Autor Thema: Übergriffe auf Mitarbeiter  (Gelesen 93513 mal)

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13er

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Re: Übergriffe auf Mitarbeiter
« Antwort #45 am: 17. April 2014, 14:45:07 »
Blablabla:

Zitat
Bedauerlicherweise Einschränkungen für die Fahrgäste im Frühverkehr

Der Betriebsrat der Wiener Linien will am Mittwoch in der Früh Betriebsversammlungen abhalten, um auf die feigen Übergriffe auf Mitarbeiterinnen  und Mitarbeiter aufmerksam zu machen. Übergriffe, bei denen Menschen verletzt werden, sind ein ernstes Thema, über das man reden muss.

Uns allen ist klar, wie belastend es für einen Menschen ist, während seiner Arbeit, beschimpft, angespuckt, körperlich angegriffen oder im extremen Fall sogar verletzt zu werden. Und wenn der Betriebsrat den Unmut darüber zum Ausdruck zu bringen und die Bevölkerung auf dieses Thema aufmerksam machen will, ist das selbstverständlich nachvollziehbar. Schade ist nur, wenn genau jene Mensch darunter leiden müssen, die ohnedies überwiegend mit unseren Mitarbeiterinnen  und Mitarbeiter solidarisch sind: unsere Fahrgäste.

Für die Wiener Linien gilt: Jeder Angriff ist einer zu viel!

Sicherheit der Mitarbeiterinnen  und Mitarbeiter steht für unsere  Geschäftsführung an erster Stelle. Deswegen haben die Wiener Linien in den letzten Jahren auch viel getan, um die Sicherheit und den Schutz der Kolleginnen und Kollegen im Außendienst zu erhöhen: Deeskalationstraining für Fahrerinnen und Fahrer, Kontrollorgane und Stationswarte, Ausbau der Videoüberwachung, Intensivierung der Zusammenarbeit mit der Polizei, Einbau von Fahrerkabinen in der Straßenbahn und nun auch im neuen Mercedes-Bus sowie die Einrichtung des SOZIUS-Dienstes für Betroffene. Vieles von dem, was die Belegschaftsvertretung jetzt als Maßnahmen fordert, wird seit Jahren umgesetzt.

Weitere Maßnahmen sind geplant:

• Ausweitung Videoüberwachung: Weitere Investitionen in den Bereich Videoüberwachung. Wir werden 2014/2015 um 770.000 Euro 70 weitere (lange) ULFs mit Videoüberwachung ausstatten. (101 ULFs sind bereits ausgestattet)

• Fahrzeuge/Schutz: Ab 2016 werden an Wochenenden und in den Abendstunden ausschließlich Straßenbahnen mit Fahrerkabinen eingesetzt werden. Bereits jetzt sind zu diesen Zeiten 80 Prozent Straßenbahnen mit Fahrerkabinen unterwegs.

Bisher wurden bereits zahlreiche Maßnahmen gesetzt:

• Deeskalationstrainings: Stationswarte, Fahrscheinprüferinnen und Fahrscheinprüfer und Fahrerinnen und Fahrer besuchen in ihrer Ausbildung ein Deeskalationstraining (Dauer: 1-2 Tage).

• Fahrzeuge/Schutz: Wir stellen nur noch Fahrzeuge mit Schutz für die Fahrerinnen und Fahrer in den Dienst. Die ULFs haben eine Fahrerkabine (20 neue im Jahr), die neuen Busse eine Abtrennung mit Glas und die U-Bahnen sowieso ebenfalls eine Kabine.

• Fahrzeuge/Alarm: Alle unsere Fahrzeuge verfügen über einen stillen und einen lauten (Abschreckung!) Alarm am Fahrerplatz. Beide schalten eine Funkverbindung zu unserer Leitstelle ein, die dann die Polizei verständigen kann.

• Videoüberwachung: Wir bauen die Videoüberwachung laufend aus, nicht nur im U-Bahn-Bereich, sondern auch in Straßenbahnen und Bussen. Im Jahr 2013 haben die Wiener Linien in den Ausbau der Videoüberwachung 1,2 Mio. Euro investiert.

• Psychologische Unterstützung: Bei den Wiener Linien gibt es ein eigenes Kriseninterventionsteam namens SOZIUS, dass sich im Fall des Falles um den betroffenen Kollegen kümmert.

