Autor Thema: [USA] New York  (Gelesen 29576 mal)

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Laiseka

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[USA] New York
« am: 19. Januar 2014, 14:09:10 »
Regelmäßige Ausflüge in andere Städte zeigen, dass man (bei aller berechtigter Kritik am ÖV in Wien) sich glücklich über die Zustände in Wien schätzen darf.

New Yorker U-Bahn.
Positiv zu erwähnen ist, dass die Metro sehr gut die Randbezirke einbindet und die Streckenlänge zum Teil sehr lang ist. Selbstverständlich wird auch beim ÖV nicht auf die Darstellung des Nationalismus verzichtet.
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Die Bahnsteige sind extrem schmal, die Raumhöhen in den Stationen sehr niedrig. Die Stationen zum Teil in sehr schlechtem Zustand und extrem verdreckt, an manchen Stellen dringt Wasser ein. Die Zugänge sind völligst unterdimensioniert. Ein kurzer Rückblick auf die Geschichte der Metro in New York zeigt, dass deren Errichtung wohl hauptsächlich auf die Platzschaffung für den Autoverkehr zurückführend ist.  In jeder Station sieht man entlang des Gleiskörpers Ratten herumlaufen.
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Die Zugangssperren sind eines der größten Ärgernisse und meiner Meinung nach so ziemlich das geschäftsschädigendste Instrument für die Nutzung des ÖV. Jedes noch so kleine Geschäft versucht normalerweise Kundinnen und Kunden den Zugang zum Geschäft möglichst attraktiv zu gestalten. Außerdem sitzt dann erst recht wieder bei jeder Zugangssperre ein Angestellter von MTA (ebenso in Paris oder teilw. in Brüssel), die Kostenersparnis kann also nicht sehr hoch sein. Man sieht daher auch fast keine Menschen mit Behinderung oder Kinderwagen den ÖV nutzen.
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Sämtliche Hinweise sind zweisprachig ausgeführt. Die Warnhinweise sind amerikatypisch an jeder Ecke zu finden.
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Die Bedienung der Automaten erfreulich einfach. Eine MTA Karte wird gekauft und kann regelmäßig aufgeladen werden.
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Busverkehr in New York
Ein sehr dichtes Busnetz, mit allerdings wenig Busspuren durchzieht New York. Ein Haltestellenwunsch wird durch Ziehen an der gelben Schnur (am 2. Bild, ganz oben) bekanntgegeben.
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Grand Central Terminal New York
Der Grand Central Terminal in Manhattan ist ein großer Amtrak Bahnhof im Herzen New Yorks. Der Bahnhof ist sehr edel und wurde vor einigen Jahren renoviert. Vor einigen Jahrzehnten war dieser noch an ein dichtes Straßenbahnnetz angebunden.
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Riesiger Apple Store im Grand Central
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Militär zur Sicherung des Bahnhofs
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Radverkehr in New York
Der Radverkehr in New York wird derzeit schrittweise ausgebaut. Aus Gründen der Sicherheit wurden, wie auch in anderen Ländern (Brüssel, Copenhagen, Wien) die Radwege farblich markiert. Es gibt ein großes Radverleihsystem (recht teuer). Interessant ist, dass der Anteil des street parking - also die selbstverständlichste Art zu parken in Wien, zumindest in Manhattan nur sehr, sehr beschränkt möglich ist. Das Abstellen eines Autos in Parkgaragen kann teilw. sehr teuer werden (rd. 50 $ p. 24h) und ist teilw. nach Größe des Fahrzeuges (SUV, ...) gestaffelt.
Die Fläche des in den Medien oft erwähnten, autoverkehrsberuhigten Times Square ist übrigens sehr klein und entspricht gefühlsmäßig dem Abschnitt zwischen Neubaugasse und Webgasse.
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60er

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Re: [USA] New York
« Antwort #1 am: 19. Januar 2014, 14:49:48 »
Interessant ist, dass der Anteil des street parking - also die selbstverständlichste Art zu parken in Wien, zumindest in Manhattan nur sehr, sehr beschränkt möglich ist.
Das ist nicht nur in New York, sondern in fast allen amerikanischen Städten so! Straßenparkplätze gibt es nur sehr wenige und diese wenigen sind üblicherweise nur zum Kurzparken (max. für ein paar Stunden) gestattet und meist per Parkuhr zu bezahlen. Wer länger parken will, muss in ein kostenpflichtiges (und meist recht teures) Parkhaus. Wien ist für Autofahrer, was Gratisparken betrifft, ein Paradis dagegen.

