Autor Thema: Stadtbahn Type N und N1  (Gelesen 30442 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

WIENTAL DONAUKANAL

  • Expeditor
  • **
  • Beiträge: 1027
Re: Stadtbahn Type N und N1
« Antwort #75 am: 30. Juni 2017, 17:40:57 »
Ein besonders schönes Fotomotiv mit N1 2936 + n2 5957 + N1 2972 der Linie G gestrichen bei der Einfahrt in die Station Währinger Straße Volksoper (Foto: Robert Hergett, 30.03.1978). Ein Fünfwagenzug der Linie G mit drei Triebwagen bei der Einfahrt in die Station Hietzing; diese Zugskomposition war recht selten.

Bei dieser Zugform befand sich der Begleiter übrigens nicht - wie bei Zügen mit drei Triebwagen ansonsten üblich - im mittleren, sondern im letzten Triebwagen, weil es auf Höhe des mittleren Triebwagens keine "Flüstersäule" (Säule mit Mikrofon zum Abfertigen des Zuges) gab.

Wie das? War der Haltepunkt für Fünfwagenzüge weiter vorne als der für Dreiwagenzüge? Bzw. konkreter, war das in allen Haltestellen so?

Ansonsten wäre ja der mittlere Triebwagen eines solchen Zuges an exakt der selben Position wie der letzte Triebwagen eines Dreiwagenzuges.

Die Haltepunkte waren immer zu den Stiegenauf- und Abgängen orientiert.
Auf der Tiefbahn also Zugende/anfang am Aufgang.
Auf der Hochbahn mit mittigen Abgängen hielt die Zugmitte an den Abgängen.

Heißt also, die Position des letzten Triebwagens bei einem Fünfwagenzug war nicht bei allen Haltestellen gleich, die des mittleren eher schon. Und vor allem bedeutet das, dass bei den Hochbahnstationen vermutlich weder der mittlere noch der letzte Triebwagen dort war, wo bei einem Dreiwagenzug der letzte Triebwagen war. Kurz: es war wurscht wo der Zugbegleiter sitzt, er braucht sowieso ein eigenes Bahnsteigmikrofon.

Naja annähernd gleich durch die Haltetafeln  3, 4, 5, 6, 7, 8 und 9 sowie bei abweichenden Gegebenheiten Bruchtafeln 4/5, 6/7 und 8/9. In etwa jede dritte Säule war eine"Flüstersäule". Dem Zugbegleiter hat man durchaus kurze Wege zugemutet.

N1

  • Expeditor
  • **
  • Beiträge: 1459
Re: Stadtbahn Type N und N1
« Antwort #76 am: 30. Juni 2017, 18:43:17 »
Naja annähernd gleich durch die Haltetafeln  3, 4, 5, 6, 7, 8 und 9 sowie bei abweichenden Gegebenheiten Bruchtafeln 4/5, 6/7 und 8/9.
Es gab auch Tafeln mit "3/6" (hab ich zuhause) und für die E6/c6 dann ähnliche Schilder mit weißer Schrift auf schwarzem Grund.
"Bis zu 37 Grad – die nächsten Tage sollten Sie genießen"
welt.de

WIENTAL DONAUKANAL

  • Expeditor
  • **
  • Beiträge: 1027
Re: Stadtbahn Type N und N1
« Antwort #77 am: 30. Juni 2017, 19:27:51 »
Naja annähernd gleich durch die Haltetafeln  3, 4, 5, 6, 7, 8 und 9 sowie bei abweichenden Gegebenheiten Bruchtafeln 4/5, 6/7 und 8/9.
Es gab auch Tafeln mit "3/6" (hab ich zuhause) und für die E6/c6 dann ähnliche Schilder mit weißer Schrift auf schwarzem Grund.

Ja richtig, habe ich vergessen.
Ergänzend zur Position des Mitteltriebwagen:
Bei Sechs- und Achtwagenzügen war der Tw bedingt durch die ungleiche Anzahl von Zwischenbeiwagen einmal vorn oder hinten. Zudem waren diese Züge vorwiegend auf Lienien, wo einmal gestürzt und einmal durch Schleifenfahrt gewendet wurde, eingesetzt. Damit hat der Tw nach jeder Runde seine Position gewechselt und war nur annähernd an einer Flüstersäule zum Stand zu bringen. Damit der Zugbegleiter ein Mikrophon findet, hatten diese Säulen überkopf umlaufend einen weissen Ring aufgemalt.