• Polizei & Gericht: Wir arbeiten eng mit der Polizei zusammen. Deshalb werden auch die allermeisten Täter gefasst. Im Rechtsverfahren wird es für die Täter dann auch noch teuer. Sie müssen die Kosten für Lohnregress, Krankenstand, Personalmehrkosten und Kosten für Einsatzkräfte (Funkwagen usw.) bezahlen – das können leicht einmal mehrere tausend Euro sein.
Mit uns kommst du sicher... zu spät.

Linie 41

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Re: Übergriffe auf Mitarbeiter
« Antwort #46 am: 17. April 2014, 15:50:31 »
Und sie haben es immer noch nicht begriffen: Videoüberwachung verhindert keine Verbrechen – wenn überhaupt kann sie allenfalls helfen solche aufzuklären und selbst da ist der Nutzen marginal. Den Quatsch mit 80% ULF in den Abendstunden glauben sie ja hoffentlich selber nicht.
Ich verstehe das Konzept dahinter nicht und bin generell dagegen.

Nightshift

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Re: Übergriffe auf Mitarbeiter
« Antwort #47 am: 18. April 2014, 09:12:07 »

@13er: Exponiert bist Du in jedem Beruf, wo Du mit Menschen zu tun hast. Als Rettungssani oder Arzt ist es auch nicht weniger gefährlich.

Vor allem bei den Rettungsorganisationen klappt die Zusammenarbeit mit der Polizei wunderbar. Und man hat volle Rückendeckung von oben, ausserdem noch Gefahrenzulage usw usw. Alles Dinge die man sich bei uns nur wünschen kann.

Ich kann mich noch  an eine tobende Psychose erinnern, Funkspruch an die Leitstelle das wir dringend die Polizei benötigen, drei Minuten später 3 Funkstreifen, 1 Sektorwagen.
Bei den WL, Funkgespräch man benötigt dringend die Polizei,  renitenter Fahrgast, Polizei kommt nach 17 Minuten. Natürlich ist zu hinterfragen wie das von der BI an die Polizei weitergegeben wurde.


Klingelfee

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Re: Übergriffe auf Mitarbeiter
« Antwort #48 am: 18. April 2014, 10:05:51 »

@13er: Exponiert bist Du in jedem Beruf, wo Du mit Menschen zu tun hast. Als Rettungssani oder Arzt ist es auch nicht weniger gefährlich.

Vor allem bei den Rettungsorganisationen klappt die Zusammenarbeit mit der Polizei wunderbar. Und man hat volle Rückendeckung von oben, ausserdem noch Gefahrenzulage usw usw. Alles Dinge die man sich bei uns nur wünschen kann.

Ich kann mich noch  an eine tobende Psychose erinnern, Funkspruch an die Leitstelle das wir dringend die Polizei benötigen, drei Minuten später 3 Funkstreifen, 1 Sektorwagen.
Bei den WL, Funkgespräch man benötigt dringend die Polizei,  renitenter Fahrgast, Polizei kommt nach 17 Minuten. Natürlich ist zu hinterfragen wie das von der BI an die Polizei weitergegeben wurde.

Die BI gibt solche Funksprüche unmittelbar an die Polizei weiter. Das heißt während, Mitarbeiter A der Leitstelle mit dem Fahrer Funkt, telefoniert Mitarbeiter B schon mit der Polizei. Nur das nützt überhaupt nichts, wenn du dann an eine Polizeistreife kommst, die nicht gut auf die WL zu sprechen ist, bzw die sich eigentlich schon auf den Feierabend gefreut hat und 10 min vor der Ablöse nochmal ausrücken muss.

Am eigenen Leib selbst erfahren. Tätlicher Angriff am Westbahnhof, 19 min (in Worten NEUNZEHN) auf die Polizei gewartet, die dann im Abendverkehr OHNE Folgetonhorn und Blaulicht von der Westbahnstraße über die Gürtelfahrbahn zugefahren ist. Und auf die Frage, wieso sie eigentlich ohne Musik und Licht gekommen sind, kam lapidar die Antwort, man wollte den Angreifer nicht verscheuchen.

