Autor Thema: ÖBB-Ausschreibung von 300 Nahverkehrszügen  (Gelesen 20426 mal)

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highspeedtrain

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Re: ÖBB-Ausschreibung von 300 Nahverkehrszügen
« Antwort #30 am: 25. November 2020, 17:08:59 »
Škoda und Hitachi (Caravaggio bzw. Trenitalia Rock) würden mir noch einfallen.

Beide ohne wirkliche Erfahrungen mit den österreichischen Markt und der hiesigen Bahn (oder deutschen, die ähnlich ist - na gut, Skoda hat die DB 102, die bekanntlich auch nicht der große Hit ist). 


T1

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Re: ÖBB-Ausschreibung von 300 Nahverkehrszügen
« Antwort #31 am: 25. November 2020, 17:31:09 »
Durch die Zulassung durch die ERA hat sich hier aber doch auch einiges geändert.

Ganz ehrlich: Die ÖBB kauft eh immer alles von Siemens. Warum sollte es diesmal anders sein?
Talent sagt dir etwas? ???

highspeedtrain

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Re: ÖBB-Ausschreibung von 300 Nahverkehrszügen
« Antwort #32 am: 25. November 2020, 18:07:17 »
Durch die Zulassung durch die ERA hat sich hier aber doch auch einiges geändert.

Ich denke, es ist noch zu früh, das zu beurteilen.

Und die Zulassung ist nur die halbe Miete. Funktionieren müssen die Dinger auch.

Hauptbahnhof

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Re: ÖBB-Ausschreibung von 300 Nahverkehrszügen
« Antwort #33 am: 25. November 2020, 18:33:29 »
Ganz ehrlich: Die ÖBB kauft eh immer alles von Siemens. Warum sollte es diesmal anders sein?
Talent sagt dir etwas? ???
Siemens bietet einen Taurus an - ÖBB bestellt.
Siemens bietet einen Hercules an - ÖBB bestellt.
Siemens bietet einen Desiro Classic an - ÖBB bestellt.
Siemens bietet einen Viaggo Comfort an - ÖBB bestellt.
Siemens bietet einen Desiro ML an - ÖBB bestellt.
Siemens bietet einen Vectron an - ÖBB bestellt.
Siemens bietet einen überarbeiteten Viaggo Comfort an - ÖBB bestellt.

Ich erkenne da eine gewisse Regelmäßigkeit.  ;)

T1

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Re: ÖBB-Ausschreibung von 300 Nahverkehrszügen
« Antwort #34 am: 25. November 2020, 19:27:09 »
Taurus war ein harter Preiskampf.
Hercules war alternativlos.
Desiro Classic sind mir die Umstände nicht bekannt.
Viaggo Comfort war wirklich siemenslastig.
Desiro ML war ebenso ein Preiskampf.
Vectron war schlussendlich de facto ebenfalls alternativlos (dort wo nicht, bestellt man eh bei CRRC).
Beim neuen Viaggo Comfort kenn ich die Umstände ebenfalls nicht.

Wenn man da jetzt den Triebwagenbereich betrachtet, hat Bombardier übrigens stückzahltechnisch die Nase vorne. Es gibt also genug Gründe, wieso es diesmal wieder anders sein kann.

D 3XX

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Re: ÖBB-Ausschreibung von 300 Nahverkehrszügen
« Antwort #35 am: 25. November 2020, 19:58:55 »
Nach dem Theater mit den Talent 3 wäre ich fast froh, wenns Bombardier/Alstom nicht wird... Stadler würde ich mir persönlich wünschen, die Kiss gefallen mir sehr gut, finde es schade, dass die ÖBB beim Verkauf durch die WestBAHN nicht zum Zug gekommen ist. Aber immerhin sieht man die jetzt in DB-Lackierung immer wieder am Hauptbahnhof. :D
D 3XX

Schienenchaos

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Re: ÖBB-Ausschreibung von 300 Nahverkehrszügen
« Antwort #36 am: 25. November 2020, 20:27:09 »
Škoda und Hitachi (Caravaggio bzw. Trenitalia Rock) würden mir noch einfallen.

