Autor Thema: Handhabung von Verstärkerlinien (war: Rathaus-PM: Neue Straßenbahnlinie 11)  (Gelesen 1329 mal)

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haidi

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Najo... Man kanns mit "Visionen" auch übertreiben. Siehe die (inzwischen eh nicht mehr ganz) neuen Bahnsteig-Zielanzeigen der Schnellbahn.
Ein Meisterstück der Fahrgastverwirrung made by ÖBB-PV und -Infra!  >:D
So etwas betrifft nicht nur die Schnellbahn, ich hab jetzt mehrere Foren, wo in der Übersicht nicht mehr die Zeit des letzen Postings eines threads steht, sondern "vor x Minuten" "vor x Stunden " alternativ sind die Threads Gruppiert: "vor 1 Stunde" "Heute" "Gestern"....
Ich hasse das, ich kann doch noch mit der Uhrzeit umgehen.
Alle sagten es geht nicht - dann kam einer, der das nicht wusste und probierte es - und es ging

normalbuerger

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Kennst du eigentlioch die Linie 30/31 aus dem alltäglichen Betrieb?

Nein, nicht wirklich. Oder glaubst du, wenn ich so argumentiere, daß ich aus der Steiermark, aus Graz schreibe? Und zu deinen Gefäßgrößen: Natürlich hast ein Gefäßproblem, wenn Fahrgäste sich nicht nur in den ersten Zug hineinquetschen würden. Lass' bitte die Kirche im Dorf.

Du kannst den 30er ja flexibler führen, genauso wie den 31er. Diese Macht hat der Disponent, da hat er - unter gewissen Voraussetzungen - freie Hand dazu. Das wird ihm kaum jemand krumm nehmen. Wenn er im Bereich Wexstraße, Klosterneuburger Straße bis Ring Probleme erkennt, könnte er da schon einige Maßnahmen setzen, wohl wissend, daß die Züge nicht mehr pünktlich am F.-J.-Pl. in FR I sein werden. Er hätte da ettliche Möglichkeiten für den Störungsausgleich und Intervallwiederherstellung. 
Der Disponent - wenn er feststellt, er hat ein größeres Intervall von der Stadt her am 31er - müßte dem Fahrer nur eine codierte Meldung in die Linke Nordbahngasse schicken und den 30er vorzeitig - also vor der eigentlichen Abfahrt lt. Plan, oder wenn du so willst  "verfrüht"  aus der Anfanghaltestelle holen - und ihn die Verfrühung in Stammersdorf wieder abbauen lassen. Vorausgesetzt es steht ein 30er in Startposition. Nur macht das keiner von den Bediensteten dort.

Franz-Jonas-Platz bis Hanreitergasse ist ungefähr dem Quellenplatz oder Favoritenstraße bis Leberstraße auf der Linie 6 gleichzusetzen. Wenn du in beiden genannten Abschnitten als Disponent darauf achtest, dort ein gleichmäßiges Intervall zu gewissen Tageszeiten zu haben, wirst du wenig Probleme mit einer Überbesetzung haben. Natürlich: Sitzplätze sind in der Frequenz Mangelware...

Also liegt das Problem beim Disponenten ;)
Aber vielleicht würde er es eh können und darf es ja nicht weil der 30er ja streng nach Fahrplan fahren muß.

38ger

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Und was soll das bringen, dass eine Verstärkerlinie sich nach der Grundlinie richtet?

Meinst du das ernst?  :bh: :fp:

Ich bin auch baff ob der Frage. Mit der Einstellung kann man den 30er auch gleich einstellen! Der Sinn der Linie wurde offensichtlich nicht verstanden, nämlich die Intervallstabilisierung des 31ers. Der Sinn des 72ers war ja derselbe, nämlich die Intervallstabilisierung des 6ers, wobei es dort weniger um häufige 1-4minütige Verspätungen, wie am 31er geht, sondern um deutlich längere Löcher, die dann der 72er abfedern sollte. Im Falle des 72ers war ein Fahrplan also wirklich eine grundfalsche Idee, wobei das Festhalten am Fahrplan bei den Linien 30 und 11B (ja, Bus, aber dieselbe Problematik wie am 31er) ja auch eine Schnapsidee ist und die Linienbündel dadurch deutlich instabiler macht.