Auch hören wir immer wieder, dass bei Vorfällen wir schauen sollen, das wir das selber Regeln sollen, weil die Polizei keinen Mitarbeiter frei haben.

So stand einmal ein Bus bereits 25 min bei einem Verkehrsunfall, wo der Unfallgegner die Polizei gerufen hatte, ohne dass ein Polizist erschienen ist. Und dass, obwohl die nächste Polizeiinspektion nur ca 100m entfernt war.

Nach etwas netteren zureden konnte ich ihn dann bei meinen Eintreffen sehr wohl überzeugen, seine Daten bekannt zugeben und auf die Polizei zu verzichten.
Bitte meine Kommentare nicht immer als Ausrede für die WL ansehen

13er

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Re: Übergriffe auf Mitarbeiter
« Antwort #49 am: 18. April 2014, 10:21:52 »
Nur das nützt überhaupt nichts, wenn du dann an eine Polizeistreife kommst, die nicht gut auf die WL zu sprechen ist, bzw die sich eigentlich schon auf den Feierabend gefreut hat und 10 min vor der Ablöse nochmal ausrücken muss.
Mit Verlaub, aber wenn die das auch nur ein einziges Mal machen, dann setz ich als Verkehrsunternehmen alles in Bewegung, dass so was nie wieder vorkommt!
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95B

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Re: Übergriffe auf Mitarbeiter
« Antwort #50 am: 18. April 2014, 10:25:17 »
Mit Verlaub, aber wenn die das auch nur ein einziges Mal machen, dann setz ich als Verkehrsunternehmen alles in Bewegung, dass so was nie wieder vorkommt!

Da kannst du in Bewegung setzen, was du willst – die Exekutive wird mit 101 Ausreden gegen dich auffahren und beim nächsten Mal dauert es noch länger. Oder als Gleichung ausgedrückt:

Exekutive : Einsatzfall = Verkehrsunternehmen : Beförderungsfall :D
Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen!
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hema

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Re: Übergriffe auf Mitarbeiter
« Antwort #51 am: 18. April 2014, 10:29:09 »
Naja, strenges Kalkül. Besoffener Fahrgast -> Eintreffen nach zwei Minuten -> (unangenehme) Arbeit. Besoffener Fahrgast -> Eintreffen nach zwanzig Minuten -> Besoffener ist längst davongetorkelt -> Arbeit hat sich erledigt!  ;)
Niemand ist gezwungen meine Meinung zu teilen!

Klingelfee

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Re: Übergriffe auf Mitarbeiter
« Antwort #52 am: 18. April 2014, 13:05:25 »
Nur das nützt überhaupt nichts, wenn du dann an eine Polizeistreife kommst, die nicht gut auf die WL zu sprechen ist, bzw die sich eigentlich schon auf den Feierabend gefreut hat und 10 min vor der Ablöse nochmal ausrücken muss.
Mit Verlaub, aber wenn die das auch nur ein einziges Mal machen, dann setz ich als Verkehrsunternehmen alles in Bewegung, dass so was nie wieder vorkommt!

Mag sein, dass man es machen sollte. Ob es jedoch nicht kontraproduktiv ist lasse ich dahin gestellt. Denn was wäre dann der Enderfolg. Die Zusammenarbeit am kurzen Dienstweg würde sich verschlechtern. Und ein spontanes Eingreifen der Polizei würde seltener werden. Zum Glück sind solche Vorfälle eher die Seltenheit und daher ist es besser damit zu leben, als sich darüber offiziell aufzuregen.
Bitte meine Kommentare nicht immer als Ausrede für die WL ansehen

Nightshift

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Re: Übergriffe auf Mitarbeiter
« Antwort #53 am: 18. April 2014, 15:20:36 »
Wieso funktioniert dann die Zusammenarbeit zwischen Rettungsleitstelle und der Polizei hervorragend? Weil während des Telefonats vom Call Taker auf die Dringlichkeit des Polizeieinsatzes mit Nachdruck hingewiesen wird. Wie gesagt kommt immer drauf an was der Bi´ler der Polizei wirklich am Telefon erzählt.

