Autor Thema: Lobauautobahn (war: Verlängerung Linie 25 Seestadt)  (Gelesen 1348 mal)

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Re: Lobauautobahn (war: Verlängerung Linie 25 Seestadt)
« Antwort #15 am: 26. Dezember 2019, 12:40:20 »
Na, wer finanziert denn den Gehalt des Taxilenkers, wenn nicht die Einnahmen aus dem Fahrgeschäft?
Wenn dem Taxler zu wenig übrigbleibt, dann liegt das am Taxiunternehmen, das (zu) profitabel wirtschaftet und sich zu viel von den Einnahmen einsteckt. Oder auch der Tatsache, dass Taxifahren nun mal ein Beruf ist, der - abgesehen vom Führerschein - keine größere Qualifikation verlangt.

Sie müssen halt in anderen Bereichen Abstriche machen oder näher am Arbeitsplatz wohnen. Ja, dann geht sich halt das Einfamilienhaus mit Garten vielleicht nicht aus, aber wir leben nicht bei "Wünsch dir was".
Schon mal daran gedacht, dass nicht jeder, der pendelt, in einem Einfamilienhaus mit Garten wohnt, sondern vielleicht in einer stinknormalen Wohnung? Nicht jeder kann sich einen Umzug nach Wien leisten, näher am Arbeitsplatz wohnen oder "halt in anderen Bereichen Abstriche machen", so einfach funktioniert das nicht. Es hat auch nicht jeder Schüler in seinem Heimatort eine HTL oder ein Gymnasium. Soll er deshalb darauf verzichten müssen?
Leider überrascht es mich irgendwie nicht, dass diesbezüglich eine so pauschalierende, ignorante und insgesamt einfach jenseitige Aussage von dir kommt.

Und das ist auch gut so.
Klar, denn das wäre ein wichtiger und notwendiger Fortschritt für unsere Gesellschaft. Ergo bist du dagegen.
Sorry für die Polemik, aber das ist wieder so ein als Faktum hingestellter Einzeiler ohne Begründung, der eine Diskussion mit dir anstrengend macht (und ja, ich weiß schon, dass mich niemand dazu zwingt, mit dir zu diskutieren. ::) )

Wenn man einigermaßen in Richtung Kostenwahrheit geht, bleiben Bahnfahrten ohnehin die günstigste Reisemöglichkeit. Und ja, es wird meiner Ansicht nach zu viel herumgereist, weil es einfach zu billig ist.
Mobilität hat heute eben einen anderen Stellenwert als damals und auch die Infrastruktur ist eine andere als noch vor Jahrzehnten, entsprechend günstig(er) reist man heutzutage. Wer früher arm war, konnte nicht so leicht verreisen (was natürlich nicht heißt, dass diese Personen es "eh nicht notwendig" hatten!), das ist jetzt anders. Soll aber nicht heißen, dass ich billiges Reisen grundsätzlich begrüße. Habe dazu eh schon Stellung bezogen.

Schön, wie du von einem einmaligen Erlebnis auf die Gesamtheit schließt. Übrigens gibt es zwischen Wien und Katowice täglich 5 Verbindungen, da ist es durchaus logisch, dass nicht alle ausgebucht sind. Ich bin hingegen schon öfter in vollen Zügen nach Polen gefahren und auch polnische Inlandsverbindungen sind üblicherweise so stark nachgefragt, dass eine Reservierung notwendig ist (wenn sie nicht ohnehin verpflichtend ist).
Wieso gehst du automatisch davon aus, dass das ein einmaliges Erlebnis war? Ich bin regelmäßig in unseren Nachbarstaaten und darüber hinaus mit dem Zug unterwegs und betreffend Polen ist das die Beobachtung, die ich bis dato machen konnte. Es gibt natürlich auch dort stark nachgefragte Relationen und schwächere, jedoch ist das Angebot dünner als z. B. in Tschechien, was daran liegt, dass Polen ein im EU-Vergleich armes Land ist, dass erst langsam (und dank EU-Geldern) einen signifikanten Aufschwung am Bahnsektor erlebt. Dass es leichter ist, drei Regionalzüge zu füllen als fünf im selben Zeitraum und auf derselben Strecke, ist trivial.