Paulchen

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Re: [USA] New York
« Antwort #2 am: 19. Januar 2014, 16:00:45 »
Positiv zu erwähnen ist, dass die Metro sehr gut die Randbezirke einbindet und die Streckenlänge zum Teil sehr lang ist.
Die Idee mit den viergleisigen Strecken habe ich sehr interessant gefunden: Auf zwei Gleisen fahren "local services", die in jeder Haltestelle stehen bleiben, während auf den beiden anderen gleisen "express services" fahren, die weniger Aufenthalte haben und es den Fahrgästen daher ermöglichen, auch größere Distanzen verhältnismäßig schnell zurückzulegen.

Verwundert hat mich in New York City die Staten Island Ferry: Da gibt's im Land des Turbokapitalismus doch tatsächlich ein öffentliches Verkehrsmittel, das gratis benützt werden kann. Diese Fähre ist übrigens auch eine günstige Gelegenheit, wenn man sich die Skyline von Lower Manhattan oder die Freiheitsstatue von einem Schiff aus ansehen möchte. :)

haidi

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Re: [USA] New York
« Antwort #3 am: 19. Januar 2014, 16:28:28 »
Die Idee mit den viergleisigen Strecken habe ich sehr interessant gefunden: Auf zwei Gleisen fahren "local services", die in jeder Haltestelle stehen bleiben, während auf den beiden anderen gleisen "express services" fahren, die weniger Aufenthalte haben und es den Fahrgästen daher ermöglichen, auch größere Distanzen verhältnismäßig schnell zurückzulegen.

Pschttt - sonst kommens noch auf Ideen >:D
Alle sagten es geht nicht - dann kam einer, der das nicht wusste und probierte es - und es ging

martin8721

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Re: [USA] New York
« Antwort #4 am: 19. Januar 2014, 18:57:10 »
Regelmäßige Ausflüge in andere Städte zeigen, dass man (bei aller berechtigter Kritik am ÖV in Wien) sich glücklich über die Zustände in Wien schätzen darf.
In jeder Station sieht man entlang des Gleiskörpers Ratten herumlaufen.

Von den Ratten gibt's gar kein Bild?  8)
Danke jedenfalls für diesen sehr interessanten Bericht aus New York!   :up:

hiller_michael

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Re: [USA] New York
« Antwort #5 am: 19. Januar 2014, 23:46:00 »
Ja bin auch letzten Sommer neben einer Ratte in der Station der New Yorker U-Bahn gesessen. Dachte nur wie schnell meine Mutter davon gelaufen waere. Service ist dort gut, aber wie schon erwaehnt ist sehr schmutzig und speziell im Sommer sehr heiss. Zum Glueck gibt es AC in den Zuegen.
Warum kann Wien nicht Stadtbahn und U-Bahn haben?

13er

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Re: [USA] New York
« Antwort #6 am: 20. Januar 2014, 10:26:36 »
Erstaunlich, dass die Ratten die extreme Kältewelle der letzten Wochen überlebt haben.
Mit uns kommst du sicher... zu spät.

Laiseka

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Re: [USA] New York
« Antwort #7 am: 20. Januar 2014, 10:31:04 »
Die Metro liegt zwar meistens nicht so tief unter der Erde wie die Wiener U-Bahn, allerdings ist es dort bereits erstaunlich wärmer als in den (aufgrund der Hochhäuser) ständig im Schatten liegenden Straßen.

60er

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Re: [USA] New York
« Antwort #8 am: 20. Januar 2014, 10:41:03 »
Erstaunlich, dass die Ratten die extreme Kältewelle der letzten Wochen überlebt haben.
Ratten sind eine der widerstands- und anpassungsfähigsten Spezies auf Erden. Außerdem bleibt es in den U-Bahn-Tunneln und im Kanal immer warm, auch wenn draußen eine extreme Kältewelle herrscht.

