Autor Thema: „Signal 5d“ als Ausdruck im Rahmen  (Gelesen 901 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

reredol

  • Fahrgast
  • *
  • Beiträge: 53
„Signal 5d“ als Ausdruck im Rahmen
« am: 12. Januar 2026, 08:41:15 »
Dachbodenfund aus den 80igern

Preis VB


U4

  • Obermeister
  • *
  • Beiträge: 3433
Re: „Signal 5d“ als Ausdruck im Rahmen
« Antwort #1 am: 12. Januar 2026, 09:30:27 »
Interessant die Wortwahl "Sandelstrecke"  :)
🥒 Haltestelle NEU -  die schlechteste Version seit Beginn der Haltestellen, "Stangln" die fast nicht zu erkennen sind im Bild der Stadt

benkda01

  • Verkehrsführer
  • *
  • Beiträge: 2746
Re: „Signal 5d“ als Ausdruck im Rahmen
« Antwort #2 am: Gestern um 12:39:43 »
Interessant die Wortwahl "Sandelstrecke"  :)
Das Wort "sandeln" war früher durchaus offiziell üblich. Später wurde der Name des Signals in "Brems- und Sandstreustrecke" geändert.

Der Einbügler

  • Schaffner
  • **
  • Beiträge: 145
Re: „Signal 5d“ als Ausdruck im Rahmen
« Antwort #3 am: Gestern um 18:22:03 »
Bitte um Aufklärung, für was man eine besonders ausgewiesene "Brems- und Sandstrecke" benötigt, diese Begriffe bzw. Betriebsumstände sind mir völlig unbekannt.

MK

  • RBL-Disponent
  • ***
  • Beiträge: 1737
Re: „Signal 5d“ als Ausdruck im Rahmen
« Antwort #4 am: Gestern um 18:30:03 »
Eine Strecke, bei der die elektrische Bremse dauerhaft aktiv bleiben und Sand gestreut werden muss. Außerdem muss die angegebene Höchstgeschwindigkeit eingehalten werden.

Es gibt auch das Signal 5c (keine Höchstgeschwindigkeit angegeben = früher 18, später 20 km/h Höchstgeschwindigkeit) und die Signale 5a und 5b (nur Bremsstrecke ohne Sandstreupflicht, 5a ohne, 5b mit angegebener Höchstgeschwindigkeit). 5a und 5b haben den schwarzen diagonalen Strich nicht, 5a und 5c die angehängte Geschwindigkeitstafel nicht.
Wanderer, kommst du nach Liechtenstein,
tritt nicht daneben, tritt mitten rein!

Halbstarker

  • Verkehrsführer
  • *
  • Beiträge: 2456
  • The Streetcar strikes back!
Re: „Signal 5d“ als Ausdruck im Rahmen
« Antwort #5 am: Gestern um 18:43:53 »
Das alles gab es natürlich nur auf Gefällestrecken.  ;D
Ceterum censeo autocineta omnibus delenda esse!

reredol

  • Fahrgast
  • *
  • Beiträge: 53
Re: „Signal 5d“ als Ausdruck im Rahmen
« Antwort #6 am: Gestern um 19:49:24 »
auch schon wieder weg, danke an den Käufer

Und danke für die Erklärung

Der Einbügler

  • Schaffner
  • **
  • Beiträge: 145
Re: „Signal 5d“ als Ausdruck im Rahmen
« Antwort #7 am: Gestern um 21:32:00 »
Okay, Danke.
Ist/war das eine Wiener Spezialität, oder gab es sowas noch woanders?
Eine Strecke permanent mit Sand zuzuschütten, womöglich noch mit Rillengleis,  stelle ich mir eher kontraproduktiv vor.

MK

  • RBL-Disponent
  • ***
  • Beiträge: 1737
Re: „Signal 5d“ als Ausdruck im Rahmen
« Antwort #8 am: Gestern um 21:33:22 »
Eine Strecke permanent mit Sand zuzuschütten, womöglich noch mit Rillengleis,  stelle ich mir eher kontraproduktiv vor.

Die Sandstreupflicht gilt nur, wenn noch kein Sand liegt.
Wanderer, kommst du nach Liechtenstein,
tritt nicht daneben, tritt mitten rein!

hema

  • Geschäftsführer
  • *
  • Beiträge: 16518
Re: „Signal 5d“ als Ausdruck im Rahmen
« Antwort #9 am: Gestern um 22:19:20 »
Das alles gab es natürlich nur auf Gefällestrecken.  ;D
Nachdem in der Güpferlingstraße das Bergab-Gleis entfernt wurde, blieben die Signale noch jahrelang hängen. Und das Schulbüro behauptete allen Ernstes, das sei Absicht, weil man ja auch bergauf Sand streuen sollte!   ;D

Eine Strecke, bei der die elektrische Bremse dauerhaft aktiv bleiben und Sand gestreut werden muss. Außerdem muss die angegebene Höchstgeschwindigkeit eingehalten werden.
Ein Zug streute vom ersten zum zweiten und vom dritten zum vierten Querdraht usw.., der nächste vom zweiten zum dritten und vom vierten zum fünften usw.

Ein "Problem" entstand mit den E, weil man zum Wegfahren kurz auf die erste Fahrstufe schalten musste, was ja verboten war. Anders löste aber die Haltebremse nicht! Erst bei den E1 wurde das Problem gelöst.
Niemand ist gezwungen meine Meinung zu teilen!