Diese Langzüge mussten eine feste Anzahl an Runden drehen, damit in Michelbeuern beim Abkuppeln wieder ensprechende Drei- und Vierwagenzüge gebildet werden konnte.

4463

  • Referatsleiter
  • *
  • Beiträge: 5346
Re: Stadtbahn Type N und N1
« Antwort #78 am: 30. Juni 2017, 19:54:20 »
Zudem waren diese Züge vorwiegend auf Lienien, wo einmal gestürzt und einmal durch Schleifenfahrt gewendet wurde, eingesetzt.
(...)

Diese Langzüge mussten eine feste Anzahl an Runden drehen, damit in Michelbeuern beim Abkuppeln wieder ensprechende Drei- und Vierwagenzüge gebildet werden konnte.
Im Klartext mussten sie demnach eine gerade Rundenzahl drehen, weil nach jeder ungeraden Runde der Zug verkehrt stand.
"das korrupteste Nest auf dem weiten Erdenrund"
Mark Twain über die Wienerstadt.

nord22

  • Referatsleiter
  • *
  • Beiträge: 8771
Re: Stadtbahn Type N und N1
« Antwort #79 am: 01. Juli 2017, 10:31:51 »
Unter http://www.strassenbahnjournal.at/wiki/index.php?title=Type_NR_(1971-1997) finet sich eine Beschreibung der Type NR. NR 6899 und 6898 in Michelbeuern (Foto: Paul Haywood, 26.10.1988). N1 2871 + n2 5985 + n2 5975 + N1 2954 bei der Ausfahrt aus der Station Meidling Hauptstraße (Foto: Robert Hergett, 06.09.1981).

LG nord22


Operator

  • Obermeister
  • *
  • Beiträge: 3818
Re: Stadtbahn Type N und N1
« Antwort #80 am: 01. Juli 2017, 13:59:39 »
Unter http://www.strassenbahnjournal.at/wiki/index.php?title=Type_NR_(1971-1997) finet sich eine Beschreibung der Type NR. NR 6899 und 6898 in Michelbeuern (Foto: Paul Haywood, 26.10.1988). N1 2871 + n2 5985 + n2 5975 + N1 2954 bei der Ausfahrt aus der Station Meidling Hauptstraße (Foto: Robert Hergett, 06.09.1981).

LG nord22
Der 2871 hat auch schon bessere Zeiten gesehen; die Züge so vergammeln zu lassen, hat in Wien Tradition!

N1

  • Expeditor
  • **
  • Beiträge: 1459
Re: Stadtbahn Type N und N1
« Antwort #81 am: 01. Juli 2017, 14:14:36 »
"Vergammelt" ist der falsche Ausdruck. Die Wagen wurden –  das hat mir Revisor selig bestätigt – bisweilen so stark geputzt (Stichwort Bremsstaub), dass die Grundierung des Lacks zum Vorschein kam.
"Bis zu 37 Grad – die nächsten Tage sollten Sie genießen"
welt.de

Z-TW

  • Expeditor
  • **
  • Beiträge: 1445
Re: Stadtbahn Type N und N1
« Antwort #82 am: 02. Juli 2017, 22:31:09 »
Ein derartiger Vierwagenzug wäre heute vollkommen überfüllt. Fuhren damals weniger mit der Stadtbahn, weil es noch den 8er gab oder waren generell weniger Leute mit Öffis unterwegs?

WIENTAL DONAUKANAL

  • Expeditor
  • **
  • Beiträge: 1027
Re: Stadtbahn Type N und N1
« Antwort #83 am: 02. Juli 2017, 22:49:59 »
Ein derartiger Vierwagenzug wäre heute vollkommen überfüllt. Fuhren damals weniger mit der Stadtbahn, weil es noch den 8er gab oder waren generell weniger Leute mit Öffis unterwegs?

Ich würde es so beschreiben:
Kurzzüge fuhren nur in der verkehrsschwachen Zrit.
Dichte Zugfolge durch zwei Linien pro Strecke, ausgenommen auf den Aussenästen.
Sehr geräumige Plattformen in den n2, da konnte locker eine Schulklasse stehen
und natürlich hat am Gürtel die Linie 8 die Feinverteilung und Kurzstreckenfahrten bernommen.