W_E_St

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Re: [USA] New York
« Antwort #9 am: 20. Januar 2014, 20:24:04 »
Witzigerweise habe ich 2001 nicht eine einzige Ratte gesehen, und ich habe oft abends an irgendwelchen U-Bahn-Stationen gewartet. Mein Eindruck damals war gemischt, einige Stationen wurden gerade wunderschön originalgetreu hergerichtet, manche waren es schon, andere (De Kalb Avenue) waren gerade Großbaustellen. Die mittlerweile durch einen Neubau ersetzte Station Stilwell Avenue war recht heruntergekommen, aber trotzdem faszinierend. Ich muss einmal suchen, ein oder zwei U-Bahn-Fotos von dort sollte ich haben, leider hat mich das damals noch nicht so interessiert. In der U-Bahn waren Fotografen damals, ein halbes Jahr vor 9/11, noch relativ wurscht, nur am Flughafen war schon Fotografierverbot (wie mir eine zufällig herumstehende alte Schachtel nachdrücklich klarmachen wollte, dabei wollte ich nur die Überkopf-Uhren mit riesigem Rolex-Logo(!) fotografieren...). Offiziell ist mir auch da keiner aufs Dach gestiegen.

Dafür waren in der Schule Kopfbedeckungen streng verboten (Turbane und sonstige religiöse Objekte wohl ausgenommen) weil das könnten ja Gang-Erkennungszeichen sein. 10 Tage USA zum Abgewöhnen...
"Sollte dies jedoch der Parteilinie entsprechen, werden wir uns selbstverständlich bemühen, in Zukunft kleiner und viereckiger zu werden!"

(aus einer Beschwerde über viel zu weit und kurz geschnittene Pullover in "Good Bye Lenin")

Linie 41

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Re: [USA] New York
« Antwort #10 am: 20. Januar 2014, 20:46:30 »
(Turbane und sonstige religiöse Objekte wohl ausgenommen)
Ah klar... Das Religionsgesocks kriegt natürlich für alles eine Ausnahme. Wäre einmal an der Zeit alle Bürger gleich zu behandeln – in den USA wie hierzulande.
Ich verstehe das Konzept dahinter nicht und bin generell dagegen.

13er

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Re: [USA] New York
« Antwort #11 am: 20. Januar 2014, 21:38:42 »
In der U-Bahn waren Fotografen damals, ein halbes Jahr vor 9/11, noch relativ wurscht
Ist heute auch (wieder?) ganz offiziell laut Beförderungspolicy erlaubt, nur Stativ darf man keines verwenden.
Mit uns kommst du sicher... zu spät.

coolharry

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Re: [USA] New York
« Antwort #12 am: 21. Januar 2014, 08:12:01 »
Als ich den Thread über New York angeschaut habe, musste ich mir mal wieder das Buch ansehen, welches mir mein Bruder von seiner New York seiner mitgebracht hat.
Und hier eines der Bilder welches mir recht gut gefällt.
Hat was von Seestadt.
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Aber auch dieses Bild hat was.
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Das Buch heißt übrigens: "Subway Style 100Years of Architecture & Design in the New York Subway."

hema

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Re: [USA] New York
« Antwort #13 am: 23. Januar 2014, 15:12:24 »

Aber auch dieses Bild hat was.
Die hätten lieber die Stromleitungen eingraben sollen und die Öffis oben lassen!   ;)
Niemand ist gezwungen meine Meinung zu teilen!

W_E_St

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Re: [USA] New York
« Antwort #14 am: 23. Januar 2014, 15:42:15 »

Aber auch dieses Bild hat was.
Die hätten lieber die Stromleitungen eingraben sollen und die Öffis oben lassen!   ;)
In den Großstädten (innerstädtisch) haben sie eh beides vergraben ;)
In New York wirst du heute in Manhatten oder Brooklyn keine Freileitungen finden, ich kann bei Gelegenheit gerne Fotos von Straßenszenen suchen und scannen.
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