Autor Thema: Datendiebstahl bei den Wiener Linien  (Gelesen 22393 mal)

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Flachrille

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Re: Datendiebstahl bei den Wiener Linien
« Antwort #15 am: 16. Oktober 2015, 11:08:39 »
Mit den Daten werden die Diebe wohl nicht viel anfangen können, denn da dürfte ein ziemliches Chaos vorherrschen. Ich habe das Warnmail zwar an meine Adresse bekommen, jedoch stand statt meines Nachnamens NULL. Ein Bekannter von mir hat es gleich drei Mal gekriegt, ebenfalls ohne Nachname.
Bei mir „Sehr geehrte Kundin! Sehr geehrter Kunde!“ wie in Phishing-Mails.

95B

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Re: Datendiebstahl bei den Wiener Linien
« Antwort #16 am: 16. Oktober 2015, 11:25:31 »
Bei mir „Sehr geehrte Kundin! Sehr geehrter Kunde!“ wie in Phising-Mails.

Ja, das steht im Mailtext. Der (unvollständige) Name ist im Header des Mails angeführt (in der To:-Zeile).
Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen!
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Flachrille

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Re: Datendiebstahl bei den Wiener Linien
« Antwort #17 am: 16. Oktober 2015, 11:40:53 »
Bei mir „Sehr geehrte Kundin! Sehr geehrter Kunde!“ wie in Phising-Mails.

Ja, das steht im Mailtext. Der (unvollständige) Name ist im Header des Mails angeführt (in der To:-Zeile).
Den schaue ich mir normalerweise gar nicht an. :-[ Aber auch mir wird dort mitgeteilt, ich sei eine „NULL“. Dabei heißt das doch „O-Wagen“.  8)

Ferry

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Re: Datendiebstahl bei den Wiener Linien
« Antwort #18 am: 16. Oktober 2015, 13:03:55 »
Den schaue ich mir normalerweise gar nicht an. :-[ Aber auch mir wird dort mitgeteilt, ich sei eine „NULL“. Dabei heißt das doch „O-Wagen“.  8)

Interessant. In meiner Mail war der Name vollständig angeführt (und sogar richtig geschrieben, was bei meinem Namen leider keineswegs immer der Fall ist ::)).
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")

U4

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Re: Datendiebstahl bei den Wiener Linien
« Antwort #19 am: 16. Oktober 2015, 13:22:52 »
Zitat
Wiener Linien: Entschädigung nach Datenklau?

Nachdem Kundendaten der Wiener Linien gestohlen und im Internet veröffentlicht worden sind, wird es für die Betroffenen vermutlich keinen Schadenersatz geben, heißt es von den Wiener Linien. Es sei ein „kompliziertes Thema“. 

„Das ist ein realtiv kompliziertes Thema. Nach allem was wir im Moment wissen, gibt es keinen tatsächlichen entstandenen Schaden der in Geld zu beziffern ist. Das macht es für uns nicht möglich einen nicht zu beziffernden Schaden zu ersetzen“, sagt Wiener Linien-Sprecher Dominik Gries gegenüber Radio Wien.

„Der Datendiebstahl betrifft nach derzeitigem Wissen ausschließlich eine Kundenliste. Nachdem wir keine Passwörter noch Zahlungsdaten in Kundenlisten speichern, gibt es derzeit keinen Ansatzpunkt“, dass Zahlungsdaten oder Passwörter betroffen seien, sagte Gries.

Veröffentlichte Daten sollen nun gelöscht werden

Der Diebstahl dürfte schon einige Zeit zurückliegen, die Veröffentlichung im Internet aber nicht. „Die Teile die wir gesehen haben dürften erst seit wenigen Tagen im Netz stehen“, sagte Gries. „Der Zugriff auf diese Daten dürfte schon vor längerer Zeit passiert sein. Der Mitarbeiter ist auch schon länger nicht mehr in der Firma“. Warum das der Mann gemacht habe, sei nicht nachvollziehbar, es gebe aber „keine Hinweise, dass die Daten verkauft“ wurden.

Kontakt für Kunden

Kunden können sich per E-Mail an ticketshop@wienerlinien.at oder per Telefon unter 7909 100 an die Wiener Linien wenden.

Die Wiener Linien sind nun bemüht, dass die veröffentlichten Daten gelöscht werden. Eine Garantie dafür gibt es aber nicht. „Wir tun unser möglichstes. Aber so wie das Internet funktioniert, gerade in den dunkleren Ecken, ist es nicht denkbar, dass wir garantieren können, dass die Daten wieder zur Gänze verschwinden“, sagte Gries.

Private Website zur Kontrolle

Der Wiener Informatiker Martin Wittmann hat eine Website eingerichtet, auf der Kunden des Wiener Linien- Onlineshops prüfen können, ob sie von dem Datendiebstahl betroffen sind.