Also führen deiner Ansicht nach Fehler in der Verkehrsplanung zu Fahren auf Verschleiß, Langsamfahrstellen, Schienenbrüchen, fahrenden verdreckten Rostschüsseln und Personalmangel?
Wenn soviel Geld in sündteuren U-Bahn-Ausbau gepumpt wird, dass am Ende fast nichts mehr übrig ist, um die von dir genannten Probleme zu beheben, dann kann man durchaus auch der Verkehrsplanung die Schuld geben, allerdings nicht alleine ihr.
Fehler in der Verkehrsplanung führen genauso zu Überlastung, was folglich in kurzzeitigem Chaos endet, wenn mal ein Hauptverkehrweg ausfällt, für den es keine unmittelbaren Alternativen gibt, siehe U1. Das wiederum fördert Unzufriedenheit, weil dann "auf die Öffis kein Verlass" ist.
Das, was du anführst, ist hauptsächlich dem fehlenden Geld und leider auch dem mangelnden Willen zu verdanken, ordentlich und kundenorientiert arbeiten zu wollen. Es wird aktuell jedenfalls zu viel gespart und "drauf gepfiffen", da sind wir wohl einer Meinung.

WVB

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Re: Lobauautobahn (war: Verlängerung Linie 25 Seestadt)
« Antwort #16 am: 26. Dezember 2019, 14:27:00 »
Klar, denn das wäre ein wichtiger und notwendiger Fortschritt für unsere Gesellschaft.
So wichtig kann der gar nicht sein wenn nur 1,10% (1,10% zu viel) der Wahlberechtigten das Volksbegehren unterstützt haben.  :fp:

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Re: Lobauautobahn (war: Verlängerung Linie 25 Seestadt)
« Antwort #17 am: 26. Dezember 2019, 21:26:34 »
Oder auch der Tatsache, dass Taxifahren nun mal ein Beruf ist, der - abgesehen vom Führerschein - keine größere Qualifikation verlangt.

Doch - den Taxischein (Taxiprüfung).
Ceterum censeo autocineta omnibus delenda esse!

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Re: Lobauautobahn (war: Verlängerung Linie 25 Seestadt)
« Antwort #18 am: 27. Dezember 2019, 07:05:04 »
Oder auch der Tatsache, dass Taxifahren nun mal ein Beruf ist, der - abgesehen vom Führerschein - keine größere Qualifikation verlangt.
Doch - den Taxischein (Taxiprüfung).
ISt dazu heute noch wirklich präzise Straßenkenntnis notwendig? Heute reicht doch ein Navi aus ...

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Re: Lobauautobahn (war: Verlängerung Linie 25 Seestadt)
« Antwort #19 am: 27. Dezember 2019, 09:29:35 »
Oder auch der Tatsache, dass Taxifahren nun mal ein Beruf ist, der - abgesehen vom Führerschein - keine größere Qualifikation verlangt.
Doch - den Taxischein (Taxiprüfung).
ISt dazu heute noch wirklich präzise Straßenkenntnis notwendig?

Bei der Prüfung schon, nachher natürlich nicht mehr.

Schon mal daran gedacht, dass nicht jeder, der pendelt, in einem Einfamilienhaus mit Garten wohnt, sondern vielleicht in einer stinknormalen Wohnung? Nicht jeder kann sich einen Umzug nach Wien leisten, näher am Arbeitsplatz wohnen oder "halt in anderen Bereichen Abstriche machen", so einfach funktioniert das nicht.

Nicht jeder, aber viele. Nimm an, ein Drittel könnte auch in Wien wohnen, tut das aber aus Bequemlichkeit nicht, weil man fürs Pendeln Geld bekommt und das Autofahren in Wien und seinem Umland so bequem ist. Wenn man nun ein Drittel der Pendler wegrechnet, sind schon fast alle mit dem Pendler(un)wesen zusammenhängenden Verkehrsprobleme gelöst.

