Autor Thema: [FR] Brest, oder: Haltestellendiskussionen anderswo  (Gelesen 1991 mal)

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T1

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[FR] Brest, oder: Haltestellendiskussionen anderswo
« am: 10. Mai 2011, 19:00:13 »
Tja, in Frankreich baut man eine Tramway eben mit den Bürgern. Das lässt sich sogar bei Details wie Haltestellennamen sehen, über welche man in Brest abstimmen kann: http://stations.letram-brest.fr/ So schafft man nicht nur Identität, nein, man gewinnt auch die Bürger für das "gemeinsame" Projekt.

Und ansprechender als die Videos im WL-Youtube-Kanal ist das dazupassende Video auch: Tramway de Brest - Stations

Die Straßenbahn in Brest soll übrigens im Juni 2012 eröffnen. Die vorerst einzige, Y-förmige und 14 Kilometer lange Linie kostet inklusive Fahrzeuge, Remise und Gestaltung des Raumes entlang der Trasse 290 Millionen Euro (!). Die Bauarbeiten begannen im Juli 2009.

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Re: [FR] Brest, oder: Haltestellendiskussionen anderswo
« Antwort #1 am: 10. Mai 2011, 22:54:11 »
Meine Red'... Man muss die Menschen mitnehmen, übertragen und wörtlich. Identifikation mit der "eigenen" Tramway ist eines der Erfolgsrezepte in Frankreich.

http://www.tramway.at/brest/
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coolharry

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Re: [FR] Brest, oder: Haltestellendiskussionen anderswo
« Antwort #2 am: 11. Mai 2011, 09:18:40 »
Na in Österreich hättest ca. 10 Bürgerinitiativen, eine Volksbefragung und dann noch eine Wirtschaftsprüfung zu bestehen.
Selbst wenn das ganze dann durch ist kommt noch Umweltverunträglichkeitsprüfung, worauf die Kosten noch mehr steigen.
Dann wird halt gespart und gespart und gespart. Bis dann irgendwann das raus kommt was dann am 26er verbrochen wird. Viel Beton, viel Asphalt, jedem alles recht machen wollen und damit die eigentlichen Vorteile der Bahn gegenüber einem Bus zunichte machen.
Und damit man noch mehr Geld spart, wird halt nicht in eine kostspielige Werbekampagne investiert. Was ja ein riesen Fehler ist, da man mit guter Werbung so ziemlich alles Verkaufen kann.
Ein paar Werbefolder, an die betroffenen Haushalte verteilt, haben auch noch niemand umgebracht.


Tja Österreich. Man macht vieles nur zur Hälfte und dann noch Schlampig.
 
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Re: [FR] Brest, oder: Haltestellendiskussionen anderswo
« Antwort #3 am: 11. Mai 2011, 09:37:48 »
Na in Österreich hättest ca. 10 Bürgerinitiativen, eine Volksbefragung und dann noch eine Wirtschaftsprüfung zu bestehen.

Das gibts in Frankreich auch. Aber wenn man vorher die Zustimmung breiter Bevölkerungsgruppe einholt hat man dann viel mehr Legitimation, die Störenfriede in die Schranken zu verweisen. Wie ich schon anderswo schrub, Frankreich hat einfach eine bessere demokratische Tradition - und auch mehr Tradiition im Bereich Stadtplanung/Urbanistik. Schau dir mal das Video hier an: http://www.pavillon-arsenal.com/expositions/thema_modele.php?id_exposition=232 - das ist der Pariser "Karlsplatz", der gerade ebenso umgebaut wird wie unserer. Was wurde den Leuten hier bis jetzt präsentiert? Wir sind hier einfach tiefster Ostblock, was Architektur, Stadtgestaltung, aber auch Bürgerbeteiligung und Projektpräsentation betrifft!
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