleme mit den Parkplatz habe.

Ich hätte die Möglichkeit, dass ich vom Norden nach Wien einpendle. Mir geht es da aber nicht nur wegen dem täglichen Stau, sondern auch darum, dass ich einfach nicht bei jeder Witterung mit dem Auto fahren will.

Und was nützt mir ein Wohnen in Hintertupfing, wenn ich dort aber keine Infrastruktur habe. Bei einer Übersiedlung in das Umland kommt immer auch noch als Überlegung, zumindest bei mir, wie schaut es dort mit der Infrastruktur aus.

Und die Jahreskarte würde ich persönlich nicht kündigen, denn dann brauche ich nicht daran denken einen Fahrschein zu kaufen, wenn ich dann doch ein Öffi benutze.

Und ich gebe zu meine Besorgungen oft mit dem Auto zu machen. Aber nur deshalb, weil ich diese nicht mit den Öffis befördern kann/will. Und gewisse Sachen will ich mir auch nicht liefern lassen, weil ich zum Beispiel bei Frischwaren die Qualität selbst auswählen will und nicht auf Lieferanten abhänig sein will. Bzw kann man bei manchen Firmen den Lieferdienst nicht nutzen, da die Lieferzeiten einfach nicht mit meinen Arbeitszeiten harmonieren.

Diese Argumente der Straßengegner haben sich halt über die Jahrzehnte bestätigt. Straßenbau führt eben zu insgesamt mehr Pkw-Verkehr, selbst wenn es auf einzelnen Straßen eine vorübergehende "Entlastung" gibt. Das kann übrigens auch sein, dass man ab der Jahreskarte ab Heimatort nur eine für Wien kauft und dann bis in die Kernzone mit dem Auto fährt.

Und es ehrt Dich, dass Du als - offensichtlich an Öffis interessierter Nutzer, sonst würdest Du hier nicht schreiben - auf die Infrastruktur vor Ort achtest. Repräsentativ scheinst Du aber nicht zu sein, wenn man sich anschaut, in wievielen auch neu gebauten Siedlungen ein Leben ohne Pkw nicht möglich ist, weil es nicht nur an Öffis, sondern auch an Einkaufsmöglichkeiten und anderen notwendigen Dingen fehlt.

Die 2010 Zählung ist 4 Jahre nach Eröffnung. Weiters hat der Verkehr dort bis 2015 auf 5176 Fahrzeuge zugenommen. Und liegt immer noch deutlich unter dem Wert von vor der S1.

Und wieviele Fahrzeuge sind auf der S1 unterwegs? Wieviel Verkehr wurde also generiert? Zumal auf einer Strecke, auf der es keine einigermaßen adäquate Öffi-Verbindung gibt?
Wieso hat man noch nicht einmal versucht, den gleichen Effekt durch einen Ausbau der Öffis zu erreichen? Auf einer Relation, auf der sogar Bahn-Infrastruktur vorhanden wäre?

Klingelfee

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Re: Station An den alten Schanzen: Planung für Vollausbau
« Antwort #34 am: 05. Dezember 2019, 10:31:13 »
Und es ehrt Dich, dass Du als - offensichtlich an Öffis interessierter Nutzer, sonst würdest Du hier nicht schreiben - auf die Infrastruktur vor Ort achtest. Repräsentativ scheinst Du aber nicht zu sein, wenn man sich anschaut, in wievielen auch neu gebauten Siedlungen ein Leben ohne Pkw nicht möglich ist, weil es nicht nur an Öffis, sondern auch an Einkaufsmöglichkeiten und anderen notwendigen Dingen fehlt.


Und das meinte ich auch mit Infrastruktur. Denn wenn man jung ist, achtet man auf Das. Und ich sehe das insofern, da ich eben meine Mutter ein Haus hat, wo man ohne Auto absolut nichts hat. Daher diesbezüglich auch meine Einstellung. Und wie gesagt. Ab einen gewissen Alter schaut man eben auch auf Das. Denn der Nachbar meiner Mutter hat zum Beispiel sein Haus verkauft und ist wieder nach Wien gezogen, nachdem er nicht mehr selbst mit dem Auto fahren kann.
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