Ich habe zwar gesagt, ich schreibe nichts mehr zu diesem Thema.

Allerdings weis ich nicht, was du nicht verstehst. Du kannst nämlich die Linie 30 nicht mit der Linie 72 vergeleichen.

Die Linie 72 war eine reine Störungsausgleichslinie und die Linie 30 und 11B sind auf Grund der Auslastung eine Streckenverstärkerlinie.

Der Grund, warum die Linie 72 nie funktioniert hat ist aber derselbe, wie bei den Linien 30 und 11B - nämlich, dass es keinen Disponenten gibt, der sich wirklich verantwortlich dafür fühlt, dass die Fahrzeuge sich zwischen jene einreihen, die sie eigentlich in ihrem Kernabschnitt verstärken sollen. Und zwar so, dass der 30er das Intervall des 31ers halbiert bzw. so, dass der 11B den 11A halbiert.
Wenn ich jedoch alle sechs Minuten ein 30er/31er-Pack hab', dann ist klar dass der erste Zug bumvoll ist, während der zweite fast leer ist. Dass das dann zu Verzögerungen führt ist auch klar, schließlich senkt man durch ein derartiges Vorgehen ja auch die planmäßige Beförderungskapazität um ca. 45%, da man regelmäßig beobachten kann, dass kaum Fahrgäste in das zweite Fahrzeug einsteigen.
Der 72er hat de facto auch die Funktion ein regelmäßiges Intervall herbeizuführen, insofern kann ich die Streckenverstärkerlinien und Störungsausgleichslinien sehr wohl vergleichen: BEIDE können nur dann erfolgreich und sinnvoll sein, wenn deren Einsatz auf den aktuellen punktuellen Bedarf abgestimmt sind. - Es lässt sich also in beiden Fällen NICHT nach einem fixen Fahrplan fahren!
Zitat
Bedeutet. Die Linie 72 hatte nie einen eigenen Fahrplan, sondern fuhr eben nur, wenn es größere Löcher gab.
Wenn ich es richtig im Kopf habe, dann gab es beide Varianten, zunächst fuhr man nur, wenn es große Löcher gab. Da die Disponenten das scheinbar nicht hinbekommen haben ist man dann dazu übergegangen stattdessen nur noch in der absoluten HVZ-Spitze zu fahren, dafür aber nach Fahrplan (einerseits zu selten, um bei ernsthaften Störungen am 6er einen vollwertigen Ersatz bieten zu können, andererseits aber auch zu oft, wenn der 6er normal fuhr). Da letzteres Konzept überhaupt ein Murks war, hat man die Linie dann auch wieder aufgegeben!
Zitat
Es kam auch ab und zu vor, das diese Linie überhaupt nicht gefahren ist.
Gut, das ist tatsächlich ein Unterschied, allerdings wäre die Linie 30 (also die Linie 31, welche die WL 30 nennen - mehr dazu später)* ja nicht nur dazu da, um Lücken, wie am 6er zu füllen. Also solche Lücken, die durch Falaschparker und Konvoibildung entstanden sind, sondern es geht darum, dass der 31er einen stärker ausgelasteten Abschnitt hat - so wie die U6 zwischen Alterlaa und Floridsdorf (ohne dass jemand auf die Idee kommen würde jeden 2. Zug U16 zu nennen, nur weil dieser kurzgeführt wird, oder auch die U2 bis zur Aspernstraße, welche ja auch nicht U12 heißt.
Zitat
Und die Züge haben auch nicht in der Grillgasse auf ihren Einsatz gewartet, sondern in der Remise, in der Fickeysstraße.
Und das ist wohl auch ein Grund warum die Linie nicht so richtig funktioniert hat, weil der Disponent in diesem Fall extrem vorausschauend agieren müsste, was wirklich viel verlangt wäre.
Zitat
Und würde ich auf den auf den Linie 11B und 30 wirklich deine Forderung umsetzen, dann müsstest du dies auch auf den Linienbündel 37/38, 40/41, 25/26 auch durchführen.
Nein, denn der primäre Zweck der Linie 37 ist es die Döblinger Hauptstraße mit der Stadt zu verbinden, der primäre Zweck des 38ers ist es die Billrothstraße und die Grinzinger Allee mit der Stadt zu verbinden. Die Verstärkung der jeweils anderen Linie ist zwar ein praktischer Nebeneffekt für jene, die an der Nußdorferstraße wohnen, aber eben nicht der Hauptgrund seiner jeweiligen Existenz.
Für 40/41 und 25/26 gilt analog dasselbe. Eigentlich frag' ich mich ja schon fast, ob Du das wirklich ernst meinst, was Du schreibst, denn es entbehrt jeder Logik. Alle von Dir ins Spiel gebrachten Linien 37/38, 40/41 oder 25/26 sind weder "Störungsausgleichslinien" für die jeweils andere Linie desselben Paares, noch ausschließliche oder zumindest hauptsächliche "Streckenverstärkerlinien" - um Deine eigenen Begriffe zu verwenden!
Zitat
Aber wie gesagt, in der Theorie klingt es einfach und Sinnvoll, wenn ich den Vorder-/Hintermann warten lasse. Die U-Bahn macht das auch zeitweise. Nur musst du da auch schauen, dass du den Zug nicht zu lange warten lässt und somit den ganzen Umlauf zusammen haust. Ich bin nicht nur einmal auf der U-Bahn dann wieder ausgestiegen, weil der Stellwerker den Zug zu lange stehen gelassen hast und du dann die U-Bahn mit einer Sardinendose vergleichen konntest.