13er

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Re: Übergriffe auf Mitarbeiter
« Antwort #54 am: 18. April 2014, 19:21:35 »
Heute gab es bereits wieder am 10A einen Angriff auf einen Fahrer oder Fahrscheinprüfer - Details nicht bekannt

Am 1er (B 627) gab es von 17:38 bis 18:07 einen Polizeieinsatz bei der Kliebergasse(?) Rampe Knöllgasse. Ein Fahrer bzw. dessen Zug wurde mit einer Schusswaffe(!) bedroht - mehr Details nicht bekannt. Die Züge fuhren in der Zeit offenbar nach Meidling.
Mit uns kommst du sicher... zu spät.

Paulchen

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Re: Übergriffe auf Mitarbeiter
« Antwort #55 am: 18. April 2014, 19:27:05 »
Heute gab es bereits wieder am 10A einen Angriff auf einen Fahrer oder Fahrscheinprüfer - Details nicht bekannt

Am 1er (B 627) gab es von 17:38 bis 18:07 einen Polizeieinsatz bei der Kliebergasse(?). Ein Fahrer bzw. dessen Zug wurde mit einer Schusswaffe(!) bedroht - mehr Details nicht bekannt. Die Züge fuhren in der Zeit offenbar nach Meidling.

Ist das nur mein subjektiver Eindruck, dass die Anzahl der Übergriffe derzeit stark zunimmt, oder ist das auch in absoluten Zahlen belegbar? Gibt es Vermutungen, woran dieser Anstieg liegt?

E2

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Re: Übergriffe auf Mitarbeiter
« Antwort #56 am: 18. April 2014, 19:27:09 »
Heute gab es bereits wieder am 10A einen Angriff auf einen Fahrer oder Fahrscheinprüfer - Details nicht bekannt

Am 1er (B 627) gab es von 17:38 bis 18:07 einen Polizeieinsatz bei der Kliebergasse(?). Ein Fahrer bzw. dessen Zug wurde mit einer Schusswaffe(!) bedroht - mehr Details nicht bekannt. Die Züge fuhren in der Zeit offenbar nach Meidling.

Tja. War ja zu erwarten. Medien bummvoll, Nachahmungstäter, latente Täter, bei denen der sogenannte Streik (der gelinde gesagt eine Frechheit ist) das Fass zum Überlaufen bringt, Mutproben a la des traust di nie schau de andern bringens aa, ...

Wenns a Pech ham, gehts noch a Randl so weiter...

Karbei

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Re: Übergriffe auf Mitarbeiter
« Antwort #57 am: 18. April 2014, 19:51:21 »
Am 1er (B 627) gab es von 17:38 bis 18:07 einen Polizeieinsatz bei der Kliebergasse(?).
Es passierte bei der Ustrab Rampe beim Matzleinsdorfer Platz:



Ein maskierter Mann hat am späten Freitagnachmittag beim Wiener Matzleindsdorferplatz offenbar auf eine Straßenbahn geschossen. Nach Berichten von Augenzeugen soll der Täter zunächst auf den Fahrer gezielt, aber die Waffe dann in die Luft abgefeuert haben.

Laut Zeugen sei es gegen 17.45 Uhr zu dem Einsatz an der Ecke Quellenstraße/Knöllgasse gekommen. Die Polizei war mit neun Funkstreifen vor Ort. Bei dem Täter soll es sich laut Polizeisprecher Roman Hahslinger um einen 71 Jahre alten Mann handeln.

http://www.krone.at/Oesterreich/Wien_71-jaehriger_Mann_schiesst_auf_Strassenbahn-Auf_Lenker_gezielt-Story-401304

13er

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Re: Übergriffe auf Mitarbeiter
« Antwort #58 am: 18. April 2014, 20:22:26 »
Danke für das Foto und den Link! Im Krone-Artikel dürfte von den Fakten her aber so einiges nicht stimmen... http://derstandard.at/1397521126214/Wien-20-Jaehriger-nach-Schuss-mit-Gaspistole-auf-Tramway-festgenommen beruft sich auf die Polizei (die sollte es wissen), demnach war es wohl ein 20jähriger.
Mit uns kommst du sicher... zu spät.

sheldor

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Re: Übergriffe auf Mitarbeiter
« Antwort #59 am: 18. April 2014, 20:43:38 »
Laut heute.at wurde der 20-jährige Verdächtige festgenommen. Diese beruft sich ebenfalls auf die Angaben der Polizei