Laut Wiener Linien wurden die Daten von einem Mitarbeiter ihres Online-Shop-Betreibers in Hamburg gestohlen. Es sind nach derzeitigen Schätzungen rund 20.000 Kunden betroffen - mehr dazu in Wiener Linien: 20.000 Kundendaten gestohlen.
Quelle wien.orf.at
🥒 Haltestelle NEU -  die schlechteste Version seit Beginn der Haltestellen, "Stangln" die fast nicht zu erkennen sind im Bild der Stadt

13er

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Re: Datendiebstahl bei den Wiener Linien
« Antwort #20 am: 16. Oktober 2015, 15:09:53 »
Den schaue ich mir normalerweise gar nicht an. :-[ Aber auch mir wird dort mitgeteilt, ich sei eine „NULL“. Dabei heißt das doch „O-Wagen“.  8)
Bei mir war der ganze Name drin, eine Kollegin hatte nur Dr. + Vorname...

Übrigens interessant, wie sie die Verantwortung so einfach von sich lossagen. Gegenüber mir, dem Kunden, sind selbstverständlich die WL unmittelbarer Ansprechpartner bei solchen Dingen und auch dafür verantwortlich. Was interessiert mich das, ob die ihre Services an Drittfirmen abgeben...
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Re: Datendiebstahl bei den Wiener Linien
« Antwort #21 am: 16. Oktober 2015, 15:42:25 »
Bei mir steht im Header gar kein Name, nur meine Mailadresse.
"Sollte dies jedoch der Parteilinie entsprechen, werden wir uns selbstverständlich bemühen, in Zukunft kleiner und viereckiger zu werden!"

(aus einer Beschwerde über viel zu weit und kurz geschnittene Pullover in "Good Bye Lenin")

95B

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Re: Datendiebstahl bei den Wiener Linien
« Antwort #22 am: 16. Oktober 2015, 21:45:22 »
Übrigens interessant, wie sie die Verantwortung so einfach von sich lossagen. Gegenüber mir, dem Kunden, sind selbstverständlich die WL unmittelbarer Ansprechpartner bei solchen Dingen und auch dafür verantwortlich. Was interessiert mich das, ob die ihre Services an Drittfirmen abgeben...

Das ist ja genau dasselbe, wie wenn man sich über Unzulänglichkeiten auf einer Linie beschwert, die im Auftrag der WL geführt wird. Da putzen sie sich auch immer ab und sagen, man solle sich doch an den Kundendienst des jeweiligen Auftragnehmers wenden, denn man habe selber überhaupt nichts damit zu tun und überhaupt. :ugvm:
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Klingelfee

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Re: Datendiebstahl bei den Wiener Linien
« Antwort #23 am: 16. Oktober 2015, 22:20:59 »
Übrigens interessant, wie sie die Verantwortung so einfach von sich lossagen. Gegenüber mir, dem Kunden, sind selbstverständlich die WL unmittelbarer Ansprechpartner bei solchen Dingen und auch dafür verantwortlich. Was interessiert mich das, ob die ihre Services an Drittfirmen abgeben...

Das ist ja genau dasselbe, wie wenn man sich über Unzulänglichkeiten auf einer Linie beschwert, die im Auftrag der WL geführt wird. Da putzen sie sich auch immer ab und sagen, man solle sich doch an den Kundendienst des jeweiligen Auftragnehmers wenden, denn man habe selber überhaupt nichts damit zu tun und überhaupt. :ugvm:

Mir ist schon klar, das die WL sich nicht aus der Verantwortung drücken kann. Aber bevor ihr jetzt alle hinhackt eine Frage?

Was hätten die WL besser machen können, als die Online-Webseite einer renommierten und zertifizierten Firma übergeben.

Diese hat zwar zur Erstellung des Programmes sicher nur Dummydaten benötigt. Nur bei der Wartung kann man das System nie so sichern, dass sie nicht auf die Echtdaten kommt. Noch dazu weis ich aus eigener Erfahrung, dass man Fehler oft nur dann findet, wenn man die Eingaben auf Punkt und Beistrich genau wiederholt. Und dazu braucht man nun mal nicht nur Dummydaten, sondern auch die Echtdaten. Und dass dann ein korrupter Mitarbeiter sich die Daten kopiert und diese dann weiter veräußert, da ist nun mal KEINE Firma gefeit.

Und das was da passiert ist, ist mMn auch kein Verstoß am Passus - Die Daten werden an Dritte weitergegeben. Denn die Firma hatte zu keiner Zeit das Recht, die Daten zu anderen Zwecken, als zum testen des Programmes zu verwenden
Bitte meine Kommentare nicht immer als Ausrede für die WL ansehen

95B

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Re: Datendiebstahl bei den Wiener Linien
« Antwort #24 am: 16. Oktober 2015, 22:26:55 »
Es geht jetzt gar nicht um den Vorwurf, dass die WL einen externen Anbieter mit der Umsetzung des Onlineshops betraut haben. Das war sicher eine gute Idee (sonst hätte man regelmäßig zu Monats- und Semesterbeginn "Vorverkaufsstellen bitte beachten" lesen können). Nur gefällt mir (und sichtlich auch einigen anderen) nicht, dass man sich jetzt abzuputzen versucht. Klar, den Fehler hat ein anderer gemacht. Aber man kann den Kunden trotzdem nicht versuchen einzureden, man könne nichts machen und habe damit gar nichts zu tun. Hier kommt die Öffentlichkeitsarbeit in die Kritik – da hätte man anders reagieren müssen und nicht mit Do samma ned zuaständig!
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Linie 41