Skoda würde z.B. wegen der Eingrenzung auf 160 km/h wegfallen, bei Hitachi wäre mit kein passendes Referenzfahrzeug bekannt.
Der Caravaggio ist ein DC-Fahrzeug und auch hier wären als Option geforderten 200km/h nicht gegeben.

Es würde mich also wirklich sher Überraschen, wenn es keiner der drei von mir angeführten Hersteller werden sollte.

T1

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Re: ÖBB-Ausschreibung von 300 Nahverkehrszügen
« Antwort #37 am: 25. November 2020, 21:15:36 »
Nach dem Theater mit den Talent 3 wäre ich fast froh, wenns Bombardier/Alstom nicht wird... Stadler würde ich mir persönlich wünschen, die Kiss gefallen mir sehr gut, finde es schade, dass die ÖBB beim Verkauf durch die WestBAHN nicht zum Zug gekommen ist.
Mh, gerade Stadler hat sich in Österreich bisher – ausgenommen Mariazellerbahn – nur durch Theater ausgezeichnet. Plan B auf der GKB, Altbaukisten auf der (damals) StLB, Variobahn in Graz und das Steilstreckendilemma der BLB waren nicht weniger verheerend als das Talent-3-Desaster ::) Die erste Westbahnserie war ja auch von Problemen mit dem Druckausgleich geplagt.

Skoda würde z.B. wegen der Eingrenzung auf 160 km/h wegfallen, bei Hitachi wäre mit kein passendes Referenzfahrzeug bekannt.
Der Caravaggio ist ein DC-Fahrzeug und auch hier wären als Option geforderten 200km/h nicht gegeben.

Es würde mich also wirklich sher Überraschen, wenn es keiner der drei von mir angeführten Hersteller werden sollte.
Natürlich sind die drei Hersteller die naheliegensten. Aber Stromsysteme sind dank Stromrichter heutzutage keine Kunst mehr, und Škoda hatte den CityElephant ja schon als 200 km/h-Fahrzeug geplant. Wir wissen nicht, ob sie sich beworben haben. Aber gerade bei Hitachi würde ich das nicht ausschließen, die haben ja mit dem Kauf von Ansaldo bewiesen, dass sie im kontinentaleuropäischen Markt Fuß fassen wollen und Škoda schielt ja schon länger Richtung Deutschland.

Hauptbahnhof

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Re: ÖBB-Ausschreibung von 300 Nahverkehrszügen
« Antwort #38 am: 25. November 2020, 22:16:19 »
Die erste Westbahnserie war ja auch von Problemen mit dem Druckausgleich geplagt.
Die WESTbahn hat genau das bekommen, was sie bei Stadler bestellt hat. Die erste Serie war drucktauglich bestellt (= dem wechselnden Luftdruck standhaltend), erst die zweite dann druckdicht (= konstanter Druck im Innenraum). Das kann Stadler nicht vorgeworfen werden.

Linie106

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Re: ÖBB-Ausschreibung von 300 Nahverkehrszügen
« Antwort #39 am: 26. November 2020, 10:56:28 »
Siemens bietet einen Taurus an - ÖBB bestellt.
… die SGP/Elin Reihe 1012 war der andere Favorit aus heimischer Produktion, der Siemens-Taurus war jedoch billiger. Daher ging die 1016 damals in Serie und die Prototypen 1012.001-003 wurden dann im Laufe der Zeit veräußert.