Es ist nicht immer gut, wenn ich eine Linien stehen lasse, nur um einer anderen Linie zu helfen.

Man müsste auch kein einziges Fahrzeug der Linie 11A, 11B, 30, 31, 6/71 oder 72 auf der Strecke stehenlassen, sondern lediglich die Fahrzeuge der Linien 11B, 30 bzw. 72 in der Endstation erst dann losschicken, wenn eben der ideale Zeitpunkt zwischen dem vorangegangenen und dem nachfolgenden 11A, 31er bzw. 6er/71er ist.

* Wie auch schon erwähnt ist für den Fahrgast ja auch etwas verwirrend, warum es überhaupt eine Linie 11B, 30 oder 72 geben soll. Bei der U-Bahn nennt man kurzgeführte Kurse ja auch nicht anders, wie die eigentliche Linie. Es gibt keine U11 zur Alaudagasse, es gibt keine U12 zur Asperngasse, es gibt keine U16 nach Alterlaa. All diese Kurzführungen tragen das Liniensignal U1, U2 oder U6 - und niemand hat damit auch nur irgendein Problem.

60er

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Wenn ich es richtig im Kopf habe, dann gab es beide Varianten, zunächst fuhr man nur, wenn es große Löcher gab. Da die Disponenten das scheinbar nicht hinbekommen haben ist man dann dazu übergegangen stattdessen nur noch in der absoluten HVZ-Spitze zu fahren, dafür aber nach Fahrplan (einerseits zu selten, um bei ernsthaften Störungen am 6er einen vollwertigen Ersatz bieten zu können, andererseits aber auch zu oft, wenn der 6er normal fuhr). Da letzteres Konzept überhaupt ein Murks war, hat man die Linie dann auch wieder aufgegeben!
Nein, es war umgekehrt. Zuerst fuhr man nach Fahrplan, später dann ohne Fahrplan nur noch nach Bedarf.