Ein geflügeltes Wort: "Wegen zwei Stationen werd ich aif der Stadtbahn nicht stiegensteigen, da fahr ich lieber mit dem 8er"

nord22

  • Referatsleiter
  • *
  • Beiträge: 8771
Re: Stadtbahn Type N und N1
« Antwort #84 am: 02. Juli 2017, 22:57:12 »
N1 2879 + n2 5896 + n2 5980 + n2 5987 + N1 2954/ Linie W bei der Einfahrt in die Station Meidling Hauptstraße (Foto: Robert Hergett, 20.04.1978). N 2862 + n1 + ... / Linie WD in Heiligenstadt (Foto: Harald Herrmann, um 1955).

LG nord22

4463

  • Referatsleiter
  • *
  • Beiträge: 5346
Re: Stadtbahn Type N und N1
« Antwort #85 am: 02. Juli 2017, 23:06:04 »
(...)
und natürlich hat am Gürtel die Linie 8 die Feinverteilung und Kurzstreckenfahrten bernommen.

Ein geflügeltes Wort: "Wegen zwei Stationen werd ich aif der Stadtbahn nicht stiegensteigen, da fahr ich lieber mit dem 8er"
Ich bin überzeugt, dass das heute nicht anders wäre! Insbesondere zumal es viele gibt, die die überfüllte U6 meiden, wann immer es nur geht.

N 2862
Wozu diente eigentlich der "Griff" an der Unterseite der Trompetenkupplung? ???
"das korrupteste Nest auf dem weiten Erdenrund"
Mark Twain über die Wienerstadt.

95B

  • Verkehrsstadtrat
  • **
  • Beiträge: 30732
  • Anti-Klumpert-Beauftragter
Re: Stadtbahn Type N und N1
« Antwort #86 am: 03. Juli 2017, 00:13:30 »
Wozu diente eigentlich der "Griff" an der Unterseite der Trompetenkupplung? ???

Ursprünglich war der Griff oben. Die Kupplungen wurden aber umgedreht, da die Luftschläuche am Griff scheuerten.
Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen!
... brrrr, Klumpert!

Ferry

  • Referatsleiter
  • *
  • Beiträge: 8899
Re: Stadtbahn Type N und N1
« Antwort #87 am: 03. Juli 2017, 09:33:38 »
Wozu diente eigentlich der "Griff" an der Unterseite der Trompetenkupplung? ???

Ursprünglich war der Griff oben. Die Kupplungen wurden aber umgedreht, da die Luftschläuche am Griff scheuerten.

Und, um die Frage von User "4463" zu beantworten, der Griff diente zum Hinein- und Herausheben der Kupplung in die/aus der Arretierung.
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")

hewerner

  • Schaffner
  • **
  • Beiträge: 139
Re: Stadtbahn Type N und N1
« Antwort #88 am: 03. Juli 2017, 11:25:22 »
Ein derartiger Vierwagenzug wäre heute vollkommen überfüllt. Fuhren damals weniger mit der Stadtbahn, weil es noch den 8er gab oder waren generell weniger Leute mit Öffis unterwegs?

Das war nur in der verkehrsschwachen Zeit, nachstehend das Equipment:

Linie                    HVZ                  sonst
WD                        9                       5
DG/GD                   8                      4-5
G                           6                       3

Zahlen aus dem Gedächtnis, für Verbesserung bitte ich um Nachsicht und auch Bekanntgabe - we try harder ....
Lg Helmut

Ferry

  • Referatsleiter
  • *
  • Beiträge: 8899
Re: Stadtbahn Type N und N1
« Antwort #89 am: 03. Juli 2017, 11:57:07 »
Ein derartiger Vierwagenzug wäre heute vollkommen überfüllt. Fuhren damals weniger mit der Stadtbahn, weil es noch den 8er gab oder waren generell weniger Leute mit Öffis unterwegs?

Das war nur in der verkehrsschwachen Zeit, nachstehend das Equipment:

Linie                    HVZ                  sonst
WD                        9                       5
DG/GD                   8                      4-5
G                           6                       3

Zahlen aus dem Gedächtnis, für Verbesserung bitte ich um Nachsicht und auch Bekanntgabe - we try harder ....

Der G hatte m.W. auch nur Fünfwagenzüge. DG/GD maximal acht ist korrekt, weil die Gürtelstationen ursprünglich für Neunwagenzüge zu kurz waren. Die gab es daher nur am WD.

Und der G wurde ja überhaupt nur bis ca. 19:00 betrieben. Wer danach vom Gürtel nach Heiligenstadt wollte, musste den Umweg über Friedensbrücke nehmen.
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")