Ich war selber jahrelang Pendler. Das war nur erträglich, weil es mit dem Auto sehr bequem zu erledigen war. Mit dem ÖV (obwohl auch Direktverbindung!) hätte ich mir sprichwörtlich die Kugel gegeben.

Es hat auch nicht jeder Schüler in seinem Heimatort eine HTL oder ein Gymnasium. Soll er deshalb darauf verzichten müssen?

Es muss nicht jeder Schüler die Oberstufe besuchen und nachher studieren. Außerhalb Wiens sind die Hauptschulen keinesfalls so katastrophal, dass man ihnen um Gott und die Welt ausweichen muss.

Klar, denn das wäre ein wichtiger und notwendiger Fortschritt für unsere Gesellschaft. Ergo bist du dagegen.

::) Beschäftige dich einmal ernsthaft mit dem Thema. In diesem Thread ist nicht der richtige Ort, sich über derartige Theorien auszubreiten. Nur so viel: Wenn es funktionieren würde, warum gibt's es dann noch nicht?

Mobilität hat heute eben einen anderen Stellenwert als damals
Überleg einmal, ob das unterm Strich auch wirklich erstrebenswert war.

und auch die Infrastruktur ist eine andere als noch vor Jahrzehnten, entsprechend günstig(er) reist man heutzutage.

... allerdings auf Kosten der Allgemeinheit (abgegolten) und auf Kosten der Umwelt (nicht abgegolten).

Wieso gehst du automatisch davon aus, dass das ein einmaliges Erlebnis war?

Weil du es so geschrieben hast.

Ich bin regelmäßig in unseren Nachbarstaaten und darüber hinaus mit dem Zug unterwegs und betreffend Polen ist das die Beobachtung, die ich bis dato machen konnte. Es gibt natürlich auch dort stark nachgefragte Relationen und schwächere, jedoch ist das Angebot dünner als z. B. in Tschechien, was daran liegt, dass Polen ein im EU-Vergleich armes Land ist, dass erst langsam (und dank EU-Geldern) einen signifikanten Aufschwung am Bahnsektor erlebt.

Ich würde nicht sagen, dass das Angebot in Polen aus Nutzersicht dünner ist (auch wenn weniger Züge pro Zeiteinheit und Relation fahren), sondern es entspricht dem Bedarf. Die Bahn hinkt ein wenig hinterher, weil es noch vieles aus dem real existierenden Erbe aufzuarbeiten gilt, da sind andere Oststaaten schon weiter.

Wenn soviel Geld in sündteuren U-Bahn-Ausbau gepumpt wird, dass am Ende fast nichts mehr übrig ist, um die von dir genannten Probleme zu beheben, dann kann man durchaus auch der Verkehrsplanung die Schuld geben, allerdings nicht alleine ihr.

Ich behaupte, dass der U-Bahn-Ausbau zumindest des letzten Jahrzehnts mit Verkehrsplanung nicht das Geringste zu tun hat, sondern auf astreinen politischen Entscheidungen beruht hat. Aus verkehrsplanerischer Sicht hätte nach der U3 nach Simmering Schluss sein müssen. Aber man braucht (bis heute ... und heute mehr denn je!) die Neubaumilliarden, um überhaupt einmal den Bestand zu finanzieren. Irgendwann wird dieses Pyramidenspiel zusammenbrechen und dann landen wir dort, wo sich das Ruhrgebiet schon jetzt befindet. Die haben nämlich keine Ahnung mehr, wie sie den Unterhalt und die Sanierung ihrer zig sinnlos vergrabenen Ustrab-Kilometer überhaupt noch derstemmen sollen.

Falsche verkehrliche Entscheidungen des letzten halben Jahrhunderts sind zu einem großen Teil (mit)verantwortlich an fast allen zivilgesellschaftlichen Problemen, mit denen wir uns herumschlagen müssen.
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Re: Lobauautobahn (war: Verlängerung Linie 25 Seestadt)
« Antwort #20 am: 27. Dezember 2019, 09:43:32 »
Und auch wenn ihr meint, dass die Lobauautobahn verhindert gehört. Wo soll dann die Ostumfahrung von Wien gebaut werden? Denn eines sollte den ganzen Autobahngegner auch klar sein. Ohne einer hochrangigen Umfahrungsstraße die die A4 mit der A5 verbindet wird man nie den Transitverkehr aus Wien verbannen können. Derzeit haben die LKW in der Nord/Süd, bzw Nord/Ost Ausrichtung Wien umfahren wollen, keine Alternative.