Wie bereits oben erwähnt, war wohl das Hauptproblem, dass es in der Schleife Grillgasse nicht möglich war, einen Zug abzustellen. So konnte natürlich nicht sinnvoll auf Intervall-Löcher am 6er reagiert werden.

Linie 41

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Nein, denn der primäre Zweck der Linie 37 ist es die Döblinger Hauptstraße mit der Stadt zu verbinden, der primäre Zweck des 38ers ist es die Billrothstraße und die Grinzinger Allee mit der Stadt zu verbinden. Die Verstärkung der jeweils anderen Linie ist zwar ein praktischer Nebeneffekt für jene, die an der Nußdorferstraße wohnen, aber eben nicht der Hauptgrund seiner jeweiligen Existenz.
Für 40/41 und 25/26 gilt analog dasselbe. Eigentlich frag' ich mich ja schon fast, ob Du das wirklich ernst meinst, was Du schreibst, denn es entbehrt jeder Logik. Alle von Dir ins Spiel gebrachten Linien 37/38, 40/41 oder 25/26 sind weder "Störungsausgleichslinien" für die jeweils andere Linie desselben Paares, noch ausschließliche oder zumindest hauptsächliche "Streckenverstärkerlinien" - um Deine eigenen Begriffe zu verwenden!

Wobei die Linien 40/41 tatsächlich fast 80% der Strecke deckungsgleich verkehren, die Verstärkerfunktion also wesentlich stärker hervortritt als bspw. bei 37/38 - kein Grund irgendwelche 40er ewig zurückzuhalten, weil der 41er gerade unregelmäßig verkehrt, aber auch kein Freibrief für Konvoifahrten - es macht also keinen Sinn einen 40er nach Gersthof zu kürzen, nur weil gerade vorher zwei 41er dicht gefahren sind, da muß schon ein 41er rausgenommen werden. Tatsächlich ist die Anzahl der Störungen außerhalb der Vorortelinie aber dermaßen gering, daß kaum jemals nur eine der beiden Linien von einer Störung betroffen ist. Man kann also wohl fast alle Störungen gemeinsam disponieren.
Ich verstehe das Konzept dahinter nicht und bin generell dagegen.

Ferry

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Wie bereits oben erwähnt, war wohl das Hauptproblem, dass es in der Schleife Grillgasse nicht möglich war, einen Zug abzustellen. So konnte natürlich nicht sinnvoll auf Intervall-Löcher am 6er reagiert werden.

Naja, in SIM hätte man ohne Weiteres Züge bereitstellen können. Ich vermute eher, dass es am Personal gelegen hat. Es musste ja jemand den ganzen Tag am Bahnhof anwesend sein, um bei Bedarf kurzfristig einspringen zu können. Und dieser jemand wollte dafür wohl auch bezahlt werden, selbst wenn es dann zu keinem Einsatz als Fahrer kam.
Weißt du, wie man ein A....loch neugierig macht? Nein? - Na gut, ich sag's dir morgen. (aus "Kottan ermittelt - rien ne va plus")

95B

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Wie bereits oben erwähnt, war wohl das Hauptproblem, dass es in der Schleife Grillgasse nicht möglich war, einen Zug abzustellen. So konnte natürlich nicht sinnvoll auf Intervall-Löcher am 6er reagiert werden.

Möglich war es schon, man war bloß nicht gewillt!
Es ist nichts so fein gesponnen, es kommt doch ans Licht der Sonnen!
... brrrr, Klumpert!

60er

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Möglich war es schon, man war bloß nicht gewillt!
Die Rahmenbedingungen wurden natürlich so festgelegt, dass es leider nicht funktionieren konnte.

Bei den Gemeinderatswahlen etwa eineinhalb Jahre später, hat die SPÖ den Bezirk Simmering dann eh an die Blauen verloren... :))