Oskar

  • Fahrer
  • ***
  • Beiträge: 374
Re: „Signal 5d“ als Ausdruck im Rahmen
« Antwort #10 am: Heute um 13:48:35 »
Ein "Problem" entstand mit den E, weil man zum Wegfahren kurz auf die erste Fahrstufe schalten musste, was ja verboten war. Anders löste aber die Haltebremse nicht! Erst bei den E1 E1 wurde das Problem gelöst.

Aha, und wie...?

Oskar

  • Fahrer
  • ***
  • Beiträge: 374
Re: „Signal 5d“ als Ausdruck im Rahmen
« Antwort #11 am: Heute um 13:50:23 »
Eine Strecke permanent mit Sand zuzuschütten, womöglich noch mit Rillengleis,  stelle ich mir eher kontraproduktiv vor.

Die Sandstreupflicht gilt nur, wenn noch kein Sand liegt.

Wobei die Reibung bereits nach jenem Wagen, der Sand streut, stark abnimmt!

MK

  • RBL-Disponent
  • ***
  • Beiträge: 1737
Re: „Signal 5d“ als Ausdruck im Rahmen
« Antwort #12 am: Heute um 15:11:56 »
Aha, und wie...?

Beim E1 ist die untere Taste links neben dem Steuerhebel eine Bremslösetaste - ich war nur der Meinung, die gibt es beim E auch.
Wanderer, kommst du nach Liechtenstein,
tritt nicht daneben, tritt mitten rein!

31/5

  • Expeditor
  • **
  • Beiträge: 1313
Re: „Signal 5d“ als Ausdruck im Rahmen
« Antwort #13 am: Heute um 16:44:02 »
Aha, und wie...?

Beim E1 ist die untere Taste links neben dem Steuerhebel eine Bremslösetaste - ich war nur der Meinung, die gibt es beim E auch.

Dir ist die Funktion der Bremslösetaste anscheinend völlig unklar.

Diese gab es natürlich auch beim E und diente zur Verringerung der Bremskraft während der Fahrt. Bei jedem Drücken der Bremslösetaste verringerte sich die Bremskraft um eine Bremsstufe.

Die Bremslösetaste hatte hingegen keinerlei Auswirkung auf die Haltebremse, die sich sowohl beim E als auch beim E1 mit dem Einschalten der ersten Fahrstufe beim Anfahren selbsttätig löste.

Oskar

  • Fahrer
  • ***
  • Beiträge: 374
Re: „Signal 5d“ als Ausdruck im Rahmen
« Antwort #14 am: Heute um 16:59:51 »
Aha, und wie...?

Beim E1 ist die untere Taste links neben dem Steuerhebel eine Bremslösetaste - ich war nur der Meinung, die gibt es beim E auch.

Ach Gott :fp:...

Alsdann, da werden sie geholfen (© Verona Feldbusch), etwas ausführlicher als oben: Mit der Geamatic lassen sich die Bremsstufen zwar Stufe für Stufe zuschalten - jedoch nicht auf die gleiche Weise wieder (in Richtung Null) retour, sondern nur abrupt auf Null, wenn sich zb ein Hindernis im Fahrweg entfernt oder ein Signal von Halt auf Frei geht. Um den damit verbundenen unangenehmen Ruck zu vermeiden bzw abzumildern, hat man zwei Möglichkeiten: Entweder die Bremsstufe "auswirken lassen", d.h. warten, bis die Verzögerung deutlich abnimmt, und dann erst auf Null - oder mittels der Bremslösetaste um eine (bei manchen Wagen auch zwei = zweimal betätigen) Stufe(n) zurückschalten.

Bei den Vorkriegswagen mit Schleifringfahrschaltern musste man die Bremsstufe auswirken lassen. Ein zu frühes Abschalten oder Zurücknehmen um eine Stufe bei noch starker Bremskraft würde wegen des dann hohen Bremsstromes einen Lichtbogen und in Folge Ablagerungen an den Kontakten des Fahrschalters ("verkohlen") nach sich ziehen, ebenso wie ungenaues Schalten generell! Zur Zeit der Schleifring-M, K, etc. wurden daher nach dem Einziehen die Fahrschalter mitunter vom Werkstattpersonal geöffnet und die Kontakte gereingt bzw von Ablagerungen befreit. Bei den betreffenden Typen der Museumsvereine wird das sehr wahrscheinlich auch heute noch so gehandhabt - zumindest ab und zu...

Kurzfassung: Die Bremslösetaste des E1 löst die "Bremse" nicht, sondern vermindert die Bremswirkung.

Um die Haltebremse zu lösen, ist jedenfalls ein kurzes Einschalten der 1. Fahrstufe erforderlich (E1)

Eine "Bremslösetaste" im wörtlichen Sinn - die eigentliche Bezeichnung ist "Drehschalter Federspeicher" - gibt es bei ULF und D, um die Federspeicherbremse zu lösen, ohne den Fahrhebel aus der Nullstellung bewegen zu müssen. Einen Hebel mit der selben Funktion gibt es beim E2. Der Schalter bzw Hebel muss dabei jedoch in der "Lösen"-Stellung gehalten werden. Diese Vorgangsweise kann notwendig sein, wenn der Wagen bei einer Störung des Antriebes abgeschleppt oder vom Folgezug weggeschoben werden soll (zb um eine Kreuzung frei zu machen).