Du vergisst, dass es bereits eine Ostumfahrung von Wien gibt. Diese verläuft von Mosonmagyaróvár über Bratislava nach Brünn  :lamp:
Wenn es tatsächlich um großräumigen Transitverkehr geht, gibt es zahlreiche günstige Autobahnverbindungen an Wien vorbei. Budapest-Berlin über Bratislava/Brünn; Warschau-Mailand über Prag und München; Warschau-Sarajevo über Budapest...

Man soll einfach das Lobautunnel als das darstellen, was es wirklich ist. Eine Straßenverbindung vorwiegend für den regionalen Verkehr. Eine hochleistungsfähige Straßenverbindung vom Weinviertel ins südliche Wiener Umland, bzw. polemisch gesprochen ein Expresszubringer für die Groß-Enzersdorfer zum Flughafen und zum Zentralfriedhof. Also soll man, wenn man der Meinung ist, dass dieses Tunnel gebraucht wird, es von mir aus bauen. Aber man soll sich nicht auf den "Transitverkehr" ausreden.


Abfangen sollen sie die Niederösterreicher bei ihren Bahnhöfen. Nach Wien werden sie dann mit der Bahn gebracht. Und ja, solange man das Pendeln so einfach macht und noch dazu subventioniert, darf man sich nicht wundern, wenn man sich damit nur Probleme einfängt.
Insbesondere sei auf die spezielle Situation an der Marchegger Ostbahn hingewiesen: Mit dem REX bist du beispielsweise von Marchegg in knapp 30 Minuten in Aspern Nord. Mit dem Auto schaffst du das nie! Man hätte hier also das Potential für eine wirklich rasche und hochleistungsfähige Bahnverbindung, die auch von der Reisezeit her es mit dem Auto locker aufnehmen kann. Man müsste "nur" die Intervalle erhöhen. Aus meiner Sicht ergeben sich da naheliegende Varianten, wenn tatsächlich eines Tages die Strecke elektrifiziert und zweigleisig sein sollte:
Regionalexpresszüge Hauptbahnhof-Bratislava zusammenhängen mit den Regionalexpresszügen auf der Westbahn (umsteigefrei von beispielsweise St.Pölten nach Bratislava - warum nicht?).
Regionalzüge vom Hauptbahnhof nach Marchegg sollten durch die verlängerte S80 übernommen werden (umsteigefreie Verbindung vom Marchfeld in den Westen Wiens).
Ich sehe auch durchaus Potential, Bratislava mittels Fernzügen direkt an die Westbahn anzubinden (z.B. Railjet Bratislava-München). Derzeit sieht man in den REXen aus Bratislava auch oft Slowaken mit Schiausrüstung, die offensichtlich am Hauptbahnhof umsteigen, um ein Schigebiet zu erreichen).

Für mich ist es eigentlich ein Drama zu sehen, wie man den relativ unaufwändigen und günstigen Ausbau der Marchegger Ostbahn schon seit Jahren verzögert, hingegen aber mit einem riesigen Einsatz von Geld und Erdbewegungen Autobahnen baut bzw. bauen möchte. Bevor der Marchegger Ast ausgebaut wird, wird wahrscheinlich schon die Marchfeldschnellstraße fertig sein  :down:

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Re: Lobauautobahn (war: Verlängerung Linie 25 Seestadt)
« Antwort #21 am: 27. Dezember 2019, 09:56:22 »
Und auch wenn ihr meint, dass die Lobauautobahn verhindert gehört. Wo soll dann die Ostumfahrung von Wien gebaut werden? Denn eines sollte den ganzen Autobahngegner auch klar sein. Ohne einer hochrangigen Umfahrungsstraße die die A4 mit der A5 verbindet wird man nie den Transitverkehr aus Wien verbannen können. Derzeit haben die LKW in der Nord/Süd, bzw Nord/Ost Ausrichtung Wien umfahren wollen, keine Alternative.

