Autor Thema: Ist Niederflurtechnik und Straßenbahngleisbau noch beherrschbar?  (Gelesen 17780 mal)

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Klingelfee

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Re: Ist Niederflurtechnik und Straßenbahngleisbau noch beherrschbar?
« Antwort #60 am: 14. Januar 2021, 10:12:24 »
Was die bedingte Bevorrangung auf der Brünner Straße für den MIV auch bedeutet habe ich unlängst selbst mitbekommen. So hat zum Beispiel die Straßenbahn 4 mal frei bekommen, bis die Liniksabbiegerphase von der Brünner Straße in die Katsushikastraße frei bekommen.

Ja die Schaltung dort ist lustig. Nach jeder anderen Phase bekommt die Brünner Straße grün. Somit hast nahezu null Wartezeit für die stadteinwärts fahrenden Garnituren. Und stadtauswärts die geringst mögliche, weil ja da die Station vor der Kreuzung ist. Blöd nur für die Fußgänger. Die bekommen nämlich nicht mit jeder Grünphase der Brünner Straße mit grün.

Das ist aber auch leicht erklärt. Denn da die vielen "Zwischenphasen" zu kurz sind, das ein Fußgänger im normalem Tempo von der einen auf die andere Seite kommt, bekommen sie eben bei diesen Phasen nicht frei.
Bitte meine Kommentare nicht immer als Ausrede für die WL ansehen

Schienenchaos

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Re: Ist Niederflurtechnik und Straßenbahngleisbau noch beherrschbar?
« Antwort #61 am: 14. Januar 2021, 17:02:21 »
Eine Kuppe gefolgt von einer Wanne oder umgekehrt sollte nicht das Problem sein. Die Probleme sehe ich, wenn zwei Wannen oder zwei Kuppen so knapp aufeinander folgen, dass der Abstand geringer als ein Modul ist.

Das geht wahrscheinlich Gleisbautechnisch gar nicht da man ja Radien zum einhalten hat. Und in San Francisco sind wir auch nicht, das wir hier so extreme Winkel hätten.
Ich denke dennoch, dass man solche Situationen am ehesten mit einem Multigelenkwagen meistern kann - ein 36m-Wagen als 8-Achser mit 3 Sänften und 4 Fahrwerksmodulen kann da mit seinen 6 Gelenken schon einiges Wegstecken. Dazu die Fahrwerke, die sich unabhängig vom Wagenkasten nochmals in alle Richtungen etwas drehen und neigen können...
Die D sind ja längemäßig eigenlich ziemlich an der oberen Grenze für 6x-Wagen.

Ich hab noch ein wenig recherchiert: die gängigen modernen Multigelenker schaffen üblicherweise einen Ausrundungsradius von min. 500m bei Kuppen und Wannen.

Bei den erwähnten 6 Gelenken eines 7teilers sind jedoch nur 2 in der Lage Quer- und Längsneigungen aufzunehmen (beim 5teiler ist es ein Gelenk, beim Flexity Wien das 2.)

KSW

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Re: Ist Niederflurtechnik und Straßenbahngleisbau noch beherrschbar?
« Antwort #62 am: 14. Januar 2021, 20:54:36 »
Das ist korrekt - lässt sich aber eben bei Bedarf auch abändern. Üblich sind Mindestradien im Bereich 16m, es gibt aber auch Wagen, die auf 12m oder gar 10m-Radien gebaut werden, hier werden eben die Gelenke etwas breiter, um die Wagenkasten etwas weiter zueinander einknicken lassen zu können.
Selbiges ginge bei den Kuppen/Wannen auch, zur Not auch mit mehreren horizontal beweglichen Gelenken, bloß ist es im Regelfall eben nicht nötig (Ok, ein Wagen für Lissabon wäre da vielleicht ein Kandidat).

https://gvb1.de.tl/Archiv.htm Ich bitte das unschöne Fahrzeug zu verzeihen, aber man sieht am 2. Bild schon, dass auch so recht viel an horizontaler Beweglichkeit da ist (die Rampe endet linear, ohne Ausrundung, sprich alleine die Fahrwerke und das eine Gelenk gleichen die Neigung aus).
Die Wagenteile wären hier etwa 12m zu 15m verteilt, wobei die eigentlichen Drehpunkte (Gelenk bzw. 1. und letztes Fahrwerk) bei etwa 7,5m zu 10,5m. Das sind dann schon Bereiche, wo es auch DÜWAG-Wagen mit ähnlichen Parametern gegeben hat, deren Gelenke aber nicht so große Beweglichkeit zugelassen haben.
Und wenn jetzt z.B. an den mittleren Fahrwerkscontainern noch beide Gelenke nickfähig wären....


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Re: Ist Niederflurtechnik und Straßenbahngleisbau noch beherrschbar?
« Antwort #64 am: 13. März 2021, 18:58:07 »
Bei mir funktioniert der Link leider nicht  :'(

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Re: Ist Niederflurtechnik und Straßenbahngleisbau noch beherrschbar?
« Antwort #65 am: 13. März 2021, 19:49:29 »
Bei mir funktioniert der Link leider nicht  :'(

Das Repository der TU dürfte momentan nicht funktionieren.
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