Zitat
Siemens bietet einen überarbeiteten Viaggo Comfort an - ÖBB bestellt.
das kann man vergleichen mit ULF B und B1. Warum sollte man nicht die 2.0 Version kaufen wenn man neue Züge sucht, erleichtert vieles (zB Ersatzteilhaltung, einheitliche Software für die Züge, etc etc etc)

Vectron ist Massenware (derzeit wohl eine der häufigsten Loks in Europa) und hat durchaus Vorteile, wenn man Produkte vom Fließband kauft (einfachere Zulassung, Preis, zB)


T1

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Re: ÖBB-Ausschreibung von 300 Nahverkehrszügen
« Antwort #40 am: 26. November 2020, 11:07:22 »
Die erste Westbahnserie war ja auch von Problemen mit dem Druckausgleich geplagt.
Die WESTbahn hat genau das bekommen, was sie bei Stadler bestellt hat. Die erste Serie war drucktauglich bestellt (= dem wechselnden Luftdruck standhaltend), erst die zweite dann druckdicht (= konstanter Druck im Innenraum). Das kann Stadler nicht vorgeworfen werden.
Nicht wirklich, da die Fahrzeuge sich ja nicht als druckertüchtigt erwiesen (ich erinnere an das Türproblem).

Hauptbahnhof

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Re: ÖBB-Ausschreibung von 300 Nahverkehrszügen
« Antwort #41 am: 26. November 2020, 11:25:33 »
Das kannst du aber auch Siemens vorhalten. Es hat sich bei einer RJ-Garnitur ca 2014 eine Tür im Wienerwald-Tunnel gelockert, die dann in Hütteldorf komplett abgefallen ist. Die hat dann eine S-Bahn überfahren.

Aber ich bin bei dir, dieser Vorfall mit der verbogenen KISS-Tür ist auf einen konstruktiven Mangel bzw eine Unterdimensionierung zurückzuführen gewesen. Durch zusätzliche Stifterl bei den Türen konnte das gelöst werden.

T1

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Re: ÖBB-Ausschreibung von 300 Nahverkehrszügen
« Antwort #42 am: 26. November 2020, 11:38:13 »
Das kannst du aber auch Siemens vorhalten. Es hat sich bei einer RJ-Garnitur ca 2014 eine Tür im Wienerwald-Tunnel gelockert, die dann in Hütteldorf komplett abgefallen ist. Die hat dann eine S-Bahn überfahren.
Das war aber ein Einzelfall und war nicht auf Konstruktionsgründe zurückzuführen, oder?

HLS

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Re: ÖBB-Ausschreibung von 300 Nahverkehrszügen
« Antwort #43 am: 26. November 2020, 14:08:45 »
Das kannst du aber auch Siemens vorhalten. Es hat sich bei einer RJ-Garnitur ca 2014 eine Tür im Wienerwald-Tunnel gelockert, die dann in Hütteldorf komplett abgefallen ist. Die hat dann eine S-Bahn überfahren.
Das war aber ein Einzelfall und war nicht auf Konstruktionsgründe zurückzuführen, oder?
War das mit der herrausgefallenden Tür nicht von einem EN/EC und zwar der von/nach Moskau?

Wenn ja, dann hat das mit dem RJ nichts zu tun.
"Grüß Gott"

Ich fühle mich nicht zu dem Glauben verpflichtet, dass derselbe Gott, der uns mit Sinnen, Vernunft und Verstand ausgestattet hat, von uns verlangt, dieselben nicht zu benutzen. Dieter Nuhr

Katana

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Re: ÖBB-Ausschreibung von 300 Nahverkehrszügen
« Antwort #44 am: 27. November 2020, 17:51:47 »
… die SGP/Elin Reihe 1012 war der andere Favorit aus heimischer Produktion, der Siemens-Taurus war jedoch billiger. Daher ging die 1016 damals in Serie und die Prototypen 1012.001-003 wurden dann im Laufe der Zeit veräußert.
Die 1012 hatte die Leittechnik und den Hauptteil der Antriebstechnik von Siemens. Elin-Elektrik war in den 1014ern, die aber keine Konkurrenz zu den gewünschten Universallokomotiven waren.