Du vergisst, dass es bereits eine Ostumfahrung von Wien gibt. Diese verläuft von Mosonmagyaróvár über Bratislava nach Brünn  :lamp:
Wenn es tatsächlich um großräumigen Transitverkehr geht, gibt es zahlreiche günstige Autobahnverbindungen an Wien vorbei. Budapest-Berlin über Bratislava/Brünn; Warschau-Mailand über Prag und München; Warschau-Sarajevo über Budapest...


Das meinst du aber nicht ernsthaft. Denn ich glaube kaum, dass ein LKW-Fahrer der aus den Südosten von Wien kommt, über Bratislava fährt, nur dass er Wien ausweicht. Man braucht einfach zwischen Hainburg und der A23 noch eine Donauquerung. Alles andere ist für mich für eine Umfahrung von Wien Quatsch. Und wenn das so eine gute Alternative ist, dann frage ich mich noch immer, wieso so viele LKW die Verbindung A4/A23 benutzen?
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Re: Lobauautobahn (war: Verlängerung Linie 25 Seestadt)
« Antwort #22 am: 27. Dezember 2019, 10:27:10 »
Und wenn das so eine gute Alternative ist, dann frage ich mich noch immer, wieso so viele LKW die Verbindung A4/A23 benutzen?

Weil sie da ist. Und wenn es mit dem Lobautunnel noch eine weitere Möglichkeit gibt, werden es noch mehr werden. Und nicht weniger, das ist einer der größten Trugschlüsse, die allgemein verbreitet sind.
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Re: Lobauautobahn (war: Verlängerung Linie 25 Seestadt)
« Antwort #23 am: 27. Dezember 2019, 10:44:27 »
Und wenn das so eine gute Alternative ist, dann frage ich mich noch immer, wieso so viele LKW die Verbindung A4/A23 benutzen?

Weil sie da ist. Und wenn es mit dem Lobautunnel noch eine weitere Möglichkeit gibt, werden es noch mehr werden. Und nicht weniger, das ist einer der größten Trugschlüsse, die allgemein verbreitet sind.

Sicher werden es mehr. Das werden sie auch ohne dem Lobautunnel werden. Zumindest solange, solange nicht endlich die Eisenbahn EUROPAWEIT umdenkt und endlich wieder Gleisanschlüsse baut, anstatt einen nach dem anderen stilllegt. Und solange der Transport von kleinen Mengen über die Bahn ein vielfaches des LKW-Transportes dauert, wird man auch die Firmen kaum zum Umdenken bringen. Und weiters Problem sind diesbezüglich die ganzen Bürgeriniativen, die egal wo die Bahn eine neue Zentralverladestelle bauen wollen, dagegen Sturm laufen. Man braucht ja nur schauen, was für ein Aufstand war, wie man die Breitspurbahn bis ins Burgenland bauen wollte.

Diesbezüglich gehört die Bauordnung insofern entrümpelt, dass man nicht bei jeden einzelnen Gutachten Einsprüche legen kann. Bzw auch, dass der Bauwerber zu X Behörden laufen muss, und dann womöglich die ersten positiven Bescheide wieder ablaufen, weil sich die anderen Behörden so lange Zeit lassen.

Aber das alles hat eigentlich mit der Verlängerung der Linie 25 überhaupt nichts zu tun. Könnte man die Diskussion über das Lobautunnel eventuell abtrennen.
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Re: Lobauautobahn (war: Verlängerung Linie 25 Seestadt)
« Antwort #24 am: 27. Dezember 2019, 11:05:35 »
Sicher werden es mehr. Das werden sie auch ohne dem Lobautunnel werden.

Nein, das Straßennetz hat eine beschränkte Kapazität. Wenn man es nicht erweitert, kann es auch nicht mehr Verkehr aufnehmen, also ist irgendwann eine Grenze erreicht.