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Re: Datendiebstahl bei den Wiener Linien
« Antwort #25 am: 17. Oktober 2015, 01:10:06 »
Prinzipiell, nur um ein Beispiel aus der Praxis zu geben:

Ich arbeite in einem Softwareentwicklungsprojekt für das Customer-Relation-Management eines internationalen Konzerns. Selbstverständlich haben auch wir als externe Dienstleister Zugriff auf die Kundendaten - das wäre anders auch gar nicht möglich, vor allem wenn strukturelle Änderungen an den Datenbanken notwendig sind oder Lasttests durchgeführt werden müssen. Natürlich wird das alles mitgeloggt, aber hätte ich bösartige Absichten, wäre es kein Problem großen Schaden anzurichten.

Man könnte es dem Konzern dann auch nicht verübeln, wenn er dann den externen Dienstleister als Schuldigen anprangert. Gegen bösartige Mitarbeiter kann man sich kaum sinnvoll schützen. Hier ist ein gewisses Grundvertrauen leider notwendig. Kaum jemand wird aus diesem Grund auch seinen Rechner unbeaufsichtigt ohne Bildschirmsperre stehen lassen - auch nicht, wenn nur gut bekannte Kollegen im Büro sind.
Ich verstehe das Konzept dahinter nicht und bin generell dagegen.

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Re: Datendiebstahl bei den Wiener Linien
« Antwort #26 am: 17. Oktober 2015, 01:23:02 »
Und das was da passiert ist, ist mMn auch kein Verstoß am Passus - Die Daten werden an Dritte weitergegeben. Denn die Firma hatte zu keiner Zeit das Recht, die Daten zu anderen Zwecken, als zum testen des Programmes zu verwenden
Es steht auch in den AGB, dass die Daten an diese Firma weitergegeben werden, also insofern natürlich kein Verstoß. Die Verantwortung trägt trotzdem das Unternehmen, mit dem ich den Vertrag geschlossen habe. Das ist halt das schlimme an Verantwortung - ich habe mir persönlich nichts zuschulden kommen lassen, muss aber trotzdem dafür geradestehen. So ging es auch schon Ministern, wenn ein kleiner Beamter irgendeinen Blödsinn gemacht hat ;)
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haidi

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Re: Datendiebstahl bei den Wiener Linien
« Antwort #27 am: 17. Oktober 2015, 09:31:08 »
Und das was da passiert ist, ist mMn auch kein Verstoß am Passus - Die Daten werden an Dritte weitergegeben. Denn die Firma hatte zu keiner Zeit das Recht, die Daten zu anderen Zwecken, als zum testen des Programmes zu verwenden
Es steht auch in den AGB, dass die Daten an diese Firma weitergegeben werden, also insofern natürlich kein Verstoß. Die Verantwortung trägt trotzdem das Unternehmen, mit dem ich den Vertrag geschlossen habe. Das ist halt das schlimme an Verantwortung - ich habe mir persönlich nichts zuschulden kommen lassen, muss aber trotzdem dafür geradestehen. So ging es auch schon Ministern, wenn ein kleiner Beamter irgendeinen Blödsinn gemacht hat ;)
Die Zivilrechtliche Verantwortung dir als Vertragspartner gegenüber liegt bei deinem Vertragspartner, der be senem Auftragnehmer regressieren kann. Die strafrechtliche Verantwortung liegt beim Subunternehmen (grob gesprochen) bzw. beim Einzeltäter.
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Re: Datendiebstahl bei den Wiener Linien
« Antwort #28 am: 17. Oktober 2015, 12:35:15 »
So ging es auch schon Ministern, wenn ein kleiner Beamter irgendeinen Blödsinn gemacht hat ;)
Leider war bei denen dann aber der Sessel meistens zu klebrig... ::)
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Re: Datendiebstahl bei den Wiener Linien
« Antwort #29 am: 20. Januar 2016, 16:44:11 »
Diesmal ein "freiwilliger" Datendiebstahl, sozusagen:

Zitat
Datenpanne: Wiener Linien geben hunderte E-Mail-Adressen weiter

20. Jänner 2016, 16:36

Fehler bei Versand von Informationsmails, Unternehmen tue es "sehr, sehr leid"

Die Wiener Linien haben am Mittwochnachmittag "einen Fehler gemacht", wie ein Unternehmenssprecher es formuliert: Ein Infomail zur "WienMobil"-Karte wurde offen an hunderte Empfänger versandt, wodurch jeder Adressat die E-Mail-Adresse anderer Nutzer einsehen konnte. Dabei handelt es sich sowohl um Pseudonyme als auch um Mail-Adressen, die sich an Klarnamen der Nutzer orientieren.

...

Quelle: http://derstandard.at/2000029438860/Datenpanne-Wiener-Linien-geben-hunderte-E-Mail-Adressen-weiter
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