Zumindest solange, solange nicht endlich die Eisenbahn EUROPAWEIT umdenkt und endlich wieder Gleisanschlüsse baut, anstatt einen nach dem anderen stilllegt. Und solange der Transport von kleinen Mengen über die Bahn ein vielfaches des LKW-Transportes dauert, wird man auch die Firmen kaum zum Umdenken bringen.

Die Eisenbahn tut in der Regel das, was man bei ihr bestellt, die kann also am wenigsten dafür, dass sie nicht nachgefragt wird. Es sind die überbordenden Subventionen des motorisierten Verkehrs, die der Eisenbahn zusetzen. Aber es ist bekanntermaßen politisch nicht erwünscht, dass hier die Stellschrauben entsprechend justiert werden. Diesel teurer machen, Maut (vor allem für Dreckschleudern) erhöhen ... und schon ist die Eisenbahn eine konkurrenzfähige Alternative.

Und weiters Problem sind diesbezüglich die ganzen Bürgeriniativen, die egal wo die Bahn eine neue Zentralverladestelle bauen wollen, dagegen Sturm laufen. Man braucht ja nur schauen, was für ein Aufstand war, wie man die Breitspurbahn bis ins Burgenland bauen wollte.

Zu Recht, denn was soll man bei uns mit einer Breitspurbahn anfangen? Es gibt historisch etablierte Systemgrenzen mit funktionierenden Umspurbahnhöfen, die sollen dort bleiben, wo sie sind.

Diesbezüglich gehört die Bauordnung insofern entrümpelt, dass man nicht bei jeden einzelnen Gutachten Einsprüche legen kann. Bzw auch, dass der Bauwerber zu X Behörden laufen muss, und dann womöglich die ersten positiven Bescheide wieder ablaufen, weil sich die anderen Behörden so lange Zeit lassen.

Dass die Behörden so langsam sind, liegt daran, dass sich jeder 100x absichern will, bevor er eine Aussage tätigt, weil er sonst Angst vor einer Klage hat. Das widerstrebt mir auch. Aber leider wird sich genau aus diesem Grund auch nichts ändern, denn auch vor Änderungen hat man Angst, weil sich jemand durch Änderungen schlechter gestellt fühlen könnte und dann die Gerichte bemüht.
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Re: Lobauautobahn (war: Verlängerung Linie 25 Seestadt)
« Antwort #25 am: 27. Dezember 2019, 11:22:09 »
Sicher werden es mehr. Das werden sie auch ohne dem Lobautunnel werden.

Nein, das Straßennetz hat eine beschränkte Kapazität. Wenn man es nicht erweitert, kann es auch nicht mehr Verkehr aufnehmen, also ist irgendwann eine Grenze erreicht.
Nur bis das der Fall ist, wird der Verkehr nochmals um 100% zunehmen. Und wieso sollen die Wiener unter dem immer mehr zunehmenden Transitverkehr leiden. Es wird Zeit, dass auch dieser aus Wien verbannt wird. Denn ist der Autobahnring um Wien einmal geschlossen, kann man auch über ein Transitverbot innerhalb von Wien nachdenken.

Zumindest solange, solange nicht endlich die Eisenbahn EUROPAWEIT umdenkt und endlich wieder Gleisanschlüsse baut, anstatt einen nach dem anderen stilllegt. Und solange der Transport von kleinen Mengen über die Bahn ein vielfaches des LKW-Transportes dauert, wird man auch die Firmen kaum zum Umdenken bringen.

Die Eisenbahn tut in der Regel das, was man bei ihr bestellt, die kann also am wenigsten dafür, dass sie nicht nachgefragt wird. Es sind die überbordenden Subventionen des motorisierten Verkehrs, die der Eisenbahn zusetzen. Aber es ist bekanntermaßen politisch nicht erwünscht, dass hier die Stellschrauben entsprechend justiert werden. Diesel teurer machen, Maut (vor allem für Dreckschleudern) erhöhen ... und schon ist die Eisenbahn eine konkurrenzfähige Alternative.
Dann frage ich mich aber, wieso man dies von den WL foordert, dass sie wo ein Angebot anbieten soll, wo es keine wirkliche Nachfrage gibt (Umbau Autobus auf Straßenbahn)

Und weiters Problem sind diesbezüglich die ganzen Bürgeriniativen, die egal wo die Bahn eine neue Zentralverladestelle bauen wollen, dagegen Sturm laufen. Man braucht ja nur schauen, was für ein Aufstand war, wie man die Breitspurbahn bis ins Burgenland bauen wollte.

Zu Recht, denn was soll man bei uns mit einer Breitspurbahn anfangen? Es gibt historisch etablierte Systemgrenzen mit funktionierenden Umspurbahnhöfen, die sollen dort bleiben, wo sie sind.
Und dadurch aber auch die Zeit für die Fracht womöglich um etliche Stunden, wenn nicht Tage zu verlängern. Und man könnte ja auch die Strecken dann als 3-Schienengleise ausführen, so dass man die Strecken sowohl mit Breit-, als auch mit Normalspur betreiben kann. Aber es ist ja egal, auch wenn man wo einen Umschlageplatz für die Normalspur bauen will, gibt es massiven Widerstand von den Umweltorganisationen. Und auch wenn man die Strecken modernisieren und beschleunigen will, dauert es Jahrzehntelang, man braucht sich ja nur die Güterzugumfahrung auf der Westbahn.

Ein jeder schreit, da gehört etwas geändert, aber wenn dann der verkehrsunternehmer etwas anbietet, dann laufen alle Sturm dagegen.

Diesbezüglich gehört die Bauordnung insofern entrümpelt, dass man nicht bei jeden einzelnen Gutachten Einsprüche legen kann. Bzw auch, dass der Bauwerber zu X Behörden laufen muss, und dann womöglich die ersten positiven Bescheide wieder ablaufen, weil sich die anderen Behörden so lange Zeit lassen.

Dass die Behörden so langsam sind, liegt daran, dass sich jeder 100x absichern will, bevor er eine Aussage tätigt, weil er sonst Angst vor einer Klage hat. Das widerstrebt mir auch. Aber leider wird sich genau aus diesem Grund auch nichts ändern, denn auch vor Änderungen hat man Angst, weil sich jemand durch Änderungen schlechter gestellt fühlen könnte und dann die Gerichte bemüht.

Und auch das gehört endlich entrümpelt. Man braucht ja nur schauen, was in letzter Zeit bei öffentlichen Ausschreibungen gemacht wird. Bei jeder 2. Ausschreibung klagt dann die unterlegene Firma. Auch wenn diese zu 99% nicht durchkommt, aber geklagt wird trotzdem.
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Re: Lobauautobahn (war: Verlängerung Linie 25 Seestadt)
« Antwort #26 am: 27. Dezember 2019, 11:33:29 »
Nur bis das der Fall ist, wird der Verkehr nochmals um 100% zunehmen. Und wieso sollen die Wiener unter dem immer mehr zunehmenden Transitverkehr leiden. Es wird Zeit, dass auch dieser aus Wien verbannt wird. Denn ist der Autobahnring um Wien einmal geschlossen, kann man auch über ein Transitverbot innerhalb von Wien nachdenken.

Deshalb sollte man unbedingt den Bau der Ostumfahrung Wiens mit dem Abriss der Südosttangente verknüpfen. Und einfach eine Donaubrücke statt eines unnötigen und sauteuren Tunnels bauen. Die Güterzugumfahrungsstrecke kann man gleich parallel bauen.

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Re: Lobauautobahn (war: Verlängerung Linie 25 Seestadt)
« Antwort #27 am: 27. Dezember 2019, 11:42:44 »
Nur bis das der Fall ist, wird der Verkehr nochmals um 100% zunehmen. Und wieso sollen die Wiener unter dem immer mehr zunehmenden Transitverkehr leiden. Es wird Zeit, dass auch dieser aus Wien verbannt wird. Denn ist der Autobahnring um Wien einmal geschlossen, kann man auch über ein Transitverbot innerhalb von Wien nachdenken.

Deshalb sollte man unbedingt den Bau der Ostumfahrung Wiens mit dem Abriss der Südosttangente verknüpfen. Und einfach eine Donaubrücke statt eines unnötigen und sauteuren Tunnels bauen. Die Güterzugumfahrungsstrecke kann man gleich parallel bauen.

Sorry, aber gegen welchen Türstock bist du gelaufen. Oder funktioniert mein Ironiededektor nicht. Nur weil man eine Ostumfahrung baut, kannst du die tangente nicht abreissen. Du kannst sie eventuell wieder etwas zurückbauen. Sprich durchgehend nur mehr 2 Spuren. Das lies ich mir noch einreden. Aber die Tangente hat noch andere Aufgaben, als nur den Transitverkehr durch Wien zu schleusen. Da hätte man u.A. auch die S1 größer bauen müssen.

Und man wollte ursprümglich auch eine Brücke bauen, nur das wurde von den Umweltschützer als erster abgelehnt. Dieser Entwurf ist auch schon über 20 Jahre her. Daher hat man sich dann für ein Tunnel entschieden.
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Re: Lobauautobahn (war: Verlängerung Linie 25 Seestadt)
« Antwort #28 am: 27. Dezember 2019, 11:44:31 »
Deshalb sollte man unbedingt den Bau der Ostumfahrung Wiens mit dem Abriss der Südosttangente verknüpfen.
Ich halte das für irgendwie nicht realistisch. Und auch nicht sinnvoll.

Transitverbot ja - lässt sich ja über die elektronischen Mautstellen lückenlos kontrollieren.

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Re: Lobauautobahn (war: Verlängerung Linie 25 Seestadt)
« Antwort #29 am: 27. Dezember 2019, 11:50:20 »
Nur bis das der Fall ist, wird der Verkehr nochmals um 100% zunehmen.

Geht gar nicht, dafür ist keine Kapazität vorhanden.

Und wieso sollen die Wiener unter dem immer mehr zunehmenden Transitverkehr leiden. Es wird Zeit, dass auch dieser aus Wien verbannt wird.

Genau, also weg mit der Südosttangente und her mit der Citymaut.

Denn ist der Autobahnring um Wien einmal geschlossen, kann man auch über ein Transitverbot innerhalb von Wien nachdenken.

Es geht auch ohne Autobahnring, man muss nur schlicht und einfach wollen. Leider sind Öl- und Frächterlobby zu stark in die Politik hineinvernetzt, sodass ein solches Wollen innerhalb der nächsten Jahrzehnte nicht zu erwarten sein wird.

Dann frage ich mich aber, wieso man dies von den WL foordert, dass sie wo ein Angebot anbieten soll, wo es keine wirkliche Nachfrage gibt (Umbau Autobus auf Straßenbahn)

Ein 11A/B, ein 26A, ein 48A, ein 74A, ein 5B sind nicht nachgefragt? ??? Die gehen über, es ist also sehr wohl mehr Nachfrage da, als das Angebot befriedigen kann. Und einen 95B auf Straßenbahn umzustellen, fordert ohnehin niemand. :D

Und dadurch aber auch die Zeit für die Fracht womöglich um etliche Stunden, wenn nicht Tage zu verlängern. Und man könnte ja auch die Strecken dann als 3-Schienengleise ausführen, so dass man die Strecken sowohl mit Breit-, als auch mit Normalspur betreiben kann. Aber es ist ja egal, auch wenn man wo einen Umschlageplatz für die Normalspur bauen will, gibt es massiven Widerstand von den Umweltorganisationen. Und auch wenn man die Strecken modernisieren und beschleunigen will, dauert es Jahrzehntelang, man braucht sich ja nur die Güterzugumfahrung auf der Westbahn.

Stunden-, tagelang? Du übertreibst. Es gibt vollautomatische Umspursysteme, die während der Fahrt arbeiten:
https://de.wikipedia.org/wiki/Umspurung_(Eisenbahnfahrzeug)#Umspurung_mit_belasteten_R%C3%A4dern

Klar, die Fracht wird dadurch vielleicht teurer, aber das muss einem der Geschwindigkeitszugewinn entweder wert sein oder man ist sich im Klaren darüber, dass manche Dinge zu einem gewissen Preis eben nicht schnell einmal um die halbe Welt geschickt werden können.
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